zwischen Dr. Osann (nat(.) und PH. Müller (Soc.). — 5. Wahlkreis (Offenbach): Stichwahl zwischen Böhm (natl.) und Ulrich (Soc.). — 6. Wahlkreis (Bensheim): Stichwahl zwischen Scipio (natl.) und Stengel (ultr.). — 7. Wahlkreis (Worms): Pros. Dr. v. Marquardsen (natl.) lviedergewählt. — 8. Wahlkreis (Bingen): Dr. Bamberger (dfr.) wiedergewählt. — 9. Wahlkreis (Mainz-Oppenheim): Stichwahl zwischen Racke (Ctr.) und Jöst (Soc.). — In den 9 Wahlkreisen kommt es demnach bei 6 Wahlen zu Stichwahlen und zwar einmal nationalliberal gegen Deutschfreisinn, zweimal nationalliberal gegen Socialdemokrat, einmal nationalliberal gegen ultramontan, einmal Deutschfreisinn gegen Antisemit und einmal ultramontan gegen Socialdemokrat. Definitiv gewählt ist ein Nationalliberaler, ein Dcntschfreisinnniger und ein Antisemit.
Berlin, 22. Februar. An Zöllen und gemeinschast lichen Verb rauch steuern sowie an andern Einnahmen sind für die Zeit vom 1. April 1889 bis zum Schluß des Monats Januar 1890 zur Anschrcibung gelangt: Zölle 324848512 Mk. (+ 57408545), Tabaksteuer 8934890 Mk. (4-335166), Zuckermaterialsteuer 229424469)?. (4-54448181), Verbrauchsabgabc von Zucker 40043541 Mk. (+ 25323868), Salzsteuer 34 629 582 Mk. (— 960 685), Maischbottich- und Branntweinmaterialsteuer 12 666102 9J?f. (4- 1832 809), Verbrauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag zu derselben 97472993 Mk. (4- 6551802), Brausteuer 21148312 Mk. (4- 2 080 616), Uebergangsabgabe von Bier 2518591 Mk. (4- 250 975), Summe 565 268 059 Mk. (4> 147271 277). Spielkartenstempel 1 048 975 Mk. (4- 34197), Wechsel- stempclsteuer 6 241 251 Mk. (488 931), Stempelsteuer für Wertpapiere 8493 025 Mk. (2 703 696), für Kauf und sonstige Anschaffungsgeschäste 12465128 Mk. (4- 2381787), Loose zu Privatlotterien 404 915 Mk. (— 72 282), Staatslotterien 5 376 989 Mk. (4~ 544). Die zur Rcichskasse gelangte Jsteinnahme abzüglich der Aussuhrvergütungen und Verwaltungskosten beträgt bis Ende Januar 1890 Zölle: 292 768 492 Mk, (+ 59 747 785), Tabaksteuer 8 921 792 Mk. (— 7 90 285), Zuckermaterialsteuer 9867319 Mk. (— 2 446 521) Verbrauchsabgabe von Zucker 34230975 Mk. (4- 34784312), Salzsteuer 32 211503 Mk. (— 82 918), Maischbottich- und Branntweinmaterialsteuer 13 634 919 Mk. (— 705 529), Verbrauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag zu derselben 75 854 945 Mk., (4- 19 023 873), Brausteuer und Uebergangsabgabe von Bier 20157 460 Mk. (4- 1998 955), Summe 487 651005 Mk. (4- 111 529 672), Spielkartenstempel 967 361 Mk. (4- 43993).
Berlin, 22. Februar. In dem Erpressungsproceß gegen Friedenstein wurde Friedenstein zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängniß unter Anrechnung von 6 Monaten Untersuchungshaft und dreijährigem Ehrverlust verurtheilt, Redacteur Landsberger zu 600 Mk. Geldstrafe, resp. 60 Tagen Gesängniß.
Berlin, 22. Februar. Das „Berl. Tagebl." schreibt: Drei holländische Socialisten, darunter die beiden Führer der niederländischen Arbeiterpartei, Van Beweren und Nieu- wenhus, wurden heute Vormittag 11 Uhr in einem hiesigen Hotel verhaftet. Dieselben waren bereits einige Tage in Berlin, anscheinend um die Wahlbewegung zu beobachten. Ueber den Grund der Verhaftung war nichts Näheres zu erfahren.
