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M. 57 Zweites Blatt. Sonntag den 8. März El
Der
Jfcftraic Anzeiger erscheint täglich, atft Ausnahme de- MentagS.
Die Gießener ,A«»itte«rrätter .werden dem Anzeiger /Hchertttich dreimal d eigelegt.
Gießener Anzeiger
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Stslistisches über die Lebrnsdauer unserer Acrjte.
Als 18. Band von Meyers Conversations-Lexikon beginnt soeben in gleicher Ausstattung das erste Jahres-Supplement*) zu erscheinen, welches zunächst dazu bestimmt ist, das berühmte vor Jahressrist vollendete Werk sortzusühren, sich indessen als eine „Jahres-Encyclopädie" auch allgemein an alle die vielen wendet, welche mit der Zeit sortzuschreiten und sich über die Vorgänge und Fortschritte des vergangenen Jahres auf allen Gebieten menschlichen Wissens und Kännens zu unterrichten gewillt sind. Als eine Probe entnehmen wir dem Band über obiges Thema folgendes:
Die Zahl der Aerzte Deutschlands betrug 1890: 18846. Die Zunahme bezifferte sich in den letzten 3 Jahren aus 826, 777 und 379. In Bayern ist die Zahl der Aerzte um 105 oder 4,7 pCt. zurückgegangen, in Preußen um 342 oder 3,4 pCt. gestiegen. Von den einzelnen Staaten besaßen Preußen 11009, Bayern 2126, Sachsen 1384, Baden "783, Württemberg 684, Elsaß-Lothringen 591, Hessen 486, Hamburg 379 Aerzte rc., von den preußischen Provinzen die Rheinprovinz 1713, Berlin 1460, Schlesien 1299, Sachsen 921, Hannover 915, Hessen-Nassau 887, Brandenburg 797, Westfalen 795, Schleswig-Holstein 522, Ostpreußen 476, Pommern 457, Posen 399, Westpreußen 349 Aerzte. In allen preußischen Provinzen mit Ausnahme Pommerns zeigte sich eine Zunahme, welche in Schleswig-Holstein mit 6,1 pCt. am größten war. Aus 1OO qkm kommen im Reich 3,48 Aerzte und zwar in Sachsen 9,20, in Hessen 6,30, Baden 5,20, Württemberg 3,50, Preußen 3,16, Bayern 2,80, Mecklenburg-Schwerin 1,65. Noch ungünstiger stehen die preußischen Regierungsbezirke Gumbinnen und Köslin mit 0,8, Marienwerder, Bromberg, Lüneburg, Stade, Frankfurt a. O. und Posen, dagegen haben die Regierungsbezirke Köln 10,56, Düsseldorf 11,81 Aerzte aus 100 qkm und von den preußischen Provinzen Ostpreußen 1,25, Westpreußen, Posen je 1,35, Pommern 1,49, Brandenburg 4,93, Hannover 2,40, Schleswig-Holstein 2,76, Schlesien 3,18, Sachsen 3,61, Westfalen 3,92, Hessen-Nassau 5,57, Rheinland 6,51 Aerzte auf 100 qkm. Auf 10 000 Einwohner (Zählung von 1885) kommen im Reich 4 Aerzte (1887 : 3,60), in Hamburg 6,69, Hessen 4,98, Baden 4,97, Sachsen 4,38, Bayern 4,10, Preußen 3,86, Württemberg 3,45. Dagegen hat Sachsen-Meiningen nur 3,26, Reuß ä. L. 2,5 Aerzte auf 10000 Einwohner. Noch ungünstiger stehen Posen mit 2,24, Ostpreußen mit 2,35, Westpreußen mit 2,40, dann folgen Pommern mit 3, Schlesien
*) Meyers Converjationö-Lexikon. Vierte Auflage. Jahres- Supplement 1890/91. 16 wöchentliche Lieferungen zu je 50 Pfg. (30 Kr.) — 1 Band in Halbfranz gebunden 10 Mk. (6 Fl.) Leipzig und Wien, Bibliographisches Institut.
mit 3,12, Brandenburg mit 3,41, Westfalen mit 3,61, Sachsen mit 3,79, Rheinland mit 3,96, Hannover mit 1,19, Schleswig Holstein mit 4,36 Aerzten aus 10000 Einwohner. Unter den Regierungsbezirken bilden die Extreme Wiesbaden mit 6,80, Gumbinnen mit 1,61 Aerzten ans 10000 Einwohner.
