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i, Albert Ullrich. Max Jaskowski. Adam Reiners. Helene Pauli. Otto Frank. Luise Maas.
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Theater, Giessen ion: Adam Reinere!. 845 $tag den 28, Januar: int Im Abonnement Inskarten gültig.
* liebe Onkel'*.
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tg, Planer Paul v. Gallas. Frau Luise NeuschiHing. Verwandte
jung 7-/, Uhr, Anfang 8 Uhr, Ende lO'li Uhr.
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Nr. 24.
Mittwoch den 29. Januar
1890
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politische Neverficht.
Gießen, 28. Januar.
Allseitig ist es ausgefallen, daß in der Thronrede des Schicksals des Socialistengesetzes mit keiner Silbe Erwähnung gethan wurde und die Parteipresse der verschiedenen Richtungen hat sich beeilt, diesen Umstand in mehr oder weniger wahrscheinlicher Weise zu deuten. Vielleicht wird man das völlige Schweigen der Thronrede über das Socialistengesetz als ein Zeichen aufzufassen haben, daß sich die Reichsregierung, nachdem durch ihr Festhalten an der Ausweisungsbesugniß die Socialistenvorlage zu Falle gekommen, noch durchaus unklar ist, wie nun eine Lösung der schwierigen Frage herbeigeführt werden soll. Daß auch der nächste Reichstag der Negierung die Ausweisungsbefugniß nicht zugestehen wird, kann schon jetzt nicht dem geringsten Zweifel unterliegen, und das ist noch der denkbar günstigste Fall - aber es gilt auch mit der Möglichkeit zu rechne», daß die kommenden Wahlen wieder einen oppositionellen Reichstag zeitigen und ein solcher würde vermutlich für das Socialistengesetz überhaupt nicht zu haben sein. In diesem Falle würde dann die Negierung am 1. October d. I., bis zu welchem Termine das vom Reichstage vor zwei Jahren verlängerte Socialistengesetz noch währt, der Socialdemokratie ohne jede außerordentliche Vollmacht gegenüberstehen — wünscht man in Negierungskreisen einen derartigen Ausgang, um vielleicht dem Reichstage die alleinige Verantwortlichkeit für die der Aushebung sämmtlicher Ausnahme-Maßregeln gegen die Socialdemokratie etwa entspringenden Folgen ausbürden zu können? Nun wohl, hoffentlich wird man bald über die Tactik der Regierung in der Socia- listensrage Ausschluß erhalten!
In Frankreich geht der Boulangismus immer mehr aus dem Leim. Zu den schon vorhandenen Spaltungen im leitenden Ausschüsse der boulangistischen Partei haben sich auch Meinungsverschiedenheiten über die antisemitische Frage gesellt, die wahrscheinlich den Austritt mehrerer Mitglieder aus dem Ausschüsse veranlassen werden. Laur und Doroulöde sind für die Fortsetzung des von den Boulangisten eingeleiteten antisemitischen Feldzuges, Naquet aber verlangt dessen sofortige Einstellung, widrigenfalls er seine Entlassung zu nehmen droht. „Figaro" meldet nun, daß Boulanger, welcher ebenfalls gegen den Antisemitismus ist, die Beilegung des Zwistes übertragen worden sei, doch da der „bravo general“ sich in Frankreich nicht zeigen darf, also auch nicht persönlich eingreifen kann, so wird ihm die Wiederherstellung des Friedens unter seinen Getreuen schwerlich gelingen.
