Ausgabe 
23.11.1890 Zweites Blatt
 
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Kleinigkeiten, welche für das praktische Leben unbedingt er­forderlich sind und mit großem Dank entgegengenommen werden, zumal man solche Staatssachen doch nicht gern bei jeder Gelegenheit benützt. Wir möchten vor Allem auch den Wunsch aussprechen, bei der Auswahl von Geschenken immer mehr an ein gutes Buch zu denken. In Deutschland werden noch immer viel zu wenig Bücher gekauft und doch ist ein gutes Buch ein Hausfreund, der stets treu bleibt und nichts mehr kostet. Die Industrie hat gerade für das diesjährige Christfest etwas Außerordeutliches geleistet und bietet die denkbar größte Abwechselung in Luxus-Artikeln und Sachen des practischen Lebens. Wenn man sich nun die Mühe bei Zeiten genommen, etwas genauer nach den Wünschen zu horchen, dann wird auch die Wahl nicht allzuschwer werden. Was es ist, das zum Christenfeste gewünscht wird, ist ja gleich, es kommt gar nicht in Betracht, ob der Gegenstand äußerlich unscheinbar ist. Wird es gern gewünscht, dann ist auch die Kleinigkeit werthvoll, dann wird die Ueberraschung eine doppelt freudige.

Zur Volkszählung. Sämmtliche hessischen Ge-richte sind angehalten worden, am 1. December, an welchem Tage die Volkszählung stattfindet, keinerlei Termine abzuhalten.

Aus der Garnison. Oberst Perthes, seither ä la suite des Generalstabes und erstes Directionsmitglied der Kriegsakademie, wurde zum Commandeur des 116. Infanterie- Regiments ernannt, Hauptmann Werner vom 116. Jnf.- Regiment dem Regiment unter Beförderung zum überzähligen Major aggregirt, Hauptmann v. Kurnatowski, seither im 117. Regiment, zum Compagniechef im 116. Jnf.-Regiment ernannt, Hauptmann Winter, seither ä la (suite des 4. Großh. Jns.-Regts. Nr. 118, unter Belassung seiner Stellung als ordentliches Mitglied der Gewehr-Prüsungs- Commission, wurde zum 116. Jnf.-Regt. ä la suite desselben versetzt. Major Bendemann vom 116. Jnf.-Regiment, unter Beauftragung mit den Functionen des etatsmäßigen Stabsosfiziers, in das Niederrh. Füs.-Regt. Nr. 39 (Düssel­dorf), Emm ich, Major vom Füs.-Regt. Nr. 86, als Bat.- Commandeur in das 116. Jnf.-Regt. versetzt. Die Unter­offiziere Hütten Hain, Wordell, Bred au und Ebel wurden zu Portepee-Fähnrichs befördert.

Das Kaiser»Panorama bietet uns Gelegenheit, in dieser Woche eine Reise quer durch Nordamerika, Californien, Uosemite-Thal zu unternehmen. Des Sehenswerthen gibt es da genug. Wir machen eine Fahrt aus der längsten Eisen­bahn der Erde, der Pacific-Eisenbahn (NewyorkSt. Fran­cisko) und besteigen nachher einen großen Mississippi-Dampfer, der uns eine gute Strecke auf diesem Vater der Ströme flußaufwärts führt. Dann gehts zu Fuß durch die Prärien und das Felsengebirge- Indianer-Trupps kommen uns zu Gesicht, Trapper durchstreifen die Wildniß, alles Bilder, hie die beste Jllustraüon zu einem Cooper'schen Roman abgeben. Nach langer Wanderung erreichen wir Californien, das frühere Eldorado der Goldsucher, und wo auch neuerdings wieder neue Adern und Lager des edlen Metalles entdeckt sind. Auch in den Urwald führt uns das Panorama, woselbst wir eine erste Ansiedelung von Auswanderern in ^Augenschein nehmen können.

Ein hiesiger Schneider entwendete gelegentlich seiner Beschäftigung vor einigen Tagen in einem Hause dahier eine neue goldene Damenuhr in Etui, zwei silberne Löffel und ein Stückchen Tuch, im Gesammtwerth von 50 Mk. Die Uhr und die Löffel hatte der Beschuldigte bereits für 16,25 Mk. an einen hiesigen Trödler verkauft. Der Thäter ist ver­haftet.

Ernannt wurden am 16. November l. I. der Heizer bei den Oberhessischen Eisenbahnen August Gisfey zum Locomotivsührer bei diesen Bahnen- am 16. November der Feldwebel im 1. Hessischen Jnfanterie(Leibgarde)-Regiment Nr. 115 Hermann Albert Gustav Louis Dubberke in Darmstadt zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgerichte Ulrichstein, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts.