Entsprechend der Unsicherheit der Angaben über Berufskrankheiten und die Lebensdauer der Angehörigen einzelner Berufsklaffen hat man den Aerzten bald eine sehr hohe, bald eine kurze Lebensdauer zugefchrieben. Birnbaum hat nun unter Benutzung des Medicinalkalenders die Angaben über 15 000 Lebende und 2000 Gestorbene des ärztlichen Standes zu einer vergleichenden Untersuchung verwerthet und dabei das 25. Lebensjahr als Zeitpunkt für den Eintritt in den ärztlichen Stand angenommen. Ein Vergleich der wichtigsten Ergebnisse der" von Birnbaum berechneten Sterbetafel mit den gleichartigen Angaben der preußischen Volkstasel für Männer ergibt folgende Zahlen:
Alter in voll' endeten Jahren
Absterbeordnung
Lebenserwartung
Durch fernere
Aerzte
Jahre
chnttttiche Lebensdauer
Manner überhaupt
Iahte
Aerzte
Männer überhaupt
Aerztc
Jahre
Männer überhaupt
Jahre
25
10000
10000
37,1
36,6
35,2
34,7
30
9799
9547
32,4
32 6
30,8
31,2
35
9375
9066
28,1
28,8
27,1
27,7
40
8810
8508
23,9
25,0
23,7
24,4
45
8340
7859
19,8
21,4
19,9
21,2
50
7528
7120
16,3
17,9
16,7
18,1
55
6601
6288
12,8
14,7
13,7
15,1
60
5492
5328
10,0
11,7
11,0
12,4
65
4129
4253
7,7
8,9
8,7
9,9
70
2758
3062
6,9
6,7
6,9
7,8
75
1548
1890
5,0
5,0
5,4
6,0
80
767
947
2,8
3,7
3,5
4,7
85
249
355
0,8
2,9
1,8
3,8
Die Lebenserwartung und die durchschnittliche fernere Lebensdauer der Aerzte sind hiernach von der Vollendung des 30. Lebensjahres ab etwas niedriger als bei der gejammten männlichen Bevölkerung des preußischen Staats, obgleich letztere eine nicht unbeträchtliche Anzahl gebrechlicher oder mit chronischen Krankheiten behafteter Personen einschließt, während das Ergreifen des ärztlichen Berufs eine gewiffe günstige körperliche Beschaffenheit voraussetzt, so daß der durchschnittliche Gesundheitszustand der jungen Aerzte überhaupt ein besserer ist als der der gesammten männlichen Bevölkerung. Die Thütigkeit des Arztes gefährdet mithin dessen eignes Leben in merklicher Weise.
DermiMtte».
*△ Mainz, 6. März. Seit den zwei letzten Tagen, an welchen das Wasser gestiegen ist, entwickelt sich auf dem Rhein ein selten reges Leben. Neben den Köln-Düffeldorfer und Niederländer Booten, die seit gestern ihren fahrplanmäßigen Betrieb wieder ausgenommen haben, gingen heute den ganzen Tag über zu Berg und zu Thal große Schleppzüge hier vorüber, denen sich die größeren Schleppdampfer und Remorqueure anschlossen, die den Winter über gezwungen waren, sich in den hiesigen und umliegenden Häfen einem unfreiwilligen Stillleben hinzugeben. Die zu Berg fahrende« Schleppzüge haben bis jetzt zum größten Theil nur Kohle« gebracht. — Da die Floßhasen hier und in Schierstein noch voll Eis stehen, ist die eigentliche Flößerei noch nicht eröffnet. Nur einige kleinere Flöße, deren Holz den Winter über auf Bollrücker gelegen, sind bis jetzt weggcgangen.
