Heu der
1890
Sonntag den 28. September
Zweites Blatt
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Amts- und Anzeigeblatt fih? den Kwii Gieren.
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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr.
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Be- be-
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43300 21850 163.70 156 OO 9900
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67.80 100.40 100.80 87.50
57.50 65 20 95.-
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Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen :u den Terminen vorzuladen und wie geschehen unter Angabe der Namen der Vorgeladenen anzuzeigen oder zu berichten, daß
Niemand vorzuladen war.
Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben.
v. Gagern.
Hospitanten ausgenommen werden. In der oberen Klaffe können nur junge Leute mit den entsprechenden Vorkenntniffen, namentlich solche, welche die untere Claffe mit Erfolg besucht haben, Ausnahme finden.
Der Unterricht findet im Anschluß an eine gute Lehrmittelsammlung statt, welche im vergangenen Jahre wesentlich vergrößert worden ist. Die Schüler werden auch außerhalb der Schulstunden von den Anstaltslehrern beaufsichtigt und in ihren Privatwohnungen von denselben besucht. Gegen Ende März findet der Schluß des Cursus mit einer öffentlichen Prüfung statt. Das Schulgeld beträgt 25 JC.
Anmeldungen und speciellere Anfragen find an den Vorstand der Schule Großh. Landwirthschaftslehrer Herrn Leithi- ger in Alsfeld zu richten, welcher auch in Betreff der Unterbringung der Schüler in Privathäusern nähere Auskunft ertheilt und behilflich ist-
Alsfeld, den 8. September 1890.
Der Aufsichtsrath der landw. Winterschule zu Alsfeld: v. Grolman.
Gießen, den 25. September 1890. Betr.: Obstausstellung und Obstmarkt.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großh. Bürgermeistereien de- Kreise-.
In der Zeit vom 2. bis 8. October findet in Friedberg eine Obstausstellung mit Obstmarkt statt. Wir machen Sie im Jntereffe des Obstbaues aufmerksam aus diese Unternehmungen und erwarten, daß Sie die Beschickung der Ausstellung wie namentlich des Marktes, für den bedeutendere Bestellungen eingelaufen sind, kräftig unterstützen. Namentlich wird es sich empfehlen für Collektivausstellung von Gemeindeobst Sorge tragen wollen, um größere Sorten-Kenntniß zu erlangen.
Hervorragende Leistungen werden durch Ehrendiplome anerkannt werden.
ötertellätjvigec Monnemcutwetoti 2 Mark 20 Pfg. mV Bringerlohn.
Durch die Post bezoH« 2 Mark 50 Ps«.
Nedactton, ExpedAt» und Druckerei:
-chntstrnte Fernsprecher 51.
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Jede nähere Auskunft ertheilt die Geschäftsstelle Wetterauer Obstbauvereins.
v. Gagern.
Alle Ännoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen.
„Er meint es so gut mit mir, Bater! und wird mich gewiß glücklich machen."
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Müller Zimmer von Ltch
Heim. Pauli VII. von Langsdorf Bürgermeister Bopp von Bellersheim Christian Rau von Ltch Philipp Zimmermann von Ltch, Christian Heller von Lick, Balth. Weller II. von Wteseck, Joh. Haas von Burkhardsfelden Gg. Ludwig Schwab von Mockstadt, Preis Wtlh. Gorr von Münzenberg, „
Aug. Wolf von Beistaot, „
Moritz Jäger von Trais Münzenberg Gg. Leopard von Melbach
Will). Eß von Assenhetm
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stember 1890.
ÄtB gar. Goldrecke iltener Recke Merrecke eck HL
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Landw. Winterschale de- landw. Verein- für die Provinz Oberheffen zu Al-feld betr. 4 Die landw. Winterschule zu Alsfeld wird den Unterricht in beiden Klasten Montag den 27. October l. I., Vormittags 10 Uhr, beginnen. Der Unterricht wird von zwei Landwirthfchaftslehrern und vier Hilfslehrern nach dem von der Großh. Oberen landw. Behörde vorgeschriebenen Normalplan ertheilt. In der unteren Klasse werden dementsprechend hauptsächlich die allgemeinen Bildungüsächer und Naturwissenschaften mit Rücksicht auf die Landwirthschast, in der oberen Klasse vorzugweise rein landw. Disciplinen als: Ackerbau (Düngerlehre), Viehzucht (Fütterungslehre), Betriebslehre, Buchführung, Obstbau-, Feldmessen, Molkereiwesen rc neben den Naturwissenschaften gelehrt.
Ausnahmsfähig sind junge Leute, welche die Volksschule mit Erfolg besucht haben, z. Z. ohne besondere Prüfung, im Alter von 14—20 Jahren. Aeltere Landwirthe können als
ahn Lombarden do.
