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unb Telegraphen, Chimirri, Ackerbau- Villari, Unterricht. Die Kammer wird voraussichtlich zu Samstag berufen wer­ben behufs Verlesung des Programms des neuen Cabinets.

Rom, 9. Februar. Die neuen Minister werden -em Könige heute Nachmittag um 5V2 Uhr den Eid leisten und morgen ihre betreffenden Ressorts übernehmen. Das Parlament wird sich am Samstag nach der Verlesung des Programms des neuen Cabinets aus kurze Zeit vertagen, um ben Ministern Zeit zu gewähren, die Gesetzesvorlagen pro­grammmäßig zu bearbeiten.

Rom, 9. Februar. Heute sand die Eidesleistung Rudinis und der übrigen Minister statt. Bei der Eides­leistung RudiniS wirkte Crispi mit, welcher nächst dem Gene- -raladjutanten Pallavicini den Eidesact unterfertigt.

Brüffel, 9. Februar. Der König empfing gestern die Delegirten des Industrie- und Arbeitsraths und unterrichtete sich auss Eingehendste über die Lage der arbei­tenden Klaffen. Aus die Frage der Arbeiter, ob er seinen Einfluß für die Einführung des allgemeinen Stimmrechts ein­setzen wolle, erwiderte der König, er sei den Arbeitern sehr zugethan, aber ein Herrscher müsse die Nation sich darüber aussprechen laffen. DemPeuple" zufolge hätte der König auch gesagt, die Arbeiter thäten Unrecht, sich als eine beson­dere Kaste zu betrachten, er, sie alle, seien Belgier und nur Arbeiter verschiedener Richtungen. Die Arbeiter erwiderten dem Könige, er möchte zwischen den Parteien als Vermittler wirken.

Liffabou, 9. Februar. Meldung des Bureau Reuter. Einer gestrigen Depesche aus Sanct Thomas (am Golf von Guinea) zufolge ist dort ein Negeraufstand ausgebrochen, der anfangs unterdrückt wurde, später aber wieder ausbrach und sich auf mehrere andere Orte der Insel verbreitete. Der Gouverneur verlangte dringend Verstärkung.

Petersburg, 9. Februar. Der Erzherzog Franz Fer- Linand besuchte heute das Leibgarderegiment zu Pserde, wohnte einigen Uebungen bei, besichtigte die Kaserne und nahm alsdann das Frühstück im Osfizierscasino ein. Hier toastete der Regimentscommandeur, Großfürst Paul Alexandro- witsch, aus das Wohl des hohen Gastes, welcher seinerseits aus den Kaiser Alexander und das Regiment ein Hoch aus­brachte. Dem Besuche wohnte auch der Großsürst Wladimir Alexandrowitsch als Obercommandirender der Truppen bei.

Kairo, 9. Februar. Die egyptische Negierung hat be­schlossen, Maßregeln zu ergreifen, um die Derwische aus Tokar zu vertreiben.

Locales und KvoVsnzieLLes.

Gießen, 10. Februar.

Samstag, den 14. Februar d. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet eine öffentliche Sitzung des Provinzial- Ausschusses der Provinz Oberheffeu im Regierungsgebäude zu Gießen mit folgender Tagesordnung statt: 1) Verpachtung der Gemeindejagd zu Queck. 2) Gesuch des Peter Josef Pütz in Bad-Nauheim um Erlaubniß zum Betriebe einer Zapswirthschast. 3) Klage des Ortsarmenverbandes Goddelau gegen den Ortsarmenverband Rockenberg wegen Uebernahme der hülfsbedürftigen Mathilde Handwerk. 4) Beschwerde der Majorität des Gemeinderaths von Wohnbach gegen den Gr. Bürgermeister daselbst wegen Errichtung der 2. Lehrer­stelle und Beschaffung geeigneter Schulräume.

