Freitag den 6. November
(Siebener Anzeiger.
Beilage za Nr. 259. -1891
Auch eine Garantie des Friedens.
Innerhalb des ungeheuren Kerkers, der sich zwischen dem sibirischen Eismeere im Norden und Osten, den Kirgisensteppen im Süden und — dem gewaltigen Militärcordon im Westen erstreckt, herrscht die furchtbarste Noth. Zwanzig Millionen Menschen, der fünfte Theil der gelammten Bevölkerung Rußlands, haben kein Brod und sind aus dem halbcivilisirten Zustande, in dem sie bisher ihre Existenz verbruteten, in den der völligen Barbarei verfallen, in welchem der Mensch unter Hintansetzung aller höheren Jnstincte mit rücksichtsloser Gier nur die Befriedigung seiner thierischen Triebe, in erster Reihe des Hungers, anstrebt.
Tausende und Abertausende durch die herrschende Noth vollständig verthierter Russen, die zu Hause nicht einmal mehr genügend Baumrinden und Wurzeln finden, um daraus ihr Hungerbrod zu bereiten, haben ihre Wohnsitze, ihre verödeten Häuser und Dörfer verlasien und sich zu Banden zusammengerottet, die mordend, sengend und plündernd umherziehen und das letzte, was irgendwie an Nahrungs- und Genußmitteln vorhanden ist, rauben, verschlingen und vernichten. Furchtbare Scenen spielen sich in zahlreichen Orten ab und schreckliche Greuel werden von den entmenschten Horden begangen- aber ebensowenig wie man außerhalb Rußlands einen Einblick in das unermeßliche Elend gewinnen kann, welchem zwanzig Procent der Gesammtbevölkerung anheimgefallen ist, ebensowenig erfährt man Genaues über die entsetzlichen, an die finstersten Zeiten mahnenden Blutthaten, welche eine durch Hunger zur Bestie entartete Menge alltäglich begeht. Alles, was hierüber verlautet, beschränkt sich auf die durch das Korn-Ausfuhrverbot mittelbar hervorgerufenen Pöbelexcesse und auf vereinzelte Ereignisse, wie die Excesse in Sterodub, bei welchen das dortige Judenviertel ausgebrannt und ausgeplündert ward und zahlreiche Morde an Juden begangen wurden.
Nur zufällig und selten sind die Nachrichten über die Vorgänge im Innern Rußlands- keine russische Zeitung darf darüber berichten, kein Correspondent eines auswärtigen Journals darf es wagen, eine diesbezügliche Depesche oder Correspondenz aufzugeben. Trotzdem weiß man, daß der Hunger alle socialen, sittlichen und politischen Bande in Rußland zu zerreißen begonnen hat und daß die verfügbaren Truppen zu schwach sind, um den permanenten Aufruhr, den der Hunger geschürt hat, zu dämpfen.
Angesichts dieser entsetzlichen Situation im Innern, welche durch keinerlei staatliche Hülfsaction auch nur gemildert werden kann, weil der Umfang des Elends gewaltiger ist als alle Machtmittel des Staates, ihm beizukomtnen - angesichts des drohenden Unterganges aller staatlichen Autorität läßt sich wohl daran glauben, daß der Czar weniger denn je daran denken darf, feiner an der Westgrenze Rußlands zusammen- geballten Drohung gegen Europa die Thatsache des Krieges folgen zu lassen. Die Macht der Friedensliga vor sich, die rasende Revolution des Hungers hinter sich, die Verschwörung des Nihilismus unter seinen Füßen, vermöchte der Selbstherrscher aller Reußen nichts zu thun, als sich in das Geschick der Zertrümmerung seines Reiches und Thrones zu ergeben. So viel Besinnung hat sich Alexander III. doch noch bewahrt, um die trostlose Lage, in der sich Rußland befindet, nicht durch einen wahnsinnigen Verzweiflungsstreich rettungslos zu gestalten. Er weiß, daß er keine andere Aufgabe haben kann, als im Innern zu retten, was zu retten ist, und in der auswärtigen Politik alle Fünfe gerade sein zu lassen. Deshalb ließ er die Friedenstaube des Herrn von Giers von St. Petersburg bis nach Monza flattern, deshalb will er sich mit Bulgarien versöhnen. Der russische Hunger thut dem Autokraten- und Weltbeherrscherbewußtsein des Czaren weh-
Feuilleton.
