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Am Dienstag findet die Bcrathung über den Antrag i Schröder und Genossen, Herabsetzung der Stcmpel- Lcbührcn, und am Mittwoch die Verhandlungen über die Nebenbahn-Vorlage statt.

Berlin, 19. April. Abgeordnetenhaus. In der Fortsetzung der Debatte über den Cultusetat erklärt Knörcke, die Deutschsreisinnigen wurden den Bestrebungen Windthorsts niemals zustimmen, v. Zedlitz spricht gegen den Windt- horst'schen Schulantrag sowie gegen die Einrichtung einer katholischen Abtheilung im Cultusministerium und erklärt, daß über den Eid der Bisthumsverweser die Freieonservattven fich event. in Verhandlungen einlassen würden. Schließlich fordert Redner die katholische Kirche aus, alle ihre Kräfte der Bekämpfung des Soeialismus zu widmen. Windthorst beschwert sich über Nichtinnehaltung der eonsessionellen Parität aus dem Gebiete der Schule. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr: Cultusetat, Seeundärbahnvorlage.

Frankfurt a. M., 19. April. Die Privatklage des Ban­kiers Sternberg in Berlin gegen den Handelsredacteur derFrankfurter Zeitung" Cohnstädt ist heute in zweiter Instanz vor der Strafkammer zum gütlichen Austrag ge­kommen. Cohnstädt erklärte nach dem Vorschläge des Präsi­denten, er habe nicht die Absicht gehabt, bei der Abfassung feiner Artikel die persönliche Ehrenhaftigkeit Sternbergs in Zweifel zu ziehen. Nach dieser Erklärung zog der Kläger diese und noch zwei andere schwebende Privatklagen zurück.

München, 19. April. Die Kammer der Abgeord­neten genehmigte heute die Erweiterung des Augsburger Bahnhofes mit 1235 000 Mk., die des Aschaffenburger mit 2 070000 Mk. und die des hiesigen Centralbahnhofes mit 12574000 Mk., wobei vom Generaldireetor Schnorr von Carolsseld erklärt wurde, daß durch die letztere Erweiterung dem Münchener Ringbahnprojecte nicht präjudieirt werde,- der Nürnberger Bahnhofsumbau werde demnächst dem Landtage unterbreitet werden. Außerdem wurde für die Erweiterung der Paffauer Donaulände behufs Erleichterung der Dampf­schifffahrt und des Bahnverkehrs die Summe von 176 000 Mk. bewilligt.

Hamburg, 19. April. Sicherem Vernehmen nach werden aus Grund eines Senatsbeschlusses bei sämmtlichen hambur­gischen Staatsbetrieben solche Arbeiter, welche am ersten Mai feiern, wegen Contraetbruchs entlafsen.

Ausland.

Amsterdam, 19. April. Die hiesige Munizipalität lehnte ein Gesuch mehrerer Arbeitervereine um Abhaltung eines öffentlichen Auszuges am ersten Mai als Demonstration zu Gunsten des achtstündigen Normalarbeitstages ab.

Brüssel, 19. April. Der Extrazug mit Stanley lief, geschmückt mit belgischen, amerikanischen und englischen Fahnen, um 1 Uhr 40 Min. in den Südbahnhof ein. Der Hof- Marschall empfing Stanley im Namen des Königs. Bürger­meister und Stadwertreter waren zur Begrüßung bis an die Grenze entgegengefahren. Ein Bataillon Bürgerwehr that Ehrendienst auf dem Bahnhof- ein Hofwagen führte Stanley nach dem königlichen Schlosse.

Rio de Janeiro, 18. April. Die brasilianische Regierung hat den Religionsunterricht in den staatlichen Schulen aufgehoben.

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Neueste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Cürrcspondenz-Bureau.

Berlin, 20. April. Der Kaiser wird am 24. d. M., über Hagenau reisend, um 8 Uhr srüh in Straßburg ein­treffen und dort bis zum nächsten Nachmittag verbleiben.

Berlin, 20. April. Die gestrige Mittagstafel am hiesigen Hofe zu Ehren der Botschaft bestand auS 37 Ge­decken- es nahmen an derselben Theil die Botschafter von Oesterreich, England, Frankreich mit ihren Gemahlinnen, die Botschafter von Italien, der Türkei und Spanien, sämmt- liche Militärbevollmächtigte, der Reichskanzler Caprivi und der Staatssecretär Marschall. Der Kaiser saß zwischen der Gräfin Szechenyi und Lady Ermyntrade Malet, die Kaiserin zwischen den Grafen Launay und Szechenyi.

