Ausgabe 
8.3.1891 Drittes Blatt
 
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gemäße Belehrung bietet. In dieser Beziehung hat es bis jetzt gerade bet der hetltgm Geschichte Immer noch an dem Wesentlichsten gefehlt: an dem realen Boden. Es wäre zu wünschen, daß diese Bibel von recht vielen Schulen und Lehrern als Veranschaulichungsmittel er- worben, auch daß hier einmal Hand nicht auf den Geldbeutel gehalten würde und die Schulvorstände für die Anschaffung eines solchen Werkes die Mittel bewilligten. Der realistische Zug unserer Zeit geht nun einmal auf culturhistorische Betrachtungsweise nun gut, hier in diesem Werke kommt man ihm entgegen.

Besonders empfehlen möchten wir das Buch zu Weihnachts- und Hochzeitsgeschenken, namentlich bei den Feiern von silbernen und goldenen Hochzeiten und bei Jubiläen.

Die vollständige Bibel kostet in einfachem Leineneinband mit Rothschnitt Jb 22,50, mit Goldschnitt 2 Jb mehr; im Einband mit Lederrücken und Rothschnitt 24 Jb, mit Goldschnitt 26 Jb

Unsere Sinder. A. G. von Suttner veröffentlicht in derWiener Mode" eine ArtikelserieUeber das Essen", in welcher der bekannte Autor in seiner unterhaltlichen Art bespricht, was eine Hausfrau ihren Gästen bei verschiedenen Anlässen vorsetzen soll, wie die Tafel zu bestellen ist, wie servirt wird und vor Allem wie man ißt. Ein besonders interessantes Capitel widmet der Verfasser dem guten Ton bei Tisch; demselben entnehmen wir Folgendes über die Kinder:Ich halte es für kein gutes System, Knaben und Mäd­chen, die wohlerzogen sind, ganz aus der Gesellschaft auszuschlteßen; der Nachwuchs tritt ja, eh' man sich's versieht, unser Erbe an und es ist sehr weise, denselben schon bei Zeiten an den Umgang mit den Aelteren zu gewöhnen. Ein Knabe oder ein Mädchen von 13 Jahren soll schon genügend erzogen sein, um ohne Besorgniß zur Tafel zu­gelassen werden zu können. Was ich aber für eine Unart den Gästen gegenüber, für eine Mißachtung derselben halte, ist, wenn man ihnen Bambinos aufdrängt, die theilweise noch geatzt werden müssen, die schreien, wenn man ihnen ihre Wünsche nach Dessertgegenständen versagt, die sich wie rasend geberden, ihrem Rachedurst freien Lauf lassen, um das enfant terrible zu spielen, und schließlich gewaltsam entfernt werden müssen. Manche Eltern gehen in ihrer Liebe so wett, ihren Gästen ähnliche Ueberraschungen zu bereiten, aber ich meine, daß diese Liebe dann immer mehr den Eindruck einer Reclame macht, denn schließlich bricht es einem gewiß nicht das Herz, wenn man seinenEngel" auf eine oder zwei Stunden ausnahmsweise in die Verbannung schicken muß."

Ein Proieet. Es ist in Paris ein öffentliches Geheim- niß daß sich gar häufig reiche Leute, die es Gottlob nicht nöthig haben, bei ihren Bekannten um Theater-Freikarten bewerben, die sie

auch häufig erhalten. Um nun sür's Erste solchen Gesuchen ein Ziel zu setzen, um ferner den freien Eintritt für Minderbemittelte zurück­zuerobern, wird man in mehreren Theatern an jenen Logen und Sperrsitzen, die verschenkt werden, auf eine für das Publikum ganz sichtbare Weise Täfelchen mit der Aufschrift:Verschenkt" anbringen. Durch diese Maßregel soll an die Eitelkeit Jener appelltrt werden, die es nicht gerne publik gemacht wissen, daß sie Sitze einnehmen, ohne sie gezahlt zu haben. Kurz, wer seinen Platz nicht gekauft hat, soll das Bekenntniß öffentlich ablegen. (Wiener Mode", Heft 9.)

Das Porlrommen von Viehseuchen in Hessen

während des Monats Januar 1891.

Milzbrand wurde festgestellt in Reinheim, Kreis Dieburg, am 1., in den Orten des Kreises Friedberg: Groß-Karben am 4., Mel­bach am 7. und Büdesheim am 27. Januar, jedesmal bei einem crepirten Rindviehstücke.

Rotz: In Bieber, Kreis Offenbach, steht ein Pferd wegen Verdachts der Seuche unter Stallsperre, und ein weiteres Pferd desselben Besitzers wegen Verdachts der Ansteckung unter polizeilicher Beobachtung.

Lungenseuche. Die über ein Gehöfte in Engelrod, ftteiS Lauterbach, verhängte Gehoftsperre wurde wieder aufgehoben, da sich innerhalb 6 Monaten nach vorgekommener Erkrankung keine weiteren Verdachtsfälle gezeigt haben.

