hier die Mitarbeit des Publikums, verlangt offene Buchführung der Bankiers gegenüber den Kunden, und erklärt den § 211 der Concursordnung für ungenügend zur Befriedigung eines Gläubigers durch den Urheber des Concurses. Der Concurs sei stets etwas Verächtliches.
Ratzeburg, 30. November. Bismarck äußerte zu den städtischen Collegien, sein Besuch bekunde, daß er sich nicht mehr als Berliner, sondern als Lauenburger fühle.
Bochum, 30. November. Die gestrige Bergarbeiterversammlung beschloß die Unterstützung der strikenden französischen Kameraden. Hierzu werden Sammlungen veranstaltet. Einzelne Bezirks-Versammlungen waren schwach besucht.
Port Townsend, 30. November. Hierher gelangten Privatnachrichten zufolge begaben sich alle Fremden inChina in die Nähe der Gesandtschaften, da sie weitere Angriffe befürchten. Die Missionäre werden als Ursache der Unruhen angesehen.
Cocains rrn- H-rovinzielles,
Gießen, 1. December 1891.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag den 3. December 18 91, Nachmittags 4 Uhr: 1. Mittheilungen. 2. Aufstellung des Voranschlags für das Rechnungsjahr 1892/93. 3. Gesuch des Christian Lony zu Gießen um Concession zum Wirthschafts- betrieb. 4. Gesuch der Karl Dräbing Wittwe zu Gießen um Concession zum Wirthschastsbetrieb. 5. Gesuch des Gustav Walter zu Gießen um Concession zum Kleinverkauf von Branntwein. 6. Das Wohnhäuschen des Malers Julius Vogler auf dem Nahrungsberg. 7. Bau- bezw. Dispensationsgesuch des Heinrich Leib im Philosophenwald. 8. Gesuch des Großh. Garnison-Lazareths um Ueberlassung eines Lagerplatzes. 9. Das gemeinschaftliche Hosthor des Wilhelm Gail und des Konrad Jung in der Neustadt. 10. Gesuch des Friedrich Gros und des I. Hengst um pachtweise Ueberlassung eines Theiles des Lärchenwäldchens. 11. Uebernahme der Grabenstraße durch die Stadt. 12. Herstellung einer Straße gegenüber der Löwengasse nach der Südanlage. 13. Herstellung der Hammstraße. 14. Umbau der westlichen Strecke der Nordanlage. 15. Ausbesserungen im Hofe der Stadtmädchenschule. 16. Auffüllung des Hofes der Realschule. 17. Errichtung eines Denkmals für den verstorbenen Pro- feffor Dr. Karl Heyer. 18. Gesuch des Theater-Directors Adam Reiners dahier um freie Ueberlassung der Gasbeleuchtung zu den Theaterproben und Vorstellungen. 19. Ver- fehung der Stelle des in den Ruhestand getretenen Forstwarten Schlag. 20. Anschaffung verschiedener Mobiliargegenstände für das Zimmer des Thierarztes im Schlachthaus. 21. Gesuch der Gebrüder Weinberg dahier um Octtoirückvergütung von Branntwein. 22. Decretur von Kostenrechnungen.
— Zur Beglückwünschung des Herrn Rendanten Grüne- terg, welcher heute sein 50jähriges Dienstjubiläum begeht, begaben sich heute Vormittag die Beamten des Kreisamts und Vertreter des Kreisausschusses in dessen Wohnung. Herr Provinzialdirector Freiherr v. Gagern überreichte dem Jubilar das demselben verliehene Ritterkreuz 2. Klaffe des Philippsordens. Hieraus erschien Herr Oberbürgermeister Gnauth an der Spitze einer Deputation der Stadtverordneten, um dem Jubilar nachstehende Adresse zu überreichen :
Verehrtester Herr Rendant!
Werther Herr College!
Die Stadtverordneten-Verfammlung nimmt freudigen Antheil an dem Jubelfest, das zu begehen Ihnen heute beschieden ist: haben Sie doch, ein treuer Sohn unserer Stadt, die fünfzig Jahre ernster Arbeit, auf welche Sie zurückschauen dürfen, ununterbrochen in unserer Stadt verlebt und dabei Ihre Kraft mehr und mehr auch in dw Dienst des öffentlichen Lebens gestellt.