Sitzung der Großh. Handelskammer vom 3. Februar 1891. Anwesend waren die Herren Scheel, Gail, Heichelheim, Klingspor, Kraatz, Wortmann. Es liegt eine an die Special-Direction der hessischen Ludwigsbahn in Mainz gerichtete Eingabe der Großherzogl. Bürgermeisterei der Stadt Alzey vor, in welcher eine Reihe von Vorschlägen zur Verbefferung der sehr mangel­haften Zugverbindungen der hessischen Ludwigsbahn gemacht werden. An die Kammer wird das Ersuchen gerichtet, die Hingabe durch den Vertreter im Großh. Eisenbahnbeirath demnächst unterstützen zu lassen. Es wird beschlossen, nicht nur diesem Ersuchen zu entsprechen, sondern auch mit Rücksicht aus das hervorragende allgemeine Interesse dieser Angelegenheit schon jetzt ein gemeinsames Vorgehen der hessischen Handels­kammern in Anregung zu bringen. Zu der zur Zeit den Reichstag beschäftigenden Novelle zum Branntweinsteuergesetz wird beschlossen, eine Eingabe an den Reichstag zu richten, worin gebeten wird, die projectirte Erhöhung des Zolles von Arac, Cognac und Rum ablehnen zu wollen. Seilens der Handelskammer zu Osnabrück ist der Kammer eine an den Reichstag gerichtete Petition, welche die Herabsetzung der Fernsprechgebühren auf den Satz von 100 Mark für den einzelnen Anschluß anregt, zur Unterstützung zugegangen. Die Kammer beschließt Unterstützung der Petition und Ein­reichung einer Eingabe bei dem deutschen Reichstage in gleichem Sinne. Seitens des Präsidiums des deutschen Handelstages wird der Kammer das Erkenntniß eines höheren Oesterreichischen Gerichtshofes mitgetheilt, worin der Grund­satz ausgesprochen wird, daß bei der Versendung einer Waare nach einem entfernten Orte in fremdem Lande die Werth­angabe bezw. Werthversicherung als ein Gebot der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns anzusehen sei und deshalb bei Nichtvornahme derselben der Verkäufer für Beschädigung und Verlust der Waare während des Transportes auf­zukommen habe, gleichviel ob der Transport aus Gefahr des Verkäufers oder Käufers erfolge. Es wird deshalb empfohlen, Sendungen nach Oesterreich und den Donauländern nur mit Werthangabe bezw. Werthversicherung abgehen zu lassen.

Auf die betreffende Annonce in heutiger Nummer verweisend, sei nochmals auf den Kalligraphen O. Gottlieb aufmerksam gemacht. Eine schöne Handschrift ist wie ein liebenswürdiges offenes Menschenantlitz, einer der besten Empfehlungsbriefe. Und Herr Gottlieb versteht die Kunst meisterlich, seine Schüler ob alt ober jung mit solchen Empfehlungsbriefen" auszustatten. Spielend erlernt man bei ihm, was man mit Mühe in Jahren vergeblich zu er­reichen versucht hat. Er scheert eben nicht sozusagen alle

Schüler über einen Kamm, nein, er individualifirt und darin mag ein Theil des großen Erfolgs seines Unterrichts liegen! Laffe doch Niemand, der an einer schlechten Hand­schrift laborirt und seine hingekritzeltenKrähenfüße" gewiß schon tausendmal verwünscht hat, die sich jetzt noch bnrbietenbe Gelegenheit vorübergehen, um sich später nicht wiederum tausendmale über sich selbst ärgern zu müssen!

