Ausgabe 
6.10.1891
 
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Vieh- und Schafmarkt.

werden müsse.

Aus einer Statistik der Natural-Verpflegungsstalionen für arme Wanderer für 1890 von C. von Massow dürften nachstehende Daten allgemeines Interesse bieten: Mit Aus­nahme von Mecklenburg-Schwerin, Reuß jüngere Linie, Hamburg und Lübeck haben alle deutschen Staaten Ver­pflegungsstationen, die Reichslande indessen nur eine Station in Metz. In den größeren Staaten sind stationslos: die Regierungsbezirke Aurich, Stade, die Stadt Berlin und die Oberpfalz, außerdem das Großherzogthum Oldenburg. Die Kreishauptmannschast Leipzig hat nur eine Station, der Regierungsbezirk Osnabrück nur zwei Stationen. Das ganz stationslose und die fast stationslosen Gebiete haben einen Flächeninhalt von 53 945 qkm mit 6 592 805 Seelen. Das mit 1953 Stationen besetzte Gebiet umsaßt dagegen 486 658 qkm mit 42890037 Seelen. Es kommt eine Station auf 248,68 qkm uni) aus 21 907 Seelen. Aus 1000 qkm kommen 4,02 und auf 100000 Seelen 4,56 Stationen. Von den in Summa 1957 Stationen waren 1158 mit einer Arbeits-Nachweisestelle verbunden, 1116 forderten Arbeitsleistung als Entgelt für Obdach und Verpflegung, 1073 waren in Gasthäusern, 252 in christlichen Herbergen, 632 in anderen Localitäten untergebracht. 1255 wurden von Kreisen und analogen Bezirken, 452 von Gemeinden, 250 von Vereinen unterhalten. Verabfolgt sind 1936091 Nachtquartiere, 1662606 Frühstücks-, 972490 Mittags-, 1871591 Abendbrodportionen. Die Ge-

eigentlich die Eidechse In seine Gewalt zu bringen suche, gab er mir folgende Antwort:Jch>ill damit daheim meine Schwestern erschreck« und ängstigen," was doch gewiß als ein einfältiger, dummer Scherz zu erachten ist, der nicht einmal einem frohen, gefühllosen Snoben Veranlassung geben dürfte, ein ganz harmloses Wesm zu morden.

Die Eidechse gehört zwar einer Thierklasie an, gegen welche sehr viele Menschen einen geheimen Widerwillen hegen; sie fliehe» mit Grauen das stumme, kalte, lichtscheue, mitunter giftige Gewürm, das in den Schlamm oder an einen feuchten, dunkeln Ort gebannt, träge und schwerfällig dahinlebt. Aber ein verständiger Mensch, der einmal eine Eidechse etwas näher betrachtet, der wird finden, datz dieselbe eine Ausnahme von ihren Genossen macht, denn er wird mit Vergnügen das prachtvoll schone Glitzern ihres Kleides an der Sonne bewundern; er wird mit Freuden ihrem muntern, unschuldig« Spiele zusehen, und demnach hat durchaus Niemand nöthig, sich mit Abscheu von einer Eidechse zu entfernen.

Da nun die Eidechse ein höchst nützliches Thierchcn ist, das nur lebt von Kerb- und Weichthieren, den Larven, Raupen, Fliegen, Käfern, Würmern und Schnecken, so verdient daflelbe sicherlich nicht so häufigen Verfolgungen ausgesetzt zu sein, sondern es darf mit Recht großen Anspruch auf den Schutz der Menschen machen, die alle Ursache haben, dieses äußerst nützliche Geschöpfchen als Vertllger des schädlichen Ungeziefers in ihrm Gärten einzubürgern.

Ich richte daher au alle Freunde der Natur die freundliche Bitte, der Eidechse ihre Aufmerksamkeit zu schenken und dahin zu wirken, daß derselben die größte Schonung zu Theil wird; aber namentlich bitte ich meine verehrten Herren Collegen, ihre Schul­kinder durch Belehrung von der Nützlichkeit der Eidechse zu über­zeugen und dieselben ernstlich zu ermahnen, für immer von solch unbarmherzigen Verfolgungen abzustehen.