Die Italiener können einen neuen bedeutsamen Erfolg in Ostafrika verzeichnen, falls der „Eapitano Fracassa" recht berichtet ist. Das genannte römische Blatt wollte wissen, daß der italienische General Orerv am Samstag nur noch
30 Kilometer von der Stadt Adua, der Hauptstadt der abyssinischen Provinz Tigris, entfernt stand, und vermuthete, daß der General am 26. Januar, dem Jahrestage der Schlacht von Dogali, daselbst die italienische Flagge ausgehißt haben würde. Mit der Besetzung der Stadt Adua, eines militärisch wie commerciell wichtigen Punktes, hätten die Italiener die „Abrundung" ihres colonialpolitischen Besitzes auf Kosten Abyssiniens vorläufig zu einem höchst wirksamen Abschluß gebracht, zumal ihnen der Besitz Tigrie's ein maßgebendes Eingreifen in die abyssinischen Angelegenheiten sichert. Freilich müssen sich die Italiener daraus gefaßt machen, daß die Besetzung Andas das Mißvergnügen der Franzosen über das Vordringen ihrer italienischen Nachbarn in Abyssinien nur noch erhöhen wird und schon jetzt fehlt es in der französischen Presse nicht an scharfen Angriffen aus Italien, welches sich erkühnt, seinen colonialen Besitz in Ostasrika immer mehr auszubreiten, ohne erst Frankreich zu befragen.
Deutsches Reich.
][ Darmstadt, 27. Januar. Zur Feier des höchste« Geburtsfestes Seiner Majestät des Kaisers fand heute früh Neveille, um 9*/4 Uhr in der katholischen, um 10 Uhr in der evangelischen Stadtkirche Festgottesdienst der Militärgemeinde statt. Letzterem wohnten Ihre Großh. Hoheiten die Prinzen Heinrich und Wilhelm bei. Um 111/2 Uhr wurde aus dem Paradeplatz eine Parade über die Truppen der Garnison' Darmstadt abgehalten. Dieselbe wurde vou dem Generalmajor Frhr. von der Planitz commandirt. Der Generallieutenant v. Wißmann, Commandeur der 25. Division, brachte das Hoch aus. Um 2 Uhr findet im „Darmstädter Hof" ein Festessen für die Civilbeamtcn und Bürger, um 4 Uhr ein solches für das Osfiziercorps und die Militärbeamten im Militärcasino statt.
Neueste Nachrichten.
WoM telegraphisches Corrcspondcnz-Bureau.
Berlin, 27. Januar. Der Kaiser nahm heute früh 83/4 Uhr die Gratulatioueu des kaiserlichen Hauptquartiers entgegen, um 10 Uhr diejenige« der Mitglieder der kaiserlichen Familie, «in 1.0 y2 Uhr die des engeren Hofes, der Commandeure der Leibregimenter in Berlin und Potsdam, des Hausministers, der Hosschargen, der General- und Flügel adjutanten, des Oberhospredigers Kögek. Um 111/2 Uhr brachten der Reichskanzler und die Staatsminister ihre Glückwünsche bar; diese wurden daraus auch von der Kaiserin empfangen. Um 103/4 Uhr traf der König von Sachsen ein, von den Prinzen Friedrich und Leopold und dem General- adjutanten Wittich empfangen. Er besuchte alsbald das
Kaiserpaar und beglückwünschte den Kaiser. Um 1 Uhr sand bei der Kaiserin Friedrich Frühstückstasel statt, woran theil- nahmen mit dem Kaiserpaar auch die Mitglieder der königl. Familien. Abends 6 Uhr sand bei dem Kaiserpaar Familien- tasel, beim Reichskanzler Diner mit dem diplomatischen Corps statt, dem Staatsminister Gras v. Bismarck, dem Unterstaats secretär Berchem, den Direetoren und Rächen des Auswärtigen Amts. — Der Kaiser verlieh dem Hausminister v. Wedell den rochen Adlerorden 1. Classe mit Eichenlaub.
Berlin, 27. Januar. Beim heutige» Festmahle der städtischen Behörden brachte Oberbürgermeister Forcken- b c cf den Toast auf deu Kaiser aus, in welchem er unter Hinweis aus deu Heimgang der so sehr geliebten und verehrten Kaiserin Augusta der unerschütterlichen Treue uud Hingebung der gesammten Bürgerschaft für den Kaiser, sowie dem innigen Danke warmen Ausdruck gab, daß der Kaiser mit fester und starker Hand die Regierung führe, als Erbe seiner glorreichen Väter das wiedererrichtete Deutsche Reich und die nationale Einheit schirme und den Weltfrieden und damit das Gedeihen der Reichöhauptstadt schütze. Der Stadtverordnetenvorsteher Stry ck toastete aus die Kaiserin. Die abendliche Illumination ist ganz allgemein und überaus glänzend.