* Wilhelmshaven, 3. März. Bei der Anfertigung von Revolver-Granaten im hiesigen Artilleridepot entstand heute eine Explosion. Es wurde ein Mann durch das Crepiren eines Geschosses getödtet, vier Leute wurden schwer verwundet.
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Locales und ^provinzielles.
Gießen, 7. März.
— Die nächste Sitzung des Oberheff. Gejchichtsverein- wird Dienstag den 10. März, Abends 8 Uhr, im Saale des Casv Balzer (Ebel) stattfinden und wird dabei Herr Rentner F. Kost er von Darmstadt Bericht erstatte« über seine neuesten Untersuchungen.
— Kaiser Panorama. Zu einer Reise nach dem Orient, Konstantinopel, ladet uns der Besitzer des Kaiser-Panoramas ein, und Jeder sollte dieser Einladung Folge leiste«, da die Residenz des Sultans erstens durch die Reise Seiner' Majestät des Kaisers Wilhelm II. und zweitens in der Orientpolitik von großer Bedeutung ist. Wir machen deßhalb unsere Leser auch an dieser Stelle aus die interessante Ausstellung aufmerksam, zumal diese Serie nur bis Mittwoch Abend ausgestellt bleibt, da am Donnerstag zum ersten Male der Feldzug 1870—71 zur Ausstellung gelangt.
Butzbach, 5. März. Am vorigen Freitag setzte ein vorübergehend anwesender, aus der Provinz Brandenburg stammender Handwerksbursche eine Anzahl hiesiger Bewohnerin^ nicht geringe Aufregung. Derselbe kniete nämlich vor einzelnen Passanten nieder und sprach Gebete und kirchliche Sprüche. Abends kehrte er in die Herberge zurück, begab sich alsbald, anscheinend um anderen Tages wieder abzureisen, zur Ruhe. Doch plötzlich scheint ein altes Leiden, woran der Unglückliche schon früher einmal gelitten haben soll, wieder zum Ausbruch gekommen zu sein. Unangekleidet wie er war.
Fenilleton.
Der einzige Sohn.
Noorlle oon I. Bonnet.
(Schluß.)
Ihren Mann suchend, der noch soeben in seinem Arbeitszimmer gewesen war und, da er den Geldschrank offen ge- laffen hatte, in jedem Augenblicke wieder da sein mußte, irrte sie unruhig umher, von den Aermchen des Kleinen wie in zärtlichem Mitleid umschlungen. Sie rief auf dem Hofe, im Garten, bis ihr eine Magd mittheilte, sie habe den Herrn in den Keller hinabsteigen sehen.
Nachdem Mariechen hinuntergerufen, eilte sie wie in einer Ahnung nach dem Arbeitszimmer ihres Mannes zurück und kam eben recht, um zu gewahren, wie der angebliche Freund sich vor dem Geldschrank zu thun machte und sich die Taschen vollstopfte mit den Geldern, die kürzlich für Getreide eingenommen waren.
Bei ihrem unvermutheten Anblick fuhr er zurück, trat ihr dann aber um so kecker entgegen und wagte, den Arm vertraulich um sie zu legen.
Ihr empörter Ausschrei und ihres Mannes Eintreten war eins. Dieser stürzte sich mit einem Sprung auf den Frechen und schleuderte ihn über einen Stuhl, der unter ihm zerbrach, zu Boden, wobei das gestohlene Geld mit metallenem Aufklingen über die Dielen rollte.
„Dieb Du! Ehrloser!" schrie Arthur.
Schon war der andere auf seinen Beinen. Höhnisch stemmte er die Fäuste in die Seiten.
„So spielen wir also? Sie, die da, soll wiffen, wer Ser Ehrlosere ist, ich oder Du. Alles soll sie zu hören be
kommen, und meine Freunde in der Stadt werden Dich an die Glocke bringen."
