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Nr. 47.
Dienstag den 25. Februar
1890
Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener M««ikienVtLtter «erden dem Anzeiger «Schentlich dreimal beigelegt.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
Vierteljähriger AbonnementspreiO» 2 Mark 20 Pfg. mtt Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.
Redaction, Expedition und Druckerei:
KchnlstraßeKr.1.
Fernsprecher 51.
Amts- unfc Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren.
chratisöeitage: Gießener Aamikienökätter
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o. Eagern.
Änna6mt oon Anzeigin zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer big Sonn. 10 Uhr.
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Die von einem Beisitzer zu führende Gegenliste ist nicht, wie viele von Ihnen annehmen, eine Liste der Abstimmenden, sondern ein besonders geführtes Exemplar der Zählliste.
Dem Protoeoll hat daher beizuliegen'.
1) die Wählerliste (nicht das Original, sondern blos das Duplicat),
2) die Zühlliste, wenn eine solche besonders geführt worden ist,
Dent-ches Reich.
Darmstadt, 22. Februar. Nach den neuerlich von Malta eingetroffenen Nachrichten sind Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Ihre Grußherzogliche Hoheit die Prinzessin Alix daselbst am 13. d. M. im erwünschten Wohlsein angekommen und bei S. D. dem Prinzen und I. Gr. H. der Prinzessin Ludwig von Battenberg abgestiegen, während für das Gefolge in dem naheliegenden Hotel „Großbritannien" Wohnung genommen war. J.J. K.K. H.H. der Prinz und die Prinzessin Heinrich von Preußen wohnen als Gäste des Gouverneurs in dem alten Palais des Großmeisters der Malteser - Ordensritter, jetzt Gouvernementsgebäude, wohin S. K. H. der Großherzvg und I. Gr. H. die Prinzessin Alix mit Gefolge am 15. einer Einladung des Gouverneurs zum Diner folgten. Am 15. beehrten die Höchsten Herrschaften einen Ball im Clubhaus und auf Fastnachts-Dienstag einen Ball bei dem Admrral Buller mit ihrer Anwesenheit. Bei dem schonen warmen Wetter entwickelte sich in den engen Straßen Lavalettas ein lebhaftes und interessantes Maskentreiben, welches den Sonntag, Montag und Dienstag währte. S. K. H. der Großherzog, begleitet von dem Flügeladju-
o. Kirchenplaß im 1. April jammt!,: ihmcha
Qualitäten, »ck,
3) die Gegenliste,
4) die Bescheinigung der Bürgermeisterei wegen Bekanntmachung des Wahltermins u. f. w., etwaige ungültige Stimmzettel.
Kmtlid?er Theil.
Bekanntmachung,
d i e Neichstagswahlen betreffend.
auf sogleicl ..elvandtes -MW »^arbeit von
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß in dem ersten Wahlkreis des Großherzogthunrs von 16 574 gültig abgegebenen Stimmen gefallen sind auf:
Herrn vi. Gutfleis ch, Rechtsanwalt zu Gießen, 5905,
Herrn Dr. Otto Böckel zu Marburg 4566, Herrn Gutsbesitzer Carl Schlenke zu Hardthof bei
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Gießen 4363,
4) Herrn Gastwirth und Schreinermeister Carl Orbig zu Gießen 1732,
5) auf andere Personen 8.
Da sich hiernach eine absolute Stimmenmehrheit nicht ergeben hat, wird die Vornahme einer engeren Wahl zwischen den höchstbestimmten
Dr. Gutfleisch zu Gießen und
Dr. Böckel zu Marburg
auf Freitag den 28. Februar d. Js.
mit dem Bemerken festgesetzt, daß bei dieser Wahl alle auf andere Candidaten fallenden Stimmen ungültig find.
Gießen, den 24. Februar 1890.
Der Wahlcommissär:
v. Gagern.____ __
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Betreffend Wie oben.
Bekanntmachung.
Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung wird bezüglich des Wahlgeschäftes das Folgende zur öffentlichen Kenntniß gebracht:
Die Abstimmung wird 10 Uhr Morgens beginnen und 6 Uhr Abends geschloffen werden.
Auf die engere Wahl kommen nur die Herren Dr. Gut- sleisch, Rechtsanwalt zu Gießen und Dr. Otto Böckel zu Marburg. Alle aus andere Candidaten fallenden Stimmen sind ungültig. . c f.
