Freitag den 7. August
Feuilleton
wir, ob wir aus den Erfahrungen, welche wir in 1889 und 1890 | machten, nicht Einiges lernen können. Da unser Land vielfach von I Eisenbahnen durchschnitten ist, diese aber auf sehr guten Chausseen I erreichbar sind, so ist ein Verkauf des Obstes an Händler auf größere Entfernungen hin immer möglich. Zustände wie in dem berühmten Obstjahr 1847, wo große Massen Obst elend zu Grunde gingen, obgleich das Dörren, Keltern und Latwergenkochen mit allen Kräften betrieben wurde, kommm nicht mehr vor. Die Obstmassen können fortgeschafft und gut angebracht werden, falls der Bauer es nicht an Umsicht fehlen läßt.
Der Mangel an Umsicht zeigte sich aber, wie Einsender im September vorigen Jahres in Frankfurt erlebte, auf eine sehr eclatante Weise. Die Obstpreise waren ungemein hoch gestiegen; in Altenstadt und Umgegend zahlte man 10 Mark und mehr per Doppelzentner für Mostobst. Das genügte aber, obgleich es ein außerordentlich annehmbarer Preis ist, vielen Leuten noch nicht; sie wollten 11, 12 Mark und noch mehr haben, luden das Obst auf Wagen, fuhren 5, 6 und mehr Stunden nach Frankfurt und gedachten hier den Rahm abzuschöpfen. Da gab es nun sehr sauere Gesichter, als sie nach Frankfurt kamen, denn zunächst kamen sie gar nicht in die Stadt hinein, weil eine solche Masse gleich Calculirender vor den Thoren lag, daß sich die Wagenreihen buchstäblich eine halbe Stunde hinaus gegen Vilbel, Bergen und Hanau erstreckten und man nicht mehr vor- noch rückwärts konnte. Die mit allen bösen Hunden gehetzten Händler erkannten augenblicklich ihren riesigen Vortheil aus dieser Marktüberfüllung; sie machten Kippe und setzten ganz erbärmliche Preise fest. Was wollten die Bauern machen? Sollten sie mit ihren Wagen wieder nach Hause fahren und dort ihr Glück versuchen! Sollten sie sich von den Nachbarn vielleicht noch utzen und ausspotten lassen! Sie verkauften bedeutend billiger als zu Hause, hatten die Zeit, die Zehrungs- und Fütterungkosten verloren und den Aerger umsonst.
Um solchen Unannehmlichkeiten zu entgehen, muß man sich entschließen und überleaen können. Es empfiehlt sich sehr ein gemeinschaftlicher Verkauf des Obstes in einem ganzen Orte, in einem ganzen Thale oder Bezirke, in einem ganzen Kreise, sogar in einer ganzen Provinz. Hier beginnt die Aufgabe der Consum- und Creditvereine, allgemein des Genossenschaftswesens. Die Leute müssen zusammentreten, ihre Obstquantitäten angebm und mit einem Großhändler Verbindungen anknüpfen. „
Es ist wohl möglich, daß dieser Vorschlag manchem Stadter nicht sehr convenirt; er wird sagen: Was? jetzt wollen die Bauern auch gar noch Obst-, Kartoffel- und Getreideringe bilden, wo bleiben da die Bürger, Beamten, Geschäftsleute u. s. w.? Nur unbesorgt, das wird sich schon geben, wie wir bald sehen werden.
Zum Ersten kann man dem Bauer doch weder verargen noch verbieten, sich durch gemeinschaftliches Zusammenschließen die Vortheile des Großproduzenten verschaffen zu suchen. Zum Anderen schaden diese Z.sammenschlüffe den übrigen Ständen nicht allein nichts, sie nütz eher noch, weil die Geschäfte dadurch coulanter und reeller wer .n. c t .
Sobald cU Großhändler weiß, daß er an den und den Orten so viel tausend Centner preiswürdiges Obst an die und die Bahn geliefert bekommt, daß er an die und die Creditkassen (am allerbesten an die landwirthschaftliche Genossenschaftsbank in Darmstadt, welche mit sämmtlichen Creditoereinen des Landes in Geschäftsverbindung steht) aus ein Brett zahlen tarnt, also nicht an 60 Orten herumzackern und hundert Mal den Beutel ziehen muß, der wird mit Vergnügen bereit sein, einen guten Mittelpreis anzulegen. Das ist der richtige Preis für den Bauer. Der niedrigste, schlechte Preis Hilst ihm nicht und den höchsten braucht er nicht.
