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11.6.1891
 
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Donnerstag den 11 Juni

(Siebener Anzeiger.

Beilage zu M. 132. - 1891.

Frnilleton.

Eine Rttse nsch Wörishofen.

Einer meiner Bekannten, welcher jüngst den Herrn Pfarrer Kneipp in Wörishofen besuchte, machte mir hier­über einige Mittheilungen, welche immerhin interessant und geeignet sind, in weiteren Kreisen Aufmerksamkeit zu erwecken.

Das Treiben in diesem Dörfchen gleicht dem einer der frequentesten Badestädte. Als weithin sichtbare Kennzeichen für den lebhaften Verkehr, als Beweise regster Bauthätigkeit dienen die vielen Neubauten von rohen Ziegelsteinen, welche sich von den älteren Gebäuden des in weitem Bogen vom Gebirge umrahmten Dorfes lebhaft abheben- schon beim Ein­gänge stehen wir vor einem solchen Rohbau, der zum Hotel bestimmt scheint und wie die vielen anderen Neubauten für die Ausnahme der massenhaft heranströmenden Fremden be­rechnet ist. Es war eben 10 Uhr, als wir ankamen- die Consultationen beim Hochw. Herrn Pfarrer Seb. Kneipp hatten bereits um 8 Uhr begonnen und wir wenden uns deßhalb nach dem Psarrhofe; der eigentliche Eingang zu dem­selben ist wegen des großen Andranges gesperrt, weßhalb wir mit der sich Kopf an Kops drängenden Menge, Patienten jeden Standes und Alters, den Weg nach dem Friedhof nehmen müssen. Ein Diener des Kneipp-Bureaus wacht als Eerberus an dem eigentlichen Eingang und läßt uns mit einem Trupp von 40 bis 50 Personen in den Hausflötz ein- treten- daselbst liegt ein Fremdenbuch auf, in welches der eine Consultation beim Herrn Pfarrer wünschende Besucher seinen Namen einzutragen hat. In dem Consultationssaale selbst erblicken wir vor einem alten Ledercanapee einen circa 2 Meter langen Tisch, an demselben eine große Anzahl meist von fernher zugereister Aerzte, aus deren Mitre der Kops eines Greises mit dichtem weißem Haare und buschigen Augen­brauen sofort angenehm auffällt, und nach vielen Abbildungen den berühmten Naturheilarzt erkennen läßt.

Zwei Badeärzte nehmen die eintretenden Patienten in Consultation und stellen sie, ihre Beschwerden erklärend, dem Herrn Pfarrer vor, worauf die Berathung über die Abhilfe dieser Leiden stattfindet. Bei schwereren Fällen sieht man die gutmüthigen Züge des geistlichen Arztes sich in bedenk­liche Falten legen. Seine Ordination ertheilt er mit großer Vorsicht und in den meisten Fällen nicht ohne die anwesenden Aerzte zuvor über ihre Ansicht in Betreff der Anwendung der Wassercuren zu ersuchen - ost erklärt er seinen Patienten: Folgen Sie Ihrem Doctor, für Sie ist die Wassercur nichts!"

Ueberhanpt muß der aufmerksame Theilnehmer die Ueber-

zeugung gewinnen, daß der leitende Grundsatz Kneipps bei allen seinen Euren, ja die Cur selbst, hauptsächlich darin be­steht, die oft mangelhafte und verfehlte Ernährungsweise der Patienten zu reformiren und ihnen die Scheu vor dem kalten Wasser zu benehmen. Es ist eine Thatsache, daß heute sehr viel in Bezug auf Kleidung und Ernährung gesündigt wird, nach Kneipps Ansicht haben die Wollbekleidung und der Bohnen­kaffee schon ungeheueren Schaden bei den Menschen an­gerichtet.

Mag nun einer, der den guten Rath des Herrn Pfarrer Kneipp wünscht, denselben befolgen oder nicht theuer ist er keinen Falls, denn auf die Frage nach der Schuldigkeit erhält der Patient j)ie Antwort:Sie können ein paar Pfennige für die armen Leute hierher legen, wenn Sie aber selbst nicht viel haben, so ist auch das nicht nothweudig."

Während eines vorzüglichen Mittagessens bei Hagenmiller in Gesellschaft der Herren Aerzte machten wir die Wahr­nehmung, daß hierbei die von Kneipp empfohlenen Kraft­nährmittel nicht fehlen, Wein und sonstige spirituose Getränke dagegen selten sind, während sich die meisten Gäste mit einem Glase Bier begnügen. Durch die Freundlichkeit genannter Herren in das Kloster eingeführt, credenzte man uns in Ge­sellschaft einer großen Anzahl zur Cur anwesender geistlicher Herren den sogenannten Kneipps Malzkaffee, Fabrikat der Firma Franz Kathreiners Nachf. in München, ein vorzüg­liches Getränk, dessen wohlthätigen günstigen Einfluß auf Magen und Nervensystem man schon unmittelbar nach dem Genüsse zu verspüren glaubt. Kneipp legt einen großen Werth darauf, daß der Bohnenkaffee aus der Welt geschafft und Malzkaffee dasür getrunken werde - wir hätten nicht diese schwächlichen, blutarmen und bleichsüchtigen Kinder und Frauen und so viele leicht reizbare Menschen, wenn dieser Gisttrank nicht existiren würde. Malz habe einen großen Nährwerth, wenn es richtig behandelt sei. Hier vernahm ich nun von großen Festlichkeiten, welche für den 17. Mai, den 70. Ge­burtstag des Herrn Pfarrer Kneipp, in Vorbereitung seien.