Kartenlegen und Wahrsagen.
In einem großen Hause einer belebten Straße in Berlin diente bei einer angesehenen Herrschaft ein junges Mädchen, welches sich durch Fleiß, Geschicklichkeit und freundliches Benehmen auszeichnete. Als Ida, so hieß das Mädchen, eines Tages auf dem geräumigen Hausflur beschäftigt war, näherte sich ihr geheimnißvoll eine wunderlich verschleierte Frau und theilte ihr mit, daß sie die Kunst verstände, Karten zu legen und die Zukunft vorauszusagen. Sie rühmte sich bedeutender Erfolge und einer vornehmen Kundschaft, zu der einige Gräfinnen gehörten. Ihrer Beredtsamkeit gelang es, bald die Zweifel des unerfahrenen Mädchens zu beseitigen und letzteres willigte ein, am folgenden Abend, sobald die Dämmerung hereingebrochen sei, eine Frage an die Zukunft zu wagen. Die Künstlerin verfehlte denn auch nicht, sich zur bestimmten Zeit einzufinden. Sie brachte in einem Körbchen ein schwarzes, durch zwei weiße Fleckchen über den Augen in auffälliger Weise gekennzeichnetes Kätzchen mit. Dieses Thier sollte nach Aussage der Kartenschlägerin durch seine wundersamen Gaben derselben bei Ausübung ihrer Kunst behilfi lich fein.
Nachdem die Sitzung durch das Miauen des Kätzchens eingeleitet worden, legte die Wahrsagerin die Karten zu eigcnthümlichen Figuren zusammen und verkündete dem gespannt horchenden Mädchen ein Unglück, welches indessen nicht sie, die Zuhörerin selbst, sondern einen ihr nahestehenden Freund treffen würde, dessen Onkel und früherer Pflegevater, ein wohlhabender Mann, im Sterben liege. Dem erschrockenen und betrübten Mädchen, welches wußte, mit wie7großer Liebe
für Europa resultirt daraus eine vorläufige Garantie dagegen, daß der nordische Coloß nicht sobald seine tönernen Füße zum Marsche gegen die Civilisation des Westens in Bewegung setzen wird.
Verkehr, £mt6* rrnd Volkswärthschaft.
— Framöfifche oder italienische Weine. Daß Frankreich schon längst nicht mehr im Stande ist, seine Abnehmer, ohne Einfuhr sremder Weine zu befriedigen, ist eine allgemein bekannte Thatsache; weniger jedoch dürfte bekannt fein, daß diese Einfuhr, obgleich dieselbe bereits in den letzten Jahren die fehr hohe Durchschnittsziffer von ca. 12 bis 13 Millionen Hectoltter erreicht hat, was bedeutend mehr als den dritten Theil einer Durchschnittsernte in Frankreich ausmacht, trotzdem noch im Steigen begriffen ist; es betrug in den ersten 7 Monaten dieses Jahres die Zunahme der Einfuhr fremder Weine nach Frankreich gegen den gleichen Zeitraum 1890 = 1277092 Hectoliter.
Anders verhält es sich in Italien, wo die Weinproduction, besonders in den letzten Jahren, bedeutend zugenommen bat, und dieses Land heute schon in Bezug auf ^Ernte-Erträgnitz^ den ersten Rang unter den weinbautreibenden Ländern einnimmt, ja man wird nicht fehlgehen zu behaupten, daß die Production Italiens heute schon bei einer vollen Ernte ca. 40 bis 50 Millionen Hectoltter Wein erreichen würde. Auch ist gerade Italien, mehr als irgend ein anderes Land, durch feine verschiedenartigen klimatischen Verhältnisse und Bodenbeschaffenhetten, in der Lage, die verschiede«- artigsten Weine, welche allen Geschmacksrichtungen entsprechen, zu produciren und ist sicherlich dereinst berufen, die erste Stelle unter den Wein exportirenden Ländern eimunehmen.
Aber auch auf dem Gebiete der Weineultur und Wein- behandlnng ist in Italien in den letzten 10 bis 15 Jahren wirklich Großes geleistet worden, und stehen besonders die größeren und bedeutenderen Producenten heute auf einer Stufe, welche es Italien ermöglicht, ganz vorzügliche, vollkommen haltbare Weine und namentlich auch leichtere angenehm schmeckende und gut bekommende Tischweine zu wirklich billigen Preisen für den Export zu liefern, gegen welche alle anderen Weine wohl kaum zu concurriren vermögen.
