Ausgabe 
23.4.1890
 
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Angaben enthalten sein.

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nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

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Lungenentzündung Lungenschwindsucht Lungenerwetterung Sttmmritzenkrampf Leberentartung Bauchfellentzündung Diarrhoe

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Locales unfc provinzielle».

öitjjen, 22. April.

Sitzung Erotzh. Handelskammer tzo« 16. April 1890. Gegenwärtig waren die Herren Koch, Klingspor, Gail, Heichelheim, Scheel, Wortmann.

Seitens Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz ist der Kammer der Entwurf eines Gesetzes, betr. die Abänderung des Patentgesetzes, mit dem Ersuchen um gutachtliche Aeußerung zugegaugen. Derselbe wird einer aus den Herren Kling spor, Gail und W ortmann bestehenden Commission zur Vorberathung überwiesen.

Gemäß der Verordnung vvm 19. März 1890, betr. die Revision der Handelsregister, hat das Großh. Amtsgericht Dießen die Kammer ersucht, drei Angehörige des Handels­standes zu bezeichnen, welche für die nächsten 6 Jahre als Beisitzer für die Nevisionsgeschäste sungtren sollen. Es wird beschlossen, die Herren Klingspor, Heichelheim und Scheel vorzuschlagen.

Am 24. l. Mts. findet eine Sitzung des Eiseubahn- tzeiraths in Darmstadt statt. Da sowohl der Vertreter der Kammer wie dessen Stellvertreter verhindert sind, an der Sitzung persönlich Theil zu nehmen, so werden die Wünsche

Grünberg, 20. April. In der heute Mittag im Englischen Hof" wegen der Wasserleitungsfrage ver­anstalteten Versammlung erläuterte Herr Ingenieur Harer aus Frankfurt in klarer und^übersichtlicher Weise den Plan einer Wasserleitung für die Stadt Grünberg und die Aus­führbarkeit derselben. Nach längerer Debatte, in deren Verlaus Herr Bürgermeister Pracht die Erklärung abgab, daß der Stadtvorstand der Sache durchaus nicht feindselig gegenüber­stehe und dieselbe einer gewissenhaften, sorgfältigen Prüfung unterziehen werde, wurde beschlossen, demnächst eine Liste zum Zwecke der Ermittelung Derjenigen in Umlauf zu setzen, welche schon jetzt sich zum Anschluß an die Leitung bereit erklären. In der Liste sollen die den Kostenpunkt für die Anlegung der Leitung in die einzelnen Wohnungen betreffenden

Eingesandt.

Gieße«, 22. April.

Wie aus dem Jnseratentheile ersichtlich, hält der Turuvettiv Gieße« morgen Mittwoch eine außerordentliche GeneralversammtM ab, welche sich mit der Platzfrage der demnächst zu erbauenden Lm- halle zu befassen hat. Wie bekannt, kommen zwei Bauplatzr » Betracht, nämlich der dem Turnverein zu Eigenthum gehörige n der Bismarckstratze und der in Vorschlag gebrachte in Lonys GaNm und es ist Aufgabe dieser Versammlung, zwischen beiden GrundMm eine zweckentsprechende Wahl zu treffen. Um dies ledoch zu ermM ist es nothwer.dig, daß die zur Entscheidung über diese, für den Mw, hochwichtige Angelegenheit Berufenen bezüglich Lage und BeschM^ heit beider Bauplätze vollkommen unterrichtet sind und es sei den Interessenten empfohlen, vor der Versammlung . geeignet zu orientiren.

Freitag i mittags 9 Uh dem ÄeWus Incteu Ziegen heeglvps M mente vnsteia k

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Teilshaus Tr. Bürge

zerstört werden.

Durch die sich fortwährend steigernde Ausbeutung des Bodens für Culturzwecke geschieht ohnedies schon mehr als genug zur Verminderung dieser treuen Freunde der Land- und Forstwirthschaft, welche durch ihr heiteres, munteres Wesen und durch ihren Gesang zur Belebung der Landschaft unendlich viel beitragen. In dem Buschwerk am Waldsaum, in dem Unterholz des Forstes finden unsere Sänger, wenn fie aus dem Süden zurückkommen in die nordische Heimath, passende Stätten für den Nestbau in reicher Auswahl- bald beginnt das Brutgeschäst und nach ihm die Jungenpflege. Ein Frühjahrsbrand an solcher Stelle zerstört eine Fülle von Liebesglück, von Elterufreude und Familienwoune.

