Dienstag -e« 3. März
(Stiener Anzeiger.
Beilage zu Nr- 52. - 1891.
Feuilleton.
Der einzige Sohn.
Novelle von I. Bonnet.
(12. Fortsetzung.)
Die Untersuchung ergab zwar, daß nichts Ernstliches zu befürchten sei, aber die besorgten jungen Eltern ließen sich nicht abweisen mit der Bitte, zunächst bei ihnen zu bleiben, -iS eine gewisse Entscheidung eingetreten sei. Ungern willigte er ein und Arthur mußte versprechen, ihn zurücksahren zu lasse«, während sein eigener Wagen sogleich umkehrte und der Kutscher einige Worte sür seine Gattin mitnahm, falls am nächsten Vormittag Dringliches vorkäme.
Mit dem anbrechenden Tage änderte sich das Befinden des Kleinen zum Besseren, er stöhnte wohl noch, krümmte die Aermchen und Händchen und hatte noch Fieberröthe auf den Bäckchen, doch ging der Anfall sichtlich zurück, ward schwächer und schwächer.
Arthur umarmte seine Frau im Ueberschwang der Freude und drückte des Arztes Hände einmal ums andere. Als die Eltern dazu kamen und erfuhren, was sich in der Nacht begeben, als sie mm auch das Enkelkind wie neugeschenkt ansahen und des Sohnes überwallende Wonne ihre Herzen freudig ergriff, war das andere darüber vergessen, man war eins im gleichen Gefühle des Dankes für die Erhaltung des einzige» Sohnes.
Lange vor Mittag war der Arzt abgereist. Durch die tief niederhängenden Regenwolken brach die Sonne sich Bahn im Einklänge mit den frohen Empfindungen im Herrenhause und zugleich in erfreulicher Vorbedeutung des andauernd aus- gehellteu Himmels über seinem Glück. Der Generaldirector nahm Hut und Stock, in aller Stille dachte er den Wirth- schaftshof abzuschreiten, eingehende Berechnungen zu machen und sich für sein Handeln bestimmte Gesichtspunkte sestzusetzen. Hinter ihm her eilende Schritte bewiesen ihm, daß er doch
nicht unbeachtet davonkommeu sollte. Zu seiner Genugthuung zeigte Arthur eine ganz verwandelte Stimmung gegen gestern Abend, er war weich, nachgiebig, gestand seine Fehler und versicherte, daß er von heute an ein besserer Wirth und genauerer Rechner sein werde. So versöhnlich war die beiderseitige Art des Verkehrs, daß jeder Theil, als die Eßglocke läutete, in bester Laune zu Tische ging.
Der erste Mittag war es, wo Mariechen an ihres Mannes Seite wieder an der Tafel saß. Dieses Ereigniß mußte nach des Kindes Wiederherstellung doppelt gefeiert werden. Der Generaldirector selbst fand eine Flasche Champagner in diesem Falle keine Verschwendung. Arthur erhob sich, eine aus dem Keller zu holen, als sein Wagen von der Stadt zurückkam und, wie es ihm bedünken wollte, einen Gast mitbrachte. „Wer mag denn das sein? Es hat sich doch Niemand angemeldet?" Das Herz fing an, ihm ein wenig unruhig zu schlagen. Er dachte an den Zusammenstoß mit dem Vater gestern Abend und fürchtete, daß es sich nm eine Geldangelegenheit handeln würde, die ihm heute zweifach ungelegen kam. Sein Gesicht erstarrte vor Schrecken, als er Karl, den Genossen seiner schlimmen Händel und Vergehungen in Amerika, erkannte.
„Also hier hausest Du, Teufelskerl?" rief ihm, als er mit entfärbten Wangen vor der Thür erschien, der üble Gast entgegen. „Ein gentleman wie er im Buche steht, auf Ehre 1 Allerliebster Besitz das hier. Werde ihn mit Dir gntieren, wie wir drüben überm Salzwasser unsere tollen —"
„Um Gotteswillen, Mensch, mach nicht solch Wesen," fiel ihm Arthur bedrückt in die Rede, „wir sind nicht mehr in Amerika —"
„Ah, ich verstehe, hübsch ordentlich, zahm, lammfromm, aus dem Tone bläst die Flöte! Na, alter Junge, wollte sagen, old fellow, wir werden sehen."
