— Die Petroleum-Saison tritt wiederum in ihre Rechte, und damit zugleich die Mahnung zur Vorsicht. — Es genügt nicht nur, behutsam mit der brennenden Lampe umzugehen, sondern es ist auch ebenso nothwendig, die Gefahr des Ex- plodirens durch die größte Reinlichkeit möglichst abzuwenden, sowie durch pünktliche Beobachtung einiger unerläßlicher Sicherheits-Maßregeln, die zur Vermeidung drohender Gefahr niemals außer Acht gelassen werden sollten. — Es genügt also nicht nur, tagtäglich sorgfältig, bei Tagesbeleuchtung, Docht und Brenner von allen kohligen Resten zu befreien und den Docht hübsch gleichmäßig zu schneiden, sowie die Luftzüge des Brenners alle Tage gut zu reinigen und schadhaft gewordene Brenner gleich durch neue zu ersetzen, — man muß auch sorgsam daraus achten, daß der Docht beim Einziehen in den Brenner gänzlich rein und trocken, und nicht zu dünn für die Lampe sei, außerdem aber darf er niemals trocken werden dadurch, daß das Petroleum völlig ausbrennt, bevor neues anfgegossen wird, sondern muß stets in dasselbe eintauchen. Was nun das Füllen des Behälters anbetrifft, so muß selbstverständlich alles Ein- und Umgießen von Petroleum bei Tageslicht geschehen, nie jedoch in der gefährlichen Nachbarschaft von Feuer oder Licht, ebensowenig, als Jemand es sich einsallen lassen darf, die Waghalsigkeit so weit zu treiben, indem er gar Petroleum in eine bereits brennende Lampe nachfüllt. — Endlich muß nicht nur der Petroleumkasten der Lampe selbst vor jeder Erwärmung bewahrt bleiben, sondern auch das Gesäß, womöglich Blechgesäß, in welchem man es aufbewahrt, das also stets an einem kühlen Ort sich zu befinden hat. — Achtet man ferner wohl darauf, daß die Lampe beim Brennen ja nicht hernntergeschraubt, das heißt dunkler gemacht wird, weil dies den Brenner erhitzen, ober gefährliche, übelriechende Gase erzeugen würde, und löscht man schließlich die Lampe vorsichtig durch geringes Niederdrehen des Dochtes und dann leichtes Ueberblasen des Cylin- dcrs aus, so hat man wohl so ziemlich Sorge getragen für Alles, was nicht nur saubere, ordentlich brennende Beleuchtung zur Folge har, sondern zugleich auch den Erfolg besitzt, nach Möglichkeit vorzubeugen den häufigen Un- und Unglücks- jällen in der „Petroleum-Saison".
vermischte».
* Eine rothe Nase gehört zwar nicht zu den hervorragenden körperlichen Reizen, aber ein tapferer Mann wird sich voll Würde mit ihr abzufinden wissen. Schlimmer ist es für unsere holde Weiblichkeit, wenn sich das Näschen mit
jener glühenden Röche überzieht, die sich so unangenehm von | dem zarten Teint des Gesichtes abhebt. Die naßkalte Witte- । rung der Herbsttage bringt aber rothe Nasen und Näschen in ! Menge als eine Folge jener lästigen Krankheit, die um diese । Zeit eine ungeheuere Verbreitung findet — des Schnupfens. Wenn wir nun auch unseren Leserinnen nicht sagen können, wie die Nasenröthe schleunigst zu beseitigen ist, so können wir ihnen einen kleinen Rath zur Verhütung derselben geben. Der Schnupfen entsteht meist in Folge von Erkältung der äußeren Haut, besonders der Füße, ferner durch Einathmen von heißer Luft, nachdem man vorher in kühler gewesen ist. Hieraus ergeben sich von selbst die gebotenen Vorbeugungsmaßregeln. Eine erfolgreiche Behandlung des Schnupfens ist schwierig. In den meisten Fällen wird der acute Schnupfen noch am sichersten durch starkes Schwitzen beseitigt. Bei Säuglingen kann der Schnupfen leicht gefährlich werden, weil die Verstopfung der Nasenlöcher das Saugen erschwert. Es ist notbwendig, daß man die Nasenlöcher durch vorsichtiges Ausspritzen mit lauwarmem Wasser von dem vorhandenen (Secret befreit, und daß man ihnen, so lange das Saugen erschwert ist, die Milch mit dem Theelöffel oder der Schnabeltasse zuführt.
* Praktisches Christenthum. Um die Lage der Arbeiter, ihre Anschauungen, ihr materielles und geistiges Wesen aus eigener Anschauung kennen zu lernen, hat ein junger Theologe aus Dresden mehrere Monate hindurch in einer Maschinenfabrik zu Chemnitz als Handarbeiter Beschäftigung gesunden. Unerkannt hat er in dieser Zeit das Leben eines armen Fabrikarbeiters geführt, in diesen Kreisen gewohnt, gegessen und seine freie Zeit zugebracht. Der junge Mann wurde hierzu veranlaßt durch das Bestreben, die Wahrheit zu finden und die Mühe des Arbeiters selbst zu empfinden, um dereinst als Geistlicher für die Bedürfnisse der unteren Schichten Verständniß zu besitzen.
* Der „Gänsemarsch", wie ihn „aiiimirt" von der Kneipe heimkehrende Leure wohl ab und zu aufzusühren belieben, ist von einem Berliner Schöffengericht als „grober Unfug" erklärt worden. Fünf Krankenwärter der Charite, welche auf j dem Heimwege von einer Geburtstagsfeier sich besagtem sinnreichen Vergnügen Hingaben, wurden zu je fünf Mark verknurrt.
verkehr, Land- und Volkswirthschaft.
— Um Getreidesäcke widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, welche leicht ein Faulen und Mürbewerden bedingt, zu machen, mutz man sie einen Tag in eine gerbsäurehaltige Lauge legen. Die Gerbsäure, welche in die Flachs- refp. Hanffasern eindringt, macht diese, ähnlich wie die thieriscben Häute beim Gerben, 'viderstandsfähia gegen Fäulniß. Die Lauge bei eitet man sich aus Eschenlohe, welche mit ungefähr dem 15fachen Gewicht Wassers ausgekocht wird.
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