Ausgabe 
7.10.1891
 
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Mittwoch der. 7. October Grestenev Anzeiger. Beilage zu Rr. 233. -1891

Fenilletsu.

Seltsamkeiten berühmter Menschen.

Von Aug. Scheibe.

(1. Fortsetzung.)

Diderot, der berühmteste der französischen Encyclopä- disten, zeichnete sich durch die bis zum Aeußersten getriebene äußere Vernachlässigung seiner Person aus. Er reiste einst von Petersburg nach Paris in Schlafrock und Nachtmütze und ging in diesem Aufzuge ganz ungenirt in den Straßen der Städte spazieren, wo ein Aufenthalt stattsand. Man hielt ihn nicht selten für wahnsinnig. Ein Freund, der Diderot einst besuchte, fand ihn in Thränen.Um Gotteswillen, was haben Sie, was ist Ihnen begegnet?" fragte er erschrocken. Ich weine über eine rührende Geschichte, die ich soeben fertiggeschrieben habe," entgegnete Diderot.

Marie de Gournay, eine der geistvollsten und originellsten französischen Schriftstellerinnen ihrer Zeit, die Freundin und Adoptivtochter Montaignes, hielt es nach dem Tode ihres berühmten Freundes für eine Pflicht der Pietät, nicht nur seinem Styl und seiner Schreibweise, sondern auch dem Costüm treu zu bleiben, das sie zur Zeit ihres Zu­sammenlebens mit ihm getragen. Sie kleidete sich in ihrem achtzigsten Jahre noch genau nach der Mode, die sie in ihrem sechsundzwanzigsten Lebensjahre getragen, und ließ sich durch das Gelächter und den Hohn der spottlustigen Pariser keinen Moment in diesem eigensinnigen Festhalten an der Vergangen- heit irre machen.

Auch Jean Paul, der Liebling der Frauen, gab be­kanntlich wenig auf die äußere Erscheinung. Mit offener Brust, ohne Halstuch und Hut, in abgetragenem Rock und mit ungeputzten Stiefeln durchwanderte er die Umgegend von Bayreuth. Einmal wurde er sogar dieses uncivilisirten An­sehens wegen von einem Gensdarmen als Vagabund arretirt und nur die Dazwischenkunft des Gouverneurs der Stadt rettete den Dichter aus den Händen des diensteifrigen Be­amten. Der nachmaligen Königin von Württemberg, da­

maligen Großfürstin Katharina Paulowna, die aus der Durch­reise durch Bayreuth den Dichter zu sehen verlangte und ihn, da er nicht in der Stadt zu finden war, in ihrem Wagen von der Rollwenzelei holen ließ, stellte sich der Gefeierte ebenfalls in diesem gänzlich vernachlässigten Costüm vor, wurde aber deffen ungeachtet von der Fürstin mit Freund­lichkeiten überhäuft.

Der Dichter Ioung schrieb seineNachtgedanken", während er einen Todtenschädel, der ihm zugleich als Leuchter diente, vor sich auf dem Tische hatte. Zuweilen ging er Nachts zwischen den Gräbern eines Kirchhofs spazieren, um sich zu Gedanken über die Vergänglichkeit alles Irdischen anzuregen. Jouy dichtete viele seiner Tragödien in einer Allee, an deren beiden Enden sich eine Bank und aus jeder Bank Papier und Bleistift befanden. Die Productions- fähigkeit L e s a g e s, Verfassers des berühmten Romans Gil Blas, hing von der Sonne ab. Er erwachte, wenn das Tagesgestirn am Himmel erschien, und je höher sie stieg und je heller sie leuchtete, desto reicher flössen die Gedanken ihm zu. Sank die Sonne, so nahm auch die Kraft seines Geistes ab.

Ein Gegenstück zu Lesage war der französische Historio­graph Mezerey. Dieser konnte nicht bei Tageslicht ar­beiten, sondern schrieb immer selbst am Tage bei Kerzenlicht. In seinen Gemächern herrschte fortwährend das tiefste Dunkel und wenn Freunde ihn besuchten, so leuchtete er ihnen selbst am hellen Mittag bis zur Thür.

