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brnachrichtigt und der Erpresser abgefaßt und eingesteckt. Da dcr Privatier streng religiös ist, so machte er sich Vorwürfe, daß er den jungen Mann unglücklich gemacht habe, ging hin und bot für die Freilassung des Briefschreibers eine Caution Ulin 30,000 Mk., worauf der Missethäter in Freiheit gesetzt wurde.
* Aus Landshut wird über einen Strike der Schauspieler ans offener Bühne berichtet. Am Sonntag Abend, kurz vor Beginn der Borstellung, erklärte einer der Herren, I welchen die Nachwelt keine Kränze flicht, mit wehmüthiger Miene vor der Rampe, daß man dem Publikum heute keine F Perle der Kunst vorführen könne, da einige Mitglieder sich i weigerten, aufzutreten. Diese setzten nun dem von diesen seltsamen Eröffnungen wenig erbauten Auditorium auseinander, l daß ihnen die Vorschüsse, ohne welche sie den Kamps ums Dasein nicht zu führen vermöchten, verweigert worden seien, | unb sie deßhalb gezwungen seien, die „Arbeit niederzulegen". ! Zufriedengestellt mit dieser Erklärung entfernte sich das Publikum. Gewiß ein eigenartiger Strike!
* Die Maus im Theater. Von einer ergötzlichen Panik - war kürzlich das ganze Parket des Berliner Schauspielhauses I. ergriffen worden. Der Raum war schon dicht gefüllt, als « plötzlich einige Damen mit lautem Gekreisch aufsprangen und I zu flüchten versuchten. Andere folgten dem Beispiel, eine I allgemeine Aufregung erfaßte die Anwesenden und die Neu- J emtretenden wichen förmlich bestürzt zurück. Und die Ursache ' dieses Aufstandes? Ein unvorsichtiges Mäuschen war einer ‘ de r Damen zu nahe gekommen und von dieser erblickt worden. Daher der Angstruf und die Flucht. Zum Glück erlegte ein l §err durch einen Fußtritt das gefährliche Thierchen und ein Logenschließer trug es im Triumph davon, als wollte er fegen: „Die Gefahr ist glücklich überwunden." Allgemeines ? Eelächter folgte dieser kleinen Episode.
* Ohne Garantie. Der Leiter des parlamentarischen Bureaus der Centrumspresse in Berlin, Dr. G., verbüßt jur Zeit in Plötzenfee eine mehrwöchige Gefängnißstraie, welche er sich als ehemaliger Chefredaeteur der „Schles. Vvlksztg." „zugezogen" hat. Um eine Formalität zu erfüllen, beantragte nach der „K. Vztg." das vorgenannte Bureau bei der Gefänguißverwaltung, Herr G. möge literarisch beschäftigt . werden, es wolle dazu die nötigen Einzahlungen leisten.
Der Antrag wurde selbstverständlich genehmigt. Die Mitglieder des Bureaus gericthen aber in nicht geringe Heiterkeit, als sie beim Weiterlesen des behördlichen Bescheids an eine Stelle kamen, welche lautet: „Für die Brauchbarkeit der Arbeiten des Dr. G. übernimmt die Gesängnißverwaltung keine Garantie!" Zur Beantwortung war offenbar eine Schablone abgeschrieben worden, welche benutzt wird, wenn irgend ein Kleider- oder Schuhwaarenhändler handwerksmäßige Sträflingsarbeiten bestellt.
* Schlittschuhe vor Rost zu schützen. Sollen Schlittschuhe nicht rosten, so säubere man sie nach jedem Gebrauche von anhaftendem Schnee, reibe sie zu Haufe trocken ab und hänge sie dann in der Nähe eines Ofens oder Herdes so lange auf, bis sie vollständig trocken sind; zeigen sich dennoch Rostflecken an denselben, so bestreiche man sie zunächst mit Petroleum und reibe sie alsdann mit einem rauhen leinenen Lappen oder, was noch besser ist, mit Glas- oder Sandpapier tüchtig nach. Besondere Sorgfalt verwende man auf die Reinigung der Schlittschuhe, wenn die Eiszeit vorüber ist und man sie außer Gebrauch setzt; alsdann bestreiche man sie mit Petroleum oder mit einem guten Putzpulver.