Darum möchten wir zum Schluß an Alle, die eS jetzt aus dumpfer Stube hinaustreibt in den sprossenden Wald, den Mahnruf des Wächters richten:Bewahrt das Feuer und das Licht!"

Neubildung im Gehirn 1 Krämpfen Knochenmarkentzünd. 1 Altersschwäche

gewählt, an welches sich die Strikenden sowohl wie die Meister, falls diese noch eine Verständigung anzubahrzen ge­neigt sind, zu wenden haben. Die ledigen Gehülfen werden die Stadt baldigst verlassen. Die Bockenheimer Schuhmacher- Haben sich mit den hiesigen solidarisch erklärt.

Kassel, 21. April. Der Pseudo-Graf. Ein gemeingefährlicher Hochstapler schlimmster Sorte, welcher nach­einander eine Reihe der größeren Städte Deutschlands durch seine abgefeimten Gaunereien unsicher gemacht hat, der Kellner Anton Müller auS Köthen, stand heute hier unter der Anklage des Betrugs und des Diebstahls vor den Schranken der Strafkammer. Derselbe ist unzählige Male vorbestraft, hat jedoch, kaum aus dem Zuchthause entlassen, immer nur eine kurze Zeit ehrlicher Arbeit nachgestrebt, vielmehr aufs Neue mit großem Raffinement Schwindeleien ausgeführt, bei denen ihm seine stattliche Erscheinung, seine Sprachenkenntniß, gewandtes und verschlagenes Wesen sehr von Nutzen war. Unter den verschiedenstell Masken, als Lehrer, Schauspieler, Student, Collecteur u. s. w., hat er sich in das Vertrauen seiner Mitmenschen eingeschlichen und dieselben aus das Schänd­lichste betrogen. Seine letzte Gastrolle gab er alsGras" hier in Kassel. Er war im Sommer v. I. auf der hiesigen

im Gieße

Moorag 1890/ von sog im Gieß Districten Lu Lache nachvry werden:

A Bau-, - 82 ßichen-S meter, 16 Men-- rnrter, 11 Fichten-- rneter.

B.

Lchrith- Rmtr. Buchen 1U,5 Hichen 71 Mel 2,6 Aspen 7 Erlen 1

Die Zusami inlmsbrumm

Gieße«, an Großh. Bl

WöchenUiche Aebrrficht der Todesfälle m Kttßcr

16. Woche. Vom 13. April bis 19. April 1890.

Einwohnerzahl: 20500 (incl. 1600 Mann Militär).

Sterblichkeitsziffer: 35,5 °/«,.

Kinder

: Erwachsene: hx vom

1. Lebensjahr: 2.-15. M

Freitai i« bet ^a«PU8 II., % T Jacobs

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W Kehr n > Bel Mat, Mauk, fSS;

nicht eher verlassen, als bis der letzte Funken ausgeio^cyr und die Brandstelle ganz mit Erde bedeckt ist.

Im Frühjahr 1887 entstand im Königheimer Forst (Württemberg) ein großer Brand dadurch, daß ein Eigen- thümer aus seinem dem Walde nahegelegenen Gute Bäume veredelte- in einer Blechbüchse wurde am offenen Feuer- Baumharz warm gemacht und der Wind trug die Flinken in

der Kammer, welche im Wesentlichen die Einlegung eines neuen Güterzuges auf der Oberhessischcn Eisenbahn bezwecken, dem Eisenbahnbeirath schriftlich unterbreitet werden.

Durch ein bei der Kammer cingelallfcnes Schreiben, welchem ein Geschäftsbericht des letzten Jahres beiliegt, em- stehlt sich die Hongkong- and Shanghai Banking Cor­poration in Hamburg, Börsenbrücke 8, zur Vermittelung aller Handelsbeziehungeli und bankmäßigen Geschäfte zwischen sämmtlichen Plätzen Deutschlands und Ostasiens, was wir ohne Garantieübernahme zur Kenntniß der Interessenten bringen.