Daß es unter diesen überaus günstigen Vorbedingungen gelingen mußte, das hauptsächlichste Ausfuhr-Product unserer Freunde und Verbündeten, auch bei uns einzuführen, beweisen die Erfolge, welche die unter den Auspicien der königl. italienischen Regierung ins Leben getretene Deutfch-Jtal. Wein-Jmport-Gesellschaft, Daube- Donner Kinen & Co. mit Central.Verwaltung in Frankfurt a. M i, jetzt schon nach einer Thätigkett von kaum IV2 Jahren zu vei • ynen hat. Haben doch die Marken dieser Gesellschaft, in so tur.vv Zeit, ihres vorzüglichen Geschmacks, ihrer absoluten Reinheit, Wohlbekömmlichkeit und mäßigen Preisnottrungen wegen, einen solchen Anklang gefunden und erfreuen sich bereits in allen Theilen Deutschlands einer so großen Beliebtheit, daß schon jetzt der Konsum in diesen Weinen, welche die immer theuerer und seltener werdenden reinen wirklichen Bordeaux-Weine mehr und mehr verdrängen — 2 Millionen Flaschen — übersteigt und täglich weiter an Ausdehnung gewinnt. t , ..
Die Deutsch-Atal. Wein-Jmport-Gesellschaft hat sich die Aufgabe gestellt, durch sorgfältigste Auswahl, scharfe Kontrolle, sachgemäße Behandlungsweise, von dem ital. Weinmarkt das denkbar Beste zu bieten, die italienischen Weine als solche unter der italienischen Etiquette einzuführen und denselben diejenige Stellung zu verschaffen, welche ihnen bezüglich ihrer guten Qualität und Eigenschaften unbedingt gebührt. y r
Eg hat dieses redliche Streben, angenehme, Gesunden und Kranken wohlbekommende Weine berühmter Rebenbezirke Italiens in fertiger und flaschenreifer amtlich geprüfter Qualität in Deutschland einzubürgern, seine Anerkennung bereits weithin gefunden, indem dieser Gesellschaft von hervorragenden Professoren der Medizin, von practische« Aerzten, SpitLlern, sowie von erste« Wei«ke»ner« Deutschlands lobende und äußerst schmeichelhafte Gutachten überlassen wurden.
— 3«r Frage der Eierproduciio«. In Bezug auf die Ernährung der Kulturvölker spielen die Hühnereier eine wachsende Rolle und eine Thatsache ist dabei, daß in vielen Ländern, zumal auch in Deutschland, die Hühnerzucht und Eierproduction noch im Argen liegt, so daß es nöthig erscheint, alle Hühnerzüchter wiederholt auf die Bedingungen einer rationellen Eierproduction hinzuweisen. Jedes Huhn kann nur so viel Eier legen, als der Eierstock Drüsen hat Die Zahl dieser Drüsen schwankt nach wissenschaftlichen Unters suchungea zwischen 600 und 8000. Soll also ein Huhn wirthschaft- lich nutzbar werden, so muß es die durchschnittlich 600 Eier, die es überhaupt legen kann, vom ersten bis fünften Lebensjahre an legen, da sonst die Eierproduction unvortheilhaft und das Huhn überdies alt und werthlos wird. Dies Ziel erreicht man aber nur bann,
der junge Mann an seinen Verwandten hing, traten die Thränen in die Augen. Allein ihre Wehmuth verwandelte sich bald in Freude, da die Kartenschlägerin erklärte, daß dem Mädchen zu gleicher Zeit ein Vortheilhafter Heirathsantrag gemacht werden würde.
