Ausgabe 
20.4.1890 Zweites Blatt
 
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1890

Sonntag den 20. April

Zweites Blatt

St. 91

Meßmer Anzeiger

Kenerat-Mnzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Giefzen.

Hratisöeikage: Hießener Jamilienökätter

wem

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das

Nach einzelnen Armuthsursachen gegliedert, entfielen auf

3.3 pCt. sämmtlicher Unterstützten,

betrugen

in

le Fahrten, gm; I img, bittigftr

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Innobtnt von Lnzrigen zu der Nachmittag- für bcn jdgnuben Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.

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Die Gießener fiirttienStLIter ntbtn dem Anzeiger üLontlich dreimal beigelegt.

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die Aus-

Unfall ......

Tod des Ernährers

Krankheit.....

Gebrechen.....

Altersschwäche . . . große Kinderzahl . . Arbeitslosigkeit . . . Trunk......

Arbeitsscheu . . . . andere u. unbek. Ursachen Im Jahre 1885

den für

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Deutschland

»lS K-reises Offenbach genehmigten Umlagen.

V. Bekanntmachung Großh. Kreisamt S Offenbach, Lieunrausschlag für den Rabbinengehalt zu Offenbach Db9()91 betreffend.

VI. Bekanntmachung desselben Kreisamts, die für

Hinijt tttijcAn:

:e & Marsily, h GnnmluypTit, )lu 1 in Langsdorf

In Deutschland sind bisher von Reichswegen zwei große Ermittelungen über das Armenwesen, 1881 und 1885, ver­anstaltet worden, von denen namentlich die letztere von 1885 sehr werthvolle Unterlagen geliefert hat.

Nachstehende Tabelle orientirt über die Zahl der Armen in den einzelnen deutschen Staaten nach der Armenstatistik des Jahres 1885.

17.2

27.9

12.4

14.8

7.2

6.0

2.0

1.4

7.8

Alle Annoncen-Burcaux deS In» und Auslandes nehm«» Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen

torli Stern £ i-Poftdervpsln

Der

♦Irl-enez Anzeiger irlcheint täglich, «i Ausnahme deS Montags.

CocaUs und provinzielles»

Gießen, 19. April.

Butzbach, 17. April. Das neue Schuljahr für unsere Realschule hat am Dienstag seinen Anfang genommen. Die Tags zuvor stattgehabten Aufnahmeprüfungen fiihrten unserer Anstalt insgesammt 34 Schüler zu, wovon 33 in die 6. und ein Schüler in die 5. Klasse Aufnahme sanden. Der Gesammtschülerbestand beträgt somit 138 gegen 122 im Ansange des Vorjahres. Nach Klassen eingetheilt entsallen Schüler aus die Klasse 6: 34 (gegen 28 im Vorjahre), Kl. 5: 29 (30 im Vorj.), Kl. 4: 26 (26 im Vor).), Kl. 3: 24 (16 im Vorj.), Kl. 2: 15 (15 im Vorj.), Kl. 1: 10 (7 im Vorj.).

Homberg a. d. Ohm. Sonntag den 13. April hielt Herr Ingenieur Brockmann aus Offenbach einen gut besuchten Vor- rrag über das Zeichnen in den Handwerkerschulen und seine Bedeutung für Handwerker und Arbeiter. An den beisällig ausgenommenen, sehr lehrreichen Vortrag schloß sich eine leb­hafte Erörterung über Schulgeld, Methode u. bergt, in den Handwerkerschulen an, an welcher sich außer dem Herrn Redner besonders Herr Zeichenlehrer Klemm, Herr Amts­richter Schödler und der Vorsitzende, Herr Dr. Pitz, bethei- ligren. letzterer setzte in längerer Ansprache die Verhältnisse der hiesigen Handwerkerschule auseinander, legte den Meistern und Eltern dringend ans Herz, ihre Lehrlinge und Kinder zu recht regelmäßigem Besuche unserer Schule anzuhalten und führte aus, daß es nothwendig sei, daß die Handwerker fest zusammcnstehen und eifrig zusammen arbeiten müßten, um beizutragen zur Hebung und Förderung des Handwerker­standes, der die Grundlage für eine ganze Nation bilde. Dies könne nur geschehen durch allgemeinen Beitritt nicht nur aller Handwerker, sondern auch Angehöriger aller Stände zu den Gewerbevereinen. Noch in derselben Versammlung meldeten sich mehrere als Mitglieder an.