Mit der Ausstellung und dem Markte ist eine Verloosung von zweckdienlichen Geräthschasten und Bäumen verbunden. Für den Vertrieb der Loose, die Ihnen, sofern Sie Obmänner der Lokakvereine sind, zugeschickt wurden, wollen Sie sich bemühen, und den Empfang der Loose durch Absendung beigegebener Empfangsbescheinigung bestätigen und die nicht abge< setzten Loose bis 30. September an die Verloosungscommission zurückschicken, um sie während der Ausstellung hier noch werthen zu können.
Die Einladung zu zahlreicher Beschickung und zum suche der Ausstellung wollen Sie auf ortsübliche Weife
„Ja, ja," erwiderte Herr Schmalmann nach einer neuen kleineren Pause, während welcher er sein Kind nickend angesehen und ihm mit der Hand über die blonden Zöpse gestrichen hatte, „ja, ja, Traudchen, die Jugend ist schön- ich weiß es, o, ich weiß es wohl, beim Deine Mutter war auch schön und so lieb — so lieb! Aber die besten gehen fort, Traudchen, Deine Mutter ist tobt und die Jugend verfliegt wie ein Pfeil. Nach dem hell leuchtenden Tage und der Sonne, der Jngend, kommt die Nacht der Sorge und deö Alters, kommt um so härter und düsterer, je glänzender und glücklicher die Sonne, die Liebe, war. Je größer diese, je drückender jene. Gieb wohl Acht, Kind! Gieb wohl Acht! Wenn dann die Welt mit ihrer ganzen Herbheit, mit ihrer ganzen unglücklichen Gefühllosigkeit Dir gegenübertritt und Du stehst auch fo allein, wie — wie Du mich lassen willst, wenn kein wärmender Strahl mehr an Dein Herz dringt, das so sehr der Wärme bedarf, wie ein Saatkorn der Frühlingssonne, — Traudchen, gieb wohl Acht, daß eö nicht erstarrt, — es wäre Dein Unglück — wie wie es meines wäre, wenn Du gehst."
(Fortsetzung folgt.)
Bekanntmachung.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß bei der Viehpreisvertheilung in Hungen am 22. September 1890 die nachverzeichneten Viehzüchter für Vorführung von preiswürdigen Thieren die nachstehenden Preise im Ge- sammtbetrage von 995 Mk. erhalten haben.
Gießen, den 24. September 1890.
Der Director des landwirthschast!. Bezirksvereins Gießen. Jost, Negierungsrath.
I. Für Bullen Simmenthaler Ra^e:
zu Grünberg;
2) derjenigen aus den in dem Amtsgerichtsbezirk Gießen gelegenen Gemeinden Dienstag brn 7, Oetbr. I. I., Vormittags IO Uhr, in dem Regierungsgebäude (aus dem Brand) zu Gießen;
3) derjenigen aus den in den Amtsgerichtsbezirken Lich und Butzbach gelegenen Gemeinden Mittwoch den 8. Octbr L I., Nachmittags 1 Uhr, in dem Rathhause zu Lich;
4) derjenigen aus den in den Amtsgerichtsbezrrken Hungen, Laubach und Nidda gelegenen Gemeinden Mittwoch den LS. Oetbr. l. I., Nachmittags 1V3 Uhr, in dem Rathhause zu
Gg. Bernhäusel von Södel Bürgermeister Conrad von Blofeld Wirtwein von Biebesheim,
Der ♦identr Anzeiger erscheint täglich, otr Ausnahme deS MontagS.
Die Gießener W»«1tte«ßtäiter »erden dem Anzeiger »Schenklich dreimal beigelegt.
Während dieser trat Herr Schmalmann leise und unbemerkt in die Küche. Wie es seine Art war, war er still die Treppe herausgekommen. Müde und abgespannt von den Comptoirstunbeu sehnte er sich nach Ruhe. Da hatte er Geräusch in ber Küche gehört unb war seiner Tochter hierher gefolgt. Als er bie beiben, bie ihn in ihrer Versunkenheit auch jetzt noch nicht bemerkten, so stehen sah, setzte er sich still ans einen umgestülpten Eimer, stützte ben Kopf in bie Hand unb --- weinte.
„Um Gotteswillen, Vater!" schrie Traudchen plötzlich aus und lag im nächsten Augenblick vor ihm aus ben Knieen. Herr Schmalmann schluchzte leise aus. Auch ber junge Mann war über diese unerwartete Wendung sehr betreten geworden unb sagte in einem verlegenen Tone'.
„Herr Schmalmann, ich bin ein ehrlicher Mensch und wenn Ihnen aus unserer Liebe bisher ein Geheimniß gemacht worben ist, so fügte ich mich in bieser Hinsicht nur bem unbedingten Willen Ihrer Tochter. Aber meine Liebe ist aufrichtig und meine Absichten sind redlich. Ich habe die Ehre, Sie um bie Haub Ihrer Tochter zu bitten. Sie kennen mich ja, Herr Schmalmann, ich bin —"
„'s ist gut " sagte Herr Schmalmaim weinenb und in einem so trostlosen, unglücklichen Tone, als ob alle Himmel eingestürzt wären, „'s ist gut. Ich habe keine Tochter mehr, kein Kinb mehr — gut! Jugeub und Jugenblust, Freube um Freube, Hoffnung um Hoffnung nahm mir bie Welt. Nun bin ich alt unb müde — nun geht sie auch, 's ist gut! Gut!" . .