Ihm ähnlich war Anne Louis Girodet, ein fran­zösischer Maler, und Dichter zugleich. Seine Begeisterung erwachte des Nachts. Er sprang dann plötzlich auf, ließ die Hängelampe in seinem Atelier anzünden, setzte einen breit­randigen Hut aus und malte nun seine trefflichsten Gemälde. Der Lustspieldichter Louis Benoit Picard schrieb seine Comödien im Bette. Der Dramendichter Charles Etienne eilte, wenn die Begeisterung ihn überkam, nach Hause, schickte Frau, Kinder und Diener sort, schloß Thüren und Fensterläden, legte sich ins Bett und machte im tiefsten Dunkel Verse.

Mrs. Radclifs begeisterte sich zu ihren Schauer­romanen, indem sie ein Souper von halbrohen, reichlich mit gebratenen Zwiebeln garnirten BeafsteakS einnahm. Gluck trank Champagner, wenn er componirte.

Viele große Autoren hegten leider eine besondere Vor­liebe für Spirituosen. Rabelais sagte:Essen und Trinken ist für mich die einzige rechte Quelle der Begeisterung. Seht diese Flasche! Sie ist mein Helikon- sie enthält das -eilige Naß, das mich inspirirt. Während ich trinke, denke ch, und während ich denke, trinke ich." Aeschylos und Cato suchten ebenfalls durch Wein die Gedanken zu klären und die Phantasie zu beflügeln.

Goldsmith schrieb seinenVicar of Wakefild" bei Madeirawein. Eines Tages, als er ohne alle Hilfsmittel dem äußersten Elende preisgegeben, seinen Freund Johnson rufen ließ und dieser das Glück hatte, das Manuscript des Vicar" sogleich gegen baare Zahlung zu verkaufen, war es Goldsmiths Erstes, eine Bowle Punsch zu brauen und seine Wirthin zu bitten, ein Glas mit ihm zu trinken. Viele andere Schriftsteller, Künstler und große Männer haben Be­geisterung und Vergessen aller Erdensorgen in der Flasche gesucht. Für de Quincey und Coleridge war das Opium die Quelle, aus der sie Seligkeit und unsägliches Elend schöpften.

Andere berühmte Männer sanden Genuß und Anregung im Schnupfen und Rauchen. Schiller war ein leiden­schaftlicher Schnupfer und die Liebhaberei Friedrichs des Großen für den Schnupftabak ist ebenso bekannt wie das Tabakscollegium seines Vaters. Der Bischof Hall, be­rühmter Kanzelredner und Schriftsteller, rauchte so stark, daß ihm seine Freunde, die von dem Uebermaß für seine Ge­sundheit fürchteten, wiederholt deßhalb Vorstellungen machten. Einer dieser Freunde fand ihn eines Morgens gewaltige Rauchwolken in die Luft blasend.Finde ich Sie wieder mit Ihrem Götzen beschäftigt?" fragte er.Ja, ich bin eben dabei, ihn zu verbrennen," entgegnete Hall ruhig.

(Fortsetzung folgt.)

Submission.

Für unsere Kliniken soll pro 1891/92 die Lieferung von

12 Ctr. Aepseln,

550 Kartoffeln,

10 Kornstroh,

10 unter erb. Kohlraben,

V/2 obererb. Kohlraben,

0 Zwiebeln,

1 rother Rüben,

1 Meerrettig,

6 weißer Rüben,

10 gelber Rüben,

36 Weißkraut,

100 St. Rothkraut,

300 Wirsing,

350 Lauch unb

250 Sellerie

aus bem Wege ber Submission ver­geben werben.

Lieserungsbebingungen können auf dem Verwaltungsbureau Nachmittags von 3 bis 5 Uhr eingesehen werden.

Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum

15. d. Mts., Vormittags 12 Uhr,

auf dem erwähnten Bureau abzugeben.

