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Uurflcfdilugcu gewesen, eine feste Organisation zu bilden, die il)ve Spitze finde in einem Üemitö Vertrauensmänner ans bcn drei Provinzen. Die Mehrheit entschied sich indeß fftr ^ne freie Organisation und die Berufung von Special« conserenzen in den engeren LandcStheilcn.
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△ Mainz, 27. Februar. Gemäß einem Beschluß des am 14. Dccember hier abgehaltencn Katholikentags fand gestern unter zahlreicher Betheilignng ans Stadt und t'anh hier eine Confercnz der Katholiken Hess-ns statt. Zweck derselben war die Schaffung einer Organisation zur Br sprechnng der kirchcn« und socialpolitischen Fragen. Es war
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Berstch.-Btstandaml,1891:75200!yerf.mit58(i200000*Vif
Neu-Zugang im Jahre 1800z 4025 lüetf. über 34500000
BanIfouvS nm 1. Januar IbOl......108000000 '
Berstcherunnüsiirnme anSbezahlt seit Vcginn 2,5 »40000
Uebcrschusj an die Vers zu verthcilen im I. 1H91 6*226063 „
Die Berstchcrungen *Ztitl)rpflid)tiOcr bldbcn ohne 4'n
fchl.igpräintcn auch im Kriegsfälle in Kraft
Arlsicherungsanlrage werden entgegengenommen und jede gewünscht«
AttSlunft wird gerne ertheilt von ü
Zonntag bett 1. März iNieszenev Anzeiger. Beilage
Cocole» und provinzlcllcs.
Gießen, 28. Februar.
— In der Sitzung der Stadtverordneten am 26. Februar wurde zunächst das Gesuch dcü.Kellners Friedrich Simon um Ertheilnng der Eoncesfion zum Wirthschaflübetricb bc« siirwortct. Gesnchstellcr beabsichtigt, die ehemals Bvpp'sche Wirthschast in der Bahnhofstraße zu übernehmen. — Bctr. der Gemeindesteuerschuld der Elisabcthe Weber Erben wird gemäß § 59 der Instruction über die Bettreibnttg der Gemcindeabgaben beschlossen, daS mit den rückständigen Gc- mcindcabgaben bclastctc Object, nämlich daü in der Sonnen straße bclegene, z. Z. unbewohnte HauS, zur Deckung der Schuld zu verwerthen. — Daü Gesuch der Firma St an ff mann & (So. mit Erlaubutß zur Errichtung eines weiteren Stockwerkes auf einem in der Altcestraße beiegenen Gebäude wird gemäß den einschlägigen Bestimmnngen des OrtSbau fiatutü beanstandet und zur nochmaligen Bcrathung an die Bandcputation verwiesen. — Für eine den Bestimmungen deS Gesetzes Uont 14. Mat 1879 entsprechende, hier zu errichtende Anstalt zur lintersuchung von Nahrnngü- und Genußmitteln nnd Gebrauchügegenständcu werden 300 Mk. bewilligt. — Dem Gesuche deü katholischen KirchenvorstandeS um Uebernahme einer Garniuic für die Kirch en gemeinde in Höhe von 1500 Mk. wird stattgegeben. - Der Voranschlag der Stadt Gießen für daü Etatüjahr 1891/92 wird unter Annahme einiger von der Finanzdeputation beantragten Aendcrungen genehmigt.
August Wilhelms. Die Zigeuner haben eine Sage über die Erfindung der Violine, in welcher sich dieses Volk von Geigern über sein Licbltngüinstrumcnt recht sinnreich ausspricht. Der Teufel, wird erzählt, habe den Bau der Geige auö menschlichen Mrpertheilen znsammengefügt und den Bogen mit Frauenhaaren versehen, woher eü denn auch komme, daß die Menschen, so oft die Fidel ertönt, bald weinen, bald lachen. Der Sinn ist klar: eü spricht der Mensch aus der Geige. Und daß der Mensch auü der Geige spricht, macht auch den bedeutenden Geiger. „Wir haben", so schreibt daü Wiener Fremdeublatt, „einen in Wien, den man nicht zu nennen braucht, unter dessen Bogen Schubert und Beethoven wie lebende Menschen sprechen/ ein solcher ist auch Angust Wilhelms, der berühmte Geiger auü dem Rheingan. Richard Wagner hat ihn seinen Volker genannt, und er ist anch in den heißen Bayreuther „Nibelungen". Tagen in dem unterirdischen Orchester, dem „mystischen Ab gr.tnd" gesessen und hat gegeigt und tranüpirirt wie ein Held. 2llS er zum erstenmal nach Wien kam, hat er auügesehen wie ein jugendlicher Gott; er ist zu unü zurückgekominen alS ein reifer Mann, der die Welt gesehen, genossen, erduldet.....
