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Nr. 50.

Freitag den 28. Februar

1890

Der

Hieß euer Aa-eiger evscheint täglich, mit Ausnahme des Montags.

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Gießener Anzeiger

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chratisöeitage: Gießener JamikienötätLer.

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'elius.

Amtlicher Theil

1663

Deutsches Reich.

i'ET Großherzog und Ihre Großh. Hoheit die Prinzessin

Feuilleton

Herr Cultur-Jngenieur Wiß- Pflügen und sonstigen landw.

Billig«16

W-ti

mann zu Gießen.

3j Ueber Reparatur von Werkzeugen.

4) Ueber die Controle bei

Rimbach bewilligt die Synode jährlich 400 Mk. aus Mitteln des Centralkirchensonds.

Morgen findet die zweite Lesung des Budgets und voraussichtlich Schluß der Synode statt.

Gießen, den 22. Februar 1890.

Der Director des landw. Bezirksvereins Gießen- Jost, Regierungsrath.

: an fünf verkebrsrcik t für jedes GeM > Handlung, geeignet aH achten. Offerten * rasenstein & rg a. d. L»__

bürg als commandirender Admiral der englischen Mittelmeer- flotte. Für den 25. haben die Herrschaften einer Einladung zum Diner bei General King, dem Commandeur der ge- sammten Artillerie, zugesagt.

Am 2. März werden die Großherzoglichcn Herrschaften von Malta abreisen, bis zum 5. März in Neapel, bis zum 8. März in Nom verweilen und am 10. März in Darmstadt eintreffen.

vn. Darmstadt, 26. Februar. Vierte Evangelische .Landessynode. Die heutige Sitzung wurde um 10 Uhr mit einem Gebet eröffnet und nahm nach demselben der Präsident des Oberconsistoriums, Geh. Rctth Dr. Gold- mann, Exc., das Wort, um über die kirchlichen Zustände in Hessen während der verflossenen Synodalperiode zu be­richten, worüber ich später noch Bericht erstatten werde. Hierauf trat die Synode in die Fortsetzung der Berathung des Budgets, welches, nachdem die einzelnen Positionen be- rathen, in den vom Finanzausschuß vorgeschlagenen Beträgen in Einnahmen und Ausgaben bewilligt wurde. Ein Antrag des Synodalen Rieger, das Kirchenregiment zu ersuchen, für hervorragende Theologen Reisestipcndien ins Auge zu fassen und der Synode Vorlage zu machen, wurde einstimmig angenommen, dagegen der Antrag Brandt, hierfür den Betrag von 2000 Mk. ins Budget einzustellen, abgelehnr. Lebhafte Discussion rief der Antrag der Abgeordneten Brandt, Röm Held und Dr. Walther, betreffend Ein­stellung eines Betrages von 50,000 Mk. (10,000 jährlich) i» das Budget für 189095 für eine zweite evang. Kirche in Mainz, hervor. Seitens des Kirchenregiments, sowie vieler Abgeordneter wurde die Nothwendigkeit einer zweiten evangelischen Kirche anerkannt und darauf hingewiesen, daß gerade in Mainz, wo die evangelische Sache durch dje in allen Th ei len wohlorganisirte und wohlgestellte römische Kirche am meisten gefährdet sei, es nöthig erscheine, daß man der evangelischen Bevölkerung eine Stütze gebe durch Errichtung einer zweiten evangelischen Kirche. Der Ausschuß, welcher im Ganzen auch diese einzig dastehenden Gründe billigt,-kann es aber nicht gutheißen, daß aus Mitteln, welche die evang. Kirchensteuer liefert, der evangel. Gemeinde in Mainz ein Beitrag zum Kirchenbau gewährt werde. Dagegen recht­fertigten es die eigenthümlichen Verhältnisse der evang. Ge­meinde in Mainz, wenn hierzu der Reinerlös aus dem Ver­kaufe des Gesangbuchs und der biblischen Geschichte verwendet werde. Demgemäß stellt der Ausschuß den Antrag, der ev. Gemeinde Mainz zu ihrem Kirchenbau aus dem ev. Central­kirchenfond für 189095 jährlich 5000 Mk. zu verwilligen, und diese Summe unter Rubrik 27,Verschiedene Ausgaben", einzustellen. Diesem Antrag tritt die Synode einstimmig bei. Bezüglich einer Vorlage, die Bewilligung einer Unterstützung an die Wittwe des Pfarrvlcars Seeger zu

tiger ParU« ^MaurermeW Gießen.__

schmeichelt, bewundert und gesucht, keine der Sünden seines Vaters begehend nur ein Leben kalter mitleidsloser Selbstsucht.

Am Ende aber dieser fünf Jahre kam er einst unerwartet und still allein in sein Schloß zu London. Er ging aus an jenem Morgen und benutzte ein gemiethetes Fuhrwerk, sein Gesicht verborgen in einem weißseidenen Shawl und nachdem er lange Zeit mit einem berühmten Arzte bei verschlossenen Thüren berathen hatte, kam er zurück, Befehl gebend, das Haus zu schließen, weil er aufs Lande zöge.

