Ausgabe 
18.5.1890 Zweites Blatt
 
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Sonntag den 18. Mai.

(Siebener Anzeiger.

Beilage zu Nr. 114. - 1890.

Deutscher Reichstag.

7. Plenarsitzung. Freitag, 16. Mai 1890, 1 Uhr.

Eine Anzahl von Etats-Rechnungen und Uebersichten wird dem Anträge des Abg. Meyer-Berlin (dfr.) gemäß an die Rechnungscommission verwiesen/ ebenso der Bericht der Reichsschulden-Commission. Sodann wird die erste Be- rathung der Militärvorlage fortgesetzt.

Abg. Liebknecht (Soc.) will die militärische Seite der Vorlage nicht erörtern, bestreitet aber die Nothwendig- keit der Vorlage. Gras Moltke habe nichts für die Vorlage gesagt/ wie er sprach, so kann nur Jemand sprechen, der die Vorlage bekämpft. (Unruhe.) Wer soll denn Kriege führen, wenn die Völker ihn nicht wollen? Der Militarismus ist eine Schraube ohne Ende/ der angebliche Gegner ist immer Soldat wie wir, vielleicht auch noch ein bischen weiter. Die Last ist unerträglich, das Volk geht dabei zu Grunde. Mit dem Sozialistengesetz hat man jugendliche opferfreudige Männer aus dem Lande getrieben. Die enorme Steigerung des Budgets ist nur durch die Militärlast herbeigesührt. Das Septennat sollte einen Stillstand bringen/ die Last wurde aber höher; man wartet den Ablauf des Septennats nicht ab. Was die Vertheidigung des Vaterlandes anbetrifft, so sind alle Parteien einig/ alle wollen dasselbe. Die Nieder­lage vom Jahre 1806 verschuldeten Leute, die dort den Herren (rechts) nahe standen. Das Parlamentsheer in Frank­reich ist das bewaffnete Volk, während man sich bei uns aufs Aeußerste gegen die Ausführungen der Rechte des Parlaments in Armee-Angelegenheiten sträubt. Die Bismarck'sche Politik hat es dahin gebracht, daß das WortDas deutsche Kaiser­reich ist der Friede" dieselbe Bedeutung hat, wie weiland unter Napoleon die ähnliche Redensart. Die officiöse Presse verhetzte die Nationen. Statt uns Frankreich zu nähern, leisteten wir dem Friedenstörer Rußland jeden Dienst. Unsere Annäherung an Frankreich wird durch den Zankapfel Elsaß- Lothringen gehindert/ dieses Land zu besitzen haben wir so wenig ein Recht wie Frankreich. Die Bevölkerung von Elsaß- Lothringen ist keine Heerde Schafe, die man einem Besitzer übergiebt / die Völker haben das Selbstbestimmungsrecht. Wie kann das Ausland Respect haben vor einem Lande, dessen Bevölkerung nach der Behauptung des Fürsten Bismarck zu drei Viertheilen aus Reichsseinden besteht. Eine schlechtere Negierung als die seine konnte nicht kommen und als Fürst Bismarck hinweggefegt wurde, da war das nur die Voll­streckung des Votums, das die Bevölkerung am 20. Februar abgegeben hatte. Die Erbschaft der Bismarck'schen Politik ist eine schwierige, aber eine schlechtere Regierung kann nicht kommen. Der Pariser Congreß hat einen Beweis von der friedlichen Gesinnung der Völker gegeben und wenn Deutsch­land an der Spitze der Civilisation marschirte, so mußte es ebenfalls einen Congreß berufen, im Anschluß an den Pariser Congreß. Der Krieg ist eine Brutalität/ die Kriegskunst als Wissenschaft ist eine Verkehrtheit. Das System des Fürsten Bismarck ist gebrochen / darum nieder mit dem Mili­tarismus.