Die werthvollen Eigenschaften Ihres Wissens und Wesens mußten dabei allenthalben Anerkennung finden; daß bei unserer Bürgerschaft sie solche gefunden, das beweist Ihre erste Wahl zum Stadtverordneten im Jahre 1877, die glänzende Wiederwahl im Jahr 1886. Dadurch ist es denn auch der Stadtverordneten-Ver- sammlung vergönnt gewesen, Ihres Rathes und Ihrer Hilfe bei der Verwaltung unserer Stadt sich zu erstellen, in Ihnen einen liebenswürdigen Collegen zu gewinnen.
Aus solchem Gefühl der Dankbarkeit für Ihre Mitwirkung, der steudigen Theilnahme an den Lebensschtcksalen des College» heraus ist es der Stadtverordneten-Verfammlung ein Bedürfniß, Ihnen am heutigen Tage Namms dieses Collegiums herzlichen Glückwunsch iu sagm, dem jugendlichen Jubilar noch eine oftmalige Wiederkehr dieses Tages im frohen Kreise feiner Kinder und Enkel zu wünschen.
Ich freue mich, zum Dolmetsch dieser Gesinnung werden zu dürfen und bleibe — Namms der Mitglieder der Stadtverordneten- Verfammlung — mit collegialem Gruße
Ihr ganz ergebenster
F. Gnauth, Oberbürgermeister. Gießen, den 1. December 1891.
Persönlich statteten weiter ihre, bezw. die Glückwünsche der von ihnen vertretenen Behörden ab Herr Schulrath Büchner, die Herren Kreisbauaufseher, das Bureaupersonal des Kreisamtes, und Deputationen sonstiger Beamten. Außerdem gingen dem Jubilar zahlreiche Glückwunschschreiben und Telegramme zu. — Was die Dienstzeit des Herrn Jubilars betrifft, so können wir folgendes mittheilen: Herr Grüneberg trat am 1. December 1841 beim Kreisamt Gießen ein, wurde am 24. Juni 1870 zum Kreiskasserechner, am 6. October 1875 zum Provinzialkasserechner und 1877 zum Rechner der geistlichen Landkassen und des Kausunger Stistsfonds ernannt. Am 17. December 1883 erfolgte seine Ernennung zum Rechner des Provinzial-Schulfonds und am 19. December 1885 erhielt er den Titel Rendant. — Der Stadtverordneten - Versammlung gehört Herr Rendant Grüneberg seit 1877 ununterbrochen an.
— Neues Theater. Am Sonntag den 6. Decbr. steht uns ein sehr interessantes Gastspiel am hiesigen „Neuen Theater" bevor, und zwar von keinem Geringeren als Herrn Hosschauspieler Georg Hacker aus Darmstadt. Herr Hacker, welcher alle Requisiten eines ausgezeichneten jugendlichen Helden, wie Schönheit, feines Spiel, männliche Er
scheinung und prachtvolles Organ besitzt, hat als erstes Auftreten eine seiner besten Rollen, den „Hell" im Anzen- gruber'schen Volksstück „Der Pfarrer von Kirchfeld" gewählt. Wir kommen in den nächsten Nummern dieses Blattes noch näher darauf zurück.
— Die letzten Schülervergehen. Am 5. December wird es 'ein Jahr, daß Director Jäger aus der Berliner Schulconferenz sagte: „Aüf uns (Lehrern) trommelt alles: was schon in der Kinderstube gesündigt worden ist, schiebt man uns in die Schuhe." Die Wahrheit dieser Worte zeigte sich in den letzten Wochen auch wiederum am hiesigen Platze, nachdem eine Anzahl Schüler der beiden höheren Lehranstalten schwerer Vergehen überführt worden waren. Man suchte einen Sündenbock und glaubte ihn, wie häufig, in der Schule gesunden zu haben. „Ja, wäre aus Bequemlichkeit sür die Lehrer der Nachmittagsunterricht nicht abgeschafft worden, dann hätten die Jungen derartige Excesse nicht begehen können", so behaupteten nicht wenige kluge Leute. Wir wollen nicht betonen, daß die Initiative zur Einführung des Vormittagsunterrichts hier von dem Elternhaus ausgegangen ist, daß verständige Familien, die sich ihrer erziehlichen Aufgaben wshl bewußt sind, zu wiederholten Malen geäußert haben, daß