sine, der Kaiserin von Oesterreich in Possenhofen einen Besuch abgestattet hatte, ist heute nach Bayreuth weitergereist.
Wien, 2. August. Die amtliche „Wiener Zeitung" veröffentlicht die sanctionirten Gesetze, betreffend das neue Ueber- einkommen mit dem ö st er reicht sch-ungarischen Lloyd.
Paris, 2. August. Dem Minister des Aeußern Ribot wurde officiell angezeigt, daß der König Alexander von Serbien etwa um den 13. ds. Mts. in Paris eintreffen und daselbst 14 Tage in cognito verweilen werde.
Petersburg, 2. August. Gestern veranstaltete der Marineminister Tschichatschew in Kronstadt ein Bankett zu Ehren der Mannschaften des französischen Geschwaders. Es waren 200 französische und 100 russische Matrosen eingeladen. _____________
Depeschen des „Bureau Herold".
Berlin, 2. August. Nach dem „Tageblatt" legte Stockes, welcher Ende Juni von Saadani zurückkehrte, sechs Unterwerfungs-Verträge mit Häuptlingen Deutsch-Ostasrikas •doy. — Im Reichsamte des Innern soll gegenwärtig ein Bericht an den Kaiser über die kürzliche Handwerker- Conferenz ausgearbeitet werden. Der Bericht soll sich gegen die Einführung des Befähigungsnachweises erklären, für welchen sich die Commissionsmitglieder einstimmig ausgesprochen haben. — In Bezug auf den Militäretat steht fest, daß der Posten für die Befestigung Helgolands sünf Millionen beträgt. Der Gesammtetat soll den vorjährigen nicht bedeutend übersteigen.
Essen, 2. August. Die Generalversammlung des Bergarbeitervereins „Glückauf" war von 33 Ortsvereinen beschickt. Es wurde eine Resolution angenommen betreffs Einführung des Befähigungsnachweises, der Grubenausschüsse, Ler Lohn- oder Accordbücher, ferner Beibehaltung der Werk- Besitzers - Beiträge zu den Knappschaften, Bezahlung der Arbeitsleistung nach Gewicht oder Einführung der Bestimmung, daß die Wagen nicht über zehn Centner enthalten dürfen.
London, 3. August. Einer „Times"-Meldung zufolge verlautet in Petersburger unterrichteten Kreisen, daß ein von Präsident Carnot und den französischen Ministern unterzeichneter Motivenbericht zu einem russisch-französischen Defensivblindniß bereits vom Czaren gebilligt und von den russischen Ministern Giers, Vannowski, Wyschneckzradsky in einem besonderen Ministerrathe unterzeichnet wordsn sei.
Locales uit6 ^provinzielles.
Gießen, 3. August.
— Herr Polizeirath Fresenius ist aus dem Urlaub zurückgekehrt und hat seinen Dienst wieder angetreten.
— Die Nr. 17 des im Auftrage des Evang. Pfarrvereins im Großherzogthum Hessen von Herrn Pfarrer Dr. Naumann hier herausgegebenen „Hessischen Kirchenblattes" hat folgenden Inhalt: 1. Eigene Buße. 2. Die evang. Pfarrvereine in Deutschland. 3. Kirchenblatt, Pfarrvereinsangelegenheiten. 4. Zuviel Geld? 5. Superintendentur- Conferenz zu Darmstadt, Fortsetzung: des Jünglings Noth- schrei. 6. Caelebs und Geld. 7. Etwas über den Vorsitz im Schulvorstand. 8. Pfarrer Euler f. 9. Anfrage: Selbstständigkeit der Kirche. 10. Literarische Thätigkeit hessischer Pfarrer. 11. Mitglieder des Pfarrvereins (Kirchenblatt). 12. Familiennachrichten. 13. Mittheilung.
— Diebstahl. Einem hiesigen Wirth wurde gestern die in seinem Privatzimmer ausbewahrte Kasse erbrochen und geleert- der Thäter, ein Schlossergeselle, ist mit dem Vorgefundenen Baarvorrath, ca. 66 Mk., noch gestern Abend von hier abgedampft.
— Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 24. Juli d. I. dem Bezirksvorsitzenden des Kriegervereinsbezirks Darmstadt, Gerichtsvollzieher Heinrich Engel in Darmstadt, das Silberne Kreuz mit Schwertern des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen allergnädigst zu verleihen geruht.
— Erledigte Stellen im Bezirk des 11. Armeecorps. Eltville (Rhein), Kgl. Amtsgericht, Lohnschreiber, aus Kündigung, die reglementsmäßigen Schreibgebühren (Höhe unbestimmt). Eisenach, Landgericht bezw. Staatsanwaltschaft beim Landgericht, Hilssdiener, auf Widerruf, 800 Mk. Dienstvergütung jährlich und Gewähr einer Beihilfe von jährlich 50 Mk. Oranienstein, Commando des Cadettenhauses, Auswärter, auf Kündigung, 700 Mk. jährlich, freie Wohnung, Feuerung und Licht für eine Familie. Bezirk des Kgl. Eisenbahnbetriebsamts Wiesbaden, 8 Stellen im Fahrdienst, nach beendigter Probezeit und abgelegter Bremserprüfung auf 4wöchige Kündigung, 800 bis 840 Mk. jährlich und die reglementsmäßigen Fahrtengelder. Sonneberg, Amtsgericht, Amtsgerichtsdiener, auf Kündigung, aber mit Aussicht aus Pension, 900 Mk. jährlich. Wiesbaden, Kgl. Polizeidirection, Schutzmann, auf Lebenszeit, bei definitiver Anstellung jährlich 1000 Mk. Gehalt und 180 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Winkel (Rhein), Kgl. Oberförster von Spießen, Gemeindesörster, 1023 Mk. 32 Pfg. nicht pensionsfähige Besoldung, 36 Mk. jährliche Vergütung für Jagdaussicht.
* Trohe, 2. August. Heute wurde der Grundstein zu dem neuen Schulhause gelegt. Nachdem die Kinder der Gemeinde Trohe bis Ende Mai v. I. die Schule zu Alten- Buseck besucht hatten, wurde mit Anfang Juni 1890 in Trohe für die 42 Schulkinder eine Schulstelle errichtet. Bisher wurde der Unterricht in einem gemieteten Saale ertheilt und erst in einem Jahre wird es möglich sein, das neue Schulhaus zu beziehen. Die Grundsteinlegung erfolgte unter den drei Hammerschlägen der Herren Pfarrer Scriba, Bürgermeister Schwarz und Lehrer Michel, nachdem die Urkunde, welche in dem Grundsteine Ausnahme fand, vorgelesen worden war. Herr Pfarrer Scriba schloß alsdann die Feier mit einem Gebete.
Weinheim bei Alzey, 30. Juli. Der 25 Jahre alte Schneidergeselle Daniel Backes von hier sprang am 15. Juli vom Schiff „Eider" des Norddeutschen Lloyd, aus dem er als Kohlenzieher thätig war, auf der Fahrt von New-York nach Bremen über Bord in die See.
Veemischtss.
* Marburg, 1. August. In diesen Tagen wurde ein zwei Wochen altes Knäblein nach hier in ärztliche Behandlung gebracht, welches keinen Gaumen hat- auch ist die Oberlippe verwachsen, denn auf der rechten Seite zeigt diese eine Verdickung, und was zu dieser Verdickung beigetragen, fehlt auf der linken Seite. Das Kind kann nicht saugen und wird mit der Flasche getränkt - es ist sonst ganz gesund. Die Eltern des Kindes wollen nun versuchen, ob etwas zu bessern ist.