Die Creditvereine vertheilen das Geld an ihre Mitglteder; denen geht keins bei dem Großhändler, der eventuell Caution stellen muß, verloren; es trägt gleich Zinsen und arbeitet wieder mit.
Daß diese Art des gemeinschaftlichen Obstverkaufs weder den Beamten, noch den Bürger, noch den Geschäfts- und Handwerksmann im mindesten schädigt, dem Landwirth aber entschieden Segen bringt, wird Niemand ableugnen wollen.
schöne Bild der Ausstellung bezeichnen und sehr wohl begreifen, daß es die große goldene Medaille bekommen hat. — Neben diesem herrlichen Werke nun hat Michetti noch andere gesandt, die zweifellos ebenfalls die Medaille errungen haben würden, wenn er sie nicht mit diesem Kirchenfeste erlangt hätte. Ich nenne davon das große Querbild „Die Serenade": am Meeresstrande, inmitten des üppigen Grüns und wuchernder Blumen steht unter einem breitäftigen Baume eine Anzahl von Bauern und Bäuerinnen, die in lustigster Stimmung zum Mandolinen- resp. Guitarrenklange singen. Schars heben sich ihre Gestalten von dem azurblauen Meere und dem im gleichen satten Blau strahlenden Spätnachmittagshimmel ab. Alles ist durchaus realistisch gemalt; die Gesichter der Bauern mit den offenen Mündern sind weit entfernt von aller Jdealisirung — und doch wie wunderbar schön ist das Bild, wie schließen sich diese satten, urkrästigen Farben zu einer volltönenden Harmonie zusammen, wie erquickend wirkt das Colorit auf das Auge, die Stimmung im Bilde aus die Stimmung des BeschauersJawohl, Naturtreue und zugleich damit Farbenpracht, höchste Wahrheit und trotzdem Ersreulich- keit des Eindrucks läßt sich erreichen, Michetti beweist es — man muß es eben nur können! Wie bei all seinen Bildern ist auch der Nahmen dieses Werkes absonderlich- aber nicht, weil der Künstler damit absonderlich wirken, „Effect machen" wollte, sondern weil er sich von der Sclaverei des eigentlich nur sür ganz dunkel gehaltene Bilder angebrachten, aber leider allgemein üblichen Goldrahmens befreien wollte.
Es würde zu weit führen, wollte ich auch über die sonstigen hervorragenden Künstler des italienischen Saales aussührlich berichten- und eine kurze Angabe hat gar keinen Nutzen - so beschränke ich mich denn nach Ansührung der vorstehenden Stichprobe auf eine allgemeine Characteristik: Unter den Oelmalern Italiens herrscht zwar der Geist der Modernität, die ihre Stoffe aus dem Alltagsleben zieht, aber die Künstler sind fern von der Technik der Modernen anderer Länder- ihre Farben sind kraftvoll und leuchtend, ihre Scenen sind vom Sonnenlicht überfluthet und daher lichtvoll, während die erwähnten Modernen uns glauben machen wollen, die Sonne löse alle Farben auf und verwandle sie in ein nur schwach differenzirtes Gelbgrau. Und was die Aquarellmalerei Italiens anlangt, so greift auch sie meist in das volle Leben der heutigen Nation hinein, „und wo sie's packt, da ist es interessant", und höchst interessant, sarbensatt, fast mit der Kraftfülle der Oelsarbe gibt sie es wieder! Ein Meisterwerk in dieser Malart ist Correllis „Das Genie". Das
Citeratur uhö Kunft
— Im Schluffe der Erzählung „Aus dem Leben eines Einsamen" von A. von der Lahn, den das achte Heft der Monatsschrift «Untere Zeit" (Leipzig, F. A. Brockhaus) bringt, lösen sich die Räthsel, die der erste Theil aufgab, ungesucht, wenn auch der Verfasser die Neigung nicht hat unterdrücken können, das Gebiet der vierten Dimension in die Entwicklung des Helden hineinspielen zu lassen, zwar zart, aber imm rhin nicht nothwendig. Sein Tact hat ihn davor geschützt, auch die thatsächlichen Verhältnisse durch die Geisterwelt beeinfluss n zu lassen, sodaß keinen Leser diese in der Vorstellung des „Einsamen" lebende Macht zudringlich berühren wird. Es ist eine tiefergreifende, psychologisch fein entworfene Erzählung. Der zweite Aufsatz des Hefts bringt eine ruhige, klare und entschieden gehaltene Darlegung des Verhältnisses zwischen „Rußland und Finland", wie sie nicht objectiver hätte verfaßt sein können. Wir müssen die Aufmerksamkeit weitester Kreise auf sie lenken. „Zur Bodenbesitzreform" legt Ottomar Beta die Uebel der Verschuldung des Grund und Bodens eindringlich genug dar, um die Einsicht in die Nothwendigkeit einer Wendung zum Besseren zu wecken. Vom Contreadmiral a. D. B. von Werner, dem bekannten Verfasser von „Ein deutsches Kriegsschiff in der Südsee" wird in eingehender Kle n- malerei „Die Umgebung von Salzburg im Winter" vorgeführt. Adolf Fleischmann in München bespricht „Das staatsrechtliche Ver- hältniß der deutschen Schutzgebiete zum Reiche" und Gustav Krenke widmet unter dem Titel „China am Scheidewege" dem Stande des Eisenbahnbaues im Reiche der Mitte eine kundige Darlegung. Mit der Todtenschau schließt das gediegene Heft.