sie durchaus kein Verlangen nach der alten Einrichtung trügen, und wir wollen keinen Nachdruck daraus legen, daß man zur Zeit des Ueberbürdungslärms mit dieser Maßregel im Interesse der gesundheitlichen Entwicklung wohl zufrieden war,- aber entgegentreten muß die Schule einer derartigen Behauptung, weil dadurch der Anschauung Ausdruck verliehen wird, daß die höheren Lehranstalten Bewahrungsstätten für Kinder seien, die die Familie möglichst viel los sein möchte, um der Pflichten der Erziehung ledig zu sein. — Ein zweiter Vorwurf wird unmittelbar gegen den Leiter des Gymnasiums erhoben, indem gesagt wird, derselbe habe seit Wochen von dem Treiben Kenntniß gehabt, ohne ihm Einhalt zu gebieten. Dem gegenüber ist es wohl verstattet, den Thatbestand an dieser Stelle klar zu legen. Am 18. October erhielt die Ghmnasialdirection einen Brief, in dem ihr von Kneipereien in einem näher bezeichneten Local Mittheilung gemacht wurde. Noch an demselben Tag begaben sich der Pedell und ein Schutzmann dorthin, sanden aber nichts Verdächtiges, da sie, wie sich später herausstellte, von dem Wirthe getäuscht worden waren. Bereits am folgenden Tage ging der erwähnte Brief an Großherzogliches Polizeiamt mit der Bitte, wenn möglich, die dort behaupteten Thatsachen festzustellen. Als nach einiger Zeit der Director, der annehmen mußte, daß die Polizei nichts entdeckt habe, einen Polizeibeamten fragte, ob sich nichts Verdächtiges ergeben habe, war der letztere sehr erstaunt, daß seine Meldungen nicht weitergegeben worden waren. Aber auch jetzt — am 17. November — wußte man nur von einer Schüler- Verbindung mit Zechereien, und erst am dritten Untersuchungstage — 19. November — kamen die schwereren Vergehen anS Licht, worauf am selben Tage Großherzogliche Staatsanwaltschaft in Kenntniß gesetzt wurde. — Wenn bei diesem betrübenden Vorkommniß nach einem Schuldigen gesucht werden soll, so wird man mcht umhin können, zu erklären, daß das Elternhaus nicht immer seine Pflicht gethan hat und häufig an der nöthigen Ueberwachung es hat fehlen lassen. Denn wie wäre es sonst möglich, um nur einzelnes aus vielem hervorzuheben, daß in einem Elternhause ein Scatclub 14—15jähriger Burschen mit obligatem Trinken bestehen, einige der betroffenen Schüler nach einem nahen Badeort fahren und mit gestohlenem Geld Champagner zechen und zwei derselben 9—14 Tage die Schule versäumen konnten? Und dabei waren dies — mit Ausnahme eines einzigen — alles Kinder von Eltern, denen, soweit das Gymnasium in Frage kommt, die Anstalt nicht einmal, sondern m e h r s a ch, wie amtlich nachgewiesen werden kann, Benachrichtigungen über Unfleiß und ungenügende Leistungen der ersteren hatte zukommen lassen, ein Umstand, der das Haus doch zu doppelter Sorgfalt hätte anfeuern müssen. Hoffentlich haben die berührten Vorfälle, die ja höchst schmerzlich sind für die Familien, die darunter zu leiden haben, das Gute, daß man den Aufforderungen der Schule künftig größere Beachtung schenkt, und daß man sich mehr und mehr daran gewöhnt, in dem Lehrer nicht den Feind, sondern den Verbündeten des Hauses zu sehen, dem das sittliche Wohl der ihm anvertrauten Jugend am Herzen liegt.
§ Ruppertsburg, 29. November. Durch Herrn Land- wirthschastslehrer Dr. Uli mann von Büdingen wurde im lausenden Monat dahier eine Spar- und Darlehns - kasse nach Raiseisen'schem System gegründet. Eine große Anzahl hiesiger Einwohner traten sofort als Mitglieder dieser Kaffe bei und wählten Herrn Bürgermeister Lehr dahier zum Director derselben.