Berlin, 22. Februar. Ueber das Stimmenverhältniß in der Reichshauptstadt bringt die „Köln. Ztg." folgende Aufstellung:
Berlin I: Rechtsanwalt Träger (F.) 6673, Rechtsanwalt Zeidler (Cons.) 4690, Cigarrenfabrikant Schulz (Soc.) 3586, Geh. Legationsrath a. D. Kehler (C.) 208, zersplittert 90 Stimmen. Also Stichwahl zwischen Träger und Zeidler. 1887 erhielten Klotz (F.) 7882, Frhr. v. Zedlitz und Neu- kirch (R.) 7007, Christensen (S.) 2176 St.
Berlin II: Oberlehrer Dr. Jrmer (Cons.) 14 071, Prof. Dr. Virchow (F.) 18 181, Buchbinder Janiszewski <Soc.) 20158, zersplittert 582 Stimmen. Also Stichwahl zwischen Dr. Virchow und Janiszewski. 1887 erhielten Virchow (F.) 16 594, Wolff (Cons.) 19 513, Tutzauer (Soc.) 14 751 Stimmen. In der Stichwahl siegte Virchow mit 27 541 gegen 21 53 St.
Berlin III: Rechisanwalt Munckel (F.) 11 574, Tape- zirer Wildberger (Soc.) 12 278, zersplittert 927 Stimmen. Also Stichwahl zwischen Wildberger und Munckel- 1887 fielen auf den freis. Candidaten 10 425, auf den nationalliberalcn 7532, aus den socialdemokratischen 9088 St.
Berlin IV: Eugen Richter (F.) 14,142, Singer (Soc.) 40 521, zersplittert 538 Stimmen. Gewählt Singer (Soc.) 1887 erhielt Hänel (F.) 10 349, Dr. Evers (Cons.) 13 858, Singer (S.) 32 064 Stimmen.
Berlin V: Landrath Dr. Baumbach (F.) 10060, Kaufmann Auerbach (S.) 7232, Schuhmachermeister Lüdke (cons.) 4324, zersplittert 308, ungültig 64 St. Also Stichwahl zwischen Baumbach und Auerbach. 1887 erhielt Baumbach (F.) 10077, Blume (cons.) 7010, Grothe (S.) 4803 St. In der Stichwahl siegte Baumbach mit 12755 qeaen 8096 St.
Berlin VI: v. Liliencron (cons.) 12917, Dr. Pachnicke (F.) 14008, Liebknecht (S.) 41239, zersplittert 902 St. Gewählt ist Liebknecht. 1887 erhielt Grelling (F.) 11750, Holtz (cons.) 16836, Hasenclever (S.) 30453 St. Gewählt war also Hasenclever. Bei der Nachwahl für diesen siegte Liebknecht (S.) mit 26067 gegen 7507 freisinnige, 4322 antisemitische und 3847 conservative.
Ausland.
Sern, 22. Februar. Sonst unterrichtete Leute wollen wissen, da Deutschland die internationale Arbeiter- schutzconferenz aus Mitte März einberufen hat und da dieselbe alle Punkte, welche in dem Programm für die Berner Konferenz aufgesteüt worden sind, umfassen wird, demnach eine zweite Conferenz möglicherweise unnöthig sein wird, daß
der Bundesrath im Interesse der Sache dermalen aus seine Initiative verzichten und den Erfolg der Berliner Conferenz abwarten werde. Ein definitiv diesbezüglicher Beschluß sei noch nicht gefaßt.
Terebes, 22. Februar. Die Leiche des Grasen Julius Audras sh ist heute früh hier eiugetroffeu und in Anwesenheit der Familie und eines zahlreich versammelten Publikums in der Familiengruft beigesetzt worden.
Konstantinopel, 22. Februar. Die kaiserliche Canzlei übermittelte der Pforte ein Decret des Sultans, durch welches die inländischen, sowie die Transit- und Ausfuhrzölle abgeschafft werden. Das Jrade, betreffend die Regelung der Rechnung zwischen dem Staatsschätze, und der Ottomanbank gemäß der von dem Ministerrathe genehmigten Convention, ist der Pforte behufs Unterzeichnung zugcstellt worden.