* Zarte Mahnung. Der Schneidermeister K. hatte dem Klassenlehrer seines Sohnes Franz, Herrn F., einen Anzug geliefert. Schon nahezu ' ein halbes Jahr ist seitdem verflossen und noch immer ist der gute Meister, der nicht weiß, wie er Herrn F. auf anständige Weise mahnen soll, ohne sein Geld. Am nächsten Gehaltstage behält er seinen Sohn zu "Hause unb gibt ihm folgenden Zettel mit: „Geehrter Herr F.! Meinen Sohn Franz habe ich gestern nicht zur Schule geschickt, um Sie durch den fortwährenden Anblick desselben gerade an ihrem Gehaltstage nicht zu geniren. Es hätte ja gerade ausgesehen, als wollte ich Sie an die Bezahlung Ihres Anzuges erinnern. Mit Gruß K., Schneidermeister. Bald daraus hatte er sein Geld.
* „Italiener streikt nicht!" Im Allgemeinen sind die italienischen Arbeiter keine besonderen Freunde vom Streiken, sie suchen vielmehr, wenn sie benachtheiligt zu sein glauben, sich aus andere Weise zu helfen. Als man einmal mehrere Italiener, die bei einem Bahnbau beschäftigt waren, um Arbeitslohn verkürzte, brachen sie nach kurzer Berathung von ihren Schaufeln unten ein Stück ab. Vom Ingenieur gefragt,
was das bedeuten solle, antworteten sie: „Nicht so viel Lohn, nicht so viel Erde wegnehmen! Schaufeln kürzer, dauert Arbeit länger. Italiener kein Narr, Italiener streikt nicht!"
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Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Sonntag Jnvocavit, 23. Februar.
Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Beichte und heiliges Abendmahl im AbendgotteS- dienst.
Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser.
Bibelstunde am Montag den 24. Februar, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule, Offenbarung Joh. Cap. 2, von Vers 18 an, Sendschreiben des Herrn für die Gemeinde zu Thyatira. Pfarrer Dr. Naumann.
2. Passtonsandacht am Mittwoch den 26. Februar, Abends 6 Uhr. Pfarrer Schlosser.
Die Vfarrqeschäste in der Woche vom 23. Februar bis 1. März besorgt Pfarrer Dingeldey.
Katholische Gemeinde.
1. Fastensonntag, 23. Februar.
Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um Vr8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. -Beichte; um W Uhr Austheilung der hl. Communion; um Vi8 Uhr Frühmesse; um 3/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um Uhr Christenlehre und Andacht. Abends um 6 Uhr Fastenpredigt.
Mittwoch: Abends um 6 Uhr Fastenandacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
22. Februar.
Freitag Abend 516 Ahr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3°° Uhr, Samstag Abend 610 Uhr.
Erbsen in 4 Qual., Prinzess- und Kernbohnen,
Dicke Bohnen, extrafein, / ”5 Erbsen und Carotten, \ £ i <$
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Aufgebot
Holzversteigerung
1L6. 119. 125. 129. 130 132. 133. 136 und 140 entbehren trotz ihrer
Gnauth.
1416
folgende Holzfortimente verkauft: e l) Distriet Kohlgrund
Vormittags 10 Uhr,
1497
1
16
12
59
4 m lange Rollen,
Fichten-Abschnitt III. Kl. 7,70 fm,
Herren Bürgermeister werden
1498
75,0
reifer
ff
Versammlung auf dem Hof.
Hof Bubenrod, 17. Februar 1890.
Verwalter Paul.
1420
Ml
Buchen-Oberholzreiser 175,0
Hausen Eichen-Nutzstangen 6,7
270
3800
18
24
18
5
10
9
6
16
Buchen-Scheitholz Buchen-Knüppel Buchen-Stockholz
Kiesern-Nutzholz Fichten-Stockholz
58,0
62,0
33,0
Haufen Kiesern-Nutzreiser 35,0 do. Fichten-Oberholz-
2,0
11,0
ii
■ n rm,
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Eichen-Stämme von 2 bis 12 m Lange und 20 bis 54 cm Durchmesser, ferner
Gießen, am 18. Februar 1890. Großh. Bürgermeisterei Gießen.
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ii Die
Der Bürgermeister: Garth.
und allodialen Besitzungen zu Hermannstein ausgenommen und dafür 140 Stück , artialobligationen mit je 500 Gulden ausgegeben.
Das Anlehen ist angeblich gänzlich abgetragen, ein großer Thell ber, 383
Engel- Gerichtsvollzieher.
Die Zusammenkunft ist an der Schiffenberger Chaussee, 2. Schneise.