Gießen, den 2. October 1891.

Großh. Verwaltungs-Direction der chirura.-ophthalm. Universitäts-Klinik.

Vossius. 8798

Bekanntmachung.

Für die Großherzoglichen neuen Kliniken sollen auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden ca°:

16 Gentner gebrochene Aepsel ver-

schiebener Sorten,

480

gute Speisekartoffeln,

20

fi

sog.Mäuschenkartoffeln,

6

»

untererbige Kohlrabi,

1

II

obererbige Kohlrabi,

7

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Zwiebeln,

2

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rothe Rüben,

2

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Meerrettig,

6

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gelbe Rüben,

400

Stück

Weißkraut,

100

ii

Rothkraut,

300

ii

Wirsing,

200

ii

Lauch unb

300

ii

Sellerie.

Die Lieferungsbedingungen können auf dem Verwaltungsbureau der neuen Kliniken an den Wochentagen Nach­mittags von 3 bis 6 Uhr eingesehen werden.

Offerten sind versiegelt und mit ent­sprechender Aufschrift versehen bis zum

17. Oktober 1891, Vormittags 12 Uhr, aus dem erwähnten Bureau abzu- | geben. 8848

Gießen, den 3. October 1891.

I Großh. Direction der neuen Kliniken.

Donnerstag de« 8. Oktober,

Nachmittags 2 Uhr

werden im Hause des Herrn Bruchhäuser, Wolfstraße 8 II. nachbenannte Möbel wegzugshalber versteigert:

3 Sophas, Stühle, 1 Ripsgarnitur, bestehend in Sopha, 6 Stühlen, ovaler Tisch, Commode, Wajchconsole, Nachttischchen, 2 französische Betten, 2 gewöhnliche Betten, verschiedenes Weiß­zeug, Küchenmobiliar, Kücheneinrichtung, sämmtliche Haushal­tungssachen, 1 polirter Kleiderfchrank (Eichenholz), 1 Bücher­schrank, Silberschrank, Regulator, Bilder rc., 1 Teppich, Vorhänge, mehrere Spiegel, Tische, Stühle, 1 Blumentisch, 1 vollständig neue Nähmaschine (Wertheim), 1 Stehpult, 1 Vorhangs­leiter, 1 Klappsessel, 1 Weckeruhr, verschiedene Nippsachen, Küchen­schrank mit Glasaussatz, steinerne Töpfe und Porzellan, 1 Hänge­lampe, Bütten rc. rc., 1 Roßhaarmatratze.

Sämmtliche Gegenstände sind dieses Jahr neu gekauft worden und nur Einiges im Gebrauch gewesen.

8806 Im Auftrag:

Louis Rothenberger,

Gerichtstaxator.

MM-» Kleider-Cursus.

Am 15. October beginnt mein Unterrichts - Cursus und nehme An-

Meldungen hierfür in meiner Wohnung entgegen. 8652

E. Kess, Homiknflraße 12.

Mittwoch den 7. Moder

werden gegen Baarzahlung versteigert:

1) Vorm. 10 Uhr auf dem Viehmarkte: 1 «uh.

2) Hiernach: die Kartoffelernte von 1 gr. Acker am Wißmarer Weo.

3) Nachm. 2 Uhr in dem früher Br am machen Saale: Sophas, Commoden, Kleiderschränke, Spiegel, 1 Regulator, 1 Nähmaschine, 1 Cla- vier, 1 vollst. Bett, eine gr. Anzrhl Bücher (WO Bände), getragene, zum Theil gut erhaltene Kleider r neun Röcke, 15 Hosen, 6 Westen, 1 schwar­zen Tuchmantel, 1 Schließkorb und 1 Lefarrcherrx Flinte. Kleider und Flinte voraussichtlich bestimmt.

4) Nachm. 8 Uhr an der Wolfstraße die Kartoffeln- und Meerrettig-Ernte von 2 Trieboierteln.

Geißler,

8863 Gerichtsvollzieüer.

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