Gießen. H. Curschmann, Lehrer.

sammtkosten haben netto 1249 462 Mk. betragen, was tm | Durchschnitt 64i/z Psg. pro Kops und Tag ergibt. Die Durchschnittssrequenz beträgt 5304, dieselbe steigert sich im Winter. In der Nacht vom 15.16. December sind 9216 Nachtquartiere gewährt worden. Diese Zahlen be­weisen eine ganz bedeutende Abnahme der Wanderbevölkerung. I Mit ihr parallel läuft die Abnahme der zur Correctionshaft eingelieferten Individuen. Ihre Zahl ist von 23 093 im I Jahre 1885 auf 13583 im Jahre 1890 in Deutschland und von 23 808 im Jahre 1882 auf 8605 im Jahre 1890 in Preußen heruntergegangen. Die kleine Schrift bringt I zuerst die einzelnen Zahlen für die Regierungsbezirke und Provinzen der größeren, sodann eine Zusammenstellung für | sämmtliche deutschen Staaten im Jahre 1890 und schließt I daran eine vergleichende Statistik mit den Vorjahren für den I preußischen Staat. Anknüpsend an diese Zahlen beleuchtet | der Verfasser in einem kurzen Aussatze die Resultate. I Zum Schluß fordert er die noch stationslosen Gebiete auf, 1 sich an den erfolgreichen Bestrebungen zur Bekämpsung der Wanderbettelei zu betheiligen und bittet gleichzeitig die Leser, I das Almosenspenden an den Hausthüren an angeblich arme Wanderer zu unterlassen. Deutschland giebt 1 Vs Million Mark | aus, um mittellose Wandersleute auf geordnetem Wege zu I unterstützen. Da ist es nur schädlich, Denen, welche auf den Stationen nicht arbeiten wollen, ihr Faullenzen zu erleichtern. I

Grotzeu-Buseck, 4. October. Heute Morgen brannten hier I drei mit Ernte-Vorräthen gefüllte Scheuern ab.

B. Hungen, 1. October. Zum Besten der hiesi- | gen Kleinkinderschule sand gestern Abend im Solmser Hof ein Concert statt unter freundlicher Mitwirkung von Fräulein Elisabeth Rouge von hier und Fräulein Marie Barth, einer geborenen Gießenerin. Fräulein Rouge, welche sich schon einen bedeutenden Rus als Pianistin i erworben hat, entzückte auch diesmal wieder durch ihren fein durchgearbeiteten und innerlich empfundenen Vortrag, und daß bei einer solchen Künstlerin die Technik des Spiels mit der Auffassung gleichen Schritt gehalten, bedarf kaum der Er­wähnung. Sie spielte Compositionen von Brahms, Chopin, Wagner und Liszt u. s. w. mit dem vollen Einsätze ihres bedeutenden Könnens. In der Sängerin des Abends, Frl. | Barth, lernten wir eine anmuthige junge Künstlerin kennen, die mit schöner und gut geschulter Stimme (Mezzo-Sopran) als Erstlingsgabe die große Arie des Adriano aus Wagners | Rienzi mit dramatischem Feuer vortrug. Aeußerst reizvoll war sodann die Wiedergabe einiger Lieder von Weber, Mo­zart und Rubinstein und besonders der Mignon-Lieder von Thomas, die mit schönem timbre und warmer Empfindung vorgetragen wurden, während die Habanera und das Zigeu­nerlied, aus Bizets Carmen, temperamentvoll und graziös ge­sungen, von hinreißender Wirkung waren. Das aus Hungen und dessen naher und ferner Umgebung zahlreich erschienene Publikum geizte mit seinem Beifalle nicht, der schönste Lohn

für die beiden liebenswürdigen jungen Damen mag aber wohl in der Empfindung liegen, durch ihre herrliche Kunst nicht nur die Herzen der Zuhörer entzückt, sondern auch ein Werk der Wohlthätigkeit aus's Schönste gefördert zu haben.

Die Begleitung der Gesänge seitens des Herrn Lehrer Römer war ebenso discret als vollendet.

Jügesheim, 2. October. Die Commission für die Abschätzung der durch die combinirte Cavalleriedivision ver-

ursachten Flurschäden waltet gegenwärtig in unserer Ge- | markung ihres Amtes. Die Commission ist schon seit | 1. September täglich in Thätigkeit. Aus der Thatsache, daß über 14000 Item zu bewältigen sind, erklärt sich der be­trächtliche Zeitaufwand.

Offenbach, 2. October. Die StadtverordnetewVersamm- lung hat in ihrer gestrigen Sitzung eine Erhöhung der Gehälter sämmtlicher städtischer Beamten und Bediensteten vom 1. October d. I. ab beschlossen.

Mainz, 1. October. Nach Beschluß des Schulvorstandes werden von diesem Jahre ab die Unterrichtsstunden an der Fortbildungsschule aus die Zeit von 57 Uhr Nach­mittags verlegt. Seither war dasür die Zeit von 810 Uhr

Abends bestimmt.

