Ausgabe 
27.4.1890 Drittes Blatt
 
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Schwarze und farbige Kleiderstoffe in geschmackvollen Mustern

2854

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Zimmer, fein möblirt, zu vermiethen. [qm Bleichstraße Nr. 15 nächst der Au^

Börfeawochevberichr

von E. Wasserschleben, Bankgeschäft.

Die Tendenz der Börse ist in dieser Woche noch schlechter geworden. Die Baisse der Kohlenwerthe hat einer sachlichen Begründung nicht entbehrt, aber es wird schwer sein, außer den bereits bekannten und oft dargelegten Ursachen, neue Grunde für die Baisse der Bankactien anzuführen, welche in dieser Woche die Gemüther bewegte. Es ist kein Geheimniß, daß die Geschäfte schlecht gehen. Wie glänzend die Prooisionseinnahmen des Vorjahrs waren, so schlecht sind sie jetzt; das Emisfionsgeschäft ist gänzlich zerstört, die Course fallen, und fallen in einer Weise, daß selbst die vorsichtigste Bilanzirung bet Jahresschluß dies nicht oorher- sehen konnte. Dies Alles bedeutet verminderte Erträgnisse, oder direete Verluste für die Banken, aber ist cs nicht müssig jetzt, da noch nicht ein Drittel des Jabres verflossen ist, über das Endergebniß desselben zu fpfculiren? Hat man vergessen, daß zum Beispiel die Darmstadter Bank aus den Erträgnissen des Vorjahrs eine Gewtnnreserve gelegt hat, die allein genügt eine 5o/oige Dividende zu gewähren, und daß ähnliche, zum Theil noch bedeutendere Reserven von allen anderen größeren Banken zurückgeftellt rourbtn? Das ist nicht anzunehmen, aber in der Stimmung in welcher sich die Börse befindet, ist jede sachliche Erwägung fruchtlos. Man sieht die Course fallen, Tag für Tag, beunr uhigende Gerüchte schwirren umher, jede kleine Ruhcp.ruse (d)etnt nur dazu da, um den nachfolgenden Rückgang desto kräftiger zu gestalten, uno di.fr Thatsachen reden eine fo cindrmgliche und überzeugende Sprache, daß große Beträge, die schon als plackt galten, wieder an den Markt kommen, überall trifft man auf Realisationen und Blancoverkäufe, aber ernsthafte Köpfe sind wenigstens in den Streifen des Publlikums nicht zu finden. Es gehört immer ein gewisser Muth dazu bei fallenden (Sourfen zu kaufen; die große Menge wird sich nie dazu verstehen, aber heule, nach all den Enttäuschungen, da die En­gagements an sich schon groß sind, und angesichts der denkbar ungünstigsten Tendenz nochmals kaufend einzugreifen, ist doppelt fchwer. Leider >st das Interesse unserer Banken mit der Börse so eng verknüpft, daß sie jede Verschlechterung der Börfen- tendenz als eine dirccte Verschlechterung ihrer Aussichten empfinden, und insofern gewinnen die Coursruckgänge der Bankactien zweifellos eine Berechtigung. Die Industrie ist frei von diesem dtrecten Einfluß, trotzdem bat auch hier die Börse erreicht, daß das Vertrauen vielleicht auf Jahre hinaus erschüttert ist, und ihr ist es zu danken, wenn die gegenwärtige Lage fast als eine'wirthschaftliche Krisis in weiten Kreisen empfunden wird. So werden die Aussichten ständig trüb-r, und ielbst die Thatfache, daß die Börse bereits stark nach unten engagirt ist, kann bei der ausgeiprochenm Neigung zu Realisationen nicht als günstiges Zeichen auf- gefaßt werden.

Die thatsächlichen Verhältnisse haben, soweit sie nicht bereits angebeutet sind, wenig zur Coursentwicklung der Woche beigetragen. Die Discussion über die Ent­wicklung der Kohlenpreise trat in den Hintergrund und erschien erst wieder zu Ende der Woche, als widersprechende Meldungen über den Verkauf eines großen Kohlen­quantums zu 140 an die Bayrische Staatsbahn unb eines anderen zu 110 an den Norddeutschen Lloyd eintrafen. Am wirksamsten erwiesen sich wieder die falschen Gerüchte, welche der Dresdener Bank neuerdings erhebliche Verluste andichteten und gerade in dem Moment auftauchten, als nach ganz außer ordentlichen Rückgängen der Markt sich etwas zu beruhigen begann. Es scheint, daß trotz der angedrohten Strafen in dieser Beziehung keine Besserung erzielt werden kann. Freilich, wir warten noch immer auf das Exempel, welches am ersten besten Verbreiter derartiger falscher Nachrichten statuirt werden soll. Die Börse hat durch diese unlauteren Elemente so außerordentlich viel verloren, daß ihr eigenstes Interesse erfordert, daß unter diesen schnell und gründlich aufgeräumt wird.