Vermischtes.
* Kaiserslautern, 3. August. Ein aufregender Vor- sall spielte sich gestern Abend zwischen 8 und 9 Uhr rm hiesigen Polizeiwachtzimmer ab. Ein junger Mann von 22 Jahren versuchte im Laufe des Nachmittags in verdächtiger Weise bei einem Goldarbeiter einige Ringe zu verkaufen und dieser veranlaßte die Sistirung des Unbekannten zur Polizei. Auf der Wachtstube machte derselbe verschiedene Angaben über seine Persönlichkeit, was zu mehrfachen tele- qraphischen Anfragen in Mainz, Pforzheim, Neustadt a. H. Veranlassung gab, die jedoch nur negative Antworten zur ftotqe hatten. Endlich gab der Verhaftete an, Emil Feldmann zu heißen und in Neustadt a. H. als Goldarbeiter in Condition zu stehen- er habe mit einer hiesigen Kellnerin ein Verhältniß, von dieser die ihr geschenkten Ringe zurückerhalten und habe dieselben nun verkaufen wollen. Plötzlich sprang der junge Mann auf und leerte, ehe ihn die anwesenden Schutzleute daran hindern konnten, ein Fläschchen mit Blausäure, wonach er sofort tobt zusammenstürzte. Ueber die Persönlichkeit des Selbstmörders sind noch weitere Recherchen im Gange- dessen Leiche wurde noch gestern Abend nach dem Friedhöfe verbracht.
* Ich schnitt e8 gern in alle Rinden ein — wenn es nicht strafbar wäre. Ein Kaufmann, welcher kürzlich im Humboldthain bei Berlin einen Namen in die Rinde eines werthvollen Baumes einschnitzte, ist laut „Volksztg. vom Schöffengericht wegen Beschädigung öffentlicher Anlagen zu einer fünftägigen Haftstrafe verurtheilt worden.
Genie ist ein musikalischer Bauernbursch, vielleicht ein Hirtenjunge, der, rings umgeben von den Urtheilssähigen des Dorfes, einschließlich des musikverständigen Herrn Pfarrers, eine Probe seines Könnens ablegt, die ihm wohl zu der Möglichkeit verhelfen soll, eine künstlerische Ausbildung zu erlangen. Köstlich ist aus diesem sauber bis ins -kleinste Detail ausgeführten Bilde der Ausdruck der Köpfe: ganz vertieft in sein Spiel, ganz abgezogen von der Außenwelt, blickt mit seinen dunklen Augen der schwarzlockige Junge vor sich hin und ebenso vertieft, durch das Spiel von ihrer Absicht kritischer Begutachtung abgelenkt, sehen auch die Zuhörer vor sich hin, ernst der Eine, verzückt der Andere, je nach ihrem Temperamente — und doch ist das Bild keine „Musterkarte der Musik- Eindrücke" geworden, wie es manch vielgelobtes Bild ähnlichen Vorwurfs ist - ganz absichtslos gibt es sich und gerade durch diese Absichtslosigkeit wirkt es so außerordentlich natürlich, so selbstverständlich, daß jede Kritik davor verstummt. — Eine tragische Scene aus dem Volksleben stellt das zweite, im Hintergründe nicht ganz so sorgfältig ausgeführte Bild desselben Künstlers vor, nämlich die Scene, wie eine Verlassene im Hause ihrer Eltern, ihr und — sein Kind zur Seite, mit tiefstem Kummer es durch das Fenster sehen muß, wie ein Hochzeitszug mit ihm 'an der Spitze der Kirche zustrebt. In seiner Schlichtheit wirkt das Bild tief ergreifend.
