* Düsseldorf, 25. Juli. Ein Einbrecher wählte in vorletzter Nacht das Haus des Ersten Staatsanwalts zum Schauplatze seiner gesetzwidrigen Thätigkeit und brach daselbst in den Keller ein, wo er sich jedenfalls erst verborgen halten wollte, um später dann „activ" zu werden. Dem dort ausgestapelten Wein konnte der Dieb nicht widerstehen; er kostete von dem edlen Rebensaft so viel, daß er seiner Sinne und seiner Beine nicht mehr mächtig war und, alle Vorsicht außer Acht lassend, sich im Garten zum Schlaf niederlegte. Hier hätte man seine Anwesenheit vielleicht auch noch nicht bemerkt, wenn der Bezechte nicht durch ein weithin hörbares Schnarchen die Aufmerksamkeit aus sich gelenkt hätte. Man fand bei dem Einschleicher, der übrigens Morgens um 10 Uhr noch nicht vernehmungsfähig war, eine ganze Einbrecher-Ausrüstung.
* Lüttich, 27. Juli. Der Notar Lecampe aus^dem nahen Argenteau hatte kürzlich beim Essen zwei künstliche Zähne verschluckt, die sich in der Speiseröhre sestsetzten. Da es weder gelang, den fremden Körper durch den Mund herauszuholen, noch in den Magen hinabzustoßen, entschlossen die Aerzle sich zum Speiseröhrenschnitt, nach welchem eine derartige Blutung eintrat, daß der Leidende derselben erlag.
* Daß Grenzstreitigkeiten mitten im deutschen Vaterlande noch möglich sind, zeigte sich, wie man der „Köln. Ztg." aus Kreuznach schreibt, kürzlich an der durch das benachbarte Hüttenthal sich hinziehenden preußisch-bayerischen Grenze. Lange Jahre hindurch waren der preußische und der bayerische Theil des reizenden Thälchens am Fuße des Rheingrafensteins an einen Wirth vermiethet, dem es ganz gleichgültig blieb, ob er die haarscharfe Richtung der Grenze kannte oder nicht. In diesem Jahre hielten nun zwei Restaurateure ihren Einzug ins Hüttenthal, indem der eine aus dem preußischen, der andere auf dem pfälzischen Theil des Thales Wirthschast betrieb. Nach der bisherigen Ansicht ging die Grenze mitten durch einen stattlichen Baum, um dessen Stamm ein runder Tisch angebracht war, dessen eine Hälfte blauweiß und dessen andere Hälfte schwarzweiß gestrichen wurde, zum Zeichen, daß durch die Grenze der Tisch in eine preußische und eine bayrische Hälfte getheilt werde. Es entstand nun die Frage, welcher von den beiden Wirthen den Tisch benutzen dürfe, und damit war der Grenzzwischensall geschaffen. Man erhob Vorstellung an amtlicher Stelle und jetzt wurde an Ort und Stelle die Grenzstreitigkeit geschlichtet. Zwei Commissionen waren zu diesem Zweck erschienen, die preußische mit dem Landrath des Kreises Kreuznach, die bayerische mit dem Bezirksamtmann von Kirchheimbolanden an der Spitze. Die Entscheidung fiel für Preußen bezw. den preußischen Wirth
günstig aus- genaue Messungen ergaben, daß der fragliche Baum mit seinem Stamm ganz aus preußischem Gebiete stehe, mit letzterem aber auch haarscharf die Grenze abschneide, sodaß der preußische Wirth doch nur einen halben Tisch anbringen, während der bayerische gar keinen Tisch an den Baum anlehnen darf. Auch sonst wurde die Grenzlinie noch verschiedentlich um mehrere Meter zu Gunsten des preußischen Theils erneuert.
* London, 25. Juli. Ein geldmüder Nabob aus Leeds, Herr Samson Fox, wohnte im December 1887 einem Concert des Royal College os Music bei, fand heraus, daß dessen Räumlichkeiten zu eng waren, und rückte sofort mit 30000 L. heraus, die er dem Ehrenpräsidenten des Collegs, dem Prinzen von Wales, zum Bau eines Conservatoriums zur Verfügung stellte. Der Prinz zeigte sich der Gelegenheit vollständig gewachsen, ließ sich ein Grundstück in Kensington dafür schenken und von dem Architekten Sir A. -Bloomfield ein Gebäude darauf errichten, welches 45 000 L. kostete, und siehe da, der biedere Samson Fox griff wieder in seinen Geldsack und holte daraus die nöthigen 15 000 L. heraus, und mit diesen 45000 L. (900 000 M.) kam das Gebäude zustande und ward in der vorigen Woche durch den Prinzen von Wales in Gegenwart von Mitgliedern der königlichen Familie, der Aristokratie, des Clerus, der Kunst und Literatur seierlichst eröffnet. Das Schülerorchester spielte Beethovens Ouvertüre, zur Weihe des Hauses, woraus dann Samson Fox dem Prinzen eine Ansprache halten durfte, welche dieser mit Lobsprüchen aus seine Freigebigkeit beantwortete. Das Conservatorium ist in einen männlichen und einen weiblichen Flügel eingetheilt und ist musikdicht gebaut, sodaß der Schall sich möglichst wenig sortpflanzt. Wahrscheinlich wird es noch mit einer Bühne ausgestattet werden, wozu Samson Fox wiederum in seinen Seckel steigen wird. So werden hier Conservatorien gebaut.