Oberhesfischer Geschichtsverein. Wie aus dem Anzeigen- theil der heutigen Nummer ersichtlich, hält der Geschichts­verein diesen Mittwoch seine zweite diesjährige Versammlung ab. Wir machen auch an dieser Stelle auf den Vortrag des Herrn Hauptmann Weimer aufmerksam, der ganz besonders interessant zu werden verspricht, da der Vortragende vielfach aus eigener Anschauung berichten kann.

jeweiliges Standquartier ganz besonders beliebt. Landstreicher, Zigeuner und Kesselflicker zündeten da ihr Feuer an und durch diese Letzteren entstanden erwiesenermaßen so häufig Waldbrände, daß schließlich diesenFreileuten" das Feuern in und zunächst den Waldungen gesetzlich verboten werden

Jagd-, Fischerei- und Sport-Ausstellung als Kellner eine kurre Zeit thätig gewesen und war dadurch mit Personen und Dingen vertrant geworden. Längere Zeit nachher, als man die Ausstellung schon vergessen hatte, erschien eines Tages in einem hiesigen Herren-Garderobegeschäst ein elegant ge­kleideter junger Mann, stellte sich alsGras von Ü." üor bezeichnete sich als den Neffen eines hiesigen Grasen und kaufte einen hocheleganten, mit Seide gefütterten Havelock. Er ließ sich Rechnung für den Onkel Grasen geben und ver­duftete auf Nimmerwiedersehen. Darauf pilgerte er in einen Stiefel-Bazar, bezeichnete sich hier ebenfalls alsGraf A.", setzte auch noch hinzu, daß er Student sei, von Heidelberg komme und nach Göttingen gehe, und erschwindelte sich cjn Paar der theuersten langen Stiefeln für 36 Mk. In einem Handschuhladcn erschwindelte er sich unter gleichen Umständen ein Dutzend Paar der feinsten Glace-Handschuhe, bei einem Optiker einen goldenen Kneifer und endlich stahl er einem Frauenzimmer eine goldene Uhr mit Kette. Darauf brannte er nach Hannover durch, ins Rheinland n. s. w., wurde aber schließlich in Creseld verhaftet, nachdem er eine Reihe weiterer Schwindeleien begangen hatte. Einschließlich dieser wurde er hier zu einer Gesammtstrase von 7 Jahren Zucht­haus verurtheilt.

* Freiburg, 16. April. Wegen Tödtung des cand. med. Salomon' im Duell wurde der Student Bering zu Jahren und 3 Monaten Festungshaft verurtheilt. Die Mitglieder des Ehrengerichts, welches auf das Duell er­kannt hatte, erhielten je 6 Monate Festungshaft.

* Eine Reise in Papiermachs. Vor einigen Tagen sch | ein Mann in einem aus Papiermache gefertigten Eanoe von Newyork ab, um auf demselben die 7000 Meilen betragende Reise nach der Mündung des Columbia River anzutreten. Er hofft im October dort anzukommen. Seine Route geht den Hudsvnfluß hinauf durch den Erie-Canal, über ben Cbio, Missouri und Mississippi in den Columbia. Vom Erie-See bis nach dem Chantauqua-See, daun von dem Großen Wasser­fall nach dem Missouri und endlich über die Felsengebirge

I wird der eigeuthümliche Abenteurer sein Canoe auf dem Wen I zu tragen haben.

* Kairo, 14. April. Geh. Commcrcienrath Krupp weilt seit einigen Tagen zu kurzem Besuche in der alten Khalisenstadt, die er nun zum dritten Maie in Augenschein nimmt. Einigen dreißig Deutschen bereitete er gestern ein größeres Fest aus dem Nil. Eine von einem Dampfer strom­aufwärts geschleppte Dahabieh vereinigte unter deutschem Flaggenschmuck die Gesellschaft zu fröhlichem Mahle. Nilschiff war mit einem prachtvollen Blumenflor geschmüär der herrlichste Vollmond machte fast die glänzende Lampen Illumination zu Schanden. Zwei Musikcapellen, eint I arabische und eine deutsche, ließen, bald an den heimischen Norden, bald an das mystische Egypterland anknüpsend, ihn