Berlin, 27. Januar. Der Kaiser eruannte «ach der „Post" durch Cabinetsordre von heute R 0 erdanß, Ju- speeteur der Garde-Fußartillerie und Generallieutenant v. L e- winski, Commandeur des 9. Armeecorps, zu Generalen der Artillerie, den Commandeur des 4. Corps v. Hänisch uud deu Groß Herzog v 0 n Mecklenburg-Schwerin zu Generalen der Cavallerie, den Commandeur der 10. Divisiou Seekt zum commandirenden General des 5. Armeecorps und endlich den Generallieutenant Grolmann, den Gouverneur des Jnvalidenhauses, zum General der Infanterie.
Berlin, 27. Januar. Anläßlich vou Kaisers Geburtstag habe» alle öffentlichen und sehr zahlreiche Privatgebäude festlich geflaggt. Die Schauläden sind mit Kaiserbüsten und anderem Schmucke geziert. In den Schulen sanden Festacte statt. Heute Mittag wurde» am Königsplatze 101 Kanonenschüsse gelöst.
Köln, 27. Januar. Die „Köln. Ztg." veröffentlicht auf Grund der Protokolle einen größeren Auszug aus den Verhandlungen der Sarnoa-Con seren z. Danach erklärte Graf Bismarck schon in der ersten Sitzung als Zweck der Cvnserenz, daß die Mächte sich vereinigt über die Mittel verständigten, die Schwierigkeiten der damaligen Lage in Samoa zu ebnen und eine genügende Gewähr für die Zukunft zu bieten. Als Grundlage der Verhandlungen betrachtete die deutsche Regierung die Erhaltung der bestehenden Verträge I und die Gleichheit der Rechte der drei vertragschließenden । Mächte, sowie die Unabhängigkeit und die Neutralität des
Feuilleton.
An Bord
Maritime Plaudereien von Dr. S.
(Schluß.)
Ju solche» Lagen ist das Schiff genöthigt, mit conträrcm Winde zu segelu und so in einem Tage den Cours zu verlieren, der vielleicht die Frucht wochenlanger Anstrengungen ist. Ein vor dem Sturme dahintreibendes Schiff bietet einen unheimlichen Anblick dar. Die Luft ist dicht und finster, das Meer schwarz, der Gesichtskreis kaum eine Minute weit und das Tosen des Sturmes und der Wellen betäubend. Man sieht nichts als eine unförmliche, undeutliche Masse [teigen, fallen, erscheinen und verschwinden. Man erblickt keinen Menschen, denn die Finstermß hüllt alles ein, man hört keinen Schrei, denn der Sturm übertönt Alles. — Wcchm geht diese Masse, was ist sie? Niemand weiß es!
Vielleicht weniger schrecklich, aber desto trauriger ist der Anblick eines Schiffes, welches beigelegt hat. Sein Gehäuse taucht empor und verschwindet wieder, je nachdem c^ entweder in die Aushöhlung der Wellen sinkt oder auf ihrem Gipfel emporsteigt. Es neigt sich bald vornüber, Oatb wärts und stellt so eine Schaukel auf den empörten Wogen dar. Dieselben überfluthen sein Verdeck und tauchen e§ unter, so daß nur noch die Spitzen der Mastbäume üb^^bietben. In solchen schweren Momenten gilt nur die Frage: Wird das Schiff wieder auftauchen? * Ist es fest gebaut, >0 erscheint es wieder, ist es alt und morsch, so versinkt es, denn 0em wüthenden Anstürme der Wellen kann ein altes Schiff in solcher Lage selten siegreich widerstehen.