Am Abend des folgenden Tages erhielt Herr Werner, der Hausverwalter, eine Postkarte mit der Nachricht, daß sein Onkel in Frankfurt im Sterben liege und er sich bald dorthin begeben möge, um daß Nähere über die Erbschaft zu hören und einstweilen 100 Mark in Empfang zu nehmen. Werner theilte den Inhalt der Karte tiesbetrübt seiner Freundin Ida mit, welche ihm ihrerseits ihr Geheimniß anvertraute. Beide waren durch das Eintreffen der Voraussagung höchlichst überrascht. Da die jungen Leute sich schon seit längerer Zeit kannten und liebten, so hielt der junge Mann nun um die Hand des Mädchens an und dieses willigte mit Freuden ein, die Seine zu werden. In ihrem Glücke wurden sie durch das Erscheinen der Kartenlegerin überrascht, welche ihnen die baldige Ankunft der 100 Mark aus Frankfurt prophezeite, zugleich aber 100 Mark für die Vollziehung des Zaubers verlangte. Durch die Versicherungen der schlauen Frau überzeugt, brachten die Verlobten die geforderte Summe mühsam aus ihren Ersparnissen zusammen, und schon wollte sich die Wahrsagerin mit ihrer Beute entfernen, als Plötzlich der durch die lange Unterhaltung aufmerksam gemachte Dienstherr des Mädchens hinzukam. Er überzeugte sich nach Vernehmung der Betheiligten, daß ein Betrug vorliege und veranlaßte, nach Anzeige bei dem Staatsanwalt, die Verhaftung der Betrügerin. Die eingeleitete Untersuchung ergab, daß die Kartenlegerin um das Verhält- niß der beiden jungen Leute gewußt und auch die angeblich in Frankfurt aufgegebene Karte gefälscht hatte. Es erfolgte
wenn man junge gute Rassehühner mit recht reichlichem Futter füttert, woraus sie jährlich 130 bis 150 Eier legen und im fünften Lebenswahre geschlachtet werden müssen.
_ ~ Holzwolle i« HühnevstLlle«. Die Zeit, wo unser Geflügel immer mehr auf den Stall angewiesen ist, rückt heran, da möchten wir unsere Leser daran erinnern, von wie großer Bedeutung Reinlichkeit und frische Luft für die Leistungsfähigkeit der Thiere ist, ebmfo wie die genügenbe Wärme. Ganz besondere Beachtung für diese Zwecke verdient die Holzwolle. Sie ist ein sehr schlechter Wärmeleiter, kann daher namentlich dazu dienen, um die Wände de« Hühnerstalls dicht und warm zu machen. Das Ungeziefer hält sich wegen des Harzgeruches ungern in der Holzwolle auf. Als Streu verdient sie den Vorzug vor Stroh, Laub und ähnlichem Streumaterial einmal auS dem genannten Vortheil betreffs des Ungeziefers, andererseits weil sie die Feuchtigkeit besser auffaugt, festhält und den Dünger nicht so schnell zur Fäulniß gelangen läßt.
Literatur und Ktmfi.
— Der deutsche Rennsport in 1891. Die Anerkennung der Bedeutung des Rennfports für die nationale Pferdezucht ist längst eine feststehende Thatsache geworden, und nicht nur der eigentliche Sportsmann, sondern auch die großen Kreise des Publikums haben ein Jntereffe daran, sich über die Vorkommnisse auf dem Turf zu orientiren. Einen sehr eingehenden Artikel über die Ereignisse des Jahres 1891, soweit der deutsche Rennsport in Betracht kommt, bietet das jüngste (V.) Heft von ,Zirr gute« Stunde". Der Artikel ist von hübschen, buntfarbigen Illustrationen begleitet, welche einige effectvolle ©eenen wiedergeben.
— Das neue Buch der Ratur. Von A. v. Schweiger- Lerchenfeld. (Mit circa 400 Illustrationen, darunter zahlreichen Vollbildern.) A. Hartlebens Verlag, Wien. In 35 Lieferungen L 50 Pfg. Später complet in 2 Bänden Großoctav mit zusammen 70 Bogen. — Von diesem schönen Werke, welches unbestritten einen beachtenswerthen Rang unter den modernen naturwissenschaftlichen Publicationen einnimmt, sind uns eine Anzahl weiterer Lieferungen (11—16) zugekommen. In denselben schließen die „Bilder aus dem Pflanzenleben" (Waldgange, die Pflanzenreichen Mikroorganismen) ab und beginnen jene aus dem Thierreiche. Mancher Leser möchte fragen, was gerade diese Abschnitte Neues bieten könnten. Und dennoch ist es der Fall. Nichts von der herkömmlichen Schablone, von einer Aneinanderreihung bekannter Dinge von schulmeisterlicher Vortragsweise. Die Abhandlungen über „Die kleinsten Lebewesen", über „Parasitismus und Symbiose", über die merkwürdigen Erscheinungen der „Mimikry" (der schützenden Farben und Formen) sind kleine Cabinetstücke, naturgeschichtliche Essays, von echt wissenschaftlichem Geiste getragen, dabei aber ungewöhnlich anmuthig in der Form, der Stil in hohem Maße ansprechend. Was Der Verfasser aus einem ganz alltäglichen Thema zu machen versteht, zeigt er in dem mit reizenden Bildern geschmückten Abschnitte „Waldgänge". Sehr ausführlich und durch eine große Zahl von Vollbildern erläutert sind die Mittheilungen über die pflanzlichen und thierischen Mikroorganismen, wobei hinsichtlich der Spaltpilze die neuesten bacteriologischen Untersuchungen bereits verwerthet sind. Daß der Verfasser bei aller Belesenheit und wissenschaftlicher Gründlichkeit auch ästhetische Schulung verräth, sieht man nicht nur aus der brillanten Vortragsweise, sondern auch aus der Wahl der Themen für die schönen Vollbilder. Als besonders gelungen heben wir hervor: Am Bachufer.— Waldameisen bei der Arbeit. — Heuernte. — Eichengruppe. — Nest des Stichlings. Wir können mit gutem Gewissen das Werk allen Freunden des 9?oturleben§ empfehlen.