kordost öest

Abg. Sturmfels warnt vor erneuerten Pareellen- v'ermessungen, welche der Feldbereinigung mehr schaden wie nützen.

Antrag 21, die landwirthschaftlichen Winterschulen bald möglichst nach den vom Ausschuß im Bericht niedergelegten Gesichtspunkten zu organisiren, veranlaßt den Regierungs­vertreter, Oeeonomierath Müller, sich über die Nützlichkeit und die vortreffliche Organisation dieser Schulen im Lande zu verbreiten und stellt in Aussicht, daß Seitens Großh. Staatsregierung die Förderung der landwirthschaftlichen Winterschulen stets im Auge behalten werde und daß für Verwilligung größerer Mittel hierzu den Ständen demnächst eine Vorlage zugehen werde.

Abg. Möhn fragt bei der Regierung an, ob der Er­richtung einer landwirthschaftlichen Schule in Mainz etwas im Wege stehe und ob die Regierung dieser Schule wohl­wollend entgegenkomme.

Staatsminister Finger hegt keine Bedenken, wenn diese Schule richtig organisirt werde.

Der Antrag wird angenommen.

Die Anträge 22 bis 28, Beihilfe zu größeren Cultur- unternehmungen (Feldbereinigungen re.), Gesetzesvorlage wegen Bildung von öffentlichen Wassergenossenschasten, Be­schaffung eines ausreichenden eulturtechnischen Unterpersonals, Sistirung des Gesetzes vom 14. Juli 1884 in einzelnen Landestheilen, in welchen Feldbereinigungen noch nicht statt, gefunden, Vereinigung der Verwaltung des Vermessungs­wesens re. mit der oberen landwirthschaftlichen Behörde, Auf­stellung eirter landwirthschaftlichen Statistik re., werden einstimmig angenommen.

Morgen Fortsetzung der Debatte.

Statistik der Armenpflege.

Wer sich an der Armenpflege seiner Gemeinde practisch betheiligen will, soll vor Allem die Menschen und Verhält- niffe in seiner Umgebung recht zu erkennen und mithin auch das Armenwesen in seinen Ursachen und Wirkungen zu ermitteln suchen. Es geschieht dies mit Hilfe der Armen­statistik, welche nicht nur den Behörden, sondern Jedermann im Volke Klarheit darüber verschaffen soll, wie viel Arme in dem weiteren und engeren Vaterlande, wie viele in der eignen Gemeinde wohnen, ob es Männer, Frauen, Kinder sind, wie sich die Unterstützten nach Alter, Berus, Civilstand, Gebürtig- keit gliedern, aus welchen Ursachen die Armuth entstanden ist, wie die Versorgung erfolgt, wie hoch sich die Aufwendungen für die Unterstützten belausen und vieles andere mehr. Niemandem kann es gleichgültig sein, ob die Armuth zunimmt oder abnimmt, ob sie mit unzulänglichen und gefährlichen oder mit wirksamen und heilsamen Mitteln bekämpft wird.

189091 zur Bestreitung der Communalbedürfnisse Stadt Offenbach zu erhebenden Umlagen betreffend.