Die engere Wahl findet aus denselben Grundlagen und nach denselben Vorschriften statt, wie die erste. Insbesondere bleiben die Wahlbezirke, Wahllocale und die Wahlvorsteher unverändert. Wir verweisen hierbei auf unsere Bekanntmachung vom 3. Februar l. Js. — Anzeiger Nr. 31 —.
Bei der engeren Wahl werden dieselben Wählerlisten angewendet wie bei der ersten Wahlhandlung. Eine wiederholte Auslegung und Berichtigung derselben findet nicht statt.
Gießen, den 24. Februar 1890.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. ______
(gießen, den 24. Februar 1890.
Betreffend: Wie oben.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien nnd Wahlvorsteher des Kreises.
Die beiden vorstehenden Bekanntmachungen wollen Sie Angesichts dieses, jedenfalls aber Mittwoch den 26. Februar in Ihren Gemeinden bekannt machen taffen. ..
Zu Ihrem Bemessen verweisen wir <sie auf § 28 ff. des Wahlreglements vom 28. Mai 1870 (Bundesgesetzblatt S. 280 ff.) und beauftragen ^ie, strengstens hiernach zu verfahren und soweit Sie nicht selbst als Wahlvorsteher funqiren, die Wahlvorsteher dementsprechend zu tnstruiren.
'Die erforderlichen Protocollsormulare und Wählerlisten gehen Ihnen mit nächster Post zu.
Die Wahlacten wollen Sie unfehlbar am 1. Marz d. zugleich mit Ihrer berichtlichen Anzeige, daß unb wann die Publikation der beiden vorstehenden Bekanntmachungen ui Ihren Gemeinden erfolgt ist, an den Unterzeichneten zur Post geben. ,, , . .
Den Wahlacten hat die besondere Bescheinigung der Grotzh. Bürgermeisterei darüber beizuliegen, daß und wann die ortsübliche Bekanntmachung des Wahltermms erfolgt ist. (§ 31 Abs. 4 des Wahlreglements).
Die Wahlvorsteher machen wir noch besonders auf die Beobachtung des § 18 des Wahlreglements aufmerksam, weil dagegen bei der ersten Wahl wieder vielfach gefehlt worden ist.
Auf Seite 4 des Protokolls sind bei den Namen des Candidaten die einzelnen auf sie gefallenen Stimmen durch Striche oder fortlaufenden Zahlen anzumerken. It dreies negen der großen Zahl der einem Candidaten zufallenden Stimmen unthunlich, so ist in obiger W^se eme besondere Zählliste anzulegen und dem Protocoll als Beilage beizusugsn.
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tauten Major Freiherrn v. Graney, begaben sich am 17. an Bord der „Irene" zum Luncheon bei S. K. H. dem Prinzen Heinrich. Aus der Rückreise werden die Höchsten Herrschaften voraussichtlich einige Tage in Rom verweilen, um dem Besuch der Sehenswürdigkeiten mehr Zeit zu widmen, als auf der Hinreise gestattet war.
Darmstadt, 22. Februar. Das Amtsblatt des Groß- herzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, Nr. 4 enthält Ausschreiben vom 4. Februar 1890, betreffend: Formulare zu Kaufbriefen aus freihändigen Verkäufen und freiwilligen Versteigerungen. N. 5 enthält Ausschreiben vom 12. Februar 1890, betreffend: Mehrfache Strafverfolgungen einer und derselben That.
Darmstadt, 20. Februar. Das gestern ausgegebene Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 3) enthält:
1. Uebersicht der für das Rechnungsjahr 1890—91 von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communalbedürsnissen der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Schotten.
2. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz für 1890—91 zur Erhebung genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürsnisse der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Büdingen.
3. Verzeichnis der Vorlesungen, Hebungen und Praktika, welche im Sommersemester 1890 in den 6 Fachabtheilungen der Großherzogl. Technischen Hochschule zu Darmstadt gehalten werden.
4. Ordensverleihungen.
5. Namensveränderung.
6. Dienstnachrichten.
Am 31. Januar wurde der Hilfswärter Wilhelm Naumann aus Aulen-Diebach zum Bahnwärter bei den Oberh. Eisenbahnen ernannt.