Abg. v. Kardorss (Reichsp.): Der Abg. Liebknecht zeigt in seinen Ausführungen viel Aehnlichkeit mit Robes- pierre/ ich hoffe, daß er nie die Macht dieses Mannes er­langen wird. In den weitesten Kreisen der Nation ist die Empfindung dafür vorhanden, was das Reich dem Fürsten Bismarck dankt. Das hat auch seine Abreise von Berlin be­wiesen (Bravo! Widerspruch! Ruf: Das war bestellte Arbeit!). Liebknechts Aeußerungen gegen Rußland klangen auch heute wieder wie eine Kriegsdrohung. Es wird Sache der Com- nnssion sein, zu prüfen, ob wir an diese in der Vorlage geltend gemachten Forderungen unsererseits Bedingungen knüpfen können. Für die jungen Leute ist der Militärdienst eine Art hoher Schule, die ihnen sehr zu Gute kommt. Mit Steuern ist das deutsche Volk nicht überlastet. In Frank­reich betragen die Steuern 55 Mk. pro Kopf der Bevölke­rung, in England 35 Mk., bei uns aber nur 19 Mk./ da kann man doch nicht von Ueberlastung sprechen. Deutschland ist auch keineswegs arm/ es ist ein reiches Land/ nur haben die Besitzverhältnisse sich verschoben zu Gunsten des Groß- capitals und zum Nachtheile kleiner Besitzer und Gewerbe­treibender. Ohne die Ueberzeugung gewonnen zu haben, daß die Heeresvermehrung eine unnöthige und überflüssige ist, können wir die Vorlage nicht ablehnen.

Abg. Dr. Hänel (dfr.): Der Liebknecht'schen Schil­derung des Fürsten Bismarck kann ich nicht zustimmen. (Bravo!) Ich, der ich sein entschiedener politischer Gegner war, werde stets seine großen Verdienste um die Einigung des Reichs und um die Einreihung Deutschlands in das euro­päische Concert anerkeunen. (Bravo!) Fällt denn dem Ab­geordneten Liebknecht nicht auf, daß Frankreich uns bei dem verhaßten Rußland den Rang abzulaufen sucht? (Sehr rich­tig!) Die kriegerischen Neigungen Frankreichs sind stets gegen^llns gerichtet gewesen, auch zu einer Zeit, als Frank­reich noch nicht auf Elsaß-Lothringen verweisen konnte. Die Entwickelung des Völkerrechts wird hoffentlich dahin führen, daß wir ernstlich an die Frage der Abrüstung denken können/ das ist der sachlich berechtigte Kern der Liebknecht'schen Rede, von der zu wünschen ist, daß sie auch in den Parlamenten anderer Nationen gehalten werde. In der Commission wird namentlich die Finanzsrage eingehend erörtert werden müssen/ unmöglich kann dort der Schatzsecretär dieselbe stumme Rolle spielen wie hier im Plenum. Abgesehen von den Steuern, ruht der ökonomische Effect der Vorlage auf den minder be­mittelten Klassen der Bevölkerung, auf welche schon die in- directen Steuern abgewälzt sind. Diese doppelte Besteuerung der unteren Klassen macht die Sache besonders bedenklich. Dre Kosten des Militärs und der Colonialpolitik sollten auf

die wohlhabenderen Klaffen abgewälzt werden. Daß selbst­ständige Reichsämter das föderative Princip schädigten, ist nicht richtig. Ein solcher Föderalismus würde dem Unter­gänge geweiht sein. Ein selbstständiges Reichsfinanzministerium müssen wir haben und zwar im Zusammenhänge mit den anderen Reichsämtern. Bei der neuen schweren Last, die dem Volke auferlegt werden soll, muß näher auf die Frage der Verkürzung der Dienstzeit eingegangen werden, die einzige Compensation, die dem Volke geboten werden kann. Hier hat der Minister den Nachweis zu führen, daß eine kürzere Dienstzeit undurchführbar ist. Wir stützen unsere Forderung aus die vorhandene einjährige Dienstzeit der Freiwilligen. Die Bildungsunterschiede sind bei uns nicht so bedeutend, daß man daraus die Verschiedenheit der Dienstzeit rechtfertigen könnte. Die Frage ist verquickt worden aus dem früheren Verfassungsconflict. Von dem Entgegenkommen, das die Re­gierung unseren Forderungen zeigt, wird unsere Stellung der Vorlage gegenüber abhängen.