Nicht ohne Einfluß ist auch der herannahende 1. Mai geblieben mit seinen Arbeiterdemonstrationen, die da, wo die Arbeitgeber sich hartnäckig und principiell gegen die Feier sträuben, leicht zu Ruhestörungen führen können. Die Unruhen in Oesterreich geben einen Vorgeschmack dessen, was kommen kann, wenn nicht auf beiden Seiten mit der größten Mäßigung verfahren wird.

Die Abwärtsbewegung erreichte ihren Tiefpunkt am Dienstag, als die Pro­vinz, beunruhigt durch die vorangegangenen Coursrückgänge, den Markt mit Ver­kaufsaufträgen förmlich bestürmte. Dtsconto fielen zu dieser Zeit bis unter 210 Darmstädter bis auf 151, Dresdner Bank bis auf 138. Seitdem hat sich Der Markt einigermaßen beruhigt; die Börse deckt sich zum Theil, besonders mit Rück­sicht auf den bevorstehenden Ultimo, aber diese Deckungen vollziehen sich nicht ohne Widerstano, immer von Neuem sendet Berlin flaue Course, demgegenüber die Bessin rung, zu welcher Frankfurt neigt, nicht Stand halten kann.

Geld stellt sich nur auf ca. 3V2% und die Prolongation vollzieht sich leicht. Die Stücke sind eher gesucht, doch tritt mit Ausnahme von Staatsbahn-Actien, die zur Anmeldung bei der Generalversammlung gesucht werden, nirgendwo drängende Nachfrage hervor.

Die Deckungen der letzten Tage haben, obgleich sich die Provinz an denselben durchaus nicht betheiltgte, einen nicht unbeträchtlichen Theil der Coursverluste wieder eingebracht. Disconto fielen von 216 auf 209,90, fliegen wieder bis 214, gingen aber nachbörslich wieder um ca. V/iVo zurück. Darmstädter sind unter Berück­sichtigung der Dioidendenabtrennung tast unverändert, Dresden verloren ca. 1% Ungarische Eredit-Bank sind 6 fl. schwächer, Wiener Unionbank 4 fl. besser.

Deutsche Bahnen lagen seit Mittwoch an, da der Staatsminister Finger er­klärte:es sei kein Zweifel darüber, daß zum allgemeinen Staatsbahnsystem über­gegangen werde", recht fest, namentlich die zunächst betheiligten Mainzer Actien, die 4V4O/0 gewannen, dann folgten aber auch Marienburger mit 3% und Lübeck-Büchener mit 5o/o Gewinn nach.

Oesterreichische Bahnen find mit wenigen Ausnahmen gleichfalls besser, namentlich Staatsbahn und Lombarden, erstere mit 42/4 fl., letztere mit 31/2 fl. Ge­winn. Besonders bei ersteren erscheint die Besserung unverdient und nur durch die Nähe der Generalversammlung hervorgebracht. Böhmische Nordbahn 2 fl., Buschtherader 5 fl., Reichenberg-Pardubitzer 2 fl. besser. Schweizer Bahnen un­verändert.

Der Rentenmarkt ist bis auf Russen, für welche die Speculation auf Grund des steigenden Rubelcourfes sich lebhaft intereffirt, ziemlich unverändert, Türken sind nur geringe Bruchtheile schwächer, weil sich die Unterzeichnung der Jrade, be­

treffend die Conversion, verzögert, österreichische Valutarenten sind fester, btutfo Anleihen ganz unbedeutend niedriger.

Mvntanwerthe traten gegen die Bewegung auf dem Bankenmarkt jntij anfänglich durch die allgemeine matte Tendenz gleichfalls gedrückt, haben sie sich «'m Schluß kräftig erholt und es schließen Gelsenkirchner 4</2 %, Laura 2 % beijtr. - Brauerei-Actien find schwach, zum Theil wegen der Arbeitsausstände. M.- Discont 3i/8o/o.

Course der Frankfurter Börse.

Staatsanleihen.

Cour* 00m

18./1V.

25./IV.

Cours vom

18./IV. 25.IT

40/0 Hessische Obligation.

104.10

104.30

4V20/oPortug.-A. 88 u.89

94.80 9415

Bayern ....

106.10

106.

5o/o amort. ©erb. Gold-

Baden.....

104.25

103.90

Rente ....

84.60 84.11

3o/o Sächsische Rente. .

94.15

93.60

5o/o SerbischeEisenbahn-

3V,°/o BremerStaatsanl. *

.

.

Hyp.-Obl. L. .

