Provinz Starkenburg, Kammerrath Weber in Laubach als Vertreter des landw. Provinzialvereins für Oberhessen, Hauptmann Aster als Vertreter der Oeconomischen Gesellschaft für das Königreich Sachsen, Generalsecretär Oeconomierath v. Langsdorf als Vertreter des Landesculturraths für das Königreich Sachsen, Oeconomierath Winkelmann als Vertreter des westfälischen Bauernvereins, Reichsrath Dr. Buhl aus Deidesheim als Vertreter des Generalcomitss des land- wirthschaftl. Vereins in Bayern, Generalsecretär Dr. Müller als Vertreter des Vereins nassauischer Land- und Forstwirthe in Wiesbaden, Frhr. v. Magnus aus Berlin als Vertreter der v. Broich'schen Centralgenossenschast, Generalsecretär Gerd olle aus Metz als Vertreter des landw.''Vereins für Elsaß-Lothringen, Dr. Wegner aus Norden als Vertreter des landw. Hauptvereins für Ostfriesland, Reichsrath und Landtags-Abgeordneter Tausche, Ausfchußmitglied des deutschen landw. Centralverbandes für Böhmen, Excellenz v. Westerweller-Darmstadt, Oeconomierath v. Canstein als Vertreter des landw. Centralvereins für Brandenburg, Generalsecretär Kreitz als Vertreter des landw. Centralvereins für Ostpreutzen u. a.
Der Vorsitzende forderte alsdann aus, den hohen Förderern der Landwirthschast, Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser und Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog Ludwig IV. von Hessen, ein dreifaches Hoch darzubringen, in das die Versammlung begeistert einstimmte.
Herr Geheimerath Dr. Jaup als Vertreter des Grotzh. Ministeriums des Innern und der Justiz heißt nun die Vertreter und Freunde der Genossenschaften willkommen, con- statirt, daß das Interesse für das Genossenschaftswesen in der landwirrhschastlichen Bevölkerung tiefe Wurzel gefaßt und von Hessen aus eine bedeutende Ausbreitung des Genossenschaftswesens stattgefunden habe. Die Großherzogl. hessische Regierung habe das Genossenschaftswesen fördern helfen und ffei von der hohen Bedeutung desselben überzeugt.
Der Vorsitzende nimmt Veranlassung, diese Förderung des Genossenschaftswesens durch die Großherzogliche Regierung in dankender Weise zu bestätigen, und erbittet die fernere mohlwollende Unterstützung für die gute Sache.
Herr Oberbürgermeister Ohly von hier begrüßt alsdann die Versammlung Namens der Stadt Darmstadt und betont die Gastlichkeit Darmstadts und das Interesse, welches -Seitens der Residenz der Landwirthschast entgegengebracht werde, die Stadt selbst und ein großer Theil der städtischen Bevölkerung seien ackerbautreibend. Man erkenne die Land- wirthschaft als die festeste und unerschütterlichste Grundlage des Staatsgedankens und sei überzeugt, daß Stadt und Land unzertrennbar zusammengehörten. Ueberall, wo der Staat thätig sei, die Landwirthschast zu fördern, sei auch die Stadt Darmstadt damit einig, sie sei aber auch ebenso überzeugt von der Nothwendigkeit der Selbsthilfe.
Herr Kammerrath Weber heißt Namens des landw. Provinzialvereins für die Provinz Oberhessen ebenfalls die Genossenschafter willkommen und wünscht den Verhandlungen besten Erfolg.
Präsident v. Wangenheim, als Vertreter des landw. Vereins für die Provinz Starkenburg, spricht in ähnlichem Sinne. Der Vorsitzende begrüßt auch die Vertreter der Presse. Verbandssecretär Ihrig erhält das Wort zur Bekanntgabe der Beschlüsse der Vorversammlung betreffs der Tagesordnung rc.