Der LandeSauSschuß der laudwirthschaftlichen Vereine hielt in den letzten Tagen in^Darmstadt eine Sitzung ab. Aus den Verhandlungen möge Folgendes von allgemeinerem Interesse mitgetheilt sein: Zunächst wurde festgestellt, daß die Neuwahl des Landesausschusses zugleich mit den Pro­vinzialausschüssen und zwar auf drei Jahre zu geschehen habe. Ein Anerbieten des Directoriums der deutschen Landwirth- schastsgesellschast an die Großh. Obere landw. Behörde be­treffs Vorträge über die zweckmäßige Anwendung der Kali­salze in der Landwirthschaft wurde dankend abgelehnt, da das Bedürsniß in dieser Richtung bei uns bereits Befriedigung gefunden habe. Nach einer Mittheilung des Grobherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz findet dasselbe in- solange keine Veranlassung, die nachgesuchte Bewilligung eines Staatszuschusses zur Errichtung von Kartoffelculturstationen in Erwägung zu ziehen, als nicht die landw. Vereine eine Aufwendung aus eigenen Mitteln zu solchem Zwecke für ge­boten erachten. Neber die Beschickung der Ausstellung in Bremen sollen erst die landw. Provinzialvereine gehört werden. Zu Sachverständigen für Festsetzung des Gesahrentarifs bei der Gebäude-Brandversicherung werden seitens des Landes­ausschusses vorgeschlagen die Herren Dr. Heidenreich zu Darmstadt, Graf Oriola zu Büdesheim und Gutsbesitzer E. Wernher zu Nierstein. In Berathung eines Antrags des oberhessischen Provinzialvereins, betr. Errichtung von Schlacht­häusern, Erlaß von Schlachthausordnungen und Maßnahmen zum Schutze gegen Verluste durch Perlsucht, entscheidet sich der Landesausschuß für die Anträge der ständigen Commission für Viehzucht. Dieselben sprechen sich im Wesentlichen für die Errichtung von Schlachthäusern aus und die Förderung dieser Errichtung durch die Großh. Staatsregierung. Die Großh. Staatsregierung soll ferner ersucht werden, Normal­vorschriften über Schlachthausordnung und eine allgemeine Anordnung über Ausschlachten überhaupt zu erlassen, in welchem alle Bestimmungen enthalten sind, die unbedingt da­hin gehören. Der Landesausschuß empfiehlt den Landwirthen und Gemeinden die Anschaffung von Viehwaagen, um dadurch den Verkauf nach Lebendgewicht zu ermöglichen. Die Großh. Regierung soll gebeten werden, ihren Vertreter beim Bundes­rat he anzuweisen, derselbe solle reichsgesetzliche Maßnahmen zur Tilgung der Rindertuberkulose nach den Entdeckungen des Prof. Koch treffen, auch möge die Regierung selbst Versuche hierin anstellen lassen. Die Regierung möge sich ferner da­für verwenden, daß die reichsgesetzliche Regelung der Ent- schädtgung für an Lungentuberkulose gefallene Thiere mög­lichst beschleunigt werde, und statistische Ermittelungen über den Bestand der Ortsviehversicherungsvereine im Großherzog- thurn und deren Wirksamkeit bald anstellen lassen. Dann ersucht der Landesausschuß die Großh. Staatsregierung um baldige Regelung der Freibankfrage. Der Landesausschuß ernannte eine Sondercommission, bestehend ans den Herren Wernher, Meinert und Dr. Heibenreich, behufs Ausarbeitung einer Vorlage, ob die Erlassung einer gleichmäßigen Prä- miirungsordnung für die drei Provinzialvereine wünschens- werth sei, und solle die bez. Vorlage später dem Landes- ausschuß zur Berathung unterbreitet werden. Das Budget des Landesausschusses für 189192 wird, wie bisher jähr­lich, auf 2000 Mk. festgesetzt.

Ein sonderbaresEingesandt" befindet sich imGrünb. Anz.". In demselben fragen nämlich mehrere Waffelbäcker nach dem Verbleib des Fleusungener Gemeinde-Waffeleisens.

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* Schenkungen und Vermächtniffe im Großherzogthnm Heffeu. Jrn Lause des letzten Quartals des abgelaufenen Jahres erhielten im Ganzen 193,316 Mk. an Schenkungen und Vermächtnissen die landesherrliche Genehmigung. Von dieser Summe kamen 74,000 Mk. für wohlthätige und gemein­nützige Zwecke zur Verwendung- 50,912 Mk. fallen der katholischen Kirche oder katholischen Einrichtungen zu- 38,083 Mk. erhält die evangelische Kirche und 20,000 Mk. die israelitische Religionsgesellschaft. Für Krankenanstalten kommen 7900 Mk. und für sonstige Zwecke 2421 Mk. zur Verwendung. Von hervorragenden Stiftungen oder Schen­kungen sind zu verzeichnen : 74,000 Mk. an die Stadt Worms, eine Schenkung des Fabrikbesitzers Reinhardt- 25,000 Mk. an die evangelische Kirche zu Mainz von der Privatin Ida Busch in Mainz - 15,085 Mk. an die katholische Kirche zu Offenbach von der Fürstin Sophie von Löwenstein-Werthheim- Rosenberg- 10,350 Mk. an den bischöflichen Seminarfonds zu Mainz als Schenkung von Schülern und Freunden des verstorbenen Dr. Mousang und 10,000 Mk. an die evange­lische Religionsgemeinde zu Darmstadt von einem Ungenannten.