Er kam direct hierher und ehe er noch seinen Ueber- zieher nebst Shawl, welcher immer noch sein Gesicht bedeckte, abgelegt, rief er vier seiner ältesten Diener, die so lange er­lebte, um ihn gewesen, zu sich. Es war dieses Zimmer, in welches sie traten, und Lindley Warwick stand dort am Herde, halb von ihnen abgewendet. Die Diener waren überrascht bei seiner unerwarteten alleinigen Ankunft er, der ge­wohnt war, zu kommen wie ein Prinz von Geblüt, wenn jedes Zimmer bereit war zum Empfang seiner Gäste, die mit ihm kamen und ihm huldigten. Noch größer aber war ihr Erstaunen über alles dessen, was ihrer wartete. Er sagte ihnen, daß jeder Diener des Hauses außer ihnen selbst so­fort entlassen werden solle- daß jeder von ihnen sofort gehen könne, wer sich ihm nicht fügen wolle oder ibm nicht buch­stäblichen Gehorsam zu leisten sich verpflichtete. Es möge jeder unumwunden seinen Willen kundgeben, ehe er weiter spreche.

Da nun Keiner seine gute Brotstelle aufzugeben geneigt war, antworteten sie alle mit Schweigen.

Damit zufriedengestellt, legte er ihnen ans Herz, daß sie nun auf das Genaueste und Pünktlichste seine Befehle auszusühren hätten. Er sagte ihnen, daß niemals ihre Arbeit und Wartung keinerlei Kräfte in Anspruch nehmen

geladen hatte. Auf dem Wege dahin besuchten die Herr­schaften die Kathedrale in Citta Veechia. Am 22. folgten Merhöchstdieselbeu einer Einladung zum Diner bei Sir Anthony Hoskins, dem Nachfolger des Herzogs von Edin-

Bekanntmachung.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß s-er Wohnsitz des Großh. Forstmeisters des Forstes Friedberg ^on Friedberg nach Bad-Nauheim verlegt worden ist.

Gießen, am 25. Februar 1890.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Bekanntmachung,

Donnerstag den 6. März 1890, Nachmittags 2 Uhr, wird in demSolmser Hof" zu Hungen eine Generalversammlung des landw. Bezirksverein- abgehalten werden.

Alle Mitglieder des landw. Bezirksvereins und der landw. Localvereine und alle Freunde der Landwirthschaft werden zu dieser Versammlung hierdurch ergebenst eingeladen.

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntniß zu geben und auf zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken.

Tagesordnung:

1) Vortrag des Herrn Profeffors Dr. Pflug von Gießen über die Krankheiten des Jungviehes.

2) Zusammenlegung von Grundstücken. Referenten: Herr Amtmann Nebel und

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphische- Correspondcnz-Bureau.

Berlin, 26. Februar. Der Kaiser fuhr heute Vor­mittag 11 Uhr in das Gebäude des Staatsministeriums zur Theilnahme an den Abtheilungssitzuugen des Staats- raths.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekannt­machung des Unterstaatssecretärs Schraut in Straßburg, wodurch die Einfuhr und Durchfuhr von Schweinen, Rindern, Schafen und Ziegen aus Italien bis aus weiteres verboten wird.

Berlin, 26. Februar. Abgeordnetenhaus. Der Etat des Ministeriums des Innern wurde ohne wesentliche Debatte angenommen. Der Antrag Berger, betreffend die Aushebung der fisealischen Brückenzölle, sowie der Antrag von Eynern-Olzem, betreffend Uebernahme städtischer und sonstiger Krregssämlden auf den Staatsfond wurde der Budgeteommission überwiesen. Bei weiterer Berathung wurde die Wahl des Abgeordneten Stüwe beanstandet, im Uebrigeu der Rest der Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung Donnerstag Vormittag 11 Uhr. Regulirung der schlesischen Flüsse - kleinere Vorlagen.

Köln, 26. Februar. Nach derKöln. Volksztg." st r i k e n feir heute die Belegschaften der Zechen Deimelsberg und Johann bei Steele.

Zwickau, 26. Februar. Die Zwölsereornmissiou erhielt auf ihr Gesuch um Anerkennung als legale Arbeiter­vertretung für die Verhandlungen in Lohn- und Arbeits­zeitfragen vom Bergamte Freiberg einen ablehnenden Bescheid.

Breslau, 26. Februar. An den Kaiser wurde heute Abend das folgende Telegramm abgesandt: Eine Arbeiter- Versammlung von 4000 Männern, bestehend aus Mitgliedern des evangelischen und katholischen Arbeitervereins, sowie anderen königstreuen Arbeitern Breslaus, bringt Ew. Majestät ihren ehrfurchtsvollen, tiefempfundenen Dank für die neuerlich in den herrlichen Erlassen von Ew. Majestät vor aller Welt bekundeten Entschließungen, das Wohl des Arbeiterstandes kräftig fördern zu wollen, dar. Wir erflehen Gottes Segen für Ew. Majestät und das königliche Haus und geloben weiterhin festzustehen zu Kaiser und Reich.