86.40 86.16

Hamb.Staatsrente

100.80

100.80

4o/oSchwed.Oblig.l880r

102.30 102.45

40/oOestr. Goldrente .

94.70

94.10

10/n Türken conv. .

18.40 1835

Griech'.scheMonopol-

5o/y prio. Egyvter. . .

104.90110435

Anleihe . . .

77.55

78.

Argent. Gold - Ank.

50/0 Rumänische Rente .

98.25

98.50

0. 1887 ...

85.90 86 M

4VM Russische Anl.. .

101.65

101.95

Diverse Obligationen.

50/0 BuderuS-Obligat. . 1103.85 1103.85 I 4Vsv/oGrafHenkelv.Don- I lin52l I nersmark, rückz. ä 105 110b- J

Eisenbahrr-PrioritLteir.

40/g Pfalz. Ludwigsbahn

5% Südbahn Lombarden

103.15

104.11

(Bexbach) . . .

103.

103.05

40/0 do. do.

98.15

97.9i

Hessische Ludwigsb.

30/0 do. do.

63.90

64.2i

68/69 garant. .

102.45

102.45

40/0 Prag-Duxer Gold .

100.75

100.9!

Elisabethb. steuerfrei

Rudolf Gold (Salzk.)

100.75

100.8)

Gold ....

101.50

101.30

Franz-Josef Silber

83.30

83.4t

5o/o Oestr. Staatsbahn.

107.50

107.45

3% ftaatl. garant Jtal.

4o/o do. do.

100.55

100.50

Eisenbahn . .

57.20

57.21

3% do. do.

3o/o Livorneser . . .

64 80

64.2:

I.-VIU.Emiss.

82.50

82.35

4«/o Nuss. Südw Eisend.

92.10

92.3

3o/o do. Ergänzungsnetz

80.30

79.90

4o/g Wladikawkas garnt.

91.90

92.1)

5°/o Nordwestbahn Gold

108.85

107.50

40/g gar. Sardin.Sec.stsr.

85.50

85.81

Sisenbahn-Actie«.

Ludwigshafen-Bexbach.

225.30

225.50

Lübeck-Buchner . . .

172.51

177.51

Heffifche Ludwigsbahn.

116.10

120.20

Mecklenburger . . .

164.10

164.4,

Pfälzische Nordbahn .

115.90

117.70

Gotthardt.....

162.4©

161.11

Marienburger-Mlawka.

61.80

63.80

Jial. Mittelnteer . .

108.-

108.31

Bank-Aetien.

Deutsche Reichsbank .

138.05

138.

Dresdener Bank. . .

146-

143.21

Berlin. Handelsgesellsch.

159.10

157.30

Mitteldeutsche Creditb. .

110.30

109-

Deutsche Bank . . .

161

159.80

Wiener Bank-Verein .

98.-

97.3H

DeutscheGenossenschstsb.

v.Soergel,ParrisiusLCo.

130.20

129.30

Württemb. Vereinsbank

124.70

123.91

Industrie-Papiere.

Binding-Brauerei . .

158.

157.75

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283.60

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270.20

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40/gDeutscheGrundschld.-

101.®

v. 86 ab . . .

102.

102.

Bk.-Pfandbr. .

101.60

Z^o/oFrnkf.Hyp.-Pfdbr.

98.

98.

3V2°/o do......

98.50

98.3

4o/oPreuß.Hyp.-Act.-Bk.-

372% Rhein. Hyp.-Bank-

96.40

96.21

Pfandbr. . . .

101.70

101.70

Pfandbr. . . .

31/2% do......

4o/o Preuß. Centr.-Bod.-

98 50

98.50

4o/g Meininger Pfandbr.

101.50

101.3

Cred.-Pfandbr. bis

1885 .....

101.50

101.30

-------"

Loose.

Oestr. 1860rfl.500-Loose 1854r fl.250-

121.30

119.50

120.70

119.50

Braunschweig. 20 Thlr.- Loose ....

105.20

105.1-1

132.51

139.8 <

40/0 Meininger Prämien-

3o/o Oldenburger Loose.

132.80

Pfandbr. . . .

131.70

131.55

3VrO/oKöln-Mtndn.Loose

140.25

Amerikanische Eisenbahn-BondS.

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90.30

90.2*0

Prt., rückzahlb. 1910 .

115.40

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Nebraska 1927 . .

5o/oChic.Milw.f.St.Paul

472% California Pacif.

107.'

Prt., rückzahlb. 1921 . 6% Ccntr. Pacif. I.Mrtg.

104.70

104.60

I. M., rückzahlb. 1912 60/gPacif.of Missouri con-

107.-

107.70

107-7

rückzahlb. 1896 . .

111.90

110.90

folibateb I. M. r. 1920

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