* Frankfurt a. M., 8. Februar. Seit dem Eintritt milderer Witterung herrscht aus dem Bauplatze der inter­nationalen electrotechnischen Ausstellung eine umfassende Thätigkeit. Die große Maschinenhalle (Archi- tect Professor O. Sommer, Bauunternehmer Georg Grum- bach) ist nahezu fertiggestellt und wird bereits verglast (durch C. Lehmann)- in derselben ist mit dem Bau der Fundamente für die Maschinen begonnen worden. An dem Kesselhaus (Architect Prof. Sommer) wird durch Bauunternehmer Georg Hildebrand rüstig gearbeitet. Gebr. Hoff aus Frankenthal haben die Fundamente der vier Schornsteine und sämmt- liche Ranchcanäle fertiggestellt. Gebr. Helfmann haben mit dem Bau des Jnstallationsgebäudes (Architekt Prof. Luthmer) begönne» und die Anschüttung des Berges, sowie die Ausmauerung der Grotte ist nahezu vollendet.

Ebenso wird das A n s ch l u ß g e (e i f e in einigen Tagen durch Holzmann u. Co. fertiggestellt fein. Demnächst werden in Angriff genommen werden: die Halle für Chemie (Architect F. Sauerwein) durch Georg Lönhold, die Halle für Wissen­schaft und Medicin (Architect F. Sauerwein) durch Wil­helm Hancke, das Theater lArchitecten Prof. Sommer und Pros. Luthmer), die große Restauration (Architect Ott» Lindheimer), und die Marineausstellung am Main (Architect Chr. Welb) durch PH. Holzmann u. Co., welch letztere Firma auch das Panorama zur Ausführung er­halten hat, die Gebäude für Eisenbahnwesen, Tele- 'graphie und Telephonie (Architect F. Sauerwein-, die Bert heilungshalle und Werkstätten (Architect Prof. Sommer) durch Gebr. Helfmann. Die Werkstätten werden nach dem Entwürfe des Pros. Luthmer eine Fayade erhalten, welche eine alte Frankfurter Straße darstellt. Architect Welb ist mit der Herstellung eines Rococco-Pavillons für eine American Bar beschäftigt. Im Auftrage der betreffenden Brauereien wird Architect Otto Lindheimer, der auch die Volksbierhalle gebaut hat, die bayerische und hessische Bier­halle auSsühren.

= Frankfurt a. M., 9. Februar. Feuerbestattung. Aus dem Friedhöfe unserer Nachbarstadt Offenbach, die zahl­reiche Anhänger der Feuerbestattung unter ihren Einwohnern zählt, soll jetzt ein (Krematorium errichtet werden. Bekanntlich existiren bis jetzt nur in Gotha und Hamburg Leichen- verbrennungs-Oefen, so daß es der Kosten wegen, den Leichentransporte erfordern, nur erwünscht sein könnte, wenn bald auch in Mitteldeutschland ein (Krematorium errichtet würde. Daß Frankfurt, welches bezüglich Erbauung eines- Verbrennungsofens immer noch bei der Behörde auf Schwierigkeiten stößt, ein lebhaftes Interesse daran hat, ein (Krematorium so nahe zu haben, liegt auf der Hand. Der hiesige Verein zur Feuerbestattung wird daher auch finanziell den Plan der Nachbarstadt unterstützen und entweder die auf 10 000 Mk. berechneten Gesammtkosten des Apparates be­schaffen ober diese Summe verzinsen bezw. für eine 4 °/oige Verzinsung garantiren. In 14 Tagen soll eine öffentliche Versammlung zu Offenbach statt finden, in der man im Prinzip die Sache zu entscheiden hofft.

* Frankfurt a. M., 9. Februar. Aus der Kammer für Handelssachen kam heute der seltene Fall vor, daß ein Rich­ter, weil er Actionär einer beklagten Gesellschaft sei, als befangen abgelehnt wurde.

* Der Taglöhner Alois Dorn wurde gestern Abend 71/2 Uhr in der Löhergasse in total betrunkenem Zustande und mit klaffenden Wunden an der Erde liegend aufgefunden und nach dem Heiliggeist-Hospital verbracht, wo derselbe heute früh 8 Uhr verstorben ist.

* Eine sehr animirte Kaiser GeburtStagsstimmuug scheint in Halberstadt geherrscht zu haben, wie folgendes Inserat imHalb. Jntellig.-Bl." beweist:Der ältere, angeheiterte Herr, dem am Kaisers-Geburtstag der Hut angetrieben wurde, wirb höflichst gebeten, diesen Scherz zu entschuldigen resp. seine Adresse behufs event. Wiederausbügelung des eorpue, delicti in der Expedition b. Ztg. unterStephan nieder- zulegen.