Paris, 26. Februar. In gut unterrichteten Kreisen verlautet, daß die zustimmende Antwort Frankreichs auf die Einladung zur Theilnahme an die Berliner Conferenz bevorstehend sei und voraussichtlich morgen erfolgen dürfte.

Erkrankung von bei Kranken­kassen versicherten Arbeitern. Referent: Herr v. Oven zu Hungen.

Nemesis.

Eine Erzählung aus dem Leben von Arthur Stein.

(Fortsetzung.)

Da lächelte er mit seinem herzlosen schönen Gesicht und zch ihr ruhig den guten Rath, wenn sie überhaupt löge, sie lod) nicht zu ihrer eigenen Schande lügen möge! Als nun Sie Polizei kam und sie das Kind ihr nahm, stand sie da - weiß, mit zuckender Lippe, in dem großen Saal, ohne ihm ard) nur mit den Augen zu folgen, denn dieselben waren fest auf das schöne Gesicht des jungen Mannes geheftet.

Der Knabe, ein hübsches, furchtsames Kind von kaum

deutlich wahrnehmen, wie es sich bei den Drohungen der Schurken gefürchtet hatte.

Wenn ich nicht irre, sprach sich einer der Herren vom Magistrat dahin aus, daß die entsetzliche Furcht, die der arme Junge ausgestanden, wohl Strafe genug sei für ihn, aber diese Idee wurde mit Achselzucken belächelt und das Kind zur Einzelhaft auf zwei Jahre verurtheilt. Ja, trotzdem das arme fremde Weib den jungen Herrn auf ihren Knien anflehte, als ob es ein Gott wäre.

Ehe jedoch die Zeit des Urtheils halb verflossen war, befahl der Arzt, den Knaben ins Hospital zu befördern. Diese Einzelhaft ist höchst ungesund für einen zarten, im Wachsthum begriffenen Knaben," sagte er mit bedeutsamem Schütteln seines Kopfes,wenn er nicht stirbt, wird er jedoch ein hoffnungsloser Idiot bleiben, so lange er lebt."

Dieses schlimmste aller Schicksale blieb ihm erspart- er starb und seine unglückliche Mutter welcher dieser Schlag den Todesstoß gegeben, obgleich sie es zur Zeit nicht wußte, schleppte üch her zu diesem Herrenhause und wünschte den EigenthüMer zu sprechen.

Seine Diener benachrichtigten ihn und mit grausamem Lächeln auf den Lippen sprach er:Gebt ihr Geld, eine wie sie wünscht nichts anderes."

Geistesabwesend blickte sie aus das ihr dargebotene Gold, dann schnell einige Schritte rückwärts schreitend, hob sie ihre Arme gen Himmel, den Richter dort oben anrufend, sein göttlich Gericht zu halten über den Herrn dieses Hauses und um dieselbe Strafe flehend, zu welcher der Grausame ihr einzig Kind verurtheilt und der gefeierte, geehrte Herr dieses schönen Schlosses blickte ruhig auf diesen Auftritt herab und lächelte.--

Fünf Jahre vergingen und immer noch lebte Lindley Warwick sein genußreiches, verschwenderisches Leben, ge­

' __ Darmstadt, 26. Februar. Nach weiteren aus Malta

suchen auf L AB e'w vorliegenden Nachrichten unternahmen Seine Königl. Hoheit i&ww* £ l" ' *n'------*

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pölf Jahren, wurde vorgesührt und erzählte seine Geschichte lit vielen Thränen. An jenem Abend, als er ruhig nach Hause gehen wollte, wurde er von zwei Männern eingeholt, die ihn begleiteten. Sie sprachen sehr viel zusammen/ jedoch acht alles ihm verständlich, als er jedoch am Kreuzweg ab- diegend, den Weg zu seiner Mutter einschlagen wollte, ge­ilen sie ihm, ein wenig weiter mit ihnen zu gehen und Men, sie wollten ihm ein Geschenk für feine Mutter mit- gkben. Er ging mit, wie es ihm schien, einen recht langen und daun nahmen sie ihn in eine leerstehende Scheune, Woflen die Thür und behielten ihn dort, bis es vollständig Wei war, dann trugen sie ihn bis zum Schloß, weil er 'den Weg im Dunkeln nicht fand, und steckten ihn durch eine ^lchvochei.e Fensterscheibe, ihm befehlend, die Thür, die sich Acht bei ihm befände, von innen zu öffnen, mit ber Drohung, N/ wenn er sich dessen weigere, sie ihn für immer im Amseln belassen würden.

Das war alles, was das Kind aussagte, und man konnte

Alix am 21. ds. eine Luncheon-Parshie nach Verdala-Palace, der Sommerresidenz des Gouverneurs, welcher hierzu ein-

hirfdie, der Garten- uti :ebt, sucht Stelle. ir Exped. d. Bl.

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