Nach dem Jahresbericht des Verwaltungsausschusses ergiebt sich die Signatur für das Jahr 1889 in dem Satz: „die Genoffenschaftssache hat eine neue Ausbreitung gewonnen." Der Uebergang zum neuen Genossenschastsgesetz hat eine kurze Stockung verursacht, die aber nunmehr überwunden ist. Das neue Gesetz hat sich dem Genossenschaftswesen bereits förderlich erwiesen, insbesondere auch durch die Zulassung von Genossenschaften mit beschränkter Haftpflicht und die Möglichkeit der Errichtung von Centralgenossenschaften, deren schon eine Anzahl in Wirksamkeit getreten sind. Die Zahl der Creditgenossen- schaften (ländliche Creditvereine, Spar- und Darlehnskassen), welche vorzugsweise oder ausschließlich den Zwecken der ländlichen bezw. Landwirthschast treibenden Bevölkerung dienen und mit wenigen Ausnahmen dem Genossenschaftsgesetz unterstellt sind, beziffert sich derzeit aus 1730. Aus die einzelnen Länder des Deutschen Reiches vertheilen sich dieselben wie Folgt: Königreich Preußen 752, Königreich Bayern 290, Königreich Württemberg 288, Königreich Sachsen 6, Groß- herzogthum Baden 125, Großherzogthum Hessen 140, das Reichsland 79, die übrigen Landeslheile des Deutschen Reiches 47. Die große Mehrzahl dieser Creditgenossenschasten ist in Verbänden geeint und zwar gehören an der Vereinigung der deutschen landw. Genossenschaften 277, wovon aus den badischen Verband 85, den hessischen 122 und die übrigen der Vereinignng angeschlosscnen Verbände 70 entfallen. Der Württembergische Verband zählt 278, der Westfälische 181, der untersränkische 94, der schlesische 15 und der Neuwieder Anwaltschastsverband 610 Creditvereine.
An landwirthschaftlichen Consumvereinen sind der Anwaltschaft bekannt 975. Davon sind im Genossenschaftsregister eingetragen 539. Zu den verschiedenen Verbänden, soweit fie der Vereinigung angehören, zählen 785 Genossenschaften. An Molkereigenossenschaften werden 931 gezählt, von denen 638 eingetragene Genossenschaften sind. Eine bedeutende Anzahl derselben sind Mitglieder der Vereinigung oder der derselben angehörigen Verbände. Sonstige Genossenschaften werden noch 101 ausgeführt, sodaß die Gesammtzahl 3737 beträgt.
Die Umsätze der Genossenschaften sind sehr bedeutende, so haben die den Verbänden angehörigen Creditgenossenschasten einen Gesammtumsatz von 112 Millionen Mark und einen Umsatz nach ihren Ausgleichstellen von 18 Millionen Mark.
Die landw. Consumvereine haben ebenfalls bedeutende Umsätze zu verzeichnen. Die Gesammtwaarenbezüge, soweit sie durch die Verbände bewirkt worden, betragen 1 743989 Centner mit einem Werthe von 5 794833 Mark im Jahre 1889. Durch die nichtoerbandsmäßigen Bezüge vervollständigt sich der
Gesammtbezug sämmtlicher den Verbänden angeschlossenen Genossenschaften für 1889 mindestens aus 10 Millionen Mark, für welchen Betrag Maaren an die Mitglieder abgegeben wurden. Die Bezüge durch die Verbände ergeben eine stete Steigerung.
Die Maaren werden Seitens der Verbände und Genossenschaften zu Tagespreisen an die Genossen abgegeben und die erzielten Ueberschüffe später zurückbezahlt. Es hat sich diese Uebung überaus bewährt.
Auch die Molkereigenossenschaften entwickeln sich fortdauernd günstig.
Es wird die Geschäftsthätigkeit der Vereinignng zur Debatte gestellt. Eine solche wird nicht beliebt, dagegen dem Anwalt der Dank der Versammlung für seine Mühewaltung ausgesprochen.
Als Ziel wird festgestellt, daß die Vereinigung Deutscher landwirthschastlicher Genossenschaften in ihrer weiteren Entwickelung dahin kommen müsse, die Mittel zu gewinnen, die ganze Kraft des Anwaltes und eines weiteren Personales dem Genossenschaftswesen dienstbar zu machen. Diese Ansicht findet allgemeinen Beifall.
(Schluß folgt.)
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Gießen, 21. August.
— Heute Mittag !/22 Uhr brach in dem Hause Bahnhofstraße 58 im Dachstock Feuer aus, welches aber, Dank dem Eingreifen der Feuerwehren, rasch gedämpft wurde.
• Bad-Nauheim, 18. August. Nach der letzten Curliste haben wir bis jetzt eine Gesammtsrequenz von 7195 Personen zu verzeichnen; nach den bisherigen Erfahrungen dürste sich bis zum Schluß der Saison die Zahl auf 8500 Personen steigern, was einen Vorsprung von 500 Personen gegen das Vorjahr bedeuten würde. Wenn die Zahl der Zellen für Thermal- und besonders für Sprudelbäder größer wäre, so hätten wir gewiß ein stärkeres Steigen der Fremdenfrequenz zu berichten. Es ist allgemein der Wunsch, daß der Bau des fünften Badehauses so rüstig gefördert wird, daß das Haus bis zum Beginn der nächstjährigen hohen Saison in Betrieb genommen werden kann. An Wohnungen ist infolge der zahlreichen Neubauten (Hotels und Logirhäuser) seit zwei Jahren kein Mangel mehr. Bezüglich Herz- und Rückenmarkskrankheiten hat unser Platz einen gewissen Weltruf erlangt. Die Baulust hat trotz der offensichtlichen Ueberproduction noch nicht sehr abgenommen.