Ranstadt, 20. November. Ueberall regt sich unter dem Landvolk hiesiger Gegend der Drang, durch Gründung von Spar- und Darlehenskassen dem Grundsätze der Selbsthilfe gerecht zu werden, statt fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Heute Abend ist deßhalb auch hier eine Anzahl Männer zusammengetreten und hat unter Anleitung des Herrn Dr. Ullmann-Büdingen und des Herrn Verbands­revisors Jhrig-Offenbach eine Spar- und Darlehenskasse mit unbeschränkter Haftpflicht ins Leben gerufen. Es sind so­gleich 46 Herren als Mitglieder der Kasse beigetreten. Die Kasse hat sich sogleich dem Verbände der hessischen laudwirth- schaftlichen Genossenschaften angeschlossen. Dem genannten Verbände gehören gegenwärtig 156 Vereine an. Innerhalb der beiden letzten Monate sind nicht mehr als 32 Vereine neu gegründet. Ende 1889 haben die bis dahin bestehenden Gesammtvereine des Verbandes einen Umsatz von 24 Mill. Mk. zu verzeichnen gehabt.

E. Nidda, 20. November. Infolge eines von Herrn Ingenieur Brockmann überWasserleitung in Wohngebäuden" gehaltenen Vortrages sprach sich die Zuhörerschaft sür Anlage einer Wasserleitung in Nidda aus. Wie aus den Er­läuterungen des Herrn Brockmann hervorging, läßt sich hier .mit nicht hohen Kosten eine Wasserleitung herstellen.

* Marburg, 15. November. DieOberh. Ztg." meldet: Durch einen Beschluß des Großherzoglich hessischen Landtages ist bekanntlich der Bau einer Bahn von Nieder- gemünden nach Homberg genehmigt worden. In der Bevölkerung von Homberg und Umgegend ist nun der Wunsch rege geworden, einen Anschluß dieser neuen Bahn mit der Main-Weser-Bahn und insbesondere mit der Stadt Marburg zu erhalten. Zum Zweck der Verwirklichung dieses Wunsches bildeten sich sowohl in Homberg als in Marburg besondere Comites, welche nach wiederholt stattgehabten gemeinschaft­lichen Verhandlungen gestern unter dem Vorsitz des Herrn Bürgermeisters Schildwächter-Homberg eine Sitzung in Homberg abhielten, wobei ein Gesuch des Homberger Comites um Er­richtung einer Bahn von Homberg 'nach Marburg beschlossen und unterzeichnet wurde, welches, nachdem auch die hiesigen I städtischen Behörden ihre Unterstützung zugesagt haben, den I maßgebenden Behörden unterbreitet werden soll.

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I« jedem Gisenbahnznge bleibt der erste Wagen hinter der Maschine unbesetzt, auch wenn es ein Personenwagen ist. Bisher genügte es, diese Wagen einfach verschlossen zu halten; neuerdings aber bat man auch ein äußeres Kennzeichen angebracht in Gestalt einer Tafel mit der AufschriftSchutzwagen". In den Vorortszügen der Potsdamer Bahn tauchte dieser Tage diese Bezeichnung zum ersten Mal<auf.

Gut gewählt muß ein Geschenk sein, wenn der Geber seinen Zweck, wirkliche Freude zu bereiten, erreichen soll. Das kann aber nur der Fall sein, wenn das Geschenk recht praktisch, durch und durch solid und das Auge befriedigend ist. Kein Wunder, daß oft die Wahl zur Qual wird. Bequem dagegen ist das Aussuchen für Alle, die sich den neu erschienenen Weihnachts-Cstalog des Der« sandt-GeschüstS Mey & Edlich in Leipzig «Plagwitz kommen lassen. Bekanntlich steht diese Wellfirma sowohl bezüglich der Zahl und Verschiedenheit, als auch der Güte und Preiswürdigkeit rhrer Artikel unerreicht da. Durch ungefähr 2000 getreue Abbildungen führt der erwähnte Catalog in anschaulichster Weise Stück für Stück aller nur denkbaren Waarengattungen vors Auge; eine Postkarte oder Brief genügt dann, um in Kürze den gewünschten Gegenstand ins Haus geliefert zu erhalten. Für den Weihnachtstisch insbeson­dere sind die Abtheilungen: Uhren, egmnd« nnd WirthschaftS- Gegenstünde, Versilberte Maaren, Musikwerke. Damen« und Serren'Kleider, Pelzwaaren, Kleiderstoffe, Cigarren, Parfümerien u. s. w. auffallend reich vertreten, sozusagen ganz fürs Haus und Familie zurechtgelegt, und wer Vieles bringt wird Jedem Etwas bringen!

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2 w (4 , ) Schwarzbrod 2. Sorte 50

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Gießen, den 22. Noo. 1890. Großh. Polizeiamt Gießen.

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Arbeitsverzeichniffe und Bedingungen werden im Geschäftszimmer Nr. 3 verabfolgt. Die Angebote sind bis spätestens

Mittwoch den 28. d. M., Vormittag- 10 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen.

Gießen, den 19. November 1890.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

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