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hütet Euch vor den Antisemiten!
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Wähler hütet Euch vor den antisemitischen
Gießen, im Februar 1890.
Brühl'scht Druckerei iFr. Chr. Pietsch» in Gießen.
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den Fallen auch I x diätetischer I luttgart. 17181
v ■?*!' 001 lD™'3Cn Sßoct>en 1,1 zwei oberhesslschen Wahlkreisen die Thatsache kund wurde, daß daselbst ein Antisemit für den Reichstag kandidire, hat XtX0Vel.T ? ° /T ^at,ei g°hbrt, Keiner aber geglaubt, daß dieser Versuch einen nenn.nswerthen Erfolg hab^. werde. Wie ganz
besonnenen Nlenient^ r Kreisen hat der Antisemit eine große Anzahl von Stimmen und gelangt zur Stichwahl, vielleicht auch, wenn nicht alle
vesonnenen Elemente Zusammenhalten, zum Steg. 1 1 1
eilte nnitiP ungeahnte Erfolg dieser Bewegung? Vergleicht man das Programm der Antisemiten mit dem anderer Parteien, so decken sich
Klassen von d"" e"; Das Eintreten str die Einheit und Größe des deutschen Vaterlandes, für die Erhaltung der Wehrkraft, für Entlastung der unteren
t J .... . -ie v-)0^un9 ^cr Branntweinsteuer und gegen die Vertheuerung der Lebensmittel, für deutsches Recht, für Herabsetzung der Prozeß-
8Cf 2 «9rfl6e;,er?179e^9=bung, für Anfbessernng der Lage der arbeitenden Klassen: dies Alles sind Grnndsätze, die in zahlreichen anderen Partei- Programmen ebenfalls vertreten sind. Ihrethalben bedarf es keiner antisemitischen Bewegung.
itnh «nn iS ^"^^miten finden, von dem weiteren Theile deren Programms, wonach Aufhebung der Iuden-Kmancipati-n
derer die wirss'^^8 * $ Jn/** *1 f Sbfordert wird? Sicherlich besticht dieser Punkt manchen Judenfeind und führt den Antisemiten die Schaaren sein WKnen unrfl ? Ärmeln I ) von Juden benachtheiligt, die Zeit der Rache hierfür herbeisehnen. Aber auch das kann nicht die große Masse der Wähler die Entwicklnn 1 deä c>nd \ O^murfe gegen te Juden bestehe», auch in den Volksmassen ist doch die Erkenntniß weit verbreitet, daß der Druck früherer Jahrhunderte und rrwisckenbnndel Et- b« ""d das Meiste der Mißstände verschuldet hat, die man jetzt beklagt, daß diese Mißstände,/soweit sie den Wucher
k cv < r. ., reffc”' Ech en chrij ichen Volkselementen nicht fremd sind, und daß mit der rohen Gewalt und einfachen Unterdrückung oder Austreibung der Juden hier nicht gewirkt werden kann. 9 9
foenetftpri fommen nun die großen Massen, welche dem antisemitischen Agitator auf das erste Erscheinen zulaufen und seine Lehre wie ein Evangelium
^nehmbn? Die Antwort ergrbtZsich nicht aus dem gedrucktem Programm für sich allein. Man muß, um sie zu finden, die Yedeu der Antisemiten x *****f**9 ber ^mett -eg-» die Nutzenden, der im Leben und ßrwerve Mrückgebtiebenen gegen die vom
5b « ^bSuustlgten, der Anfähigen urtd schwachen gegen die an wirtyschafttichen Kräften Mebertegenen. In den Ruf nach Befreiung von aller Noth " Antisemiten ! 1 s 1 } -C x s^hfllVe^n ÖIC vermeintlich Glücklicheren, und die auf die Entfesselung der niedrigsten Leidenschaften berechneten Brandreden der »en ©im»««, daß alles dies nur »en Inden gelte. Die Schaaren der Unzufriedenen mischen sich mit den zahlreichen Inden-
