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Centrums zuletzt den Wahlkreis Lohr am Main vertrat; von 1679 bis 1886 bekleidete er die Stelle des Vicepräsidenten im Reichstage.
Cooles und provinsiclUs.
Gießen, 22. Januar.
x. Theater. Nächsten Freitag findet die Benefiz-Vor' stellllng für Frau Anni Reiners statt. Allen Theater- licbhabern wird hier die Gelegenheit gegeben, her beliebten Künstlerin ihre Anerkennung durch zahlreichen Besuch zu zollen.
Aus Oberhessen, 18. Januar. Dem Vernehmen nach ist ein Arzt in Londorf von einer jüngst verstorbenen adeligen Patientin zum Universalerben ihres beträchtlichen Vermögens (man spricht von 200 000 Mk.) eingesetzt worden. (Frkf. Z.)
Lauterbach, 20. Januar. Nachdem die hiesigen Schulen vor 4 Tagen wegen zahlreicher Erkrankungen an der In slnenza geschlossen werden mutzten, konnte der Unterricht heute wieder beginnen.
— Im Lause des IV. Quartal 1889 ist nachstehend c Stiftung von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog bestätigt worden . Schenkung des evang. Pfarrer Rodemer zu Angersbach an den dortigen Armenfond im Betrage von 300 Mark'.
__Am 16. d. M. Abends brannte es in unserem Nachbarstädtchen Schlitz. Es stand die Hosraithe des Heinrich Habcrmehl in Brand. Der schleunig am Platze erschienenen Feuerwehr gelang es in kurzer Zeit, durch reichliche Wasscrspenden und Niederreißen brennender Gebäudetheilc einer größeren Ausdehnung des Feuers vorzubeugen. Die mit Futter und Stroh gefüllte Scheuer deö H- wurde gänzlich zerstört.
Alsfeld, 19. Januar. Guten Vernehmen nach feiert am 6. Februar unser Mitbürger Herr Wilhelm Rietmann, Werkmeister in der Schirmer'schen Fabrik, das 50 jährige Jubiläum seines Arbeitsantritts bei genannter Firma.
vermischtes.
*△ Aus Rheinhessen, 21. Januar. Ein Schüler der Binger Fortbildungsschule schoß am letzten SamStag beim Verlassen des Schulzimmers auf den Lehrer aus einer P i st o l e einen scharfen Schutz ab. T)ie Kugel ging zum Glück fehl, so daß Lehrer Stanger mit oem Schrecken davonkam. Der Schütze wurde alsbald verhaftet. — Die seither in Mainz bestandene Genossenschaftsschlächterci der vereinigten rheinhessischen Landwirthe ist gestern geschlossen worden. Das Unternehmen hat sich nicht rentirt und mußten die Unternehmer eine ziemlich bedeutende finanzielle Zubuße erleiden.
* Neuer Sport. Briefmarken, Siegel, Autographen sammeln, das ist alt und hat sich eigentlich längst überlebt. Hochstrebende Geister haben schon längst den Drang in sich gefühlt, ihre Thätigkeit auf noch ungenützte Gebiete auszudehnen ; diesem Bedürfniß hat jetzt ein genialer Mann abgeholfen, welcher ausschreiben ließ, daß er alle Hundesteuermarken, deren er habhaft werden könne, behufs Anlegung einer „Sammlung" aufzukaufen Willens sei. Es gibt doch noch manchmal etwas Neues unter der Sonne.
* Ein wohlriechendes Desinfektionsmittel, T a n n e n d u s t, aus billige und einfache Weise selbst herzustellcn. In ein
Es starben an: Zusammen
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der Sorte geschrieben wäre, und würden sich solche Sortimente nicht
gut als Prämien eignen? Solche Collectionen, gutlausgeführt, i beliebenden Lungenschwindsucht hinzu wären doch eine Zierde jedes Zlmmers, besonders der Schulen und I zur Zeit in entschiedenem Rückgänge.
wären doch eine Zierde jedes Zimmers,
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- Gegen die in jetziger Jahreszeit durch Estmthmen von rauher Luft bäufig verursachten Erkältungen kann der Gcbi auch der Stoll- werck'schen Brust-BonbonS nicht warm genug empfohlen werden. Die darin enthaltenen Kräuler-Extracte bieten sowohl L-chutz gcgen die Erkältung durch Stärkung der Atbmungsorgune, als auch mrderung deren Folgen durch ihre lösende Wirkung auf die Schleim-Absonderungen. ________ .