Extrazüge werden veranstaltet von den allenthalben be­stehenden Kneipp-Vereinen und außerdem von einer großen Anzahl früherer Patienten, die ihre Wiederherstellung dem geistlichen S>: \te verdanken. Von Seiten der Dorfgemeinde Wörishofen ib große Überraschungen beabsichtigt, auch sollen die meisten Dörfer des Bezirks den Tag festlich begehen.

Ob der schlichte Mann an all dem einen ^Gefallen haben wird?

Wir bezweifeln es, denn aus seinem eigenen Munde ! kann man hören, daß er selbst sich nichts wünsche, als die ; Macht und die Mittel, die zahlreichen hilflosen und besonders i die unbemittelten Patienten, welche sich an ihn wenden, ge­

heilt und gestärkt wieder in ihre Heimath ziehen zu lassen- er selbst brauche für sich des Jahres höchstens 100 Mk., denn er habe außer der Kost, die er im Kloster genieße, fast gar keine Bedürfnisse. Wie die persönliche Einfachheit, ebenso staunenswerth sind die Leistungen dieses Mannes für die Armen und seine Erfolge bei den Euren.

Von dem Ertrag feiner Bücher:Meine Wassercur" und So sollt Ihr leben", sowie von den seitens der bemittelten Patienten reichlich fließenden Geldbeträgen hat er auf seine Kosten die Kirche in Wörishofen restauriren lassen, sowie ein großartiges neues Hotel in der Mitte des Dorfes, mit Speise­sälen, Luftheizung und allem Comfort der Neuzeit erbaut, theils um Patienten besserer Stände die erwünschte Bequem­lichkeit, theils um mittellosen Kranken unentgeltliche Ver­pflegung zu bieten, wie denn überhaupt alle dem Herrn Pfarrer aus seiner Thärigkeit als Arzt und Schriftsteller eingehenden Gelder ausschließlich für edle Zwecke verwendet werden.

Interessant ist auch für weitere Kreise das Urtheil der Aerzte, welche sich in der näheren Umgebung des Herrn Pfarrers Kneipp befinden.

Unter Zustimmung der übrigen erklärte einer derselben ungefähr Folgendes:

Wer seinem ärztlichen Berufe von ganzem Herzen zu- gethan ist, wird sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, die Vorgänge an dem Ordinationstische des Herrn Pfarrers Kneipp zu studiren. Was der Herr Pfarrer sagt, ist aller- dings nichts Neues, er hat aber das Verdienst, das Gute aus dem alten Vergessenen und Unbeachteten hervorgehölt und die gute, kräftige Hausmannskost, ein vernünftiges Prin- cip in Lebensweise und Kleidung zur Geltung gebracht, die Verweichlichung und die Scheu vor dem kalten Wasser mit Erfolg bekämpft zu haben."

Die riesigen Schaaren von Patienten, welche dem Herrn Pfarrer Kneipp aus allen Himmelsrichtungen zuziehen, sind einerseits Beweise für seine bisherigen Erfolge, andererseits eine Garantie für die Zukunft und ein günstiges Zeichen da­für, welcher Beachtung sich der berühmte Naturarzt durch Mahnung zur Rückkehr zu einer einfachen Lebensweise in Nahrung, Kleidung und Körperpflege erfreut.

Deßhalb wünschen auch wir dem'Herrn Pfarrer Kneipp zu seinem 70. Geburtstage für die vielen Wohlthaten, die er ohne Ansehen der Person und Religion einer Unmasse von Menschen und damit der Allgemeinheit erweist, daß ihm seine Gesundheit noch unverändert fortdauernd beschieden und er selbst noch lange Zeit seinem segensreichen Wirken erhalten bleiben möge.

Bekanntmachung.

Die Grasernte von den Blöfen und Schneisen des Gießener Stadtwaldes soll Samstag den 13. bicfrS Monats, Vormittags 11 Uhr im Saale des alten Rathhauses ver­steigert werden.

Gießen, den 8. Juni 1891.

Gvoßh- Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 5368

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sriichyen Freitag den

12. Juni d. I., von Vormittags 9 bis Mittags 12 Uhr, soll die letzte diesjährige auSn artig« Er­hebung von Freiherrlich von Ikabenau'schen Holzgelder« in der Wirthschast des Herrn Karl Ranft in Beuern statifinden.

Londorf, 8. Juni 1891.

Der Rentmeister: 5358 _______Schmidt-

- Verdingung.

Zur Regelung der Mains bei Kost­heim soll die Lieferung von 15,20 cbm Treppentritten und Wangen aus Ba­saltlava im Wege der öffentlichen Aus­schreibung vergeben werden. Die Be­dingungen liegen in unseren Dienst- räumen zur Einsicht aus und können gegen Einsendung von 60 Pfennigen von uns bezogen werden- ,

Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis längstens Mittwoch den 17. Juni, Vormittags 10 Uhr, an uns ein­zureichen.

Mainz, den 6. Juni 1891.

Großh. Wafferbauamt Mainz.

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