Nr. 210
1891
Donnerstag den 10. September
Der Vche—r Mdetr täglich, ■8t U^ahmr M Montag».
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Weßener Anzeiger
Kenerak-Wnzeiger.
viereüjLhrtg« Aksn«e«ents,rei»i 2 Mark 20 Pfg. tuB Vtingerlohn.
Durch die Post belege 2 Mark 50 Pf,.
Rcbodion, Expedtzti« und Druckerei:
-chulstraheAr.». Aerniprechcr 51.
Amts- und Anzeigeblatt für den Alreis Gieren.
Bekanntmachung,
betreffend Bläschenausschlag unter dem Rindvieh zu Hattenrod.
Nachdem laut Mittheilung Großh. Kreisveterinäramts Grünberg vom 30. August l. I. die fragliche Seuche als erloschen angesehen werden kann, heben wir die durch unsere Verfügung vom 7. August angeordneten Sperrmaßregeln -wieder auf.
Gießen, den 5. September 1891.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern.
Bekannünachung,
den Wiederbeginn des Unterrichts an der landw. Winterschule Alsfeld betreffend.
Die landw. Winterschule Alsfeld wird den Unterricht in den beiden Cursen der Schule Montag den 2. November, Vormittags 11 Uhr, beginnen. Indem wir hiermit zu einem recht zahlreichen Besuch einladen, bemerken wir, daß die Schule das Ziel verfolgt, jungen Landwirthen diejenigen theoretischen Kenntnisse, welche heute zur rationellen Bewirth- schaftung bäuerlicher Güter nothwendig sind, in zwei fünfmonatlichen Winter-Cursen zu vermitteln. Zur Erreichung dieses Zieles ist die Schule mit den nöthigen Lehrkräften und Lehrmitteln zweckentsprechend ausgerüstet.
Ausgenommen werden junge Leute im Alter von 14 bis 18 Jahren, welche die Elementarschule besucht und das Unterrichtsziel derselben erreicht haben; in den oberen Cursus nur solche, welche schon den unteren Cursus der Schule besuchten, oder welche nachweisen, daß sie die Kenntnisse, welche der untere Cursus vermitteln soll, bereits besitzen. Aeltere Landwirthe können als Hospitanten ausgenommen werden.
Die jungen Leute stehen während ihres Hierseins unter Aufsicht der Lehrer, sie nehmen Wohnung in bürgerlichen Familien und können Pensionen zu 30—40 JL pr. Monat durch den Vorsteher der Schule, Herrn Landwirthschaftslehrer Leithiger, nachgewiesen werden. Das Schulgeld beträgt 25 JL
Anmeldungen sind an den Aufsichtsrath oder an Herrn Landwirthschaftslehrer Leithiger zu richten, welcher auch bereit ist, speciellere Anfragen zu beantworten.
Alsfeld, 17. August 1891.
Der Aufsichtsrath der landw. Winterschule Alsfeld, v. Grolman.
Bekanntmachung.
Der landwirtschaftliche Bezirksverein des Kreises Gießen wird
Montag den 21. September 1891 auf dem Viehmarktplatze (Grassee) zu Hungen eine Ausstellung von Zuchtvieh, verbunden mit einer Viehpreisverthei- lung, veranstalten, für welche die nachstehenden Bestimmungen getroffen sind:
I. Bezüglich der von dem landwirtschaftlichen Bezirks- oerein zur Ausführung der Viehpreisvertheilung zur Verfügung gestellten 550
1. An der Ausstellung können sich alle im Kreise Gießen wohnenden Viehzüchter, Viehhändler ausgenommen, beteiligen.
2. Sämmtliche aufzustellende Thiere sind bis Morgens 9 Uhr auf dem Viehmarktplatze (Grassee) zu Hungen
Gratisbeilage: Gießener Aamikieuökätter
Bitnelm< • •« Anzeige« zu der Nachmittag» für tat Mgrufeett tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Nhr.
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Alle Amu«en»Lureaux M In- und ÄnllerM nehm« Anzeige« für den „Gießener Anzeiger" entgehe».
Amtlicher Theil.
Gießen, den 7. September 1891. Betr.: Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungs- eides.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien der zu den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Laubach und Nidda gehörenden Gemeinden des Kreises.
In Folge eingetretener Hindernisse wird die Verpflichtung der Orts- und Hessischen Staatsbürger aus den zu den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Laubach und Nidda gehörenden Gemeinden nicht den 23. d. M., sondern Montag den 21. d. M., Mittags 12 Uhr, auf dem Rathhause zu Hungen stattfinden.
Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen hiervon alsbald in Kenntniß zu setzen und zu den Terminen vorzuladen und wie geschehen anzuzeigen.
v. Gagern.
aufzutreiben und von den Besitzern aus den ihnen von der Commission angewiesenen Ständen aufzustellen.
Nur preiswürdige Thiere werden prämiirt und zwar: a. Bullen im Alter von 1—2^ Jahren, b. Rinder, welche sichtbar trächtig und c. Kühe, die sichtbar trächtig sind oder frisch gekalbt haben.
3. Diese Thiere müssen selbstgezüchtet oder zum Zweck der Zucht mindestens 2 Monate vor der Preisvertheilung erworben sein und
4. folgenden Raffen angehören:
a. der reinen Vogelsberger Rasse; Mutterthiere, welche eine hellere Färbung am Euter zeigen, werden erst in zweiter Linie prämiirt,
b. der Simmenthaler Raffe und zwar dürfen aa. Bullen nur der reinen Simmenthaler Raffe angehören,
bb. dagegen können Mutterthiere auch dann prämiirt werden, wenn solche wenigstens ausgesprochen des Simmenthaler Typus sind.
5. Unter solchen gleichen Verhältnissen erhalten selb st - gezüchtete Thiere bei der Prämiirung den Vorzug.
6. Hinsichtlich der Bullen Simmenthaler Rasse ist urkundlich nachzuweisen, daß solche entweder birect aus dem Simmenthal eingeführt worden sind oder daß dieselben aus einer Reinzucht stammen.
7. An Preisen werden aus Vereinsmitteln gewährt:
1. für den schönsten Bullen, Simmenth. Raffe 45
2. ,, „ „ Vogelsberger „ 45 „
3. ein Preis ä 40 ,,'j
4. „ „ ä 30 „
5. zwei Preise ä 25 JC. 50 „
6. „ „ ä 20 „ 40 „
zusammen 8 Preise = 250 JL
in das Buchhändlerhaus nach Leipzig einberufen. Die Tagesordnung bilden hauptsächlich die Berichte über die Tarifverhältnisse in den einzelnen Kreisen und die Berathung und Beschlußfassung über die Anträge zur Abänderung des Tarifs. Hinsichtlich dieses letzteren Punktes wird die von Seiten der Gehülsen beantragte Kürzung der Arbeitszeit auf täglich neun Stunden das bervorragendste Jntereffe beanspruchen. Sie wollen eher aus Lohnerhöhungen, als auf diese auch im Interesse ihrer conditionslosen Collegen erhobene Forderung verzichten, während von Seiten der Prinzipale bisher keine große Geneigtheit zur Erfüllung derselben zu erkennen ist.
München, 7. September. Der Kaiser tras um 9^ Uhr ein, er trug die Uniform seines 1. Ulanenregiments. Am Centratbahnhos waren der Prinzregent Luitpold in der Uniform des Magdeburgischen Feldartillerie-Regiments, die anderen Prinzen, die Generalität und die höchsten Staatsbehörden, sowie eine Ehrencompagnie des Leibinfanterieregiments zum Empfang anwesend. Der Kaiser begrüßte die Anwesenden sehr huldreich, schritt die Ehrencompagnie ab und nahm dann den Parademarsch derselben in Sectionscolonnen ab. Vor dem Bahnhof war eine Ehrenescadron des 1. Ulanenregiments aufgestellt. Dann erfolgte an einer Ehrenpforte gegenüber dem Bahnhof der Empfang durch den Bürgermeister. Der Kaiser fuhr mit dem Prinzregenten in dessen durch die Escadron des 1. Ulanenregiments escortirtem Wagen. Hinter diesem folgten <)te prinzlichen Wagen, dann Caprivi, Blumenthal und weiteres Gefolge. Große Menschenmassen waren in den Straßen zusammengeströmt, welche die Ankommenden begeistert begrüßten. Das Wetter ist prachtvoll. Die Stadt ist glänzend illuminirt.
Frankfurt a. M., 8. September. Der internationale Electrotechniker-Congreß wurde heute Vormittag durch den Staatssekretär Dr. v. Stephan mit einer glänzenden Ansprache eröffnet. Es sind etwa 650 Theilnehmer, darunter 198 Ausländer erschienen. Geh. Ober-Postrath Heldberg hieß den Congreß Namens der hiesigen etectrotechnischen
Für Rinder und
Kühe:
1. zwei
Preise
ä 35
70
JL
2. „
ä 30
tf
60
ff
3. „
,/
ä 25
n
50
h
4. „
V
a 20
ff
40
n
5. „
V
ä 15
ff
30
w
6. fünf
ff
ä 10
ff
50
ff
zusammen 15 Preise — 300 JL
II. Bezüglich der von der Stadt Hungen zur Ausführung der Viehpreisvertheilung zur Disposition gestellten 200 JC. gelten ebenfalls vorstehende Bedingungen, jedoch sollen aus diesen Mitteln auch nicht im Kreise Gießen wohnende Züchter bei Vorführung von preiswürdigem Vieh mit Prämie bedacht werden.