— In wohlunterrichteten Kreisen ist das Gerücht verbreitet, daß der Sultan Murad, der Vorgänger des jetzigen Sultans, im Sterben liege; es scheint eine rasch fortschreitende Gehirnerweichung zu Tage getreten zu sein.
Newyork, 22. Februar. Der Präsident der „Ritter der Arbeit", Powderly, erklärte gestern in einem Vorrrage in Wilkesbarre (Pensylvanien), der Kaiser Wilhelm habe durch seine Erlasse den Kohlenkönigen Pensylvaniens ein Beispiel zur Befolgung gesetzt.
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Neueste Nachrichten.
Wolff« telegraphisches Correspondenz-Bureau.
Paris, 23. Februar. Das Gerücht, daß im gestrigen Ministerrathe die Begnadigung des Herzogs von Orleans beschlossen worden sei, wird formell dementirt. Der Ministerrath hat gestern in dieser Angelegenheit keine Entscheidung getroffen. Der Herzog verbleibt bis auf weiteres in der Conciergcrie. Das Centralgesängniß, in welches der Herzog eventuell übergcführt werden könnte, ist von dem Ministerrath noch nicht bezeichnet. — Wie verlautet, wird die Regierung sich morgen in der Sitzung der Deputirten- kammcr gegen den an der Spitze der Tagesordnung stehenden Antrag betreffend die Amnestirnng der in Folge von Strikes verurtheilten Arbeiter aussprechen und hervorheben, daß alle wegen Arbeitseinstellnng verurtheilte Personen begnadigt worden sind und keine solche zur Zeit in Hast ge halten werden. In den Centralgefängnissen befinden sich nur Personen, welche wegen gemeiner, bei Gelegenheit von Arbeitseinstellungen begangener Verbrechen verurtheilt sind. — Der Ministerpräsident Tirard conferirtc heute Vormittag mit den Präsidenten der Republik und später mit dem Minister des Innern.
Kopenhagen, 23. Februar. Der Maler Carl Bloch ist gestern Abend gestorben.
Petersburg, 24. Februar. Anläßlich der verschiedenen von Sofia ausgehenden Commentare über das Verlangen des deutschen General-Consuls Legationsrath Freiherr v. Wangenheim bezüglich der Zahlung der r ü ck st ändigen K osten der russischen Occupation Bulgariens, meint das „Journal de St. Petersburg", alle an dieses Verlangen geknüpften Hypothesen entbehrten jeder Begründung. Das Verlangen des deutschen Generalconsuls motivire in keiner Weise eine Anerkennung, selbst nicht eine indirecte, der gegenwärtigen Verhältnisse in Bulgarien. Wenn das Wiener Kabine:, indem es^seine Genehmigung zur Cotirung der bulgarischen Anleihe an der Wiener Börse gab, nicht anstand zu erklären, daß diese Genehmigung keineswegs eine Anerkennung des Prinzen Ferdinand in sich schließe, so habe man noch viel mehr Grund zu behaupten, daß das Verlangen der Zahlung der verfallenen Raten der Schuld des bulgarischen Volkes in keiner Weise eine Anerkennung der bulgarischen Regierung seitens des recla- mirenden Theiles involvire. Was etwaige Verlegenheiten angehe, so könnten solche für die in Bulgarien Regierenden nur entstehen, wenn die so katLgorisch abgegebene Erklärung des Ministers des Aeußern, Stransli, daß die erforderlichen Summen bei der Bank von Sofia deponirt seien und nur zurückgezogen zu werden brauchten, nicht der Wahrheit entsprächen.
Newyork, 23. Februar. Der große Damm des Hassahampa Flusses ist unterhalb von Prescott (Arizona) durch die Gewalt des Stromes eingestürzt. Nach den bisherigen Meldungen sind etwa vierzig Personen dadurch ums Leben gekommen. Die in der Nähe des Dammbruchs gelegene Stadt Wickenburg ist bedroht. Der durch das ausgetretene Wasser angerichtete Schaden wird aus eine halbe Million Dollars geschätzt. — In Richmond (Virginia) sind 3 Tabaksfabriken niedergebrannt. Der Verlust soll circa 220,000 Dollars betragen.