?! Herchenhain, 20. August. Gegenwärtig ist die Zeit der Himbeeren ernte in den Wäldern der Umgegend. Es werden größere Quantitäten versandt. Ein einziger Händler empfing 24 Centner nach und nach und bezahlte den Centner mit 14 Mk. Da die Beeren sehr schwer sind, so ist das Beerensammeln für Kinder und alte Leute, die keine schweren Arbeiten mehr verrichten können, immerhin ein lohnender Nebenverdienst. Die Forstleute haben Himbeeren und Brombeeren aber nicht gerne, denn wo diese Sträucher in Massen austreten, überwuchern und ersticken sie die Waldculturen.
X Freien Seen, 19. August. Nächsten Sonntag den 24. August, Nachmittags 3 Uhr, findet hier im Saale des Schulhauses eine Versammlung des Landwirthschaftlichen Bezirks-Vereins Schotten statt. Herr Landwirthschaftslehrer Andrae von Büdingen wird einen Vortrag über Viehzucht und Obstbau halten, es wird von Seiten des Vorstands obigen Vereins sehr gewünscht, daß diese Versammlung sehr zahlreich von den Landwirthen der Umgegend besucht wird.
Literatur und Kunft
— Soeben erschien im Verlage von Sam. Lucas in Elberfeld: Gesetz, bete, die Gewerbegerichte. 2 Bogen in Umschlag geheftet, Preis 20 jf.
Mit diesem für alle Schichten der deutschen Bevölkerung bedeutungsvollen Gesetze, welches einen wichtigen Markstein auf dem durch die berühmten kaiserlichen Erlasse bezeichneten, zu einer einschneidenden Soctalreform führenden Wege bildet, hat sich die Presfe aller Parteien in unzähligen Artikeln eingehend beschäftigt, — um jeden Paragraph wurde im Reichstage lebhaft gestritten. Von allen politischen und national-ökonomischen Standpunkten aus wurde das Gesetz, als die Verhandlungen darüber noch im Reichstage schwebten, kritisch secirt, so daß heute der Wunsch, das Gesetz in seiner definitiven Gestalt zu besitzen, ein allgemeiner ist.
Jeder Arbeitgeber und fast jeder in einem gewerblichen Betriebe Beschäftigte, alfo auch jeder Arbeiter muß das Gesetz kennen lernen, um sich seiner daraus resultirenden Rechte und Pflichten bewußt zu werden und um orientirt zu sein, wenn es gilt, bet der nächstens stattfindenden Wahl der gesetzlich vorgeschrtebenen Vertrauensmänner die Stimmen abzugeben oder selbst als Vertrauensmann zu sunctioniren. Die obengenannte Ausgabe gibt, außer dem Texte des Gesetzes, in Anmerkungen auch den Wortlaut aller derjenigen Paragraphen des Gesetzes über Krankenversicherung, des Gerichtsverfassungsgesetzes, des Gertchtskostengesetzes, der Gewerbeordnung und der Ctvtlproceßordnung wieder, auf welche in dem Gesetz über die Gewerbegerichte Bezug genommen ist, so daß durch diese Beigabe das Verständniß des neuen Gesetzes außerordentlich erleichtert ist; außerdem ermöglicht ein alphabetisches Sachregister das rasche Äuffinden jedes einzelnen Punktes des umfangreichen Stoffes.
Das Buch ist in jeder Buchhandlung zu haben, sowie durch den Verleger zu beziehen.
Derfe^», Canö< nnö otk»wirthschafr.
— Auf eine Anfrage, ob es strafbar sei, in einem gewöhn» lichen Briefe Geld zu versenden, und ob, wenn der Briet mit Einlage verloren gehe, der Absender nach erfolgter Anzeige des Verschwindens des Briefes nicht blos den Verlust des mitversendeten Geldes zu tragen habe, sondern noch außerdem bestraft werde, wird der „Magdeb. Ztg." von unterrichteter Sette folgende Antwort er- theilt: „Für Briefe, in denen Geld enthalten ist, muß ein höheres Porto bezahlt werden (je nach der Entfernung 20 bis 40 H). Wer also einen ungenügend franktrten Brief absendet, begeht eine Post- defraudation; indessen ist dafür in den Paragraphen 27 bis 32 des Retchspoftgesetzes vom 28. October 1871 (R. G.-Bl. S. 347) eine besondere Strafe nicht festgesetzt worden. Aus § 8 des Reglements zu dem vorstehenden Gesetze ergibt sich, daß ein Zwang zur Declaration einer Werthsendung nicht besteht. Die Strafe für die
unterlassene Declaration dürfte also lediglich in der Gefahr bestehen, daß die Geldsendung an dem Bestimmungsorte nicht eintrifft. Unter allen Umständen hat man aber doch in letzterem Falle das Recht und im öffentlichen Interesse sogar die Pflicht, der Postbehörde von denr. Verschwinden einer Sendung Anzeige zu machen.