HI. Es bleibt dem Ermessen der Prämiirungs-Commission überlasten, die bestimmten Preise innerhalb des Gesammt- betrages je nach der Güte der ausgestellten Thiere jeder Gattung auch zu übertragen.
Gießen, den 18. August 1891.
Der Vorstand des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen.
______Jost, Regierungsrath._________________
Bekanntmachung,
betr. die Landesbaugewerksschule zu Darmstadt.
Beginn des Unterrichtes am 16. November, Vormittags 8 Uhr, Schluß Mitte März.
Die Schule umfaßt fünf Abtheilungen:
drei für Bauhandwerker (Maurer, Steinmetze, Zimmerleute, Dachdecker, Schreiner, Glaser, Weißbinder, Zimmermaler, Stuckateure, Töpfer, Pflästerer rc.),
zwei für Metallarbeiter (Schlosser, Gürtler, Mechaniker, Maschinenbauer rc.).
Das Schulgeld beträgt 40 Mark.
Nähere Programme und Anmeldeformulare sind zu erhalten bei Großherzoglicher Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbeverein, Darmstadt, Neckarstraße 3.
Schluß der Anmeldefrist am 5. Oktober.
Gießen, am 20. August 1891.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
I. V.: Jost.
Deutsches Reich.
Berlin, 8. September. Wie der Berliner „Dolksztg." aus Leipzig geschrieben wird, ist die Tariscommission für Deutschlands Buchdrucker, bestehend aus zwölf Prinzipalen und zwölf Gehülsen, aus Dienstag den 6. October
Gesellschaft, Oberbürgermeister Adickes im Namen der Stadt willkommen, von Seiten der Ausstellung wurden die Erschienenen durch Sonnemann-Frankfurt begrüßt. Zu Vorsitzenden wurden gewählt: Werner v. Siemens (Berlin), Peece (London), Hospitalier (Paris), Ferraris (Turin), Kaltenhosen (Wien), Kohlrausch (Hannoer) und sodann die Bildung einer Section zur Berathung über Grundsätze für eine electrotechnische Gesetzgebung beschlossen. Hierauf wurden verschiedene Vorträge gehört.
Attsland.
London, 6. September. Die „Times" enthält eine ausführliche Besprechung über die deutsche Arbeiterschutzgesetzgebung der letzten zwölf Monate. Sie preist darin den Kaiser als des Arbeiters treuesten Freund und weist aus den Umschlag hin, der seit seinem Regierungsantritt über den Geist des Socialismus gekommen sei. Seine Versöhnungspolitik sei durch die darauffolgenden Ereignisse vollkommen gerechtfertigt . . . Der Socialismus sei zwar nicht ganz ausgestorben, aber er sei doch seiner schlechtesten Elemente entkleidet worden. Die „Times" nennt das Arbeiterschutzgesetz vom letzten Juni die Magna Charta des deutschen Arbeiters. Es stelle ihn auf dem Gebiete der Gesetzgebung dem englischen Arbeiter gleich und überhole diesen noch in gewissen Hinsichten. Kaiser und Reichstag verdienten die wärmste Anerkennung für ihre Bemühungen auf diesem Gebiete.
Ne«este Nachrichten.
WolffS telegraphisches Torrespondmz-Bureau.
Berlin, 8. September. Das „Militärwochenblatt" veröffentlicht die Ernennung des Erzherzogs Rainer zum Chef des Niederrheinischen Füsilier - Regiments Nr. 39 in Düsseldorf.
— Der „Reichsanzeiger" meldet: Das Comito für Nieder legung der Schloßfreiheit überwies der Kaiserin die Summe von 210,000 Mk. Die Kaiserin bestimmte 100,000 Mk. zum Bau einer Heimstätte für arme verheiratete Wöchnerinnen, 100,000 Mk. zum Bau einer evangelischen Kirche im Osten Berlins, 10,000 Mk. für die Orgel der katholischen Sebastianskirche in Berlin.
Wien, 8. September. Aus Göpfritz wird über den gestrigen Schluß der Manöver gemeldet: Nachdem der österreichische Kaiser um 10 Uhr das Manöver abblasen ließ, versammelten sich die Corpscommandanten, Generäle und Stabsoffiziere unter Führung des Erzherzogs Albrecht vor I den Majestäten. Der österreichische Kaiser sprach seine An»