Locales und provinzielles.
Gießen, 24. Februar.
— Wie aus der Bekanntmachung im amtlichen Theile unseres Blattes ersichtlich ist, findet die Stichwahl zwischen Dr. Gutfleisch und Dr. Böckel schon am nächsten Freitag den 28. d. Mts. statt. Hoffentlich vermindert sich diesmal die Zahl derjenigen wahlbrechtigten Personen, die bei der vorigen Wahl von ihrem Stimmrecht keinen Gebrauch gemacht haben. Wählerlisten und Wahllocale bleiben dieselben.
— Stenographie-Unterricht. Wir bemerken noch, da dies in der Anzeige des Stenographenvereins vergessen worden war, daß der Unterricht im Vereinslocal, Cafe Ebel, oberes Zimmer, stattfindet.
— Aus Unter-Widdersheim wird uns mitgetheilt, daß nicht, wie in der Zusammenstellung in Nr. 45 angegeben, 44 Stimmen auf Dr. Gutfleisch fielen, sondern diese 44 Stimmen Dr. Böckel erhielt, während aus Dr. Gutfleisch keine Stimmen abgegeben wurden.
Aus Oberheffeu, 21. Februar. Die Section für Justizverwaltung im Großh. Ministerum des Innern und der Justiz hat eine Anordnung getroffen, welche von den Amtsund Ortsgerichten, sowie von dem Publikum mit gleicher Befriedigung ausgenommen werden dürfte. In den bis jetzt im Gebrauche befindlichen Ka u s b r t e s - F o rm u l a ri e n seien manche darin vorgesehene Bedinglmgen und Erklärungen veraltet, auch nicht in der ersorderlichen Uebereinstimmung mit den ortsgerichtlichen Protocollen und Jmmobiliarveräuße- rungsverträgen. Weiter müsse nach dem heutigen Rechte, insbesondere nach dem Gesetze vom 4. August 1871 über die verbindende Kraft der Jmmobiliarveräußerungsverträge für zulässig und im Interesse der Vereinfachung und Beschleunigung des gerichtlichen Geschäftsganges, sowie der Entlastung des Jmmobiliarverkehrs von unnöthigen Kosten für zweckmäßig erachtet werden, von der Einholung der Unterschriften der Vertragabschließenden zu den Kaufbriefen überhaupt abzusehen. Es sind deßhalb zu den Kaufbriefen, welche aus Grund ortsgerichtlicher Kausnotuln und ans Grund ortsgerichtlicher Protocolle über - freiwillige Versteigerungen ausgefertigt werden, neue — von einander verschiedene -- Formularien angefertigt und ist weiter bestimmt worden, daß eine Unterzeichnung der Kauf- und Tauschbriefe durch die Vertragsabschließenden nicht mehr stattfinde. Bei Steigbriefen auf Grund von Zwangsmvbiliarversteigeruugen war es bisher schon üblich, von der Einholung der Unterschriften abzusehen. M (D. Z.)
Bad-Nanheim. Am 15. d. Mts. hielt der hiesige Kür- und Verschönerungsverein im Saale des Richard Langsdors seine 22. sehr gut besuchte Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Wagner, Professor vpa., begrüßte die Anwesenden und warf hieraus in längerer Rede einen Blick auf die erfolgreiche Thätigkeit des Vereins sowohl im abgelausenen als in früheren Jahren. Besonders betonte derselbe, daß die Bade- iudustrie. zu den ersten Grundlagen der hiesigen Gemeinde- wohlsahrt gehöre und daß wir emen erneuten Ausschwung des Bades zu verzeichnen hätten, denn wenn auch die Femden- ziffer gleich dem Vorjahre nur die Zahl von 8000 überschritten habe, so betrage doch die Zahl der abgegebenen Bäder und die Einnahmen der Badekasse mehr als im vorigen. Was die Entwickelung der Stadt anbelange, so nehme dieselbe immer größere Dimensionen an, Canalisation und Wasserleitung zeigten, daß wir uns aus der Höhe der Zeit besänden. Redner gedachte zum Schluffe noch der großen Verdienste der Großherzoglichen Negierung um die Hebung des Bades, insbesondere des jetzigen Referenten im Ministerium, und der Stadtbehörde. In anerkennender Weise gedachte er noch der großen Interessen, welche verschiedene in der Volksvertretung befindliche Herren stets für unser Bad bekunden. Redner schloß seine mit großem Beifall aufgenommene Rede mit einem Hoch auf das Aufblühen des Vereins.