„Dein Thun hat mir die Augen geöffnet," entgegnete Arthur, „die Augen über mich selbst, der solchen Genoffen haben kannte, einer des anderen würdig. Nein, bleib, Marie. Ich selbst will Dir heute alles bekennen, aus meinem Munde sollst Du es hören . . . Ich hatte ein Weib in Amerika . ."
„Hatte? Hatte?" rief der andere höhnend. „Du hast zwei Weiber!"
„Ich hatte ein Weib drüben und war ehrlos genug, mich mit Dir zu verbinden, Marie. Ich fühlte den Fluch aus meinem Gewiffen und kämpfte, da ich Dich wirklich liebte, einen furchtbaren Kampf mit mir selbst, in dem ich unterlag, da mir Dein Besitz alles galt und in mir eine Hoffnung glimmte, durch Dich und mit Dir könne ich mir das verlorene Leben wiedergewinnen. Da — als unser Hochzeitstag vor der Thüre war — erhielt ich ein Packet aus Amerika, die letzten Andenken meiner Frau, der ich durch meine Untreue, mein heimliches Verlassen des amerikanischen Bodens das Herz gebrochen hatte und die mir dennoch ihre Vergebung zusichern ließ."
Schwere Tropfen rollten ihm, den Mariechen der Thränen für unfähig gehalten hatte, über die Wangen herab.
Ein rohes Gelächter unterbrach die Stille. „Scheinheiliger Lügner!" rief der Genosse. Arthur trat rasch an den Geldschrank.
„Hier sind die Beweise der Wahrheit," sagte er, seiner Frau ein Päckchen in die Hand legend, „urtheile selbst."
Aus seinen Wink entfernte sich Mariechen mit de« zitternden Kinde auf dem Arm, während Arthur, eine Pistole vom Arbeitstische nehmend, sich an den Genoffen wandte.
„Dort steht der Gewehrschrank. Wähle Dir eine gleiche Waffe aus, wenn nicht, so schieße ich Dich nieder, wie Du
hier stehst. Du hast meine Frau, diesen Engel zwischen uns beiden, beleidigt. Der Tod soll uns quitt machen."
„Schließt er meine Lippen, so reden andere," drohte der Elende.
„Alles recht. Kom»!"
Hinter dem Garten lies ein Stück Eichenwald, mit Busch durchsetzt, hin. Mariechen hatte unter den alten Eiche« ihre Lieblingsbank, von der sie gern in die stille Weite sah, da ein Durchhauen den Blick frei machte. Dort krachten zu gleicher Zeit zwei Schüsse. Dann ward es füll.
Wenige Minuten nachher rollte der fremde Wagen in rasender Schnelle vom Hofe nach der Stadt hin.
Mit unendlicher Angst hatte Mariechen den kommende« Dingen entgegengefehen. Die Schüsse, alsdann der davonjagende Wagen, das Ausbleiben ihres Gatten rissen sie jäh empor.
„Um Gotteswilleu, was ist geschehen?"
In dunklem Triebe eilte sie in den Eichenhain, dem Schalle der Schüsse nach.
Ein Aufschrei, ein Zusammensinken . . . Arthur lag da für tobt, und aus einer Brustwunde rieselte das Bl«t unaufhörlich.
Mit ihrer Hand die Wunde fest schließend, rief die Arme nach Hilfe.
Arthur ward auf sein Bett gelegt. Sie riß ih« die Kleider herunter, wandte, bis der Arzt kam, alle Mittel an, die sie erdenken konnte, kniete neben ihm, der sie matt anlächelte, nieder und betete für fein Heil.
„Vergebung . ." flüsterte er. „Vergibst Du mir? . . mir, der ich Dir so viel Böses angethan. . so viel Kummer über Dich gebracht . ."
Und als sie nickte und ihm leise die Hand drückte : „Unser Kind . . . unser Junge —"