fetnden, und es entsteht so der allgemetne Massenznlanf der verschiedensten Volkselemente zn Den antisemitischen Versammlungen. '
u„S( galten Antisemiten nicht für thöricht genug, daß sie glauben mit der Unterdrückung der Inden sei aller Armuth und Noth int Reiche ein
Oin''nfr ft 7 l°L ° Unterdrückung 11t früheren Jahrhunderten reichlich geübt worden, ohne daß die Antisemiten diese Zeiten als Muster für die Gegen-
l) z s en vermochten. Wir haben auch bis jetzt noch keinen Antisemiten gefunden, der irgend ein brauchbares Mittel niigäbc, wie die Glückseligkeit der
7 v ■11 ,‘)U ^ä^^n tonre, irgenb einen weittragenden sozialpolitischen Plan, oder eine große durchführbare wirthschastliche Verbesserung. Man
< , 1 'M6’ °/r chutz der Landwirthschaft durch hohe Zölle! Beseitigung des Wuchers, des Zwischenhandels, der Bolksausbeutung, der
-V 3 'djen ®°"furfe" xF -e -DU ° e5 bteS 9eschehen? Die Antisemiten verschweigen, daß an diesen Aufgaben die patriotischen Männer aller Nationen schon seit Langem arbeiten, und daß mit tönenden Redensarten hier nichts geholfen wird. ;
>.a6er v eif21r2s k0® b7 ®n‘7Cmit' roie et bie h°Mch-n Wahlbezirke in Angriff nimmt, nicht die Absicht und noch weniger die Zähigkeit h , den Uothstemden, die er schildert, mit ziekbewußtem M-rgeßen ein Kude zu machen, sondern, daß er lediglich bemüht ist, die Herrschaft, zunächst in
""'9er ^elchstagsmandate zu erringen durch Aiifwllhlen der niedrigsten Instinkte des Volkes, durch Anreizung des Glaubens- und Rassenhasses, des Neides und der Begehrlichkeit unb alter auch im besten Menschen schlnmmernben gefährlichen Leibenschafteu. Darin aber ruht bie unsägliche Gefahr bieser ganzen Bewegung. Der Aufrnhr, ben biese wahrhaft frivole Agitation im Laufe ber Zeit erzeugen muß, wirb schwer zu bannen sein. Von der Judenhetze bis zur Bekämpfung aller Besitzenden ' - ®d,ntt,' ber Bon be§ Gebens Ungunst Gedrückte aber, dem man seine vermeintlichen Bedrücker dennnzirt, wird in raffinirter Weise durch die Aussicht
auf Hulse gequält und angestachelt, um erst zu spät zu erfahren, daß diese Aufreizung ber einzige Zweck seiner Aufhetzer gewesen ist, bie erwartete Hülfe aber nirgends erscheint. y 1
߫rx^LtlClem jeder Denkende diese Art der Volksauswiegelnng betrachten, die an die traurigsten Zeiten unserer Vergangenheit erinnert, die
den sttttrchen ßrnst und Katt unseres so tüchtigen Kesseuvokkes zu untergraben droht und uns weitab von dem führt, worauf allein unser Heil beruhen ann. Die christlichen Sendboten zogen seinerzeit aus, um die Lehren des Friedens, der Liebe und der sittlichen Selbstzucht des Volkes zu verkünden und haben damit die Welt erobert. Diese neuen Apostel des Antisemitismus predigen den Unfrieden und Haß, die Unterdrückung Anderer und das Begehren nach ihren Gütern, um em paar Reichstagssitze zu erobern, unbekümmert, was aus der wilden Saat wird, die sie in das vertrauende Volksgemüth werfen. Wähler hütet Euch! Wer nngedenk ist des Wortes: ,.Wer Wind sät, wird Sturm ernten", wer das Streben hat, daß die sittlichen Grundlagen unseres Volkslebens bewahrt bleiben, wird mit einstimmen in den mahnenden Ruf:'
meinem
Iwanin
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