Hinter seinem Spiele steht ein Mensch, der etwas bedeutet — in aller Kunst daü Entscheidende. Schon sein großer Ton, der groß bleibt, auch wenn er nur flüstert, läßt aus eine starke Persönlichkeit schließen- in dem energischen rythmischen Zug seines Spieles drückt sich ein kräftiger Wille aus. Trotz der Menschenstimme singt er, wenn er eine Eantilene spielt, und in seinem Passagenwerk, seinen Doppelgriffen, seinem Triller liegt eine elementarische Gewalt. Mehrstimmiges Spiel meistert er mit nerviger Hand, indem er die einzelnen Stimmen zugleich trennt und zusammenznüngt, und in dem Vortrag von bloßen Figurationen entfaltet er eine Poesie, die aus einem freien künstlerischen Spiel mit schönen Linien entspringt. Nicht wie die Figuration aus dem Papier er- starrt ist, sondern wie sie, bevor sic sixirt ward, in der Seele des schaffenden Künstlers sich bewegte, so scheint sic Wilhelmj
wiedergeben zu wollen..... Ucberhaupt ist daü freie Spiel
mit dem Rythmuü nnd dem Takte, diese nur von dem musikalischen Sinn gebundene schwebende Bchandlnng der Zeit- wcrthc, die höchste Eigenschaft deü Vortragenden Künstlers- will man sich dies vergegenivärtigen, so denke man nur an Aoclina Patti und die letzten großen Italiener. Rubinstein kann daü auch und, nie eü Wtlhelmi versteht, davon hat er uns ein entzückendes Beispiel gcaeben durch den Vortrag der Arie von Bach auü der D-dur-Suite. Da hielt er wirklich jene Menschcugeige der Zigeuner unter dem Kinn und strich - aber alü ein ganzer Mann — mit dem Violinbogen auü Frauenhaaren. Man kann nicht schöner singen, nicht innerlich gebnndener und äußerlich freier....."
— Sitzung Oroßherzogl. Handelskammer vom 20. Februar 1891. Anwesend waren die Herren Scheel, Gail, Heichelheim, Hombergcr, Kltngspor, Kraatz.
Eü wird beschlossen, bet der Zweiten Kammer der Stände eine Eingabe mit dem Anträge einznreichen, daü von dem Finanzanüschnsse beantragte Ersuchen an die Großh. Staats regierung nach Vorlage eines Gesetzes wegen Bestenerung der Wein Einlagen der Privaten abzulehnen.
Aus Anregung deü Gießener BezirküvereinS Nordost beschließt die Kammer, die Großherzogliche Staatüregicrung zu crfudjcii, den Landständen eine Gesetzesvorlage zu unter- breiten, wonach das Gesetz vom 15. November 1890 Art. 1 Pos. 2 dahin abgeändert werde, daß der Bau der beschlossenen Bahnlinie Londorf-Lollar unterbleiben und statt derselben eine Linie Londorf-Gießen mit einer Haltestelle am Nordende ber Stadt Gießen und die Orte Allcndors, TretS, Alten- Bnscck nnd Wteseck berührend erbaut werde.
Eine von der Großh. Bürgermeisterei der Stadt Alzey an die Direction der Hessischen LudwigSbahn in Mainz gc richtete nnd der Kammer zur llnterstütznng übersandte Vor siellnng soll durch den Vertreter der Kammer im Bezirks- eisenbahnrathe demnächst befürwortet werden.
Seitens der Großh. Staatüregicrung wird der Kammer mitgetheilt:
daß der Handels nnd SchissfahrtSvertrag zwischen dem Reiche und Portugal vom 2. März lb72 am 31. Januar 1891 von der Königlich Portugiesischen Regierung gekündigt worden ist und gemäß Art. 22 desselben mit dem Ablauf des 31. Januar 1892 außer Kraft tritt, daß der Handelsvertrag zwischen dem Deutschen Reiche und der Schweiz vom 23. Mai 1881 nebst dem Zusatz vertrage vom 11. November 1888 durch den Kaiserlichen Geschäitüräger in Bern am 80. Dccember 1890 gekündigt worden ist, nachdem durch einen Meinungsaustausch die Bereitwilligkeit der Schweiz, in Verhandlungen wegen einer Erneuerung deü VertragüverhältnisseS eiuzutreten, sestgestellt worden ist.
daß der Handels^ und Schiffsahrlüvertrag zwischen dem Reiche und Spanien vom 12. Juli 1883 unter dem 26. Januar 1891 von der Königlich Spanischen Re- giernug gekündigt worden ist und demgemäß am 1. Februar 1892 außer Kraft tritt.