Die Maul- und Klauenseuche ist erloschen in Eberstadt und Pfungstadt, Kreis Darmstadt; in Lorsch, Kreis Bensheim; in Reinheim, Harreshausen und Nteder-Kltngenj, Kreis Dieburg; in Kürnbach, Viernheim und Hambach, Kreis Heppenheim; in Langs­dorf, Kreis Gießen; in den Orten des Kreises Büdingen: Bingen­heim, Mittel-Gründau, Wenings und Düdelsheim; in Rimbach, Kreis Lauterbach; in den Orten des Kreisen Friedberg: Ockstadt, Wtckstadt, Petterweil, Büdesheim, Ober-Roßbach, Beienheim, Nieder- Florstadt, Fauerbach, Stammheim, Bönstadt, Nteder-Eschbach und Pohl-Göns; in Eichelsdorf und Nieder-Seemen, Kreis Schotten, in Nieder-Wiesen und Framersheim, Kreis AUey; in Elsheim, Kreis Bingen; in Undenheim und Dalheim, Kreis Oppenheim; und in den Orten des Kreises Worms: Gundersheim , Nieder - Flörsheim, Mölsheim, Gimbsheim, Wochenheim, Gundheim, Eppelsheim und Osthofen.

Die Seuche herrscht fort in Klein-Umstadt, Kreis Dieburg, in Heppenheim und Wimpfen, Kreis Heppenheim; in Lehrbach, Kreis Alsfeld; in Dauernheim und Engelthal, Kreis Büdingen; in Sassen bet Queck, Kreis Lauterbach; in Ilbenstadt, Kreis Fried­berg; in Westhofen und Monsheim, Kreis Worms.

Die Seuche wurde im Monat Januar festgestellt und war am Schluffe desselben wieder erloschen in Biblis, Kreis Bensheim; in Zeilhard, Kreis Dieburg; in Neckarsteinach und Birkenau, Kreis Heppenheim; in Sprendlingen, Kreis Offenbach; in Büdingen, Diebach a. H> und Heegheim, Kreis Büdingen; in Alzey und Wein­heim, Kreis Alzey; in Heidesheim, Kreis Btngm; in Wörrstadt, Kr. Oppenheim.

Die Seuche wurde im Monat Januar festgestellt und herrschte am Schluffe desselben noch fort: in Dilshofen, Kreis Darmstadt; in Wurzelbach, Kreis Bensheim; in Dieburg und Semd, Kreis Die­burg; in Hohenstadt, Kreis Heppenheim; in Bürgel, Kreis Offenbach; in Gießen und Wäldershausen, Kreis Gießen; in Grebenau, Kreis Alsfeld; in Lorbach und Leustadt, Kreis Büdingen; in den Orten des Kreises Lauterbach: Maar, Lauterbach, Eisenbach, Pfordt und Angersbach; in den Orten des Kreises Friedberg: Heldendergen, Stein­furth und Ober-Erlenbach ; in Hackenheim, Kreis Alzey; in Weinolds- heim, Kreis Oppenheim; in Hangen-Wahlheim und Ibersheim, Kreis Worms.

Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Ncinhardshain, Kreis Gießen, in Lehnhetm, Kreis Alsfeld, in Rod­heim, Kreis Friedberg, in Meiches und Herchenhatn, Kr. Schotten.

Jede neue Jahre-zeit stellt an den Einzelnen neue An­sprüche, bet denen die Kletderfrage in erster Reihe steht. Gut und billig, dabei aber der Mode entsprechend gekleidet zu sein, ist Jeder­manns Wunsch. Um dies zu erreichen, empfiehlt es sieb, feinen Bedarf nach dem soeben erschienenen Arühiahrs-Eatalog des Versand Geschäftes Mey & Edlich, Leipzig-Plagwitz zu decken. Derselbe enthält neben einer reichen Auswahl von Luxuswaaren und practischen Gegenständen für Haus und Familie ganz besonders zahl­reiche, durch treue Abbildungen veranschaulichte ArühjahrS-Nev- heile« von Damen- und Herrengarderobe. Der Weltruf der Firma Mey & Edlich und deren beständig wachsende Zahl fester Abnehmer bürgen am besten für die Güte und Preiswürdigkeit der geführten Maaren. Man versäume deshalb nicht, den erwähnten Frühjahrs- Catalog bald zu verlangen; derselbe wird unentgeltlich und portofrei überallhin versandt. 2091

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Holz-Versteigerung

im Gießener Stadtwalde.

Montag den 16. März 1891, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Districten Dachsbau, Dornstrauch und Strangswiese des Schutzbezirks Ferne­wald nachverzeichnetes Holz versteigert werden:

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Die Zusammenkunft ist am Weg nach Gambach am Wald.

Lang-Göns, den 6. März 1891.

Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns.

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Holz-Versteigerung.

Donnerstag den 12. März d. von Vormittags 9 Uhr an, soll im Lang-Gönser Gemeindewald Haide" nachverzeichnetes Holz ver­steigert werden:

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Gießen, am 7. März 1891.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

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