Reichskanzler v. Caprivi: Ueber die politische Lage kann ich nicht mehr sagen, als was die Thronrede enthält. Die auswärtige Politik, wie ich sie vorgefunden habe, war die denkbar glücklichste. Wir stützen uns auf unsere eigene Kraft und trauen aus feste Bündnisse. Zum Abwiegeln lag für uns kein Anlaß vor, denn ich wüßte nicht, wo aus­gewiegelt worden wäre. Es handelt sich nicht um die Nähe eines Krieges, sondern um die Schwere desselben, der vor­gebeugt werden soll. Daß der Verfasser der Broschüre Videant consules nähere Beziehungen zum auswärtigen Amt hätte, dafür habe ich keinen Anhalt in den Acten ge­funden. Wir haben auch bei uns im Lande noch genug mit der Germanisirung zu thun und können die Ostseeprovinzen wohl entbehren. Auch habe ich nie gefunden, daß unsere Ostseeküste zu kurz wäre und daß unsere Kaufleute in Stettin und Danzig noch weitere Concurrenz wünschen. Sie wünschen nur mehr Hinterlande. Wenn der Abgeordnete Hänel eine größere Selbstständigkeit der einzelnen Reichsämter wünscht, namentlich auch meines Stellvertreters, so bin ich vielleicht zu sehr Soldat, um dasür Verständniß zu haben. Auch unter den heutigen Verhältnissen ist von Planlosigkeit keine Rede. Die mir verfassungsmäßig zustehende Verantwortlichkeit für diese Vorlage bin ich bereit zu tragen. Ueber einen neuen Organisationsplan hat die Regierung sich bisher nicht schlüssig gemacht, aber der gegenwärtige Procentsatz ist kein außer­gewöhnlich hoher. Im Jahre 1816, also nach einem schweren Kriege, betrug das stehende Heer 1,25 Procent der Be­völkerung, sank dann in den 20er Jahren auf 1 Procent und betrug im Jahre 1850 in den Tagen von Olmütz 0,79 Pro­cent, stieg 1861 auf 1,12 Procent, sank dann bis 1881 auf 0,95 Procent und hat heute noch nicht wieder die Höhe von 1816 erreicht. Die Kosten für stehende Heere sind eine unproductive Ausgabe, wie etwa für den Privatmann die Feuerversicherung. Je höher die Ausgabe, desto größer die Sicherheit und desto geringer der eventuelle Schaden. Die Reduction der Dienstzeit ist ja zum poli­tischen Stichwort geworden. Thatsache ist, daß wir dreijährige Dienstzeit in der Praxis nicht haben/ aber sie im Gesetz aufzugeben, dazu würde ich nicht rathen können. Es ist ein wesentlicher Unterschied zwischen einer Flinte von vor 20 Jahren und einem Gewehr von heute. Sie sehen das auch an der öconomischen Einrichtung in den Städten. Ein spazierengehender Soldat in den Straßen ist heute eine Selten­heit und auch des Sonntags sieht man sie nicht in der üblichen Begleitung, weil- ihnen in der Woche die Zeit fehlt, die dazu nöthigen Bekanntschaften zu machen. Einer Aenderuug der Dienstzeit, welche die Disciplin lockern würde, könnte ich nicht zustimmen. Es kommt dazu, daß uns eine zuchtlose Jugend heranwächst/ inwieweit Beurlaubungen möglich sind, das überlasse ich den Herren Militärs. Ueber die Zweck­mäßigkeit des Septennats läßt sich streiten. Es ist nicht einzusehen, warum es gerade siebenjährige Perioden sein sollen. Man könnte vielleicht auch fünfjährige Perioden im Anschlüsse an die Volkszählungen und an die Legislatur-Perioden ein­richten, weiter könnte ich aber nicht gehen. In der Com­mission wird ja die Vorlage aufs Beste vertreten sein und ich zweifle nicht, daß dieselbe dort zu Stande kommen wird.

Abg. Manteuffel (cons.) spricht seine Anerkennung für die Bismarck'sche Politik aus. Ein Abrüstungscongreß, von Deutschland eiuberufen, würde so wenig Erfolg haben, wie früher die Versuche Napoleons. Die Ausgaben für Militär haben bei uns 2 Milliarden betragen, in Frankreich in der gleichen Zeit 5 Milliarden. Das Septennat ist kein Siebenschläfer/ man müsse auch während dieser Zeit die Augen offen halten. Von der zweijährigen Dienstzeit bittet Redner abzusehen.

Die Debatte wird geschloffen und die Vorlage au eine besondere Commission von 28 Mitgliedern verwiesen.

Sodann werden als Mitglieder der Staatsschulden-Com- mission durch Acclamation gewählt die Abgg. Dr. Hammacher (natl.), Kochanu (Ctr.), v. Busse (cons.) und als Stell­vertreter: Letocha (Ctr.), Dr. Kropatscheck (cons.) und Meyer- Berlin (dfr.)

Nächste Sitzung Samstag 1 Uhr. Arbeiterschutz-Vorlage. Schluß 5 Uhr.

Vermischtes.