Sehr viele der anderen als Italiener bezeichneten Aquarellisten sind gute Deutsche, trotz des italienisirten Vornamens, wie z. B. Franz Ettore (Hector) Roesler, oder Engländer, wie Enrico Colemann- ich glaube, auch Gustavo Simoni ist ein Deutscher, zum Mindesten beschickt er so ziemlich alle deutsche Ausstellungen und schlägt dorten alle anderen Aquarellisten durch die förmlich leuchtende Gluth der Farben, durch die bezaubernde Delicatesfe, mit der er arabische Scenen malt, wie z. B. das auf der Berliner Ausstellung befindliche Bild „Arabische Waffen- und Tapeten-Verkäuser in Tlemcen".
Von der Plastik der Italiener haben wir nur wemge Proben bekommen, diese sind so naturalistisch wie nur möglich- so z. B. Franzeschis „Foffor", ein Mann, der einen Namen in eine Grabplatte meißelt, und Achille d Ortrs „Proximus tuns“, ein alter, entkräfteter auf der Erde hockender Ackerer, vor dem man sich geradezu entsetzt fühlt! Die idealste Kunst ist bei den Italienern hypernaturalistisch geworden.
Berliner Brief.
Von Otto Felstng.
(Schluß.)
Ich verzichte darauf, Ihnen über die Prämiirten als solche zu schreiben- ihre Namen haben Sie ja wohl schon gelesen, und in eine Besprechung über die Frage einzutreten, ob die Betreffenden zu Recht oder Unrecht ausgezeichnet wurden, ist ganz müßig, wenn man nicht vor den Bildern selber darüber urtheilen kann. Ueberdies ist im Grunde alle Kunstkritik, so viel Studium ihr auch voraufgegangen fein und so viel ästhetisches Feingefühl der Urtheilende auch haben möge, doch nur subjectiv, also auch die Kritik über die Kritik in Gestalt der Prämiirungen - es würde daher gar keinen Zweck haben, ein etwa von der Kritik der Juroren abweichendes Urtheil abzugeben und zu begründen — die Jury hatte die Aufgabe, nach ihrer Ansicht zu prämnren, sie hat es gethan, und sie zu kritisiren hieße nur, ein sub- jectives Urtheil ihrem subjectiven entgegensetzen. Aus der Subjectivität des Urtheils überhaupt geht denn auch die ber dieser wie allen anderen Ausstellungen zu erkennende That- sache hervor, daß auch die nicht auf Auszeichnungen rechnenden Künstler, die Berufs-Kunstkritiker und die zu Kunstkennern gewordenen Freunde der Kunst so überaus selten mit dem in Prämiirungen ausgedrückten Urtheile der Juroren übereinstimmen. .
Dieser seltene Fall ist diesmal eingetreten in der Pra- miirung eines Italieners, dessen Bilder, vom Kaiser an bis zum jüngsten Maler, allgemeine Zustimmung gefunden haben, nämlich Paolo Michetti s. Der Monarch hat des Künstlers „Die Feier des Corpus Domiui-Festes in den Abruzzen angekauft, und es fei ferner die Thatsache lnitgetheilt, daß dieses farbensprühende Bild mit den von beglückten Muttern, jauchzelnden Bolksmaffen und Fahnen tragenden Priestern umringten, nur mit Goldzierrathen behängten sonst aber nackend vor der Kirchthür auf den Steinstufen stehenden Kinderchen, stets einen Halbkreis lebhafter Bewunderer um sich versammelt, die es, abgesehen von einzelnen beschränkten Gemüthern, trotz feiner Seltsamkeiten aus der Leinwand wie dem breiten, braunen, mit Sternen, Goldscheiben, Käfern, Münzen, Rofenketten, ja plastischen Miniaturfiguren, mit Fug und Recht als eines der schönsten und sicher das originellste