Diphtherie Influenza Lungenschwindsucht Lungenentzündung Lungenödem Zellgewebsverhärtung Lebensschwäche Altersschwäche Unbekannter Ursache
nach Gießen gebrachte Kranke kommen
Die Todesfälle an Influenza entfallen auf Kranke von 50, 51, 61 und 74 Jahren und ein 12tägtges Kind. Einmal war die Influenza compltctrt mit fettiger Entartung des Herzend, Lungen- und Rippenfellentzündung, einmal war sie zu einer seit längerer Zeit bestehenden Lungenschwindsucht htnzugetreien. — Die Epidemie ist
Gefäß (Krug oder Topf) gießt man ein Liter kochendes Wasser, verbindet einen Theelöffel voll Terpentinöl damit durch Hineinträufeln inii) der schönste Tanneugeruch durchströmt das Zimmer. Jeder Ansteckungsstoff wird durch dieses täglich zwei bis dreimal zu wiederholende Verfahren unschädlich gemacht. Bei Brustkranken ist die Wirkung überraschend günstig. Dabei ist das Mittel sehr billig, denn mit 10 Psg. Terpentinöl reicht man über eine Woche.
Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in Der betreffenden Krankheit auf von Auswärts
Vereinslocale: auch als Geschenke an Kinder würden sie bei der.selken viel Sinn und Freude erwecken. , ,
Was den Kostenpunkt anbelangen würde, so konnte der betreffende Fabrikant bet der Menge deö zu erhoffenden Absatzes die Preise billig stellen. , v
Vielleicht könnte man auch bet den Namen der Sorten schwerer Boden, frühblühend, freie Lage u. s. w. dazu fchreiben; dieses, mit schwarzer Farbe ausgeführt, würde dem Ansehen deö Apfels nichts schaden, dagegen dem Beschauer mit einem Blicke die nothige Übersicht geben und er könnte dann auch besser selbst die gewünschten Sorten mis einer Baumschule aussuchen, wie solche für skmcn zu bepflanzenden Grund sich eignen. Hierdurch wäre er wenigstens in die Lage versetzt, nicht Schundzeug, das ihm gewissenlose Händler anpreisen, zu kaufen. Wären die Käufer hierin selbstständiger, wäre es auch für die Baumschulbesitzer besser, es wurden dann nur wenige und gute dorten verlangt werden.
Mit der Zeit könnte man ja auch mit der Anfertigung und Verthetlung von mehr als 12 Sorten naturgetreuer Obstabbtldungen vorgehen, doch wäre meiner Ansicht nach 12 Arten vorerst hinreichend. Gerade der große Obstertrag im vorletztenJahre bcwetftwwdiees. Hamburger und sächsische Obsthändler, welche Tafel- und Wirthscha ts- odst waggonweise aufkauften, hätten viel höhere Preise gezahlt, wenn sie nur Gravensteiner, Goldparmänen-, KanadaReinetten und Taffetäpfel statt über 100 Sorten WirthfchastS- und Tafelapfel C^aItDb?tbauDercinc, wie auch Privatleute, die sich den kleinen Ruder'fchen Dörrapparat angeschafft haben und Obst zum Verkaufe dörrten, klagen auch sehr, daß sie stets zu vielerlei Sorten zum Dörren erhielten und daß, da zu vielerlei Sorten°zumDorren verwende würden, die Döirproducte nicht ganz nach Wunsch, das heißt nicht gleichmäßig in Farbe und Güte ausgesAen waren. Die Maare war also nicht prima und doch steht dem Obstdorren bet reichem Obst. ertrag noch eine vielversprechende Zukunft bevor. So ha der Obstund Gartenbauverein Gerabronn schon Auftrage zur Lieferung von I gedörrtem Obst nach Batavia erhalten. «muh
Jedenfalls wäre es von grotzem Stutzen, schreibt das „Württ. Wochenbl.", wenn solches künstlich ober^ täuschend ahn ich nachgemachte Obst versuchsweise statt Geldprämien den Ausstellern ge- I währt würde.
Wöchentliche Aeberficht der Todesfälle in Gieren.
3. Woche. Vom 12. Januar bis 18. Januar 1890. Einwohnerzahl: 20 200 (incl. 1600 Mann Militär).
Sterblichkettsziffer: 51,5 %0.
Kinder
: Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr:
Literatur unb "Kunft.
— Eine der gelesensten uud verbreitetsten Zeitschriften ist die practische Wochenschrift ,FürS HauS*. Es zählt^seine Leser in Palast und Hütte. Niemand sollte säumen, auf diese empfehlens- werthe. bei allen nur möglichen Vorkommnissen als Rathgeder nützliche Zeitschrift zu abonniren, zumal der Preis derselben nur 1 X vierteljährlich beträgt. Die Zustellung wird durch jede im Orte befindliche Postanstalt oder Buchhandlung vermittelt, welch letztere auch Probenummern gratis besorgt.