Mainz, 4. October. Nach unsäglichen Qualen ist gestern int Rochusspital das zweite Opfer der sich am 30. Juli in dem nahen Zahlbach abgespielten rohen Blut-

Verkehr, Land- uttö Volkswivthscherft.

Gründers, 3. Oktober. Fruchtpreise. Weizen X 2380, Korn 24 50, Gerste JL 16.10, Hafer JL 13.00, Erbsen JL 20., Linsen JL, Wicken JL, Lein JL, Kartoffeln v* 7..

Frankfurt a. M., 3.October. In den Markthallen treten am 15. Octoder veränderte Geschäftsstunden in Kraft: Oeffnung der Markthallen um 7 Uhr früh, Beginn des Marktes um 7Va Uhr, Schluß des Marktes um 4 Uhr, Mittwochs und SamstagS um 5 Uhr Nachmittags.

In Oberhessen und Umgebung findm im Monat October u. A. folgende Märkte statt:

Den 8. in Darmstadt 3 Tage Pferde- und Fohlenmarkt, Q n Ö a r m ft a b t Viehmarkt, Gedern (2 Tage) Vieh-

und Krämermarkt. ,

Den 14. und 15. in Grünberg Vieh- und Krämermarkt.

Den 15. in Lauterbach Vieh- und Krämermarkt.

Den 19. in Braunfels Vieh- und Krämermarkt.

Den 20. in Biedenkopf Viehmarkt, Büdingen (2 Tage) Vieh- und Krämermarkt, Schotten (2 Tage) Vieh- und Krämer- martt* Den 21. in Wetzlar Vieh- und Krämermarkt.

Den 22. in Butzbach Vieh- und Krämermarkt, Marburg Schweinemarkt.

Den 23. in Rodheim v. d. Höhe Kram-und Schweinemarkt.

Den 27. in Darmstadt Viehmarkt, Friedberg Fohlen- und Pferdemarkt, Gießen (2Tage) Vieh- und Krämermarkt, Fulda Krämermarkt c

Den 28. in Homberg a. d. O. Vieh- und Krämermarkt, Friedberg Vieh- und Krämermarkt.

Den 29 in Ruppertenrod Vieh- undKrämermarkt, Fulda

Schonet die Eidechsen!

Leider gehört die Eidechse auch zu den Thieren, welche aus Unverstand und Unwissenheit sehr häufig vnfolgt werden, statt daß man ihre Vermehrung auf alle mögliche Weise begünstigen sollte. Einem jeden nur einigermaßen aufmerksamen Beobachter wird es nicht entgangen sein, daß nicht nur kleine und große graben, sondern auch sehr oft unvernünftige Burschen diesen unschuldigen Thierchcn, die nicht einmal einem Kinde etwas zu Leide thun, äußerst feindlich entgegentreten. Lose Buben schlagen die Eidechse, wo sie 'dieselbe finden, aus purem Muthwtllen tobt, und wer da glaubt, sie beab­sichtigten dabei ihre naturgeschichtlichen Kenntnisse zu erweitern, der irrt sehr, denn die meisten Jungen betrachten die erlegte Eidechse nicht einmal oberflächlich, sondern lassen sie ruhig fliegen. Welch' absonderliche Gründe manchmal die Jungen zum Fange einer Eidechse verleiten, dafür mag folgendes Beispiel den Beweis liefern. JA habe einmal einem Jungen, der auch eine Eidechse verfolgte, ernst­lichen Vorhalt gemacht, und als ich denselben fragte, warum er denn

^ntereffe Mefferattentat derartige Verletzungen erhalten, daß an ein __________ _______________

1 Auskommen überhaupt nicht zu denken ist. In Anwesenheit . nnSPTA IttOdPTIlPn KUDStSClfCll

der bestialischen Thäter Förster und Wrgard, deren Abur- | AIIB UllLvrv Hl U 116111 ü U JllUlBtopilUU- theilung vor dem nächsten Schwurgericht erfolgt, sand gestern die gerichtliche Obduction der Leiche Lüfts statt. Der un­glückliche Freund von Lüft, der Rentner Weismantel von Zahlbach, ist bekanntlich unmittelbar nach der That gestorben.

Worms, 1. October. Gestern Nachmittag sand im evangelischen Vereinshaus die Einweihung des durch den evangelischen Frauenverein für innere Mission neu errichteten Mädchen Heims statt. Der Verein bezweckt damit, stelle­suchenden Mädchen gegen ein kleines Entgelt von 50 refp. 80 Psg. pro Tag einen Aufenthaltsort zu bieten.

Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater-

Opernha«-.

Dienstag dm 6. Octoder: Cavalleria rusticana. Hierauf: Der Barbier von Sevilla. Große Preise.

Mittwoch den 7. October: Erstes Abonnement-Concert. Anfang 7 Uhr. Eoncert-Preise.

Donnerstag den 8. October: Die Jüdin. Große Preise.

Freitag dm 9. October: Excelsior. Große Preise. Außer Abonnement.

Samstag den 10. October: Gastspiel der Frau Marcella Sembrich. Margarethe. (Margarethe: FrauSernbrich.) Erhöhte Preise. Außer Abonnement.

Sonntag den 11. October: Excelsior. Außer Abonnemmt. Große Preise.

Montag dm 12. October: Excelsior. Außer Abonnemmt. Große Preise.

Schauspielhaus.

Dienstag den 6. October: DaS Hindern. Gewöhnliche Preise.

Mittwoch dm 7.October: Braut von Messina. Gewöhn- liche Donnerstag den 8. October: Vorstellung bei ermäßigt« Preisen. Nathan der Weise. Außer Abonnement.

Freitag den 9. October: Der selige Toupinel. Hierauf: Verlobung bei der Laterne. Gewöhnliche Preise.

Samstag den 10. October: Ehre. Gewöhnliche Preise.

Sonntag den 11. October: Der arme Jonathan. Ge­wöhnliche Preise. , ...

Montag den 12. October: Das Hinderniß. Gewöhnliche Preise.

Dienstag den 13. October: Zum ersten Male: Schuldig. Drama von Richard Voß. Gewöhnliche Preise.

Schauspiel:Die Hexe" von Fitgcr. Die Bcthciligung von Seiten des Publikums dürste in Anbetracht der Beliebt­heit des Vortragenden auf der einen Seite und im Interesse des guten Zweckes auf der anderen Seite eine recht rege werden. Wir machen hiermit nochmals auf die dret Abende aufmerksam.

Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Die mit einem evanqel.'Lehrer zu besetzende 1. Lehrerstelle an der Gememde- schule zu Hain-Gründau, Kr. Büdingen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendtenst verbunden. Dem Herrn Fürsten zu Ysenburg und Büdingen in Büdingen steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Eme mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Uffhofen, Kr. Alzey, mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gerneindeschule zu Kelsterbach, Kr. Groß- Gerau, mit einem nach dem Dienstalter sich bemeffenden fahr- lichen Gehalte von 1000-1300 Mk. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Alsfeld mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 10001400 Mk. Die Lehrerstelle an der evangel. Schule zu Offenheim, Kr. Alzey, mit emem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten- dienst verbunden. Zwei mit einem kathol. Lehrer zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Viernheim, Kr. Heppenheim, mit der einen derselben ist ein Gehalt von 1000 Mk., mit der andern ein nach dem Dienstalter sich bemessender Gehalt von 1000-1800 Mk. jährlich ver-

enthalten mehr oder weniger Zusätze, die gar nicht zur Seife ge­hören, als Thon, Wasser, Kreide, Talkum, Wasserglas, Kieselerde, Soda etc. etc. Derartige Mischungen, die rechtmässig vor den Straf­richter gehörten, sind für die Consamenten von doppeltem Nachtheil: 1) ist die Seife schwer, 2) minderwerthig und schädlich, sie zerstört in kürzester Zeit völlig die Haut. Eine Seife, die ganz unverfälscht, ohne Zusatz, ohne Wasserglas, ohne Soda, also vollkommen rein und daher gesundheitsfördernd ist, das ist

Doerings Seife mit der Eule.

Deswegen sollten aus allen Kinderstuben, Wasch- und Bäderäumen, wie nicht minder aus den Budoirs unserer Frauen und Jungfrauen diese schädlichen Kunstseifen verbannt mid ausschliesslich nur Doering angewendet werden. Ihr Preis betragt nur 40 Pfg.

Zu haben in Giessen bei Gebr. Adami, 0 F. Conrad, Drebes & Wallenfels, Eberhard Dort, FHtz Egly, E. Fischbacl>, A. Geisse, ft Rprharrft L Kalkhof. 6a. Kinkel, L. Loth, Eberh. Metzger, P. J. Mobs C Möser H F. Nassauer, A. Noll II., Carl Petri, Marktplatz, Otto Schaaf, J. M. Schulhof, Frau R. F. Thomas, A. Voigt, Heinrich Wallach. Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen.