* Aus Sachsen, 30. Juli. Auf der Festung Königstein ist eine Kaserne abgebrannt. Die Flammen griffen schnell um sich, so daß man sich daraus beschränken mußte, die Familien des Oberstlieutenants v. Egidy und des Stabsarztes Bech zu retten. Hierbei verunglückte der Gefreite Israel schwer, der mit eigener Lebensgefahr ein Kind des Stabsarztes den Flammen entriß. Während des Brandes war der Felsen in so dichten Nebel gehüllt, daß man selbst in dem am Fuße liegenden Städtchen Königstein das Feuer nicht bemerkte.
* Schmalkalden, 1. August. Wie die Photographie hierzurVerrätherinwurde, erzählt man dem „Th. H-"
wie folgt: Vor Kurzem ließ sich auf hiesigem Bahnhof der „Stamm des Eisenbahncommandos" photographiren. Wie das so üblich ist, drängten sich eine Anzahl Neugierige heran und erschienen später als gewöhnliche Civilisten auf dem Bilde- Frgend ein findiger Herr entdeckte dies und die Folgen waren: — je ein Strafmandat von ,6 Mk. und 1.20 Mk. Sporteln „wegen unbefugten Betretens der Baustelle". Statt des Bildes wollen sich angeblich Verschiedene'das Strafmandat einrahmen lassen. .
* Aus dem Elsaß, 31. Jnli. Nachdem für das bet Wörth zu errichtende Denkmal für Kaiser Friedrich bereits die Summe von 271000 Mk. ^gegangen ist, kann chon in allernächster Zeit mit dem-WMiLrenz-Ausschreiben begonnen werden. Das Denkmal, e^^Meiterstandbild, wird etwa 10 Minuten von Wörth erstehen, 'an derselben Stelle^ wo am 6. August 1870 bei der Schlacht von Wörth die Artillerie des 5. preußischen Armee-Corps Stellung genommen hatte.
* Berlin, 27. Juli Die auf dem Tempelhoser Felde bet. Berlin vom Blitz getroffenen Mannschaften wurden in der Monatsversammlung des Vereins Berliner Militärärzte am Dienstag vorgestellt und u. A. auch an dem am Schwersten getroffenen Grenadier Bärs vom Kaiser Franz-Regiment, der als unheilbar in den nächsten Tagen mit Pension entlassen werden wird, die furchtbare Wirkung eines Blitzschlages an einem Menschen, sowie die dem bedauemswerthen Mann zu Theil gewordene ärztliche Behandlung dargelegt. Bärs hat durch den Blitz am Hinterkops eine Wunde von der Größe eines Fünfmarkstücks erhalten, die allerdings wieder vernarbt ist, aber der Bedauernswerthe verliert in Folge der Verletzungen immer noch zeitweise das Bewußtsein, überdies sind 2-heile des Rückenmarks und das Schienbein des einen Fußes durch den electrischen Schlag stark in Mitleidenschaft gezogen. Bon den ebenfalls in der Versammlung vorgezeigten Unisorrn- stücken des Bärs ist der Rock an dem Rückentheil mehrfach durchlöchert, die Helmspitze ist gelöst und das Seitengewehr geschmolzen.
* Zwanzig Jahre alt und nicht geboren. In einer eigen- thümlichen, aber durchaus nicht beneidenswerthen Lage befindet sich, so wird aus Edenkoben in der Rheinpfalz geschrieben, ein zur Zeit dort weilender junger Mann, der im Jahre 1871 in Metz als der Sohn eines preußischen Feldwebels geboren wurde, bis zur Stunde kräftig heranwuchs und nun die behördliche Nachricht erhielt, daß er überhaupt nicht geboren ist. Sein Name ist nämlich im Metzer Geburtsregister nicht aufzufinden und deshalb kann von einer Aushebung zum Heeresdienst, zu welcher er sich meldete, keine Rede sein. Wer die Schuld an der Versäumniß trägt, läßt sich heute nicht mehr feststellen- der junge Mann hat aber nichtsdestoweniger sehr darunter zu leiden. Abgesehen davon, daß er seiner Militärpflicht nicht genügen kann — das ließe sich schließlich vielleicht noch ertragen —, ist es ihm auch verwehrt, zu heirathen, was Mancher für unerträglich hält, verwehrt zu wählen, überhaupt alles Dasjenige zu thun oder zu unterlassen, wozu eine Geburtsschein die erste Vorbedingung ist. Bei einem solchen Ueberrnaß von Uebelständen ist es begreiflich, daß der Betroffene gerichtliche Schritte thut, um sich bescheinigen zu lassen, was ihm selbst allerdings keine Neuheit ist: nämlich, daß er vor zwanzig Jahren geboren wurde.