— Für offen gedruckte Rundschreiben oder Muffen» sendungen von Briefen, Drucksachen u. s. w. beabsichtigt die Reichspostoerwaltung angeblich die Bestimmung zu treffen, daß nach englischem Muster solche Postgegenstände vom Absender ohne Briefmarken aufgeliefert werden können. Die Beförderungsgebühr ist in England wesentlich niedriger als für gewöhnliche Briessendungen und die eingelieferten Stücke werden von der Post einfach mit dem Vermerk „bezahlt" versehen.
— Der Zonentarif für die Eisenbahnen hat bekanntlich in Ungarn, wie in Oesterreich für die Bahnverwaltungen ganz prächtige finanzielle Resultate ergeben. Die Verbilligung des Fahrpreises, die der Zonentarif im Gefolge gehabt hat, hat die Reiselust: erheblich gesteigert, und nach Abrechnung der Mehrausgaben für weitere Bahnbeamte, Sonderzüge und die Beschaffung neuer Wagen ist eine recht hübsche Mehreinnahme geblieben. Je billiger, um so eifriger die Benutzung, das hat sich bei der Post gezeigt und stellt sich nun auch bei der Bahn heraus. Kein Wunder, wenn auch in Deutschland der Wunsch nach der Einführung des Zonentarifs immer lauter und,lauter wird. Die deutschen Bahnen sind gut, sie sind,, was nicht vergessen werden darf, viel bequemer eingerichtet, als die österreichischen. Wer jemals in einem österreichischen Eisenbahn- coup6 zweiter Klasse eine lange Tour zurückgelegt hat, wird wissen, welche Marterfahrt das ist. Aber der Zonentarif bringt ja der Eisenbahn keinen Schaden, er ist eine reelle speculative Ausnützung, des Betriebes. Man sagt, das Publikum werde sich schwer daran gewöhnen. Run, so klug wie die ungarische Landbevölkerung sind die Deutschen noch alle Tage. Man sagt weiter, der Bahnverkehr sei in Deutschland schon so stark, daß eine weitere Vermehrung nicht zu erwarten sei. Das muß doch erst bewiesen werben. 1839 sagte der damalige preußische Generalpostmeister von Nagler auch: „Wozu wollen wir denn eine Eisenbahn nach Potsdam bauen. Ich schicke jeden Tag ein halbes Dutzend Postwagen ab und kein Mensch fährt. Wer wird denn die Eisenbahn benutzen?" Damals behielt Herr von Nagler Unrecht und jetzt werden die Zweifler ebenfalls Unrecht behalten. Man versuche doch nur einmal auf einer belebten deutschen Strecke, etwa Berlin-Eisenach oder Berlin-Magdeburg, die Kraft des Zonentarifs, dann kann man erst reden. Das eigentliche Hindernitz, welches die deutschen Bahnverwaltungen bisher von der Einführung des Zonentarifs abhislt, ist ein anderes. Die Bahnverwaltungen in Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden rc. könnten jeden Tag den Zonentarif einführen, alle diese Staaten haben Geld genug, aber anders steht cs mit Preußen. Die preußischen Staatsbahnen sind in hohem Maße die Träger der preußischen Finanzen, und daß hierin viel zu bessern ist, beweist die Berufung des Herrn Miquel. Ein großer Ausfall bei den Eisenbahn-Einnahmen ist nicht in Preußen zu erwarten und darum kann allerdings nicht frisch darauf los mit dem Zonentarif operht werden. Geht aber die preußische Staats- bahnoerwaltung damit nicht vor, so haben auch die kleineren Bundesstaaten keinen Anlaß, die Sache würde zu lückenhaft bleiben. So muß man denn immer wieder auf den Vorschlag, einen Versuch mit dem Zonentarif zu machen, zurückkommen, und daß „Probiren über Studtren" geht, hat doch noch Niemand bestritten. An rollendem Material fehlt es in Deutschland nicht, um den Versuch zu wagen, ebensowenig fehlt es dem Publikum an Intelligenz. Als seinerzeit auf der Berliner Stadtbahn das „Ablauten" der Züge abgeschafft, das Publikum selbst auf das Oeffnen desCoupöz angewiesen wurde, da wurden bange Befürchtungen laut, ob es denn mit diesen Neuerungen wirklich gehen werde. Und was war die Folge? In den langen Jahren des Berliner Stadtbahnbetriebes ist durch die erwähnte Vereinfachung desselben nicht ein einziger Unfall oorgekommen. Der Zonentarif bedeutet ebenfalls eine Neuerung, aber das Publikum wird sich schnell hineinfinden, weil sie in seinem Interesse liegt und die Bahnen profiliren.