Citeratur und KuttfL
— Nicht nur für die langen Winterabende ist eine angenehme und fesselnde Lectüre Bedürfniß. Wir meinen vielmehr, daß die heißen Sommertage erst recht ein Verlangen nach gutem Lesestoff rechlfeittaen. Wer sollte nicht froh sein, wenn er dem heißen Tagewerk entfliehen, in schattiger Laube sich erholen und an anmuthiger Lectüre erfreuen kann? Als eine solche empfehlen wir allen unfern Lesern aufrichtig das allgemein beljebte Schorer'sche Familienblatt, welches außerordentlich anregende, vielseitige Unterhaltung bietet. Namentlich das laufende Quartal bringt vieles, was besonders hervorzuheben ist, z. B. einen vorzüglichen Roman von H. Schobert („Künstlerblut"), „Spukgeschichten" von Nataly von Esckstruth. Auch A. Oskar Klaußmann bietet wieder 'hochamüsante Beiträge. Wir empfehlen immer gern diese treffliche illustrirte Zeitschrift, weil wir es mit gutem Gewissen thun können.
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Donnerstag den 31. Juli
Grehenev Anzeiger.
VerMisehtes.
* Darmstadt, 27. Juli. (Gehalte der Volksschulehrer.) Das Großh. Regierungsblatt veröffentlicht soeben las Gesetz über die Gehalte der Volksschullehrer. Nach den Bestimmungen dieses Gesetzes hat jeder definitiv angestellte Lehrer an der Volksschule bei gewissenhafter und tadelloser Dienstsührung nach 5 jähriger Dienstzeit einen Gehalt von WO Mk., nach 10jähriger von 1100 Mk., nach 15jähriger Don 1250 Mk., nach 20jähriger von 1400 Mk. und nach fjähriger Dienstzeit von 1600 Mk. zu beziehen. Das Gesetz itt rückwirkend mit dem 1. April 1890 in Kraft. "
* Berlin, 28. Juli. Das allerneueste ist die demnächstige Umsormirung der in der Verwaltung der Post- und Telegraphie, namentlich im Fernsprechwesen beschäftigten Damen. Sie erhalten postblaufarbene Schoßtaillen aus Tricotstoff mit tcn bei den männlichen Beamten gültigen orangefarbenen fragen und Aufschlägen nebst blanken Knöpfen, die sie im Dienst zu tragen^haben. Hinsichtlich der Kleiderröcke sollen .;fic es auch fernerhin nach ihrem Belieben halten können. In jdcr vorigen Woche ist den in Berlin, besonders an der Börse itcschäftigten Damen zu der „Amtskleidung" Maß genommen ivorden. Die neue Tracht dürste nicht unkleidsam sein- dennoch soll sie den Beifall der betheiligten Damenwelt [keineswegs gefunden haben und Excellenz v. Stephan wird aus ihren Dank kaum rechnen dürfen.
Frankfurt a. M., 29. Juli. Ein frecher Betrugsversuch wurde gestern bei dem hiesigen Bankhause E. Laden- burg gemacht. Ein fremder Mann versuchte zwei aus die Summe von 500 Mk. lautende Wechsel eines Amerikaners, der Deutschland gegenwärtig zum Vergnügen bereist und der „Kl. Pr." zufolge sich in Heidelberg z. Zt. aufhält, zu dis- tontiren. Auf den Wechseln fehlte indeß die Unterschrift des Amerikaners, worauf der Kassirer den Präsentanten aufmerksam machte. Derselbe erklärte, dieselbe in Heidelberg holen wollen. Während der Gauner sich angeblich zu diesem Zwecke auf den Weg machte, traf von dem fraglichen Amerikaner ein Telegramm ein, worin er mittheilte, die Wechsel habe er verloren oder sie seien ihm gestohlen worden. Nachmittags fand sich der dreiste Betrüger wieder ein, präsentirte die jetzt mit (natürlich gefälschter) Unterschrift versehenen Wechsel, wurde aber, statt Geld zu erhalten, von einem verständigten Criminalschutzmann verhaftet. Der Gauner giebt on, Ulrich zu heißen und aus Würzburg zu sein. Derselbe tourbe Vormittags in Begleitung eines Frauenzimmers und zweier Männer gesehen. Man glaubt, daß diese vier Personen ein Consortium von Betrügern bilden.
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