Berlin, 20. April. Von verschiedenen Seiten liegen heute Meldungen vor, wonach der Versuch der Socialisten, am ersten Mai zu demonstriren, auf Widerstand stoßen wird. So sollen auf Grund eines Senatsbeschlusses bei sämmtlichen Hamburger Staatsbetrieben die Arbeiter, welche am 1. Mai feiern, wegen Conrraetbruches entlassen werden. In Amsterdam hat die Munieipalität das Gesuch mehrerer Arbeitervereine, die Abhaltung eines öffentlichen Aufzuges am 1. Mai zu gestatten, abgelehnt. Hinsichtlich Oesterreichs meldet die Wiener Abendpost, daß die Vorstände der in staat­licher Verwaltung stehenden Betriebe verständigt wurden, für die Regierung liege kein Anlaß vor, die Arbeit am 1. Mai

einstellen zu lassen. Die Vorstände seien angewiesen, etwaige Ansuchen der Arbeiter um Unterbrechung der Arbeit am 1. Mai als nach den Dienstinstructionen unmöglich abznlehnen - zugleich seien die Betriebsleiter beauftragt worden, die Ar­beiter vorkommenden Falles mit entsprechender Mäßigung, aber mit aller Bestimmtheit aufmerksam zu machen, daß sie für die eigenmächtige Arbeitseinstellung die Verantwortung selbst trügen.

Mährisch-Ostrau, 20. April. Im Strikegebiet ist heute alles ruhig. Es fanden zahlreiche Verhaftungen von Rädelsführern statt. Die Bergleute beginnen ihre Forde­rungen zu formuliren, nämlich achtstündige Schicht, Lohn­erhöhung, Entlassung mißliebiger Beamten und Amnestie der Strikenden.

Toulon, 20. April. Bei dem gestern Abend zu Ehren des Präsidenten Carnot im Museumssaale veranstalteten Festmahl hatte der Commandant des italienischen Geschwaders, Admiral Lovera, neben dem Marineminister Barbey Platz genommen. Der Präsident hielt eine Ansprache, in welcher er sagte, er sei gekommen, um der Arbeit und den Kund­gebungen der nationalen Thätigkeit, von welcher die Aus­stellung ein glänzendes Zeugniß gegeben habe, seine Huldig­ung darzubringen. Der Präsident bemerkte weiter, ein Patriot könne nicht ohne ausrichtige innere Bewegung das stolze Geschwader sehen, in welches die Nation ihr berech­tigtes Vertrauen setze. Bei der Rückkehr zum Präseetur- Gebäude wurde der Präsident von der Bevölkerung auf das Freudigste begrüßt.

Lissabon, 20. April. DerEeonomifta" veröffentlicht einen amtlichen Protest des Gouverneurs von Queli- mane gegen die Handlungen des britischen Consuls am Nyassa-See nach dem Rückzüge der portugiesischen Truppen vom Schirefluß.

Dover, 20. April. Das aus fünf Schiffen bestehende deutsche Geschwader ist auf der hiesigen Rhede an­gekommen. Der AvisoPfeil" verließ den Hafen, um zu demselben zu stoßen, und passirte unter Salutschüssen die Linien des Geschwaders. Nach einem zweistündigen Auf­enthalt wurde die Reise Mittags fortgesetzt.

Konstantinopel, 20. April. Wie dieAgence de Con- stantinople" meldet, habe der Sultan das Jrade, durch welches die Conversion und die Anleihe prinzipiell genehmigt werden, suspendirt, da demselben die vereinbarten Conversions- bedingungen aus Grund neuerlich vorgelegten Ziffernmaterials für die Türkei ungünstig erschienen seien. Der Sultan be­absichtige das Jrade vorläufig nur für die Anleihe gelten zu lassen, von welcher das Consortium P/2 Millionen zu 76 pCt. fest übernommen und bereits 180 000 Pfund vorgeschossen habe. In beteiligten Kreisen herrscht darüber eine große Ueberraschung, besonders da Vincent, von dem Perfectsein des Geschäftes überzeugt, nach Paris gereift ist, nachdem er den Vorschuß geleistet hatte. Der Minister, fügt dieAgence de Constantinople" hinzu, habe einem hochstehenden Diplomaten gesagt, Agob sei überzeugt, die Angelegenheit sei nur ausge- schoben, die Conversion würde dennoch in aller nächster Zeit perfect werden.