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Für Diejenigen, welche ihres Gewerbes wegen tm Walde Feuer anmachen müssen, wie Kohlenbrenner, Thcersicder, Holzhauer, sind besondere Vorschriften da in Bezug aus die Entfernung des Feuers von Holzbeständen und Reinigung des Bodens von dürren Pflanzen. Auch dürfen sie den Platz als bis der letzte Funken ausgelöscht

Turnerisches aus dem Mittelrhein. Der 55. Turn­tag wurde am Sopntag den 20. April in Mainz in der Turnhalle (Schießgartenstraße) abgehalten und war von 145 Vertretern mit 180 Stimmen besucht. Aus dem Ver- waltungs- und Kassebericht ist u. A. zu entnehmen, daß ca. 20 Vereine dem Kreis beigetreten und die Vereinigung des Lahn-Wetter-Gaues mit dem Gau Hessen stattgefunden und der Gau Hessen nunmehr beinahe 4000 zahlende Mitglieder hat. Der Kassebestcmb des Kreises ist ein günstiger und schließt mit einem Bestände von Mk. 1207 ab. Hiervon wurden Mk. 200 zur Errichtung eines Fonds zur Unter­stützung von Turnvereinen des Mittelrheinkreises bei Erbauung von Turnhallen vorgesehen, außerdem hatte der Extrazug zum deutschen Turnsest in München einen Ueberschuß von 227 Mk. für die Kreiskasse ergeben und wurden hiervon Mk. 50 der deutschen Turnbauschutt überwiesen. Der Antrag, das Fechten bei den deutschen Turnfesten obligatorisch einzuführen, wurde abgelehnt. Die Amtsdauer des Kreisausschusses und des technischen Turnausschusses, welche mit 3l.December 1890 abläuft, wurde bis 1. April 1891 ausgedehnt.

Summa: 14 (5) 8 (3) 4 < ' #

Anm. Dte in Klammern gesetzten Ziffern 0«^ viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit axs von

Weiße Seidenstoffe von 95 Pfge.

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Verkeh», £awö« und volkrwirthfthaft.

®i«8en > 22. April. (Marktbericht). Aus Wochenmartt kostete: Butter pr. Pfd. x 1,001,15, Hüh«rev 1 St. , 2 St. 9-11 Enteneier 1 St. 56 2 fet j

Gänseeier 10-11 Käse pr. St. 5-8-A, Käsematte pr. Erbsen pr. Liter 18 Jt, Linsen or. Liter 30 4, Tauben pr- v® X 0,80-1,10, Hühner pr. Stück X 1,50-2 00, Hahnen pr.L X 1,60-2,00, Enten pr. Stück X 20(m-2,30, Gänse pr^ 50-60 Ochsenfleisch pr Pfd- 68-72 Kuh- und Rindstck 56-60 Schweinefleisch 60-70 Hammelfleisch 0668^.^ fleisch 52^60 Kartoffeln pr. 100 Kilo ^3^0-4^20, WeMS pr. St B8 Zwiebeln per Eentner X 12,0000,00, MM * Liter 12-18 4- ,

daS dürre Gras.

Als die Eisenbahnen noch eine neue Einrichtung waren, mehrten sich dort, wo die Schienenstränge zusammenhängende Waldstrecken durchschnitten, die Brände durch das Funken­sprühen der Locomotiven in hohem Grade. Mit der stetigen Vervollkommnung der Maschinen und durch zweckmäßige Auf­forstung längs der Linien Sicherheitsstreifen, Schutz- fcänber ist das besser geworden. Die Gefahr ist dort am | größten, wo die Bahn stark ansteigt, in ''Nadelschonungen 1 größer als in Laubwäldern. In dem ausnahmsweise trockenen Frühjahr und Sommer 1857 sind im damaligen Königreich Hannover an Holzbeständen gegen 5000 Morgen zerstört worden. Auf der Lime Celle-Harburg zündete am 24. August die Locomotive zweimal in der angrenzenden Haide. Der erste Brand ward gelöscht, beim zweiten ging der Wind mit dem Feuer davon; dieses durchraste die Haide, warf sich aus die Kieserubestände, theilte sich in mehrere Stränge, die sich bald zu einem großen Feuermeer vereinigten. In der ein­samen Gegend konnte eine größere Löschmannschaft nicht schnell genug zur Stelle sein. Erst das mit Exttazügen herbeigeholte Militär, namentlich das Pioniercorps aus Hannover mit feiner Anstelligkeit und feinen guten Gerätschaften, wies das ver­heerende Element in feine Schranken.