üuffrijiift hrr yoft|riibiin(|rn.
fl'tr Sichern na sch nett er B«-fbrdcrung und fiel tu nq brt Postsendung.n massen aus d.ns.tt'eu tÄmpfäna-r und Vesttimnu"qo ort |o genau bezeichnet fehl, bufi jeder Nngeivischeit vorgebeugt wirb. Dabei sind namentlich folgende Punkte zu beachten:
1. Bei Postsendungen nach grvheren Orten ist in bei- Aufschrift die Wohn ung beo O'mplditfleiö ni dalichst g e n a n anzugeben. Auch ist eü von Wichtigkeit, bnfi die Wohnungvangabe st tü an der fei beit ®tel le der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmittel bar unter der Angabe deü Bestimmnngüorteü, erfolge.
1. Auf den nach Berlin bestimmten S.ndungen ist, außer der Woh mina dca Cmi'stlngerv, bei Post bezirk (0., N., NO. n), in welchem die Wohnung fld) befindet, hinter der Ortübezeichnung -Berlin" zu vermerken.
•• »ibt eü mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lau tende Pofiorts, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung b.izusUgen WeMe Zustttze für die Oitünamen im Post- verkehr alü nuisigebettb anzusehen sind, ergibt sich auü dem „Bei- zeichnisi gleichnamiger oder ähnlich lautender Postorte", daü zu» Preise von 10 Pf. durch Bermittelung jeder Äteichv-Postanstatt bezogen werden kann.
4. Wenn der im ^ieichü-Postgebiet delegene Bestimmungsort zwar mit einer Postanstalt Vers.hen, dessenungeachiet aber nicht atü all« gemein bcLilint anzun. Innen ist, so empfiehlt eo sich, die Lage deü Drtfl in der Aufschrift der S-endung noch deü Attheren zu bezeichnen. Zu derartigen Bezeichnungen eign-t sich die Angabe deü etaateö und bei fliöftereii Staaten deü politischen Wernl» (Provinz, Regierungsbezirk u. s. w.), in welchem ter B.stm' mungvort belegen ist. oder auch die Angabe von grOsiereuFi iissen ((Dbir), (Q'lbe), (Rhein), (Main) ic.L ober von Gebirgen (Riesengebiige) je.). Richt minder sind zusätzliche Be. zeichnungen, u-ie ((Thüringen), (Altmark), (Lausitz) je.) für den 8'veck geeignet.
b. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem etg'Uilicheu B'slimmungüorte noch diejenige Post- anstalt anzugeb.n, von welcher au» di.-Bestellung d.-i Sendung an den iLmpsang- r bewirkt werden bez. die Abholung erfolgen foU.
4. Wenn der Bestimmungvort einer Sendung tu einem fremden Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Otten zu rechnen ist, so ist aiifier dem Drt6nnm.il noch daü betreffmbe Vanb bez. der Land, üiheil aus der S.ndung anzugeben.
Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung einer schien< nigen Neberkunft der Sendungen an den ümpsünger wesentlich beitragen, und eü liegt daher im eigenen Interesse d.r Absender, die Ausschriften' der Sendunaen hiernach a.-uau anutferligen.
Frankfurt a. ®L, 27. Februar. Mit der Eittrichtung eines Leichenverb re nn nngSosenS auf dem Friedhöfe unfevcv Nachbarstadt Offenbach wird cS nun Ernst werden, nachdem die Siadtverorditeteiiversammiung zu Offenbach in ihrer gestrigen Sitznng dem hiesigen Verein für Feuer- bcftattuiiß die Genehmigung zur Errichtung eines ErematoriumS ertheilt hat. Offenbach wird die dritte deutsche Stadt fehl, öif sich eines LeicheiwerbreniiungSofcnS zu erfreuen hat. - Ende Mat wird in den Manern unserer Stadt unter dem Vorsitze des Herrn Barons Adalbert von Rand) eine inte r n a t t o n a l c H n udeauSsteUu n g siattfinden. Für dieselbe ist bereits von Sportsrenndeit ein Garantiefotidü von nahezu 10 000 Mk. aufgebracht worden. AnSsicllnngSleiter ist der von der letzten khonologisd)en Ausstellung her in bestem Andenken stehende Herr Max Liebmann. Mit der Ausstellung wird eine Verloosung, ohne die eü in unserer • •Beit nun einmal nicht geht, verbunden fein. ES werden 20000 Loose ü l Mk. anügegeben, denen 250 Gewinne, darunter 100 werthvolle Hunde, gegenüberstehen. Der HauplpreiS ist ein Hund mit silbernem Halsband im Werthc bou 1000 Mk.
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