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8 Ober-Seemen, 19. August. Der heute für dieses Jahr hier abgehaltene erste Vieh- und Schweinemarkt war weniger stark besucht. Aufgetrieben waren 400 Stück Rindvieh und ca. 150 Stück Schweine. Der Handel zeigte sich bei Rindvieh lebhaft, bei Schweinen schwächer. Die Nachfrage nach jungem Rindvieh war sehr stark und stellten sich die Preise wie folgt: Rinder, 1—11/2 Jahr alt, 120 biA 170 X, Kühe 300—350 X per Stück. Fettschweine wurden bezahlt mit 60—64 H per Pfand. Zucht-Ferkel, 6—8 Wochen alt, 35—40X, 9—12 Wochen alt 45—60 X das Paar.
Limburg, 20. August. (Fruchtmarkt). Rother Weizen (neu) X 17.40, weißer Weizen X —, Korn (neu) X 12 65, Gerste X —, Hafer X 955, neu 8 X, Erbsen X Kartoffeln X —.
— Die Giftigkeit der Herbstzeitlose. Die Herbstzeitlose ist nicht nur eine der schlimmsten Unkraulpflanzen unserer Wiesen, sondern sie wird durch ihren Gehalt an Colchicin auch eine der gefährlichsten Giftpflanzen. Besonders in den Zwiebeln, aber auch in dem Samen und in den Blättern ist das Gift vertreten. Dasselbe wirkt, in den Körper gebracht, lähmend auf die Athmungsorgane und Durchfall und Erbrechen erregend auf den Verdauungscanal. Die Vergiftungen sind am häufigsten bei Pferden und Rindern infolge der Aufnahme von Heu, welches Blätter dieser Pflanze enthielt, beobachtet worden. Schafe lassen solche eher zurück, weil sie eine bessere Auslese halten können. Vergiftungen auf der Weide sind seltener, weil die Thiere hier sämmtlich Auswahl der Pflanzen treffen können. Besonders gefährlich hat sich stets das Schneiden des Heues zu Häcksel gezeigt. Da das Gift der Herbstzeitlose vielfach als Ein- reibungsmiltel gebraucht wird, lohnt sich ein Sammeln der Samenkapseln. Die Apotheker bezahlen dieselben gut.
— LiebeSüpsel geben, wie wir schon früher berichteten, auch unreif eingemacht, ein vorzügliches Gelöe. Wir haben jetzt die Erfahrung gemacht, daß, wenn die eingemachten Früchte zwei Jahre stehen, sie besonders fein von Geschmack sind.
— Für die durch Hagelschlag Beschädigten in Königsberg gingen ferner ein: Von I. Happel 3 X, Ed. Noll 5 X, A. M. 3 X, G. R. 0.50 X, aus der Fabrik der Herren Gebr. Sckmall, Rodheim a. B. 50 X, Alex. Salomon 1 X Zusammen 62.50 X Jnsgesammt nunmehr 377.50 X
Für dm bedürftigen Conrad Röhrsheim in Crumbach gingen ferner ein: Von M. 2 X, Kreuder 3 X, A. M. 3X, aus der Fabrik der Herren Gebr. Schmall, Rodheim a. B. 25 X, Alex. Salomon 1X Zusammen 34 X Jnsgesammt nunmehr 89 X
Weitere Gaben nimmt gern entgegen
Die Expedition des „Gießener Anzeiger".
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Bitt leidii
»ter Jchie L'Uty M verkaufen
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SchLffsnachpichterr.
Bremen, 20. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Ems, Capt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 9. August von Bremen und am 10. August von Southampton abgegangen war, ist vorgestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast.
Freitag Abend 630 Uhr, Samstag Vormittag 8°9 Uhr, Samstag Nachmittag 4« Uhr, Samstag Abend 7« Uhr.
6916] Verkaufe ' öon meinen Wiesen ----Karl NmrM AM, MM
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