R. Büdingen, 28. November. Heute fand in dem hiesigen Rathhaussaale die Generalconserenz der Lehrer des Kreises Büdingen unter dem Vorsitze des Herrn Kreisraths Klietsch statt. Der Schnlinspector des Kreises gab zunächst eine statistische Uebersicht über das Schulwesen des Kreises vom verflossenen Jahre. Nach derselben befinden sich im Kreise 71 Schulen, wovon 70 gemeinsam und eine katholisch ist/ sämmtliche sind gemischt mit Ausnahme der drei obersten Klaffen zu Büdingen, in welcher die Geschlechter getrennt unterrichtet werden. Schulklassen sind es 101, wozu auch die erforderliche Anzahl Lehrer vorhanden war. Von letzteren sind 89 definitiv angestellt, 14 sind Schulverwalter und 4 Schulgehilfen. Von den Schulen sind 49 einklassig, 17 zweiklassig, 3 breifiaffig und 2 vierklassig. Die Schülerzahl betrug 6283, gegen das Vorjahr 54 weniger, und zwar 3162 Knaben und 3121 Mädchen. Hiervon sind 5980 evangelisch, 48 katholisch, 252 israelitisch und 3 Dissident. Aus einen Lehrer kamen im Durchschnitt 622/10 Schüler/ Schulklassen über 80 Schüler waren 10 und über 100 Schüler 5 im Kreise, Schulgeld wird nur noch an 19 Schulen erhoben und an 52 nicht. Weiter befindet sich im Kreise die erweiterte Schule zu Nidda, an welcher 2 Lehrer 38 Schüler
unterrichteten. An Privatunterrichtsanstalten sind es: 1. die höhere Töchterschule zu Büdingen, an welcher 38 Mädchen von 2 Lehrerinnen unterrichtet werden. 2. das Jnisttut auf dem Bingenheimer Forsthaus, in dem 21 Schüler von zwei Lehrern und 1 Lehrerin unterrichtet werden. Fortbildungsschulen waren 71, 68 einklassige und 3 zweiklassige vorhanden, an denen 975 Schüler, gegen das Vorjahr 65 mehr, unterrichtet wurden. Hierauf hielt Herr Lehrer Becker einen Vortrag über: „Die erziehlichen Tätigkeiten des Lehrers in der Volksschule." Als Mittel zur Erreichung dieses führte er an: 1. Das Beispiel des Lehrers. 2. Gewöhnung. 3. Gemeinsamkeit des Schullebens der Kinder. 4. Den Unterricht in erziehlicher Hinsicht. Der zweite Referent war Herr Lehrer Domm-Nidda/ derselbe hatte ein Referat über: „Die Schule im Verhältniß zum Elternhaus". Er führte dieses Thema aus: Haus und Schule müssen im vollsten Einklang mit einander stehen und das Werk der Jugenderziehung in einem Sinn und Geist treiben, wenn dasselbe gedeihen soll. Die Forderungen werden vielfach aus Mangel an Einsicht und Interesse von Seiten des Hauses unbeachtet gelassen. Solche Verständigungen zwischen Haus und Schule sind zu erzielen: a. durch häusliche Schularbeiten / b. durch schriftliche Mittheilungen der Schule an das Haus und umgekehrt / c. durch Schulfeste und Spaziergänge, an denen sich auch die Eltern beteiligen / d. durch Aufsuchen der Eltern seitens der Lehrer/ e. durch Vorträge/ k. durch Erziehungsvereine/ g. durch Schulzeugnisse. Beide Referenten hatten ihre gestellten Aufgaben so sorgfältig und allseitig behandelt, daß es darüber fast gar keine Debatte geb und die Conserenz die ausgestellten Thesen einstimmig annahm. Der Vorsitzende erstattete den beiden Referenten im Namen der Conserenz den Dank für die gut ausgesührten Vorträge. Nach der Conferenz vereinigte ein gemeinsames Mal im Gasthaufe „zum Stern" die Theilnehmer, bei welchem Toaste und Musikvorträge mit einander abwechselten. Erst mit dem Eintreffen der Abendzüge trennten sich die Theilnehmer mit dem Bewußtsein, einen lehrreichen und schönen Tag verlebt zu haben.
Schotten, 30. November. Für den am dritten Pfingst- feiertage nächsten Jahres dahier zum erstenmale stattfindenden Prämiirungs-Markt, mit welchem eine Verloosung von Vieh und landwirthschaftlichen Gebrauchs-Gegenständen verbunden werden soll, hat der Gemeinderath einen engeren Markt-Ausschuß gewählt, welcher in seiner ersten Sitzung verschiedene Comites einrichtete und denselben die erforderlichen Arbeiten zutheilte. Hoffen wir, daß dem Unternehmen, in unserer Stadt einen weiteren größeren Markt einzurichten, die wünschenswerthe Unterstützung nicht fehlen wird.
Schiffsnachrichten.
Jamburg,28.November. sHamburg-AmerikanischePacketsahrt- Actien-Gesellschaft.j Das Hamburg - Newyorker Post - Dampfschiff „(Scanbia", Capitän Kopff, welches am 15. November von hier und am 17. November von Havre abgegangen war, ist am 28. November, 2 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen.
