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Dte Satze 2 und 3 enthalten die Erklärung dafür, daß im Allgemeinen von derselben Kuh oder Kuhheerde bet dreimaligem Melken in 24 Stunden gehaltreichere Milch geliefert wird, als bet nur zweimaligem Melken.

** UuS Starkenburg, 2. December. Ihre Zeitung bringt in Nr. 279, Erstes Blatt vom 29. v. Mts., einEingesandt", in welchem ein aus der Darmstädter Zeitung vom 19. November d. I. über­nommener Artikel über Schweinemcht und Schweinefleischpreise einer Besprechung unterzogen wird. Es möge gestattet fein, Folgendes darauf zu erwidern: Der Artikel schlldert die Verhältnisse in Starkenburg. Sie scheinen dort zuzutreffen, denn obgleich jene Schilderung seit 14 Tagen erschienen ist, wurde ein Widerspruch nicht dagegen erhoben. Der Herr Einsender sagt auch selber: Es ist möglich, daß in Starkenburg die Verhältnisse anders liegen wie hier und so sagt man auch bei uns: Die Verhältnisse für Gießen und Umgegend liegen vielleicht anders als in Starkenburg. Aber Gießen und Umgegend ist nicht Oberhessen und Darmstadt und Umgegend ist nicht Starkenburg. In beiden Provinzen gibt es noch große Landestheile, dte wohl mit in Betracht gezogen werden müssen. Der Herr Einsender bemängelt,daß die Herren Landwtrthe nur dann mästen, wenn dte Futtermittel anderweitig nicht besser an den Mann gebracht werden können, dagegen den Viehstand auf das Aeutzerste beschränken, sobald solche im Preise hoch stehen". Der Herr Einsender hat leider so sehr recht! Denn der Bauer kann nur mästen, wenn er Futtermittel hat. Wenn diese im Preise hoch stehen, hat er sie nicht, und wenn er sie anschaffen soll, dann fehlen ihm die Geldmittel für die theuren Futtermittel. Er würde also ein

sehr schlechtes Geschäft machen. Schwerlich glaubt der Verfasser jenes Artikels,daß die Metzger immer nur für die Herren Land- wirthe und Eon'umenten arbeiten müßten." Die Erfahrung lehrt gerade das Gegentheil. Greifen wir einmal hundert Landwirthe und hundert Metzger aus einem Kreise heraus, vertheilen wir Lust und Licht ganz gleich und sehen wir, was ein Landwirth in 25 Jahren, also von 1866 bis heute vor sich gebracht hat, wenn er ein kleines schuldenfreies Gut mit Schiff und Geschirr, mit Inventar und Betriebscapital übernahm! Von diesen hundert Landwirthen wird bei weitem die größte Zahl zufrieden sein, wenn sie mit Ach urd Krach durchgekommen sind und keine Schulden gemacht haben. Sämmtliche hundert haben so anstrengend gearbeitet wie die Metzger, sie hatten mindestens das gleiche Rtsico und haben nicht blos in 1889 und 1890, sondern in vielen anderen Jahren für die Consumenten rc. gearbeitet. Nun vergleichen wir dieses Resultat mit demjenigen, was sich für die Metzger ergibt. Das sieht schon ein bischen anders aus. Der Herr Einsender sagt vielleicht: Die Gewerbefreiheit hat Jedem gestattet, sich einen Beruf nach eigenem Ermessen zu wählen. Ganz recht, der Bauer kann Metzger und der Metzger kann Bauer werden. Nur schade, daß es sich in der Praxis ganz anders als auf dem Papiere ausnimmt. Was die Concurrenz anbelangt, so wissen die Leute vom Vogelsberge, im Odenwalde und anderen Gegenden, die weitab vom großen Weltverkehre liegen, auch Einiges zu erzählen und wer sich dafür interessirt, der kann gelegentlich eine Probe machen. Die Zeilen des Herrn Einsenders, sowie die unjrtgen mögen darum ihm, den Herren Landwirthen und allen denen, die für solche Dinge ein Interesse haben zur Lehre, dem consumirenden Publikum aber zur Aufklärung dienen. Einstweilen giebt die unbe­streitbare Thatsache, daß von hundert Metzgern in den letzten

25 Jahren mehr reich geworden sind, als hundert Landwirthe unter gleichen Verhältnissen, jedem Unbefangenen zu denken.

Neu-Grrinea. Wir weisen auf die heutige Annonce der Bremer Eigarren-Fabriken vorm. Biermann & Schörling hin, wonach die Fabrikate aus den vielumstrittenen Neu Guinea-Tabaken zum Versand gelangt sind. Bekannrlich hat jene Firma die ganze 1890er Ernte dieser Colonialtabake gekauft.

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Bekanntmachung.

Aus der Stiftung der Ludwig Theodor Felsing Eheleute zu Gießen sind die diesjährigen Zinsen mit 120 «X an zehn in Gießen geborene würdige Arme zu gleichen Theilen zu vergeben. Anmeldungen hierzu haben bis zum 10. k. M. auf dem Armenamt, Zimmer Nr. 6, zu erfolgen.

Gießen, den 28. November 1891.

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