Diesen Eindruck macht ein Schiff im Sturme iube|fen aus den Zuschauer, der sich nicht selbst aus dem Schiffe be
findet. Etwas anderes ist es dagegen um einen Sturm, den man an Bord mit durchmacht, daun tritt das Beängstigende und Furchtbare, aber auch wieder Erhabene der Situation in noch ganz anderer Weise an uns heran und wenn wir mit dem Schiff den einen Augenblick in den tiefen, schwarzen Schlund hinunterstürmen, den der Sturm in seinem Grimm in den Fluthen aushöhlt, um im nächstfolgenden Moment aus dem schaumgekrönten Gipfel eines Wellenberges zu balaucireu, wenn der Sturm in dem Tauwerk über unserem Haupte zornig wühlt und Stangen und Raaen prasselnd auf Deck herniedersendet, während eine Sturzsee nach der andern sich donnernd über die Wanten ergießt — dann bekommt der Seereiseude erst einen richtigen Begriff von dem, was Sec sturm bedeutet! — Auf Meeresflächen, die engbegrenzt sind, wie der Canal zwischen England und Frankreich, ist ein Sturm noch gewaltiger als auf offener See, und wer etwa auf der Ueberfahrt von London nach Havre unglücklicher Weife einen stürmischen Tag auswählt, bekommt daun trotz der kurzen Strecke einen Inbegriff aller Leiden zur See. Ich selbst kann ein Liedchen von einer solchen Canalfahrt fingen:
Es war an einem prächtigen Herbstnachmittage, als ich an Bord des „Saturn" die Themse hinuntersuhr, um Abends gegen 5 Uhr die steilen Felsenufer von Margate zu umschiffen. Der Abend war wundervoll, das Meer ruhig, die Lust heiter; gleich den Laternen einer Straße entzündeten sich die Lichter von Deal und Dover und die flackernden Feuer der Leuchtthürme, durch welche der Schiffer vor den Sandbänken des Canals gewarnt wird. Wir sollten nach der Versicherung des Capitäns am nächsten Morgen gegen 6 Uhr in Havre sein, und in dieser frohen Zuversicht gingen wir denn Alle seelenvergnügt „zur Coje", aber nur, um gegen Mitternacht höchst unsanft geweckt z« werden. Es hatte sich plötz
lich, wie dies im Canl häufig vorkommt, ein scharfer Westwind erhoben und wühlte die See derartig auf, daß an ein Schlafen gar nicht zu denken war. Ich zog mich an und balancirtc mich mühsam aus das Verdeck hinauf, da ich lebhaft wünschte, das Schauspiel des empörten Meeres möglichst ungehindert zu betrachten. Ich suchte mir ein möglichst gesichertes Plätzchen und nun konnte ich alle Phasen des Sturmes beobachten. Das Schiff wurde von ihm wie ein Gummiball herumgeschleudert und aus einem Wogenabgrund in de« anderen geworfen, während von allen Seiten die schaum- gekrönten Wogen sich gegen das Schiff stürzten. Der „Saturn" war ein neuer, stark gebauter Dampfer und wahrscheinlich rettete uns nur dieser Umstand, denn ein alter Schiffskörper hätte diesem wüthenden Anprall der Sturzseen, diesem fortwährenden Auf und Nieder in den Wellenthälern unmöglich erfolgreich widerstehen können. Ich selbst hatte mich vorsichtshalber an meinem Standort, unmittelbar neben den Schornsteinen festgebundcn und diese Vorsicht erwies sich als nicht unnütz, denn die gewaltigen Sturzseen, die mitunter über das ganze Verdeck fegten, würden mich vielleicht sonst doch mit sortgespült haben.
Fast in jeder Minute brachte uns der Sturm in eine andere Lage, bald schrecklich, bald lächerlich; jetzt stellte er das Schiff förmlich auf den Kopf, dann warf er es wieder aus die Füße zurück, wenn ich mir diesen Ausdruck gestatten darf; jetzt kehrte er es auf die rechte Seite und jetzt aus die linke Seite. So oft sich das Schiss aus die eine Seite legte, drehte sich das Rad der andern ganz außerhalb des Wassers befindlichen Seite mit rasender, geräuschvoller Schnelligkeit und wenn das Schiff wieder sich nach der entgegengesetzten Richtung neigte, schlug dieses Rad auf das Wasser wie ein schwerer Hammer aus einen Ambos. Das Schiff machte Sprünge, gleich einem harpunirten Potfisch, so daß ich glaubte,