H a m b u r g, 28. November. sHamburg-Amerikanische Packetfahrt- Actien-Gesellschast.j Der Hamburger Doppelschrauben-Schnelldampser „Fürst Bismarck", Capitän Albers, welcher am 21. November von Southampton abgegangen, ist am 28. November, 9 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. Reisedauer von Hamburg bis Newyork 8 Tage 2 Stunden 10 Min. Qceanfahrt von Southampton 6 Tage 21 Stunden 15 Min., von Queenstown aus gerechnet 6 Tage 6 Stunden 15 Min.
Verkehr, Land« nnd Volkswirthschaft.
Gieße«, 1. December. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,10—1,20, Hühnereier 1 ©t 7-8, 2 St.----H, Enteneier 1 St. ---- 2 St. -
Käse pr. St. 5—10 A, Käsematte pr. St- 3 A, Erbsen pr. Liter 25 A# Linsen pr. Liter 29 H, Tauben pr. Paar X 0,40—0,60, Hühner pr. Stück X 0,90—1.00, Hahnen pr. St- X 0,50—0,75, Enten pr. Stück X 1,70—2,00, Ochsenfleisch pr. Pfd- 70—76 Kuh- und Rindfleisch 62—66 A, Schweinefleisch 60-70 H, Hammelfleisch 50—70 A, Kalbfleisch 60—64 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo X 8,00—0,00, Weißkraut pr. St. 4—10 A. Zwiebeln ver Centner X 4,50—5,50, Milch per Liter 12-18 3, Gänse 46-56 A.
Herborn (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 30. November. Auf den heutigen hiesigen Markt mürben gebracht: 359 Ochsen, Kühe unb Rinber, unb 343 Schweine.
— lieber HLckselfütternug. Der alte Gebrauch, ben Pferben als Beigabe zum Haserfutter Häcksel (aus Hafer-, Weizen- ober Kornstroh unb oft auch mit Heu burchmengt) zu geben, ist vielfach in ben Stäbten außer Gebrauch gekommen. Theils gibt man jetzt den Pferden den Hafer ohne Zusatz, theils schrotet man ihn oder verwendet die Spreu des Spelzes als Beigabe. Alles dies thut man aus Unkenntniß, indem man annimmt, das Häcksel sollte als Ersatz (Surrogat) des Hafers gelten. Dem ist jedoch nicht so. Man mengt das Häcksel dem Hafer deshalb bei, um dadurch die Pferde zu zwingen, die Haferkörner gehörig zu zerbeißen, zu durchkauen und einzuspeicheln. Der Speichel hat ähnliche Eigenschaften wie der Magensaft und arbeitet der Verdauung vor. Durch kein anderes Etwas wird ein ähnlicher Vorgang beim Füttern des Hafers bewirkt als durch die Beigabe vonnichtzukurzem Häcksel. Die Spelzfpreu ist zu kurz, um ein Schutzmittel gegm das Verschlucken ganzer Haferkörner abzugeben; das Verfüttern des unverarbeiteten Hafers ist absolut zu verwerfen unb bas Verschroten bewirkt oft, daß bie Futtermasse zu gierig ausgenommen wirb, infolge besten oft in trockenen, unverkauten unb uneingespeichelten Ballen in ben Magen ber Thiere gelangt unb von ba aus nicht allein oft gänzlich unverbaut nneber abgeht, sonbern auch mitunter Krankheiten (Kolik rc.) erregt, bie oft zum Verlust bes Pferbes führen. Alte Gebräuche sollte man nicht fobalb ungeprüft abstellen unb beherzigen, was ber alte Thaer in anberen Worten einst sagte: Erst erforschen warum? unb bann erst sich entscheiden! —r.
Ein grosser Gewinn Denjenigen sicher, die sich bei ihrer Toilette der
Doerings Seife mit der Eule als Waschmittel bedienen, weil durch beeidigte Chemiker festgestellt ist, dass diese die beste, die zuträglichste, die mildeste aller existirenden Seifen ist. Wie man durch fast alle minderwerthigen Seifen rauhe, rissige, faltige Haut davonträgt, so gewinnt man hier schönen Teint, weisse Haut, frisches Aussehen.
Die Frage ob jung ob alt, ob frisch ob welk, liegt also meistens in der Wahl der Seife. Nun handelt! Preis h StÄck. 40 Pf» 7485 Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen.