Damit schlug er ihn auf die Schulter.
„Hast Du was Gutes zu trinken?"
Offenen, unbeweglichen Blickes starrte Arthur den frechen | Eindringling in sein friedliches Reich, das sich zu bewahren
er heute einen neuen Anlauf zu edlen Vorsätzen gemacht hatte an. Ihm war zu Muthe, als wäre ihm mit diesem Menschen die Abrechnung über seine Sünden in Amerika geschickt worden.
„Hast Du hier auch eine Frau?" fragte der andere achend. „Jedenfalls bist Du nicht dumm gewesen, Dich hier estzusetzen. Soll mir zu gute kommen, denke ich. Darfst mir nicht so entwischen wie gestern Nacht, als ich Dich im Lichte der Gaslaterne erkannte und vergeblich suchte. Bin doch findig, wie Du siehst."
Arthur mußte gute Miene zum bösen Spiele machen, wollte er nicht alles verderben. Er fiihrte den alten Spießgesellen ans ein Gastzimmer, um ihm in größerer Muße einige Verhaltungsmaßregeln ans Herz zu legen und vor den Seinen einen wichtigeren Anschein zu geben. Sein fadenscheiniger Anzug setzte ihn in neue Verlegenheit, dem war jedoch nicht so schnell abzuhelfen. Wenn er nun vor Allem sich zu einem anderen, salonfähigen Benehmen verstehen möchte. Die freundschaftlichen Belehrungen brachten dies in der That zu Stande und nun führte Arthur ihn den ©einigen zu, die glücklicherweise von den lauten Ausrufen vor der Thüre wenig verstanden hatten und den Eavalier mit Achtung empfingen. Es ward noch ein Couvert aufgelegt, zwei Flaschen Champagner, um auch das hochersreulichc Wiedersehen zweier alten Freunde zu feiern, wurden in den Kühler versenkt, die Tafelrunde hatte an Heiterkeit und Anregung gewonnen.
Karl zeigte sich in der Landwirthschast, in der Jagd und Pserdedressur so bewandert und als ein so gewandter, liebenswürdiger Gesellschafter, daß der Generaldirector bald ganz hingenommen von ihm war, besonders als er vernahm, daß allerhand wiffenschastliche Interessen ihn nach Amerika geführt hätten, von wo er denn, an Kenntnissen und Erfahrungen bereichert, als treuer Sohn der deutschen Erde heim- gekehrt sei. Auch strich er ihm den einzigen Sohn weidlich heraus und betheuerte, daß er ihn in feiner frischen That- krast auf amerikanischem Boden bewundert habe.
(Fortsetzung folgt.)
Brennholz-Versteigerung
itt -en Waldungen der Stadt Lich
Donnerstag den 5. März d. J„ Bormittags S'/r Uhr, in der
Forstivartei Vorderwald, Districte Lindenseif und Ettingshäuserkops:
105 Raummeter Buchen-Scheiter,
181,2 „ „ und Eichen-Knüppel,
184 „ „ n h Stöcke,
10585 Wellen Buchen- und Eichen-Reisig,
192 Buchen- und Eichen-Schichthaufen erster und zweiter Durchforstung.
Anfang an der Lindenseisschneise.
Lich, am 24. Februar 1891.
Großherzogliche Bürgermeisterei Lich.