Und nun zu guter Letzt noch das Rauchen!Ohne Zweifel hat ein Waldfpaziergänger den letzten Rest der glimmenden Cigarre oder ein brennendes Zündhölzchen wcg- ceworfen", heißt es in einem Brandberichr, der vor uns liegt. Ja, das Rauchen! Es schmeckt so gut, und man kann es dem, der's gerne treibt, auch im Wald nicht verwehren. Dem Holzmacher und Kohlenbrenner, dem Förster und Jäger wird Die Pfeife zur Trösterin in der Einsamkeit; Botaniker, Käser­sammler und Schlaugensänger haben ihre Freude an den blauen Wölkchen, welche die würzige Luft nicht gerade ver­bessern. Deshalb steht im Gesetzbuch :Das Tabakrauchen in Waldungen ist nur aus mit Deckeln verschlossenen Pfeifen erlaubt." Auch wäre hier das alte bewährte Feuerzeug: Zunder, Stahl und Stein, den Zündhölzchen vorzuziehen. ~ _________________

Ganz besonderen Anlaß zur Betrübniß bietet ein Wald- \

brand dem Freunde der Thierwelt. Nach der vorhin erwähnten

Feuersbrunst im Hannöverschen wurden beim Abräumen der * Offenbach a. M., 17. Apnl. Die heutige Stadtver- | Unalücksftätte die angebrannten, theilweise verkohlten Cadaver ordneteu-Versammlung bewilligte auf das Gesuch um vieler Hirsche und Rehe aufgesunden. Welche Todesangst, I einen Beitrag für das Kaiscr-Friedrich-Dcnkmal bei Wörth welche entsetzlichen Qualen mögen bi^ armen Thiere vor den Betrag von 100 Mark.

ihrem schrecklichen Ende ausgestanden haben! Auch gegen Frankfurt, 21. April. Die Schuhmachergehulfen, 1000 Bienenstöcke wurden damals durch die Flammen zerstört, welche schon feit langer Zeit in die Lohnbewegung eingetreten

Die Wenigsten denken daran, daß durch das Anzünden waren, haben in einer heute Vormittag abgehaltenen öffent- von Dürrqras und Hecken draußen im Felde sämmtliche Nist- licheu Versammlung den Strike erklärt. Damit dürsten ca. Plätze der Singvögel an den betreffenden Stellen für immer 700 bis 800 Schuhmacher die Arbeit niedergelegt haben.

6 1 Selbstredend wird bei denjenigen Meistern, welche den ge- I

forderten Lohntarif bewilligt haben, weiter gearbeitet. Be­dauerlicherweise sind das allerdings nur wenige und auch nur Kleinmeister, während sich die Großmeister und insbe­sondere wiederum die Jnnungsmeister am hartnäckigsten zeigen. Das vorhin von mir gebrauchte Wortbedauerlicherweise" ist wohl begründet, wenn man vernimmt, daß ein flotter Arbeiter, welcher innerhalb einer Woche 7 Paar neue Stiesel und Schuhe und 8 Reparaturen lieferte, nur 12,55 Mark verdiente, wovon der Meister noch für Kaffee und Essen so­fort 4.50 M. abzog. Mit den Löhnen der Schuhmacher ist es demnach recht schlecht bestellt, trotz aller gegenteiligen Be­hauptungen der Meister. Die Verfammlung faßte nach leb­hafter Debatte einstimmig folgenden Beschluß:

Die heutige Versammlung beschließt, die Arbeit so lange niederzulegen, bis die Forderungen der Arbeiter bewilligt sind, bezw. bis eine Einigung mit den Meistern erzielt ist. Die Lohncommission ist ermäch­tigt, mit den Meistern in Unterhandlung zu treten!" Es wurde ein aus 9 Mitgliedern bestehendes Strikecomito