7. Ertheilung des Diploms als Consolidations-Geometer.
Dem Geometer erster Klasse Julius Heineck aus Alsfeld wurde auf Grund der an der Technischen Hochschule bestandenen theoretischen Prüfung, sowie der Ausführung der vorgeschriebenen Consolidationsarbeit das Diplom als Consolidations-Geometer ertheilt.
8. Dienstentlassungen.
9. Ruhestandsversetzung.
10. Concurrenzeröffnungen.
Erledigt sind: Drei mit evangel. Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der gemeinsamen Musterschule zu Friedberg mit einem Anfangsgehalte von je I 000 Mk. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Frei-Weinheim mit einem Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rohrbach mit einem Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Orgalüstendienst verbunden. Dem Herrn Fürsten zu 9)fenburg und Büdingen in Büdingen steht das Prüsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Allmenrod mit einem Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bannerod mit einem Gehalte von 900 Mk. Die Lehrerstelle an der evang. Schule zu Harxheim mit einem Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dietersheim mit einem Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle kann Organistendienst verbunden werden. Das Coneurrenzausschreiben Nr. 10 in der Beilage Nr. 2 wird hiermit zurückgenommen. Eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Dieburg mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalte von 1000 bis 1300 Mk. Eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Bensheim mit einem Anfangsgehalte von 1000 Mk. Die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hainhausen mit einem Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ulrichstein mit einem Gehalte von 900 Mk.
11. Sterbefälle.
Aus dem Großherzogthum Hetzen, 22. Februar. Das Wahlergebniß stellt sich in unserem Großherzogthum wie folgt: 1. Wahlkreis (Gießen): Stichwahl zwischen Dr. Gutfleisch (dsr.) und Dr. Böckel (Antisemit). Den Ausschlag geben die Nationalliberalen. — 2. Wahlkreis (Friedberg): Stichwahl zwischen Graf Oriola (natl.) und Dr. Gutfleisch (dsr.). — 3. Wahlkreis (Alsfeld): Zimmermanns (Antisemit) Wahl sicher. — 4. Wahlkreis (Darmstadt-Groß-Gerau): Stichwahl
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Mark 1.-.
Bekanntmachung.
DonnerSrag den 6 März 1890, Nachmittags 2 Uhr, wird in dem „Solmser Hof" zu Hungen eine Generalversammlung deS lanDw. BezirkSverei»- adgehalten werden.
Alle Mitglieder des landw. Bezirksvereins und der landw. Localvereine und alle Freunde der Landwirthschaft werden zu dieser Versammlung hierdurch ergebenst eingeladen.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntniß zu geben und aus zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken.
Tagesordnung:
1) Vortrag des Herrn ProfefforS Dr. Pflug von Gießen über die Krankheiten des Jungviehes.
2) Zusammenlegung von Grundstücken. Referenten: Herr Amtmann Nebel und Herr Cultur'Ingenieur Wiß- mann zu Gießen.
3) Ueber Reparatur von Pflügen und sonstigen landw. Werkzeugen.
4) Ueber die Controle bei Erkrankung von bei Krankenkassen versicherten Arbeitern. Referent: Herr v. Ov en zu Hungen.
Gießen, den 22. Februar 1890.
Der Director des landw. Bezirksvereins Gießen.
Jost, Regierungsrath-
Bekanntmachung
Bis zum 1. April, bezw. 1. Mai l. Js., ist dahier je eine Schutzmannstelle neu zu besetzen. Bewerber um diese Stellen haben sich unter Beifügung der erforderlichen Papiere (Militärpapiere, kreisärztliches Zeugniß über körperliche Gewandtheit und völlige Gesundheit, Zeugnisse über seitherige Führung) bis zum 10. März i. I. bei unterzeichneter Behörde zu melden und persönlich vorzustellen
Bemerkt wird, daß zwar vermalen noch die seitherigen Gehaltsverhältniffe maßgebend sind, daß aber in sichere Aus- sicht gestellt sind: vom 1. Aprll l. Js. an ein Anfangsgehalt von 1200 Mark, welcher von 5 zu 5 Jahren um 100 Mark steigt bis zu 1500 Mark; außerdem bei befriedigender Dienstzeit Pensionsberechtigung und Wittwenversorgung nach Maßgabe der für die widerruflich angefteöten Staatsbeamten geltenden Bestimmungen.
Gießen, am 19 Februar 1890.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
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