— Von dem Journal für moderne Möbel (Renaissancestil), herausgegeben von practrfchen Fachmännern, das im Verlage von W. Kohlhammer in Stuttgart erscheint, liegt uns heute das 6. Heft der VI. Abthettung vor. (Preis jedes Heftes 1 JL 50 H.) Verschiedenen an die Verlagshandlung g«.richtelen Wünschen nachkommend, bietet dieselbe in diesem Heft eine vollständige Laden- und Eomptoireinrichtung, Waarenkasten, Ladentisch mit Schreibpult, großer Stehschretbpult, Coptrttsch, sowie Kleiderschrank und Sessel mit genauen Detailzeichnungen zu sämmtltchen Vorlagen und Preisberechnungen für Ausführung in Eichen- und Tannen-, bezw. ^Nußbaumholz. Die Vorlagen sind einfach und schön. Ende Januar beginnt eine neue Abtheilung (zu 6 Heften), die im Laufe d. I. vollständig oorliegen wird; wir können das Abonnement auf dieselbe allen Interessenten warm empfehlen.
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Schistrnachrichten.
Der Postdampfer „Nederland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 20. Januar wohlbehalten in Phila^ delphia angekommen.
Antwerpen. Der Dampfer „Pennland" von der Red Star Line, welcher von Newyvrk in Antwerpen eingetroffen ist, meldet, auf seiner Ausreise den englischen Schooner „Juan" in sinkendem | Zustande getroffen zu haben. Die Mannfchast wurde vom „Pennland" mit großer Gefahr bei hohem Seegang und stürmischem Wetter gerettet, mit Ausnahme eines Mnnnes, welcher von der See über Bord gewaschen worden war.
Verkehr, Land- nnd Volkswirthschaft.
— Wie können wir dazu beitragen, daß nur wenige einträglichste Obstsorten gepflanzt werden? Von Seiten der Obstbauoerständtgen werden wir belehrt, welche Obstsorten bei einer neuen Anlage zu verwenden sind, um späterhin einen guten Ertrag zu bekommen. Auch werden stets hierbei die Sorten bezeichnet, die sich für leichten oder schweren Boden, für Höhen oder Thäler eignen und mit dem richtigen pomoiogischeu Namen benannt.
Hat aber der einfache Landwirth den Aufsatz gelesen oder einen Vortrag hierüber wirklich angehört, so weiß er manchmal, wenn eine gewisse Zeil vergangen ist, nicht viel mehr wie früher, er kennt keinen Rambour-, keinen Gravensteiner Apfel; fragt er nochmals um Belehrung an, wird ihm der Apfel wiederholt in seiner Form beschrieben, doch nicht alle können sich ein Bild daraus denken und es bleibt oft wieder beim Alten, da ja auch viele Gemeinden für dieselben Obstsorten «andere provinzielle Warnen haben.
Es werden jährlich von Setten der Obstbauvereine Prämien ausgegeben; könnte nicht von irgend einer Sette mit einem betreffenden Fabrikanten ein Abkommen dahin getroffen werden, daß von demselben beispielsweise ein Sortiment von 12 Sorten Acpsel und 12 Sorten Birnen, doch nur die besten in beinahe allen Lagen gedeihenden Sorten, sei es nun aus Wachs oder — weil billiger — aus Papiermache naturgetreu angeferttgt würde, auf denen der Name
Bekanntmachung.
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seit 50 Jahren
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Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.
B e t r.: Die Reichstagswahl.
Mit Bezugnahme auf unsere unterm 20. d. M. in rubr. Betreff erlassene Bekanntmachung bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß die Liste der bei der Reichstagswahl Stimmberechtigten auch Sonntag den 26. d. M„ Vormittags von 9—12 Uhr und Nachmittags von 2—5 Uhr, auf dem Bürgermeisterei-Bureau, Zimmer Nr. 10, zu Jedermanns Einsicht offen gelegt ist.
Gießen, 21. Januar 1890.
als angenehmes Linderungs-Mittel bei Husten, Heiserkeit und Athmungsbeschwerden bewährt; bei Uebertreten von warmer in kalte Luft ist es besonders empfehlenswert!!, einen Bonbon zu nehmen.
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Konkursverfahren. |
lieber das Vermögen des Gast- wirths Ludwig Weller II. in Wieseck wird heute am 21. Januar 1890, Nachmittags 4 Uhr, das Concursverfahren eröffnet.
Ferdinand Hoffmann von hier wird zum Concursverwalter ernannt.
Concursforderungen sind bis zum 18. Februar 1890 bei dem Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beschlußfaffung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläu- bigerausschuffes und eintretenden Falles über die in § 120 der Concursordnung bezeichneten Gegenstände aus Donnerstag den 27. Februar 1890,
Nachmittags 2’/2 Uhr, und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen aus
Donnerstag den 27 Februar 1890,
Nachmittags 272 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. 687
Allen Personen, welche eine zur Concursmaffe gehörige Sache in Besitz haben oder zur Concursmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auserlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Concursverwalter bis zum 18. Februar 1890 Anzeige zu machen.
Gießen, am 21. Februar 1890. Großherzogl. Amtsgericht zu Gießen.
Fresenius.
696] Schellfische,Bückinge,Sprotten eingetroffen b. E. Dort, Wallthorstratze.
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