Zitternb umsaßte Traubchen mit ihren Armen bie Kmee ihres Vaters unb verbarg ihr Gesicht, weinenb vor Scham unb kinblicher Angst, in ben Rockschößen ihres Vaters.
„Nie will ich Dich verlassen, Vater, nie unb nimmer, bis Du mich selbst von Dir stößt. Weine nicht, Vater, Du brichst mir bas Herz. Ich will für Dich arbeiten, für Dich rennen unb laufen Tag unb Nacht, ich will Dich pflegen, wenn Du krank bist, will für Dich sorgen früh unb spät, nur
Die Ableistung des Huldigungs. und Verfassungseides seitens der neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großh. Hessischen Untertanen, welche sich, ohne Ortsbürger zu werden, verheiratet haben, soll wie folgt, stattfinden:
1) der Orts- und Hess. Staatsbürger aus den in den Amtsgerichtsbezirken Grünberg und Homberg gelegenen Gemeinden Sam-tag den £. Octbr. l. I,, Vormittags 9 Uhr, in dem Rathhause
Gemeinde Nonnenroth Herr v. Oven von Hungen „ Kammer von Bellersheim
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weine nicht so, Vater! Denke an Deine Augen, an Deine lieben alten Augen."
„Wir passen nun einmal nicht in bie Welt, Traubchen, nimm Dich in Acht! Man wirb Dir wehe thun, Dich be- leibigen, Dich stoßen unb brücken, brängen unb elenb machen, wie sie mirs getan haben. Verlaß Dich barans, Traudchen! Glaube Deinem Vater!"
Traubchen schluchzte leise aus unb sah verstohlen auf Reinholb, ber etwas zur Seite getreten war unb burch baS trübe Küchenfenster hinab in ben Hof sah.
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Der Mann ohne Kopf.
Novelle von Woidemar Urban.
(Fortsetzung.)
Ganz im Gegensatz zu ihren, Worten glühten habet ihre Augen vor Freube unb Glück, unb sie hatte augenscheinlich nicht besonbers viel dagegen einzuwenben, als ber junge Manu, ber rasch in die Küche eintrat, sie ziemlich uncere- moniell umfaßte unb küßte. <
Gott steh mir bei," ereiferte sich bas junge Mabchen weiter, „bist Du ein wilber Mann, Reinholb! Weißt Du nicht, was sich schickt? Du bist ja wie ein Packträger, Rem- holb! Unb Du willst ein Musikus fein? Unb noch bazu ein Flötist, ber immer so zart unb fein in bas Orchester hiiieinflötel? Herr Gott, wenn bas ber Vater wüßte!"
„Unb wer ist schulb baran, baß er nicht schon längst alles weiß? Muß er es nicht einmal boch erfahren? Was kann bie Heimlichthuerei helfen? Traubchen, Du thust immer, als wenn Du bie Tugend in Generalpacht hättest unb boch machst Du hinter bem Rücken bes Vaters solche Geschichten —"
„Ich mache Geschichten? Ich, Reinholb? Na, bei hört aber boch alles auf!"
„Sei nur still, ich ober Du, bas ist hier ganz gleich- aiüig; bie Hauptsache ist, baß es viel richtiger ist, wir treten vor Deinen Vater hin unb sagen ihm, baß wir uns heirathen wollen, richtig wie Frau unb Mann, wie es ber Welt Lauf ist. Das ist vernünftig, das ist tugendhaft unb ehrlich. Sei nur still, Traubchen, ich habe Zulage bekommen. Ich bekomme vom ersten October ab neunzig Mark pro Monat. Davon können wir leben unb bet Himmel hilft uns weiter."
„Wirklich, Reinholb, wirklich unb wahrhaftig?"
Wieder fielen sich die beiden glücklichen jungen Leute in die Arme und so entstand eine bedenklich lange Pause.
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reßener Anzeiger
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Amtlicher Thell.
Gießen, den 25. September 1890.
Betr.: Die Ausnahme der taubstummen Kinder in die Taubstummenanstalten des Landes.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Ort-schulvorsiände deö Kreise-.
Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage noch nicht entsprochen haben, erinnern wir hierdurch an alsbaldige Erledigung unseres Ausfchreibens vom 19. August l.J (Anzeigeblatt Nr. 194 und 195)
______________0. Gagern._____
Gießen, am 22. September 1890.
Betr.: Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassungseides.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an di« Grasch. Bürgermeisterei«« de» «reise».
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