Walz. 1845
Montag den 9. und Dienstag den 10. Mär?,
Nachmittags von 2 Uhr anfangend,
werden GartenstraHe 11 I (Sparkasse) nachverzeichnete gut gehaltene Mobilien wegen Auflösung des Haushaltes versteigert, nämlich:
H vollständige Betten mit Roßhaarmatratzen, 2 Sophas, 1 Schlasdivan, mehrere Seffel, 12 Stühle, 7 große und kleinere Spiegel, 1 Toilettenspiegel, 3 Kleiderschränke, 2 Weißzeugschränke, 1 Schreib- seeretair, 1 Glasschrank, 1 Cbiffouier, Waschtische und Nachttische, 1 Waschkommode mit Marmorplatte, mehrere runde, । Mgliche und andere Tische, 1 Pfeilerschränkchen,'
i schöner Ausziehtisch mit 6 Platten THE Commode, 2 Notenständer, Etageres, Eckbretter, Ofenschirme, Kleiderständer, Schirmständer, Schaukelseffel, Pendule, Regulator, Lampen, 1 HSetroleuwlustre (3 armig), 1 Stellleiter, 1 große Jinkdadebütte. 2 dreiarmige Bronceleuchter, Waschservice, 3Oel gemalde und andere Bilder, Barometer, Thermometer, Waffer- und Lustkiffen, Tischdecken, Vorlagen und Teppiche, 4 Fenster-Vorhänge, 1 span. Wand, 14 Bände „lieber Land und Meer", 20 Bände Walter Scott und andere Bücher; Vasen, Figuren, Nippes, 1 Wiener Kaffeemaschine, Liqueurservice, l Bowle, 24 Punschgläser, 30 Champagnergläser und andere Weingläser, Einmachgläser, 20 steinerne Töpfe, 1 Huilier, Porzellan, Cristallschalen, Küchenschränke und Kücheneinrichtung, blaues Geschirr, 2 Bratkroppen, Waschtöpfe, Bügeltisch, Waschgeräthe, Trockengestelle, 4 Bütten, 3 Gartenstühle, 1 verschließbares Weingestell, 1 Fahne, 8 Strohchalousien, 1 Kartoffelbett u. s. w.
Im Auftrag:
Louis Rothenberger,
1715 _________________________________Gerichtstaxator._____________
Holz^Versteigerung. Versteigerung.
Donnerstag, 8. März, werden aus den Districten Schindanger u. Wüstekopf versteigert: Gtchen: 124 rm Scheiter, 86 rm Knüppel, 7180 Wellen, 207,4 rm Stücke. Nadelholz: 21 rm Scheiter, 39 rm Knüppel, 2060 Wellen, 44,8 rm Stöcke. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr aus der Kreiüstraße Gießen- Steinberg an der Sandkautschnelse. Nähere Auskunft ertheilt Großh. Forst- wart Schlag zu Baumgarten.
Gießen, 27. Februar 1891.
Großh. Oberförsterei Schiffenr erg.
Heyer. 1781
Dienstag den 3. März, Vormittags 9 Uhr, lasse ich die in meinem Hofe befindliche Bretterhall» ca. 8 Meter lang, 6 Meter breit, 3x/2 Meter hoch, meistbietend versteigern. 1844
Ernst Bloedner, Ecke Seltersweg u. Plockstraße.
10 F£cL.
prima weiße Kernseife zu 2 Mk. 80 Pfg empfiehlt
C. Roth II. 1124] Wallthorstraße 5.
Holzversteigerung.
Donnerstag den s. und Freitag den 6. März l. 2», jedesmal von Vormittags 9 Uhr an, sollen im Gemeindewald zu
Großen-Buseck,
Districten Unter und Radenkops, versteigert werden:
124 Eichen-Stämmem. 20,03 Festm.,
99 Nadel-Stämme m. 69,47 Festm.,
112 Eichen - Derbstangen mit 7,62 Festm.,
567 Nadel-Derbstangen mit 52,04 Festm-,
535 Nadel - Reisstangen mit 11,27 Festm.,
12 Rm. Buchen-Scheiter,
2 Rm. Eichen-Scheiter,
157 Rm. Buchen-Knüppel,
60 Rm. Eichen-Knüppel,
10 Rm. Nadel-Knüppel,
66 Hundert Buchen-Reiserwellen,
15 Hundert Eichen-Reiserwellen,
40 Hundert Nadel-Reiserwellen,
4 Rm Buchen-Stöcke,
26 Rm. Eichen-Stöcke,
10 Rm. Nadel-Stöcke.
Bemerkt wird, daß das Stamm- und Stangenholz am ersten Tag zur Versteigerung kommt und ist die Zusammenkunft an der Rabenauerstraße beim Climbacherpfad.
Großen-Buseck, 26. Febr. 1891. Gr. Bürgermeisterei Großen-Buseck.
Stephan. 1755
Holz-Versteigerung.
Im Daubringer Gemeindewald kommt in verschiedenen Districten nachverzeichnetes Holz zur Versteigerung:
I. Donnerstag den 5. März t. Z>.
58 Eichen-Stämme bis zu 40 Centi- meter Durchmesser und 14 Meter
Donnerstag den 5. März, Nachmittags von 2 Uhr an, werden die nachgelassenen Mobilien der Georg Fran; Eheleute, Hamrn- stratze I), meistbietend versteigert; besonders sind dabei:
1 vollständiges Bett, 1 Eon sole, 1 Sopha, 1 Nachttisch, 1 ovaler und 2 längliche Tische,!
