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Das konservative WahlcomA.
Kießen, im März 1890.
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Die konservative Partei ist bei der Wahl am 20. Februar mit einem eigenen (Kandidaten nicht hervorgetreten. Sie hat vielmehr einen nationalliberalen Candidaten empfohlen. Es war dies damals unvermeidlich, weil Ufld) bCIH UNsgrft)r0chrNbN Wunsch der kaiserlichen Regierung sowohl wie des Kaisers selbst und nach der Verabredung, wie sie die Führer der conservativen und der nationalliberalen Partei getroffen hatten, der ernstliche Versuch gemacht werden mußte, durch gegenseitige Unterstützung die im früheren Reichstals vorhandene Mehrheit auch für die Zukunft zu erhallen.
Heute liegen die Verhältnisse ganz anders. Die seitherige Mehrheit besteht im neuen Reichstag nicht mehr, und die Nachwahl in unseren! Wahlkreis, wie sie anch ansfallen möge, kann sie nicht wieder Herstellen. Wir fühlen uns also nicht niehr verbunden, eine fremde Calididatur zu unterstützen.
Es haben sich am 20. Februar viele unzweifelhaft conservative Wähler darum, weil sie einen eigenen Candidaten nicht hatten, entweder der Wahl ganz enthalten oder sie haben ihre Stimme einem antisemitischen Candidaten, CÜIClTt (SC(|tlCT dör ronfervativeu Partei, gegeben. Wir wollen diesmal jedem conservativ gesinnten Mann die Gelegenheit bieten, daß er von seinem Wahlrecht mit aller Frendigkeit Gebrauch machen kann. Deshalb haben die am 14. März in Gießen versammelt gewesenen conservativen Vertrauensmänner beschlossen, dtk 2Luht C111C0 lUltsthÜdlM COlljiWfltiütll GoudidoteN vorzuschlagen.
Was die conservative Partei will, ist bekannt. Ans ihrem Programm steht seit langer Zeit:
starke Monarchie, Erhaltung der vollen Wehrkraft, gesicherte Stellung der Kirche im öffentlichen Leben, christliche Schulen,
Förderung der Landwirthschaft, der Industrie und des ehrlichen Handels,
Bewahrung eines tüchtigen Handwerkerstandes,
Schutz der Schwachen,
Bekämpfung des Wuchers und des Börfenfpiels, sowie der fozialdemokratifehen Wühlerei.
Wir bitten die Wähler., einem bewährten Vertreter dieser Grundsätze ihre Stimme zn geben. Es ist dies der mehrjährige Reichstagsabgeordnete des benachbarten Kreises Wetzlar, der PriN) HrrMUNN JU ^S0lMs - BrUUNfkls.
Wir stehen hente einer sehr dunklen Zukunft gegenüber. X'CT iDCl’bdl g0Uz HCllt
gestellt, deren Lösung mit großen Gefahren verbunden ist.
Wer einen Abgeordneten wühlen will, Wen Vergangenheit eine Kürgschast dafür bietet, daß er auch in der Zukunft dem Kerns eines Neichstagsmüglieds gewachsen ist, der wähle aw 28. May Mi Hemm l>! ZMs Amsels.
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