— A. Harttebens Universal-HandattaS. 93 Hauptkarten und 100 Nebenkarten aus 126 Kartenfeiten; zur mathematischen, physikalischen, politischen und historischen Geographie. Mit einem begleitenden Texte und vollständigem Register von Dr. Friedrich Umlauft und Dr. Franz Heiderich. (A. Hartlebens Verlag, Wien.) Erscheint in 25 Lieferungen ä 75 Pfg. — Wie die vorangegangenen, so entsprechen auch die neuerdings erschienenen Lieferungen 7 bis 12 von A. Hartlebens „Universal-Handatlas" allen Anforderungen, welche man an ein derartiges Werk zu stellen berechtigt ist. In Bezug auf Inhalt, Stich und Druck sind sämmtliche Karten vorzüglich, so daß der vollendete Atlas eine Musterleistung moderner Kartographie barftellen wirb. Hartlebens „Universal- HandaUas" bürste jedem Freunde der Erdkunde um so willkommener fein, als er allen Zweigen der Geographie in ihrem weitesten Umfange, der mathematischen Geographie und Kartographie, der physikalischen Erdkunde, der Länder- und Völkerkunde, der politischen und historischen Geographie in gleichem Maße dient und so der reichhaltigste unter allen bisher bestehenden Atlanten ist.
die Bestrafung der Betrügerin. Das verlobte Paar jedoch blieb sich treu und feierte bald darauf feine Hochzeit.
Die Geschichte hat sich wirklich so zugetragen- ich erzähle sie zur Warnung Leichtgläubiger. Jetzt verfolgt das Gesetz die oben geschilderte Handlungsweise der Kartenschlägerin als betrügliche Schwindelei. Noch vor 30 Jahren hatte ich aber Frauen wegen gewerblichen Kartenlegens zu Vertheidigen- sie wurden freigesprochen, weil nach damaliger Ansicht eine nicht strafbare Ausbeutung der Dummheit vorlag.
* Die Bibel ist jetzt in die 239. Sprache übersetzt durch einen Neger, der als Sclave einem Bruder des früheren Präsidenten der Südstaaten, Jefferson Davis, gehörte, nämlich in die Sheetsma-Sprache. Dieselbe hat viele Wörter mit der Zulu-Sprache gemeinsam und wird in einem bedeutenden Theil Afrikas gesprochen. Der Schwarze hatte die Fisk-Uni- versität besucht und ist dann Geistlicher geworden.
* „Drei Worte nenn ich euch, inhaltschwer." Den Engländern gefallen in unserer sonst bei ihnen nicht gerade beliebten Sprache vorzüglich drei Wörter, es sind: „Backfisch", „bummeln" und „schwärmen". In der Septembernummer des „Cornhill Magazine" setzt ein Engländer seinen Landsleuten die Vorzüge dieser drei Ausdrücke auseinander und spricht den Wunsch aus, daß sie in die nächste Auflage der englischen Wörterbücher ausgenommen werden möchten. ES gebe in England ebenso naive Backfische, ebenso unverbesser- licke Bummler und ebensoviel Schwärmerei wie in Deutschland- nur die richtige Bezeichnung für diese Begriffe habe bisher noch gefehlt.