6 Stühle, 6 Bilder, l neuer j schwarzer Anzug, verschiedene andere Herrenkleider, Weißzeug, etwas Küchengcräthe, 1 Küchen- fchrarrk mit Glasaufsatz, eine Hobelbank, Schreinerwerk- zeuge, 10 P. Füllungen von Bettstellen, etwas Nutzholz, 1 nnßb, Bohle, 1 Schrank, 2 angef Schränke, 8 Fässer u. s. w.
Im vormundschaftl. Auftrag:
Louis Rothenberger, 1790 Gerichtstaxator.
Jeilgeöolenes.
Frisches Sauerkraut, das Pfund 8 Pfg. [1702] Weidengasse 8.
1620] Eine gute Deeimalwaage von 30 bis 36 Ctr. Tragkraft ist wegen Mangel an Raum billig zu verkaufen.
Schottstraße 11.
Große Auswahl in compteten Kellen, sowie einzelnen Sprungrahmen, Matratzen, Deckbetten, Kiffen, Bezügen und Betttüchern zu äußerst billigen Preisen. [1417 C. Röhr & Co.
Ia. Emmenthaler Käse vollsastig und von vorzügl. Geschmack, empfiehlt Ludw. Loth, 1860 Wallthorstraße 23.
Sammte, Pelusch u. Seidenstoffe für Kleiderverzierung in großer Auswahl und billigen Preisen empfiehlt
1. Fangmann,
1705) Bahnhofstraße 29. ___
Essig-, Salz-, Psesser- und Sens- Gurken, Mixed-PickleS, ganz vorzügliche Preiselbeeren, Awetschen, rothe Müden, sowie sämmtliche Eompot- früchte in nur feinster Qualität empfiehlt 1599 Emil Orbig.
Bauplätze § im Innern der Stadt, sehr gut gelegen, unter sehr günstigen Zahlungsbedingungen zn verkanten. Näh. bei der Exped. d. Bl-
Commissionsweise mehrere neue silberne Taschenuhren, 1 Damenuhr — Nemontoir —, 1 Ankeruhr zu verkaufen bei [1678
Laut- Rothenberger, Neuenweg 22.
Prima Kernseife,
10 Psd. zu Mk. 2.80, emvfiehlt [1498
Wilh. Schornber, Neuen Bäue 10.
»EIS-
Q l» U.W—WTEWTC» ...........
önigs-
gg STAEKKE Unübertroffenes Fabrikat zam Stärken der Wäsche empfiehlt [1321
Emil Fischbach.
1065] Fst. deutschen u. franz. Akognae, Liqueure, Arae, Rum, Punsch - Essenzen re., sowie ,,ächten Bilbeler Ge- treide Kümmel", Spec. v. Franz Birkenholz in Vilbel, per Lit.-Flasche ohne Glas JL 1.50. Allein Niederlage iSudw« Loth^ Wallthorstr. 23.
Länge mit 20,97 Festmeter.
228 Nadel-Stämme bis zu 50 Centi- meter Durchmesser und 18 Meter Länge mit 69,67 Festmeter.
243 Fichten-Derbstangen mit 15,53 Festmeter.
II. Arettag de» 6. März t. I.
Scheith. Knüppelh. Stockh. Reish.
Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen Buchen 42 15 12 1250
Eichen 2 24 11 900
Nadel 78 168 36 4100
Der Anfang ist jedesmal Morgens 9 Uhr am Buchenberg.
Daubringen, am 26. Febr. 1891. Großh. Bürgermeisterei Daubringen.
Walter. 1864
C. Stückrath
Ästerweg 47. — Ederstr. 8, Möbelfabrik *». -Lager empfiehlt 144?
sein reichhaltiges Lager in eichen- u. nussbaum-polirten Möbeln, sowie completen Betten, polirt und lackirt aller Art, Blumentischen und Rohrsesseln, sowie Spiegel, Teppiche, Läufer und Gardinen zu aussergewöhnlichen Preisen! durch Ersparnisse der Ladenmiethe!
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