10 Kiesern-Abschnitt III. Kl —4,06 km, Buchen-Nutzholz (Felgen) 1,5 rm,
scheu Einträge beantragt.
Die Inhaber der verloren gegangenen Urkunden, sowie Diejenigen, welche noch aus den vorhandenen Obligationen Rechte ableiten zu können glauben, werden aufgefordert, spätestens in dem auf
Mittwoch den 13. August 1890,
Nieter.
B. Brennholz.
vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Aufgebotstermine ihre Rechte anzumelden und bezw. die Obligationen vorzulegen, widrigenfalls die Kraft- loserklärung der Urkunden erfolgen und die Löschung der einschlägigen hypothekarischen Einträge verfügt werden wird.
Gladenbach, den 11. Februar 1890.
Königliches Amtsgericht, Abth. II.
Gelhard.__
Holzverkauf.
In dem Jntereffentenwald zu ReiurerShaufen kommen Dienstag den 25. ds. MtS., Morgens 10 Uhr, zum öffentlichen Verkauf:
3) Distriet Rauer Strauch links der Schwarzbach.
Holland. Rothkraut und «Zwiebeln werden SamStag auf dem Drandplatz verkauft. [1510
2) Distriet Rauer Strauch, rechts der Schwarzbach.
Bau- u. Brennholz- Versteigerung.
M onrag den 24. Februar c., Morgens 10 Uhr, werden in dem Privat - Wald der Frau Wittwe Schwarzentraub zu Hof Bubenrod
ersucht, solches zu veröffentlichen. Reimershausen, 19 Febr. 1890.
ii H
Scheith Knüppelh Stockh. Aetdh.
~ ~ Wellen.
3 „
2 „
inu vu Montag den 24. Februar
Darmstadt" und ,89<> von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Dr-
Partialobligationen im Hypothekenbuche aber noch nicht gelöscht. Ein Theilj391 der Partialobligationen ist gar nicht mehr vorhanden und die noch vor- > h«ndenen Obligationen Nr. 5. 19. 20. 21. 23. 24. 29. 30. 33. 35 37. 41'. 55. 62. 63. 64 65. 66. 73. 74. 75. 84. 85 86. 88. 108. 109. 115.
Rmtr. Rmtr. - 18,5
Fichten-Stangen 0,96 fm,
Buchenforstreiser II. Kl. 55,0 rm,
do. III. „ 340,0 „ Fichtenputzreiser IV. „ 234,0 „ Hausen Kiefern - und Fichten-Nutzreiser 74,0 „
do IV. „ 4,65 Kiesern-Abschnitt IV. „ 3,41 Fichter.-Scheit u. -Knüppel 2,0 i
Im Jahre 1825 haben die dermaligen Inhaber des Hermannsteiner Kiek en er Stadtwalde. Fideicommißvermögens der Familie der Freiherrn Schenck zu Schweins- — ö . ----
berg, nämlich der Großherzoglich Hessische Oberst und^Stistsdirector Wilhelm Freiherr Schenk zu Schweinsberg i.. 7“^
der Grobherzoglich Hessische Hauptmann Louis Freiherr Schenck zu - . .....
6 chweinsberg in Altenstadt ein zu 5 vom Hundert verzinsliches An- ,Jlr!crten Katharmenhutte und La g - tchen von 70,000 Gulden bei dem Oberforstmeister Freiherrn von nach verzeichnetes Ho z ver-
P r etlack zu Darmstadt und Genoffen unter Verpfändung ihrer lehnbaren,'Etgert weroen:
- - - - - - - • - - *■ a Bau-, Werk- und Nutzholz.
। 39 Eichenstämme mit 6,20 Festmtr., ooa Fichtenstammem. 134,09 Festmtr., Fichten-Derbstangen m.51,76Fest-
Oberhesfisch—Hessischer Derkedr.
Am 15. d. M. ist der Nachtrag m zum Oberhessisch—Hessischen Gütertarife, welcher unter Anderem einen Ausnahme, tatlf für geringweithige Massenartikel enthält, zur Einführung gelangt. Nähere Tuskunft ertheilen die Güterexpedttionen.
Gießen, den 17. Februar 1890.
Grotzherzogliche Direction [1499 der Oberhessischen Eisenbahnen.
Montag den 24. ds. Mts.,
Vormittags 11 Uhr, läßt Herr N. Rosenthal zu Gießen In seinem Lagerhaufe tFranksurterstraße 9h. 23, „Russischer Hof") allda auf Gefahr und Rechnung eines Dritten
30 Sack Weizen
Wittlich meistbietend gegen Baarzahlung dmrch den Unterzeichneten versteigern.
