Ausgabe 
18.9.1890
 
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Donnerstag den 18 Septbr

Gietzenev Anzeiger. Beilage zu Nr. 217. -1890.

Bekanntmachung,

d i e Veranstaltung eines Probepflügens in Gießen betreffend.

Nachstehend werden die Resultate des am 11. September 1890 zu Gießen vorgenommenen Probepfiügens zur öffent- lichen Kenntniß gebracht.

Gießen, den 13. September 1890.

Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen.

Jost.

1

Lfd.

Nr.

2.

Namen der Fabrikanten.

3.

Tief­gang

cm

4.

Sohlen­breite

cm

5.

Wenden des Bodens

6.

Lockern des Bodens

7.

Senkrech­ter und wage­rechter

Abschnitt

8.

Reinheit der

Furche

9.

Kraft­aufwand

Kilogrmtr.

10.

Preis

11.

Reihenfolge in der Leistung und sonstige Bemerkungen.

1.

Fried. Richter, Udenborn,

16

22

sehr gut

sehr gut

gut

gut

150

56

Erforderte per lUDecimeter Quer­schnitt Kilogramm 51

2.

an d- Wabern-Wildun- ger Bahn, Daniel Haumann, Appen-

16

23

200

45

65

3.

rod bei Homburg a. d. Ohm,

Heinrich Selzer II., Angen-

15

17

gut

gut

175

45-50

77

4.

rod, Kreis Alsfeld, Conr. Köhler, Zell bei

15

17

sehr gut

sehr gut

gut

200

45

87

5.

Alsfeld,

Pet- Fatum, Wohnbach,

17

18

gut

187

46

72

6.

mit Seche,

Pet. Fatum, Wohnbach,

17

18

u

u

//

l 237

46

92

7.

ohne Seche, Gebrüder Fennel von

15

23

II

ii

n

175

50

60

8.

Wabern, A- Buch, Hungen, ohne

17

20

II

sehr gut

ii

sehr gut

200

53

70

9.

Sech, D. 8 m, A. Buch, Hungen, mit

17

25

II

H

ii

V

200

ii

56

10.

Sech,

Mayfahrt, Frankfurt, 5 C., Universalpflug m. Sech,

17

20

gut

gut

f»

II

200

56

70

11.

Mayfahrt, Frankfurt, 4 B

17

24

tl

II

ii

gut

250

441/2

61

12.

Schälpflug nach Eckert, Mayfahrt, Frankfurts

10

42

n

II

ii

ii

175

76

41

13.

2 Schar, 44. D.

A. Buch, Hungen, S- A.,

12

27

'M

ii

200

46

74

14.

2 Schar, Pet. Fatum, Wohnbach,

15

12,5

II

ii

187

46

89

15.

Wendepflug.

A. Buch, Hungen, Tief-

25

40

sehr gut

sehr gut

sehr gut

72V2

Der Kraftaufwand

16.

cultur, Vierspänner, R. 14 mm, Stahlguß, Mayfahrt, Frankfurt, Tief-

25

35

gut

gut

gut

72

wurde nicht ge­messen.

Resultate anschei-

17.

cultur, Vierspänner, 5 R

Fried. Richter. Udenborn,

22

35

sehr gut

genügend

_

80

nend sehr günstig.

Tiefcultur, Vierspänner Gießen, den 11. C

Jost. v. Oven.

-eptember

Erb. H

1890.

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* Aus dem Jahresbericht des Vereins zur Unterstützung der Pfarrwaisen im Großherzogthum Heften, welcher auf der am 10. d. M. in Frankfurt a. M. stattgehabten 16. General- und Delegirten-Versammlung erstattet wurde, entnehmen wir, daß der Verein im vorigen Jahre, Dank der eifrigen und opferwilligen Unterstützung, die ihm von Seiten seiner Dele- girten, sowie der meisten Geistlichen des Landes gewährt wird, sein Liebeswerk an die bedürftigen Psarrwaisen in vollem Maße üben konnte. Die Mitgliederbeiträge beliefen sich auf 1185.50 Mk. und zwar in Starkenburg aus 434 Mk., in Oberhessen auf 526.50 Mk., in Rheinhessen auf 225 Mk. An Beiträgen von Kirchenkassen gingen ein 367 Mk., von Geistlichen anläßlich ihrer Beförderung in eine höhere Gehalts­klasse 158 Mk., an sonstigen Geschenken 566 Mk. Die Capitalzinsen betrugen 583.56 Mk., der Zuschuß der All­gemeinen Badischen Versorgungsanstalt 66.81 Mk. Was die Ausgaben anbelangt, so wurden an 26 Pfarrwittwen und Waisen 1689 Mk. ausgezahlt, gegen 1690 Mk. im Vorjahre. Der nach Abzug der Verwaltungskosten verbleibende Rest wurde capitalisirt. Das Capitalvermögen hat sich um 1441 Mk. erhöht und beträgt 16 105.06 Mk.

Vermehr, £attö- und L>-lk-wlrthschaft.

Berlin, 12. September. Für die Heizung der Personen­wagen auf den Königlichen Eisenbahnen sind neue Vorschriften erlassen worden. Darnach sind in der Zeit vom 1. October bis Ende November und vom 1. März bis Ende April die Personen­wagen der Tages- und Nachtzüge zu Heizen, sobald die äußere Tem­peratur unter fünf Grad Wärme (Reaumur) sinkt. Vom 1. December bis Ende Februar ist die Heizung ohne Rücksicht auf die Temperatur ununterbrochen durchzuführen. Ist mit dem Heizen einmal begonnen, so wird damit erst wieder aufgehört, wenn während dreier aufeinander folgender Tage die Temperatur des Nachts nicht unter fünf Grad Wärme gesunken ist. In den Wagenabtheilungen ist als mittlere Temperatur eine Wärme von acht Grad Reaumur fortab beizubehalten. Die Heizung auf den Anfangsstationen muß so frühzeitig begonnen ^werden, daß schon bei Abgang des Zuges diese Temperatur nahezu erreicht ist. Ein von den Betriebsämtern zu bestimmender Beamter der Heizstation trägt die Verantwortung für die vorschriftsmäßige Heizung, während das Zugpersonal, namentlich der Zugführer, die Befolgung der gegebenen Vorschrift, die Wirksamkeit der Hetzetnrich- tungen während der Fahrt u. s. w. zu überwachen und dafür zu sorgen hat, daß etwaigen Beschwerden der Reisenden, namentlich auch über zu starkes Hetzen, nach Möglichkeit begegnet werde.

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