Locale» provinzielle»

Gießen, 21. April.

lieber den am 18. April stattgehabten Eisenbahn« Unfall im hiesigen Bahnhofe geht uns von dem Königl. Eisen- bahn-Betriebsamt (Main-Weser-Bahn) zu Cassel imterm 19. April folgender Bericht zu:

Gestern Abend */25 Uhr ist in dem von Deutz kom­menden Personenzuge 214 bei der Einfahrt auf der Station Gießen der Tender des Zuges entgleist und find infolge da­von Locomotive und Tender, der Packwagen und ein unbe­setzter Personenwagen umgeschlagen.

Der Locomotivführer wurde erheblicher, drei andere Fahr- beamten leicht verletzt.

Von den Reisenden hat Niemand Beschädigungen davon­getragen.

Ein Verschulden des Stationspersonals ist durchaus aus­geschlossen, auch war die Geleislage gut und vorschriftsmäßig, die weiteren Erhebungen über die etwaige Veranlassung des Unfalls sind noch im Gange."

r. Unter dem Vorsitze des 2. Festpräsidenten, Herrn Kirch, hielt das große Comitv für das Lahnthal-Sängerbundes« fest am Samstag Abend in Steins Garten eine weitere Sitz­ung ab. Herr Fabrikant Georgi, welcher in voriger Sitzung als Festpräsident gewählt wurde, hat diese Wahl au§ Gesundheitsrücksichten abgelehnt und wird auf Vorschlag Herr Postsecretär Meyer als solcher gewählt. Aus dem Be­richt des engeren Comites ist u. A. zu entnehmen, daß das­selbe beschlossen hat, Se. Königs. Hoheit den Großherzog zu dem Feste einzuladen. Als stellvertretender Festdirigent wurde Herr Musikdirector Krauße bestimmt. Die projec-

tirtc Sangerbühue wird aus wie bei dem früheren Feste auf wald'fchen Gartens, sondern nach der Gegend des LalM? - hin ihre Aufstellung finden. Weiter sind einige Bienvinkr schäften, Conditoreien, eine Weinstube, ein Fahnentempel, >" wie zwei Tauzplätze vorgesehen. Als Fest-Musik wird hiesige, durch weitere Kräfte verstärkte Regimentsmusik pC Aussicht genommen. Auch soll ans dem Festplatze eine täts- und eine Feuerwache eingerichtet und die zur Volks­belustigung dienenden Caroussels, Schießbuden u. dgl. außer­halb des Festplatzes und §iuar, wie früher, an der Lahn aus­gestellt werden. Zur Beschaffung der nöthigen Freiquartiere für die Sänger wird ein Aufruf an die Einwohnerin^ unserer Stadt ergehen und der Wohnungs-Ausschuß beaui- tragt, die nöthige Umfrage zu halten, auch gleichzeitig ehie Sammlung freiwilliger Beiträge für das Fest bezw. eine etfoa nöthig werdende Beschaffung von Freiquartieren für Sänger durch das Comite, zu veranstalten, und weiter be­schlossen, den durch diese Sammlung erzielten Betrag bei einem allenfallsigen Ueberschuß des ganzen Festes dem Cornuz zu gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung zu stellen.

Die aus gestern Nachmittag anberaumte Arbeiter-Ver fammlung war sowohl von hier wie aus den umliegenden Orten sehr zahlreich besucht. Als Redner trat Herr Krämer aus Frankfurt a. M. auf, der in längerem Vortrage die Arbeiterfchutzgesetzgebung, den Normalarbeitstag, sowie und Nutzen der Gewerkschaften behandelte, lieber die Feier des 1. Mai, welche Redner ebenfalls in den Kreis Feiner Ausführungen zog, wurde eine Resolution angenommen, nach welcher im Einverständniß mit der Erklärung der sociai- dernokratischen Fraction des Reichstags davon abgefehen werden solle, den 1. Mai als Ruhe- resp. Feiertag zu be­trachten. Die für diesen Tag geplante Kundgebung Gunsten des achtstündigen Arbeitstages und der Arbeiter, schlltzgesetzgebung soll in Form einer Arbeiterversammlung am Abend des 1. Mai stattfinden. Herr Orbig forderte zm Schluffe die Anwesenden zum Besuche dieser Versammlung, zu reger Theilnahme an einer au diesem Tage zu Gunsten der Arbeiterbewegung stattfindenden Sammlung, sowie zm Anschlüsse an die bestehenden Arbeiter-Vereinigungen und Halten der Arbeiterblätter auf.