8 A«S -em «reise AlSfeld, 5. August. Die Beerenweinbereitung, an die in unserem Kreise vor einem Jahrzehnt die Meisten kaum dachten, hat in den letzten Jahren einen ungeahnten Aufschwung genommen und gewinnt immer mehr an Verbreitung. Wir haben hier nicht die Production für den Verkauf und Handel im Auge, andern für den eigenen Verbrauch im Haushalte. Fast keine Gemeinde gibt es wohl im Kreise, in der nicht einzelne Bürger . )eidelbeer-, Johannisbeer- oder Stachelbeerwein bereiten. Dessenungeachtet steht die Beerenweinbereitung noch in den Kinderschuhen und harrt noch einer großen Zukunft. Ihre Verbreitung würde eine noch viel größere sein, wenn nicht ihre Kenntniß noch viel zu unbekannt bei den Landleuten wäre. Es würde sich deshalb sehr empfehlen, wenn den Landleuten Belehrung und Anleitung zur Beerenweinbereitung in den landwirthschaftlichen Vereinen oder den Kreisblättern gegeben würde. Gerade für unsere Gegenden, in denen keine Trauben, ist die Herstellung von Beerenwein für den Landwirth von nicht zu unterschätzender Bedeutung; denn ein guter Beerenwein leistet Ersatz für Traubenwein, wenigstens zum Hausgebrauch. Mit nur einiger Kenntniß seiner Zubereitung läßt er sich mit wenig Mühe und geringen Kosten Herstellen- Man denke: nur zu 50 Liter Heidelbeerwein bedarf man nur 15 Maß Heidelbeeren L 25 Pfg., macht 3,75 Mk., dazu genügen 15—20 Pfund Zucker zu ca. 5—6,50 Mk., das hierzu erforderliche Wasser (etwa 20 Liter) kostet nichts, macht im Ganzen, ungerechnet des Fasses, den Bettag von ca. 9—10 Mk. aus, und für diese geringe Summe kann man bei einigermaßen Verständniß einen ganz vortrefflichen Wein erhalten. Meist aber ist der Landwirth in der Lage, den Wein noch billiger herzustellen von der Menge seiner im Garten ivachsenden Johannisbeeren und Stachelbeeren. Letztere liefern einen Wein, der von vielen noch dem Heidelbeerwein vorgezogen wird. Unbekannt ist es fast gänzlich, daß auch die überall wilb wachsenden Brombeeren einen ganz vorzüglichen Wein liefern. Grade in dem jetzigen Jahre sind die Beeren sehr reichhaltig gediehen, die Heidelbeeren werden zu 12—14 Pfg. per Liter im Einzelnen verkauft, und es dürfte sich deshalb sehr empfehlen, die Gelegenheit, einen billigen und ebenso gesunden als schmackhaften Wein zu erhalten, nicht unbenutzt vorübergehen zu lassen.
Landwirthschaftliche Winke und Raihschläge.
△ «US Oberhessen, Anfang August.
Uever richtige Derwerthnng des 1891er Obstsegens. Von allen Seiten gehen uns die bo 4 erfreulich en Nachrichten zu, daß ein reicher Obstsegen draußen hängt, welcher geeignet ist, die Schaden und Lücken, die der lange, harte Winter und das rauhe Fruhzahr verursachten, auszufüllen und zu ergänzen. Zwar ist letzteres bereits auch in anderer Weise schon einigermaßen dadurch geschehen, daß die Nachpflanzungen für ausgewinterten Weizen und Roggen, für Klee und Wiesenerttäge recht befriedigende Resultate liefern, selbst wenn die doppelten Bestellungskosten in Rechnung gestellt werden. Die hauptsächlichste Ergänzung aber wird durch die schönen Obsterträge erfolgen, vorausgesetzt, -atz diese nicht -urch elementare Ereignisse geschä-igt «n- zur rechten Zeit geerntet und vortheilhast verwertet wer-en. -
Mancher der freundlichen Leser wird denken und sagen: Wie soll man schon jetzt an Obstoerwerthung denken, mir sind ja erst zu Anfang August, noch sechs Wochen dauerts, bis das Obst geerntet wirb, wozu also jetzt schon von Obstoerwerthung sprechen! Allerdings soll man das — und noch vielmehr dazu, denn heutzutage, wo der Kampf ums Dasein sich auch bei dem kleinsten Bauer unliebsam bemerklich macht, heißt es: Rechtzeitig mobil gemacht, damit der Auaenblick genützt werden kann, er kehrt sonst nie mehr zurück. Noch mehr: der Landwirth, der seine Zett und sein Geschäft versteht, muß genau genommen, drei Jahrgänge im Gedächtnisse haben, ober zu überblicken vermögen: den abgelaufenen Jahrgang und feine Resultate; den gegenwärtigen Jahraang und feine Erscheinungen und endlich den kommenden und die eventuell zu stellenden Anforderungen an Geld und Arbeit.
Kehren wir zu dem diesjährigen Obsterträge zuruck und sehen
Gietzenev Anzeiger. Beilage zu Re. 181. -1891
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