------ _ Es ui eine bekannte Thatsache, daß die Unglückösälle, welche durch Ervlofion von Petroleumlampen hervorgerufen werben, sich immer mehr häufen und mag es daher angebracht sein, hiermit auf bag nicht explodirende Petroleum, genannt -Kaiseröl, , aus der Petroleum-Raffinerie vorm. August Korsf in Bremen hinzuweisem Das Kaiseröl hat einen doppelt so hohen Entflammungspunkt als das gewöhnliche Standard white Petroleum, wodurch ^ine Explosion selbst^ beim Umfallen der Lampen vollständig ausgeschlossen ist. Dabei ist die Lichtstärke bedeutend größer, das-Oel^von° crystallheller Farbe und fast geruchlos. Aus dem Jnseratentheile dieses BlatteL ist zu ersehen, wo das Kaiseröl echt zu haben ist.

dundem bem Decauate Grünberg. Am 24. September tagte die diesjährige Synode in der Kirche zu Nie der- Ohmen. Die Predigt hielt Herr Pfader Ohly von Ehringshausen unter Zugrundelegung von 1. Mos. 21. Hierauf eröffnete Herr Decan Pullmann die Verhandlungen nach kurzem Gebet mit Verlesung des ausführlichen, sorgfältig ausgearbeiteten Rechenschaftsberichtes. Aus demselben ging herber, daß die kirchlichen Berhältnisse in unserem Decanaie im großen und ganzen dieselben geblieben sind. Als ein I erfreuliches Zeichen soll noch hervorgehoben werden, daß die Gaben für die mannigfaltigen Werke christlicher Lwbes- thätigkeit in unseren Gemeinden in steter Zunahme Gegriffen sind. Es wurde dann von dem Vorfitzenden der Bescheid I Großh. Oberconsistoriums auf die vorjährigen Verhandlungen der Synode verlesen und darauf nach Genehmigung zweier Wahlen zum letzten Punkt der Tagesordnung übergegangen, I der Behandlung der Frage: Welche Aufgabe hat die evan­gelische Kirche gegenüber der socialdemokratischen Bewegung zu erfüllen? Heber diese Frage hatte Herr Pfarrer Franz von Queckborn bereits auf der vorjährigen Synode einen von großer Sachkenntniß zeugenden Vortrag gehalten, der damals wegen Zeitmangels nicht zur Besprechung kommen | konnte. Für die diesjährige Synode hatre Referent ferne , Ansicht in 10 Thesen zusammengefaßt, in deren Besprechung sofort eingetreten wurde. Die Discussion gestaltete sich zu einer durchaus anregenden. Hervorgehoben wurde besonders, daß die Kirche in unseren Tagen nicht nur das Recht, sondern die heiligste Pflicht habe, den Kampf gegen die Social- demokratie aufzunehmen, weil diese gerade jetzt mit besonderer Schärfe gegen sie Front mache. Das Ziel, das die evan­gelische Kirche in diesem Kampfe zu erstreben habe, et die Zurückführung aller ihrer Glieder zu dem einen Grunde unseres Glaubens, Jesus Christus. Die Mittel, die ihr dabei zu Gebote ständen, seien ihrem Wesen nach keine physischen, sondern nur geistlich-religiöse, wie Predigt, Jugend­unterricht, Seelsorge rc. Allseitig wurde ferner betont, daß es der Kirche wohl zukomme, die Reichen mit aller Ent­schiedenheit an ihre Pflicht gegenüber den Armen zu erinnern, und diesen wiederum die schönen Tugenden der Zufriedenheit, Dankbarkeit gegenüber guten Arbeitgebern rc. zu predigen, daß sie sich aber niemals in eigentlich wirtschaftliche Fragen ewmischen, niemals Nationalöconomie treiben darf. Dagegen darf und soll sie mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dahin arbeiten, daß die schlechte, unchristliche Preste immer mehr durch eine in christlichem Geiste geleitete ersetzt wird. Für die beiden letzten Thesen des Referenten mußte die Berathung wegen Zeitmangels aufgeschoben worden.

Der Ortsgesundheitsrath zu Darmstadt hat, wiei der "naae7u 70jährige"Schuhmacher Lüft, gestorben.

Frkf.Ztg.« berichtet wird °»s Anlaß Die Ruckenmarksäule des Unglücklichen hatte bei dem rohen

erklärt, daß von der Ueberlaffung von Schmsaieu jur Zweie, > ' - r

welche außerhalb des Gebiets der Schule liegen, im her öffentlichen Gesundheitspflege entschieden abgerathen