VII. Eoncurrenzeröffnungen.

Erledigt sind: Die mit einem ev. Lehrer 311 besetzende Äm stelle an der Gemeindeschule zu Stornfels mit einem Hchaltte von 900 M. Mit der Stelle ist Organistendienst atriimbeii. Die mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrer- ftelk nn der Gemeindeschule zu Ebersberg mit einem Gehalte non 9000 M. Dem Herrn Grafen von Erbach-Erbach steht Puräsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem kath. Ahm zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu : Dtteniieim mit einem Gehalte von 900 M. Die Lehrerstelle . im per: kath. Schule zu Nack mit einem Gehalte von 900 M. ttit mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der 'Vmeiindeschule zu Güntersürft mit einem Gehalte von 900 M. Dm Herrn Grasen von Erbach-Erbach stehl das Präsenta- 1 Miismcht zu derselben zu.

du. Darmstadt, 18. April. Hessischer Landtag. : fttd) Bekanntmachung einer Reihe neuer Einläufe und Be- 17ichl.'SAnzeigen setzt die zweite Kammer der Stände ihre Be- 1 Eini gen über die Ergebnisse der Erhebungen über die Lage ,n ^Andwinhschast in Hessen heute wieder fort und zwar 1 mii focm Antrag 17/18, wonach der Ausschuß empfiehlt, ,Aoch. Regierung zu ersuchen, für Anlage und Weiter- f uihmmg einer genauen Hagelstatistik für das Reich und das t. Gchhlerzogthum Hessen Sorge tragen zu wollen. Derselbe 1 niib ohne Debatte genehmigt.

Au Antrag 19:die obere landwirthschastliche Behörde ztz veranlassen, sowohl der Versicherung gegen Hagelschaden a ilii niiid) der Regelung und allgemeinen Einführung der ört- l .ichn und den Thiergattungen nach allgemeinen Viehversiche- r mz ihre besondere Ausmerksamkeit zu schenken" ergreift Abg. Äöiizt - Butzbach das Wort und wendet sich in scharser Weise gjejen die Feuerversicherungs-Gesellschaften und speziell gegen d m Magdeburger Feuer-Versicherungsgesellschaft, indem die 98k'htgungen derselben äußerst ungünstig und für den Land- niiml) Dor lamer Clauseln und Verdrehungen kaum verständ- 1 ia^eiien. Demgemäß stelle er daher den Antrag: Großh. 9 Hi^ierung wolle eine Untersuchung des gesummten Mobiliar- ^jmrversicherungswesens in Hessen eintreten lassen, nach der 9 ttinng hin, daß die, die landwirthschaftlichen Betriebe siWg.mden, sowie die Versicherung selbst erschwerenden 33e* d Wti gen in Wegfall kommen.

Oeeonomierath Müller macht die Mittheilung, daß bnratitS- die Großh. Staatsregierung dem Versicherungswesen ü ibwha upt ihre Aufmerksamkeit zugewendet habe, daß sie aber c biic Erhebungen des Landesausschusses der landwirth- |\ Wichen Vereine abwarten müsse, ehe dieselbe nach dieser 'J ftmg hin bestimmte Vorschläge machen könne. Wenn diese Atot beendet sei, dann sei zu hoffen, daß dann eine be- ftMznnde Lösung der Frage stattfinden werde.

3|u dem Antrag sprechen noch die Abgeordneten Sturm- j v. Rabettau, Schröder, Muth und Schade u..ui miri) derselbe, nachdem Vogt-Butzbach seinen Antrag v iMst: zurückgezogen hat, einstimmig angenommen.

Antrag 20, die Neuausstellung der Grundkataster und tv.n p erwartenden Kostenaufwand betreffend, bemerkt LMnismrialrath Jaup, wenn es vom Hause gewünscht w«lch sei die Regierung bereit, in aller Kürze einen Kosten- a;Efl|i)lQ|i3 zu geben. Er wiffe aber noch nicht, ob genügende LMel zu einer Bonitirung vorhanden seien. Die Grund- zlijj!;gi Wer die Bonitirung seien auch ausgearbeiret und könnten mmi übergeben werden.

Derrtsches Reich.