Literatur und Kunft

- Nr. 6, VI. Bb. der Naturwistenfchaftlichen Woche«» schrift, Redactcur Dr. H. Potonts, Verlag von Ferd. Dümmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin, hat folgenden Inhalt: Friedrich Mann: Das Dulong'iche Gesetz im Lichte der mechanischen Wärme­lehre. Die Wirkung des Koch'schen Mittels gegen Tuberkulose. (Fortsetzung). Mit 2 Abbildungen. Assimilation von Stickstoff aus der Luft durch Robtnta Pseudacacia. lieber Pflanzenblut- kohle. Die deutsche Interessensphäre in Südwestafrika. Literatur. Briefkasten.

Die schnelle Ermittelung von Frachtsätzen und Lieferfristen, namentlich nach ausländischen Stationen, stieß bisher sowohl bezkg- lich der Kostspieligkeit des erforderlichen Materials, als auch weg« dessen Unübersichtlichkeit auf große Schwierigkeiten. Abweichend oow den sonstigen Gepflogenheiten der Handelswelt, die gesammelten Geschäftserfahrungen und Materialien ängstlich geheim zu halte», ha ' Herr Louis Runge, der bekannte Fabrikant Gas selbsterreugeuder Lampen in Berlin NO., der die Verbreitung des Lichtes zu seiner Lebensaufgabe machte, auch Licht in die verworrenen Tarifoerhältniffe des AuslandsvrrkehrS gebracht, indem derselbe, auf Grund des xw fassenden, feinem Etablissement zu Versandzwecken dienenden amtlich» Tarifmaterials (ca. WO Tarifwerke enthaltend) eine Jnter«atto«all^ nebst Tarifkilometerzeiger bear beiten ließ »nb dem Publikum durch den Buchvandrl zugänglich machte. Die Tabelle weist in Rothdruck die Frachtsätze in Francs, in Schwarzdruck die Frachtsätze in Markwährung nach und enthält zum Ueberfluß eine Karte der jetzt bestehenden telephonischen Fernoerkehre. Ihr reicher Inhalt und ihre hochelegante Ausstattung machen sie bei ihrem billigen Preise von 2 Mk. jedem Geschäftsmann empfehlenswerth.

Die nächsteEiszeit". Es ist wohl allgemein bekannt- daß vor vielen Jahrtausenden fast das ganze Alpengebiet mit riesige» Gletschern, welche die jetzigen Hauptthäler erfüllten, bedeckt war »nd daß dieselben Zustände auch in den übrigen Hochgebirgen der ge­mäßigten Zonen der Erde herrschten. Man bezeichnet jene Epoche alsEiSzett", und die Erforschung ihrer Ursachen bildet einen heroorr- ragcnden wissenschaftlichen Zweig der Gegenwart. Bis vor Kurze« noch war die Annahme ganz allgemein verbreitet, daß dieEiszeit^ einer unerforschlichen Vergangenheit angehöre und sonach wie alle übrigen Ewwicklungsstadien der Erde nur ein rein fachwissm- schaftliches Interesse haben könne. Jetzt denkt man anders hierüber. Die Untersuchungen haben wie ein Mitarbeiter in der populär­wissenschaftlichen Halbmonatschrift /fcit Stein der 88tifett* * (A. Hartleben, Wien) berichtet ergehn, datz die Erszeit mit der astronomischen Epoche zusammenhängt, in welcher die E'dbahn ihre größte Excentricität erreicht hat. Je nachdem die eine Hemisphäre in der größten Sonnennähe (Perihelium) oder in der größte» Sonnenferne (Aphelium) fleht, findet die Vereisung der einen oder anderen Hemisphäre statt. Dies tritt alle 12 500 Jahre ein, so daß die Erscheinung sich über 25 000 Jahre erstreckt. Wir befinden unS derzeit augenscheinlich im Perih liumsommer; den Apheliumsommer erleben wir nicht mehr, aber unsere späteren Nachkommen möge» sich darauf freuen. Die Sommer im Aphelium, wo die Exc ntricttät der Erdbahn vielmals größer war als jetzt, haben die Eiszeit hervor- geiufen und diese ist feine abgeschlossene geologische Periode, wie man bislang glaubte, sondern kehrt wieder.

Sc^iffsttadyrid^tm.

Der PostdampferFriesland" derRed Star Line" in Änt- werpen ist laut Telegramm am 7. Februar wohlbehalten in 3teö- york angekommen.