NB. Der Herr Versteigerer wird dem ob er den Steigerern den Weizen frei an bte Bahn hier bringen lassen.
Gießen, den 20. Februar 1890.
Rmtr.
be scheinigten Bezahlung doch amtlich beglaubigter Quittungen und haben Eichen- — 18,5 3
daher die derzeitigen Fideicommißinhaber nämlich: 1) der Großherzogliche! Nadel- 125,2 345,4 159,5 Hauptmann a. Ferdinand Freiherr Schenck zu Schweinsberg zu Darm- stvdt, 2) die Söhne und Erben des verstorbenen Kreisralhes Wilhelm Freiherr Schenck zu Schweinsberg, zuletzt in Darmstadt, nämlich August unb Friedrich Freiherrn Schenck zu Schweinsberg, 3i die Söhne des verstorbenen Oberförsters Freiherrn Georg Schenck zu Schweinsberg, a) der Cecondelieutenant Carl Freiherr Schenck zu Schweinsberg in Darmstadt, bi der Secondelieutenant Wilhelm Freiherr Schenck zu Schweinsberg, daselbst, alle vertreten durch Justizrath Dr. Diery zu Gießen, das Aufgebot obiger Obligationen und die Krastloserklärung der einschlägigen hypothekari-
Holzversteigerungen
im Hattenröder Gemeindewald.
Montag drn 24. Februar 1890 sollen versteigert werden in den Districten Bruch, Alte Kühunter, Stückweide und Ziegenköppel:
1) Bau- und Nutzholz.
3 Buchen-Stämme mit 2,40 Fstm. Inhalt,
12 Eichen-Stämme mit 4,65 Fstm. Inhalt,
86 Kiefern-Stämme mit 16,13 Fstm. Inhalt,
378 Kiefern - Stangen (Grubenholz) mit 29,45 Fstm- Inhalt,
56 Fichten-Stangen mit 2,46 Fstm.
Inhalt.
2) Brennholz.
85 Rm. Buchen-Scheitholz, 128 „ Buchen-, Eichen- u Radel-
Knuppel,
488 „ Buchen-, Eichm- u Radel- Reisig,
108 „ Buchen-, Eichen- u. Nadel- Stöcke.
Der Anfang i# MorgenS 10 Uhr beim Pflanzgarten.
Ferner sollen Freitag den 28. Februar 1890 versteigert werden im Distriet Struth:
1) Bau und Nutzholz.
140 Eichen-Stämme mit 27,32 Fstm.
Inhalt,
20 Kiefern-Stämme mit 4,38 Fstm. Inhalt,
42 Kiesern-Stangen (Grubenholz) 4,11 Fstm. Inhalt,
188 Eichen-Stangen (Wagnerholz) mit 10,72 Fstm. Inhalt,
27 Fichten-Stangen mit 1,15 Fstm. Inhalt.
2) Brennholz.
23 Rm. Buchen-Scheitholz,
86 „ Buchen-, Eichen-, Nadel- und Aspen-Knüppel,
312 „ Buchen-, Eichen-, Nadel- und Aspen-Reisig,
70,5 „ Buchen-, Eichen-, Nadel- und Aspen-Stöcke.
Der Anfang ist Morgens 10 Uhr in der Struth.
Hattenrod, den 19. Febr. 1890.
Großh. Bürgermeisterei Hattenrod.
Menget. 1500
la. frische Landeier,
per Stück 6 Pfg., empfiehlt
H Raffauer,
1459 Neuenweg 15.
1492] Ein FuchS-Wallach, 10'/r Jahr alt, lange vor der Truppe geritten, auch gefahren, steht billig zu verkaufen-
Näheres in der Exved d. Bl.
Hotzverfteigerung
im L ich er Stadtwalde.
Freitag den 28. ds MtS., Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen in den Districten Lindenseis und Rotherbusch folgende Holzfortimente zur Versteigerung kommen: 1) 304 Rmtr. Buchen-Scheiter, 2) 224 „ „ -Knüppel,
3) 454 „ „ -Stöcke,
4) 5000 Eichen-Reisig'Wellen.
Die Zusammenkunft ist im Lindenseis auf der Lindenseifschneise.
Lich, den 20. Februar 1890. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich.
Walz. 1494