Aus dem hieraus von demselben zur Verlesung gekommenen Rechenschaftsbericht entnehmen wir folgendes: Die Mitgliederzahl beträgt ca. 800. Der größte Theil der Einnahmen wurde zur Tilgung der Schulden, sowie für Publi- cität verwendet. Für den Winter wurden geeignete Futterplätze im Park errichtet, außerdem wurde in Gemeinschaft mit der Stadtbehörde eine größere Anzahl Naturbänke errichtet. Weit mehr als durch seine materiellen Aufwendungen hat der Verein am Platze fördernd gewirkt, indem er dem gesteigerten Bedürsniß entsprechende Einrichtungen in Anregung brachte. Ferner wurde darin noch erwähnt die Verbreitung des Bahndammes und die Verlegung sowie Vergrößerung der Güter- halle, die Anlage des neuen Weges nach dem Johannisberg. Schließlich wurde noch hervorgehoben, daß in Folge der großen Bauthätigkeit allen Ansprüchen von Wohnungen entsprochen werden könne. Daß dieselbe nur eine den Bedürs- nissen und dem allgemein wirthschaftlichen Aufschwünge entsprechende war, beweise, daß die Werthe aller Häuser in den letzten drei Jahren stetig gestiegen seien.
Aus der vom Stadtkämmerer Grünewald erstatteten Rechnungsablage sei Folgendes angeführt. Die Gesammt- einnahme in 1889 stellte sich auf 1931.78 Mk., darunter- 618 Mk. Jahresbeiträge der Mitglieder. Die Gesammt- ausgabe auf 2078.30 Mk., verglichen bleibt eine Ueberzahlung von 146.52 Mk.
Bei der sodann stattgehabten Neuwahl der theilweise ausscheidenden Vorstandsmitglieder gingen die Herren Körsgen, Abrie, Stoll HL, Meißingcr, Höpfncr, Ostermeyer, Langsdorf II. und Chr. Lentz aus der Wahlurne hervor. Als Ersatzmänner wurden gewählt die Herren Dr. Friedländer und Gastwirth Sprengel.
Im weiteren Verlaus der Sitzung theilte Dr. Grödel mit, daß eine größere Annonce in das ärztliche Vereinsblatt sür dieses Jahr bestimmt sei, weiter eine Eingabe an die Eisenbahnbehörden um Verkehrserleichterung für die Kurgäste beschlossen sei. Der Fußweg nach Nieder-Mörlen soll mit Bänken versehen und diejenigen an anderen Wegen, wie z. B. nach Friedberg, vermehrt werden. Für das Jahr 1891 würde dann wieder eine größere Wirksamkeit auf dem Gebiete der Publicität nötbig werden, um Aerzte und das Publikum über das Nähere über das bis dahin voraussichtltch erbaute neue Badehaus zu unterrichten. Die Karlsquelle wird neu- gefaßt und überdacht, im Park eine Anzahl Bedürfnißhäuser ausgestellt werden. Die Gesammtzahl der im letzten Jahre abgegebenen Bäder habe sich aus 109 000 belaufen, während 42 Tage seien täglich über 900 Bäder genommen worden.
Bürgermeister Wörner sprach dem Vorsitzenden für seine Mühewaltung um den Verein Dank aus. Derselbe machte noch Mittheilungen bezüglich der Verbesserungen der Canalisation und des Trottoirs, sowie der Verschönerung der Umgebung von Nauheim. So solle unter Anderem der Wald mit Anlagen versehen werden.
Dr. Schott theilte die vergleichenden Studien, wie e sie und Andere auch bezüglich der Einrichtungen des Schwesterbades Oynhausen an Ort und Stelle gemacht habe und zeigte, daß Nauheim nicht allein durch die günstige Zusammensetzung seiner Mineralwasser obenan stehe, sondern daß auch