* Auf dem oberbairischen Aerztetag in München hat Geh. Rath v. Pettenkoser die Frage „Wolle oder Leinen?" erörtert. Er sagte u. A.: Ich habe die Ueberzeugnng, daß wir uns in Leinenstoffen ebenso wohl und ebenso gesund kleiden können wie in Wollstoffen, wenn wir nur dafür sorgen, daß die Kleidung, also die Hautbedeckung, immer gehörig luftig bleibt und der Wärme-Abfluß unmittelbar von der Haut nicht ein zu großer wird. Was wir Erkältungs- ' krankheiten nennen, das entsteht ja nicht dadurch, daß wir
Feuilleton.
Die iheucre Kalbskeule.
Humoreske von A. Korth.
(Schluß.)
So ging denn mein Freund Röfig am nächsten Vormittag zu Justizrath Kr. in der Hinteren Vorstadt, trug demselben die Sache vor und fragte schließlich, ob der Fleischer wohl Aussicht haben könne, mit seiner Forderung vor Gericht „von Rechts wegen" durchzukommen? Der Mann des Rechts zuckte die Achseln und meinte, seiner Ansicht nach werde der Herr Fragesteller wohl bezahlen müssen, indeß — — jedoch —--hm, hm, — — man könnte ja auch
ebenso gut erst Klage und namentlich Erkenntniß abwarten u. s. xx). Hocherfreut entfernte sich der Client dankend und beschloß nun definitiv, die Sache zum gerichtlichen Austrage kommen zu lassen.
Acht Tage später erhielt er auch richtig ein Mandat des -Stadtgerichts, Inhalts dessen ihm aufgegeben wurde, an Fleischermeister Bartsch einen Thaler und drei Silbergroschen vorgeschosjene Mandatskosten zu zahlen oder innerhalb vierzehn Tagen dagegen Widerspruch zu erheben. Um ganz sicher zu gehen, erhob Röfig sofort Widerspruch und erhielt am Tage darauf einen Stadtpostbrief von Justizrath Kr., in welchem ihn genannter Herr „hochachtungsvoll" ersuchte, „für die am ..ten D. M. stattgehabte Conferenz recht baldgefälligst zwei Thaler dem Unterzeichneten zugehen lassen zu wollen."
Rösig traute seinen eigenen Augen nicht.
„Zwei Thaler!" schrie er ärgerlich seine vier Wände an, „für eine Frage von noch nicht fünf Minuten? Unerhört, fabelhaft unoerschämt! Na, warte, alter Sohn, dich wollen wir schon fingern- jetzt gehe ich zu Dr. M. in der Magistergasse (dem damals renommirteften Rechtsanwälte Königsbergs) und will doch einmal fragen, wie Kr. dazu kommt und ob ich ihm überhaupt was schuldig bin, eventuell wie viel."