Darmstadt, 16. April. Das heute ausgegebene Großh. Regi erungsblatt (Beil. Nr. 7) enthält:

kl. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern :unb her Justiz, den Ausschlag der zur Bestreitung der all- gtmeinien Bedürsnisje der evangelischen Kirche des Großher- ijügtiMMs im Etatsjahre 189091 erforderlichen Steuern littrefjenb.

lll. Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, Bit Prüfung für Brückenmeister-Aspiranten betreffend.

LIL Zusammenstellung der Ergebnisse der Rechnung über Lik Snaatsschuldenverwalttlng für das Etatsjahr 188788.

IV. Uebersicht der von Großh. Ministenum des Innern mb Her Justiz für das Jahr 189091 zur Bestreitung der «Lmmunalbedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden

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19

Wendungen für Armenzwecke 90282159 Mk., d. i. pro Kops der Bevölkerung 1.93 Mk.

Die nachfolgende vergleichende Zusammenstellung der Armenausgaben pro Kops der Bevölkerung ergibt, daß Deutsch­land bei seinem vorzüglichen Armenpflegesystem die geringsten Ausgaben für Armenzwecke ausweist. Oesterreich ist bei dieser Zusammenstellung weggelaffen worden, weil die gesummten Armenausgaben nicht bekannt sind.

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Autoritäten*) erpre» ittel gegen muth, sucht, ehezusto ter Haltbarkeit, Ai;/

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Vermiete».

* Aus Berlin wird geschrieben:Da' überall in der Fremde sich Landsleute näher aneinander anzuschließen suchen, so war dies auch den in Berlin wohnenden Hessen ein Be- dürsniß. So vereinigten sich denn im Beginn des Jahres 1889 einige Landsleute, um den jetzt bestehendenVerein der Hessen" zu Berlin ins Leben zu rufen. Man kann, nachdem der Verein nunmehr auf das vollendete erste Jahr seines Bestehens zurückblickt, wohl sagen, daß die Pläne,

Staaten.

Selbst- und Mit- unterstützte

Ärmenztffer (Auf 100 der

Bevölkerung entfielen ins­gesammt Unterstützte)

Preußen........

953 292

3.37

Sachsen........

88 602

2.78

Württemberg.......

63 320

3.17

Baden.........

68 426

4.27

Hessen.........

30199

3.16

Mecklenburg-Schwerin ....

23 208

4.04

Sachsen-Weimar......

6 799

2.17

Mecklenburg-Strelitz.....

7 990

8.12

Oldenburg........

12 753

3.73

Braunschweig.......

14 540

3.90

Sachsen-Meiningen.....

4 641

2.16

Sachsen-Altenburg.....

2 922

1.81

Sachsen-Coburg-Gotha ....

4 548

2.29

Anhalt.........

7 732

3.12

Schwarzburg-Sondershausen . .

1 382

1.88

Schwarzburg-Rudolstadt . . .

1 569

1.87

Waldeck........

1 643

2.90

Reuß ä. L........

1339

2.40

Reuß j. L........

2 569

2.32

Schaumburg-Lippe.....

657

1.77

Lippe.........

3 625

2.94

Lübeck .........

4 173

6.17

Bremen........

11 329

6.84

Hamburg........

50 089

9.66

Geltungsgebiet des Unterstützungs-

wohnsitzgesetzes......

1 367 347

3.43

Bayern.........

151 550

2.80 '

Elsaß-Lothringen......

73 489

4.70

Deutsches Reich

1 592 386

3.40

Deutschland ....

1.93

Mk.,

Frankreich ....

3.34

//

Niederlande ....

4.70

//

Großbritannien. . .

11.44

n

Schottland . . . ,

4.70

//

Irland.....

5.11

n

Italien.....

5.94

//

Schweiz.....

3.83

//

Dänemark ....

7.99

//

Schweden ....

2.63

//

Norwegen ....

4.15

//