Das nächstjährige mittelrheinische Turnfest nnbet in Hanau statt.

Der am 3. d. Mts. wegen Bettelns auf Bettelbrieik unter Angabe falscher Thatsachen und falschen Namens ver­haftete Schuhmacher aus Wetzlar, welcher am 17. d. M wieder auf freien Fuß kam, wurde gestern Morgen desselben Vergehens und wegen Diebstahl abermals hinter Schloß nnfc Riegel gebracht.

Zweckmäßigkeitsgründen ni* dem unteren Tbeile <<

Schiffsnachrichten.

Bremen, 19. April. sPer transatlantischen Telegraf Der Schnelldampfer Saale, Eapt. H. Richter, vom Norddeutsche Lloyd in Bremen, welcher am 9. April von Bremen und m 10. April von Southampton abgegangen war, ist heute 1 Hfl Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Verkehr, Land« nnd VoUrwirthschaU

Patente von im Grotzherzogthnm Hessen wohaeM Erfindern. Patent-Anmeldungen. Kl. 21, B.9896. tiralfr maschine zur Bearbeitung von Reststücken von electrischen kohlen; W. Bloßfeldt und Curt Nube in Offenbach. .*tl. <9. H. 9652. Ctgarrenformpresse; Emanuel Herzberger in Lockch. - Patent-Ertheilungen. Kl. 38, Nr.51932. Eurven-und Zinkn fäge; K. W. Ottstadt in Kostheim bei Mainz und R. Wirth in Frankfurt a. M., Herrmannstratze 42; vom 20. August 1889 ab. - Kl. 42, Nr. 52036. Immerwährender Kalender; E. Pb. Hinkel Offenbach a. M.; vom 17. November 1889 ab. Kl. 49, Nr. 51975 Falzmaschine mit zwettbeiligem Druckstück; Fr. W. Schaefer to Offenbach a. M.; vom 22. October 1889 ab.

Von dem seit fünf Jabren bestehenden Verbot der Eimhr und Durchfuhr lebender Schafe aus Rußland und aus OMrreich Ungarn sollen derMagdeb. Z>g." zufolge in einzelnen ftäuen ioi Interesse der inländischen Schafzucht Ausnahmen durch den Bimo» rath bewilligt werden.

DerNordd. Allg. Ztg." zufolge wird die PostverwaltW eine Modificatton des Tarifs für Sendungen von DracksaoM vornehmen.

Grünberg, 19. April. (Fruchtpreise). Weizen JC W Korn vM 18,10, Gerste Jt 18,00, Hafer X 17,50, Erbsen X IJw.- Samen X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 3,50, Linsen

Berichtigung.

Die in unserem Bericht in Nr. 90 d. Bl. über die Stadm- ordneten-Versammlung erwähnte Ueberlassung von Gelände für ema Israelitischen Friedhof betrifft die Israelitische Rtligionsgesrl - schäft, nicht die Israelitische Religionsgemeiude. __

Briefkasten. ..

H. in Großen-Llnden. Bitten betr. Herrn zu veranlassen, k' I direct an uns zu wenden. Aus anonyme Anfragen können wir du* I eingehen. __

Julius Schulze, am Kreuz,)

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Freitag den 25. April 1890, Abends 9 W.

Ordentliche Gmraivrammlung.

TsgeSoednung:

1) Bericht des Vorstandes.

2) Rechnungsablage und Wahl zweier Revisoren. , ,

3) Vorstandswahl. Wahl der Dtttglieder zur Bildurg des Ausnay auSschuffes und der Ersatzmänner.

4) Berathung und Feststellung des Voranschlags. ,

5) Event, weitere Anträge, welche nach § 51 der Statuten mm

6 Tage vor der Generalversammlung bei uns schriftlich