Gesagt, gethan, und der artige Bescheid des Dr. M. j lautete an Rösig dahin, daß College Kr. nach Paragraph so und so der Anwaltstaxe vollkommen zum Empfange der liqni- birten zwei Thaler berechtigt fei. Dankend, aber kopfschüttelnd entfernte sich unser Nimrod und war innerlich nur froh, daß Dr. M. ihn so liebenswürdig und uneigennützig aufgeklärt hatte. Aber, o Jammer! schon nach zwei Tagen erbat sich Dr. M. — gleichfalls per Stadtpost hochachtungsvoll — zwei Thaler „pro consultatione“ von dem unglückseligen Fragesteller. Wüthend schlang Rösig dem Urheber alles Pechs, dem armen Schuft, eine Seine um den Hals, ging mit ihm vor das Friedländer Thor und machte daselbst mit einem „Schuß durch den Kops" dem Dasein des transparenten Viersüßlers ein schnelles Ende, woraus er — ganz gegen seine sonstige Gewohnheit und strenge Sparsamkeit — in einer Kneipe auf dem Viehmarkte fünf Silbergroschen zur Ertränkung seines Kummers in Bieren anlegte. — Am Tage darauf hatte er Termin vor dem dritten „Bagatellcommisfar", in welchem Verklagter „im Namen des Königs" und „von Rechts wegen" zur Zahlung von einem Thaler an den Kläger Bartsch und zur Tragung der Gerichtskosten verdonnert wurde. Rösig bezahlte zähneknirschend sofort an Gerichtsstelle und beschloß, um Justizrath Kr. mit Dr. M. auch los zu werden, j noch am selben Tage seinen ohne der Gattin Vorwissen jahre- j lang ersparten Reservefonds von in Summa sieben Thalern zehn Silbergroschen um vier Thaler zu schwächen. Aber noch war die Affaire mit der unglückseligen Kalbskeule nicht vollkommen erledigt, denn nach weiteren vierzehn Tagen erhielt Rösig vom Polizeirichter ein Strafmandat über einen Thaler „wegen Umgehung des Abdeckereizwanges, weil Jnculpat seinen Hund auf freiem Felde vor dem Friedländer Thore erschossen und liegen gelassen habe, statt für Wegschaffung des Cadavers durch die Hofscharfrichterei Sorge getragen zu haben".
Auch dieser bittere Kelch mußte nothgedrungen geleert werden und so stellte denn endlich mein Freund Rösig an einem stillen Abend „bei des Lämpchens Hellem Dämmerschein" auf einem Bogen Conceptpapier zur Selbstinsormation diejenigen Posten zusammen, welche ihm schließlich für feine
Weigerung, einen einzigen Thaler an Meister Bartsch zu zahlen, erwachsen waren. Die Rechnung ergab klar, reinlich und zweifelsohne nachstehendes Facit:
An Meister Bartsch 1 Thlr. — Silbergr.,
„ Gerichtskosten — „ 18 „
.. Justizrath Kr. 2 „ — „
„ Dr. M. 2 .. -
„ Polizeistrafe 1 „ — „
Summa 6 Thlr. 18 Silbergr.
Als Mama Röfig trauernd über die Schulter ihres Eheherrn auf dieses Exempel geblickt hatte, da seufzte sie thränenden Auges tief auf und sprach aus innerster lieber* zeugung die großen Worte gelassen aus:
„Ach Rösig, Rösig,
Was warst Du dösig!"*) wozu der so Gelobte, gleichfalls seufzend, aber sonst entschieden, zustimmend genickt, und Gott, Muttern und sich selbst feier» lichst beim Abendsegen gelobt haben soll, niemals mehr — trotz aller Nahrungsforgen — dem edlen Waidwerke obzuliegen.
Dies, so schloß öberfteuercontroteur M. feine Erzählung, ist die traurige, aber wahre Episode aus dem Jägerleben meines alten Freundes Rösig, der nun längst aller Noch des- Lebens enthoben, als Regierungssecretär neben seinem guten Gehalte noch die Zinsen einer nicht unerheblichen Erbschaft „tantlicherseits" alljährlich zu verzehren hat und dessen lebende Nachkommenschaft sich gegenwärtig, wenn ich nicht irre, aus vierzehn Köpfe beziffert. —
Von der gejammten Stammtischgesellschaft wurde noch ein stilles Glas dem edlen Dulder Rösig geweiht und dann verließ man den „Olymp", um die häuslichen vier Pfähle und die darin züchtig waltende, aber jedenfalls — da 11 Uhr vorbei — schon ungeduldig harrenden besseren Hälstem auszusuchen.
*) In Ostpreußen so viel wie „einfältig, dumm" rc.