* Hattingen, 10 Mai. Eine große Aufregung bemächtigte sich gestern Morgen der mit dem Frühzuge von Barmen kommenden Reisenden, als denselben, den Bahnhof Sprockhövel passirend, die Hiobspost mitgetheilt wurde, daß die ganze preußische Armee aus Kaiserlichen Befehl alarmirt sei und thatsächlich waren im Wartesaal des hiesigen Bahnhofs Plakate

des Inhalts angeschlagen, daß sich jeder noch nicht 42 jährige Mann vorzubereiten und seine Familien-Angelegenheiten zu ordnen habe, da er in kürzester Frist sich der Gestellungsordre zu gewärtigen habe. Jedenfalls wird die von den zuständigen Behörden einzuleitende Untersuchung Aufklärung über die Person des Urhebers dieser Tartarennachricht bringen.

: * Was kostet ein Schuß aus einem schweren Marine- Geschütz? So lautet eine Frage, welche die United Service Gazette aufwirft und mit dem AusspruchEin mäßiges Jahreseinkommen" beantwortet. Diese Behauptung beweist sie mit folgender Berechnung. Geschoß, Pulver und Kartusche des 110 Tonnen-Geschosses kosten 3060 Mk., nämlich 900 Pstmd Pulver 1400, daß 1800 Pfund schwere Geschoß 1600, S^de für die Kartusche 60 Mk. Dazu kommt Abnutzung des Geschützes, welches nach 95 Sck)üssen ganz unbrauchbar ist. Da dasselbe 330,000 Mk. gekostet hat, so beträgt die Abnutzung rund 3475 Mk., wodurch sich für die Gesammt- kosten eines Schusses der Betrag von 6535 Mk. ergibt. Beim 67 Tonnen-Geschütz, dessen Herstellung 200,000 Mk. erfordert und welches nach 127 Schüssen unbrauchbar wird, kostet ein jeder Schuß 3680, beim 45 Tonnen-Geschütz, wel­ches 126,000 Mk. kostet und ein Geschütztcben von 150 Schüssen hat, kostet er 1960 Mk.

Verkehr, Land, und volkswirthschaft.

- des Mchsteisches. (Nachdruck verboten.)

Die Thatfache, daß das Ftschsletfch tm großen Ganzen weit billiger ist als das Fleisch unserer Hausthtere, hat zu der Ansicht geführt, daß auch der Nahrwerth ein bedeutend geringerer sei. Diese Ansicht ist aber eine durchaus irrige. Der niedrige Preis wird bedingt durch den Massenfang, aber nicht durch den geringen Nährwerth. Der letztere ist nur so wenig geringer, daß man dieses kaum zu erwähnen brauchte, auch ist die leichte Verdaulichkeit von Allvater und Voigt langst nachgewiesen. Der Schluß hieraus ist, daß das Fischfletsch in hohem Maße dazu angethan ist, den Eiweißmangel in der Nahrung zu verringern, mit andern Worten: das Ftschfleisch ist ein aus- gezeichnekes, billiges Volksnahrungsmittel. '

. ~ Schonet den Buchfink! (Nachdruck verboten.) Jetzt, in

der Zeit, wo tm Garten allerlei Sämereien gesäet werden, erregt der Buchfink ost und nicht ganz mit Unrecht den Zorn des Landmanns und Gärtners, denn derselbe sucht die mühevoll gefaßten Samen besonders von Rettig, Lein, Mohn, Salat, Spinat und den ver­schiedenen Kohlarten wieder auf und zieht wohl auch das eine oder andere junge Ketmpflänzchen aus der Erde hervor. Man hat ihn aus diesen Gründen oft verfolgt und thut es noch heute; man ver­gesse dabet jedoch nie, welch ungeheuren Nutzen uns der Fink zu andren Zeiten durch Verfolgung von Jnsecten und deren Larven stiftet. Man versuche anstatt der Verfolgung mit Mordwaffen ihn durch allerhand Schreckmittel von den Samenbeeten sernzuhalten - dieselben sind hier weit wirksamer als beim Spatzen. 1

)( Nützliche Verwendung der großen Brennnessel (Urtica divlca). Dieselbe wurde früher in Deutschiand Holland und Belgien ziemlich stark als Gespinnstpflanze angebaut und der daraus geferttgte, der Leinwand ähnliche Stoff (Nesseltuch) war wegen seiner Feinheit berühmt und wurde sehr theuer bezahlt. Durch die Ein­führung der Baumwolle ist dieser Industriezweig in Verfall gekom­men. Daß man ihn seit einigen Jahren am Rhein und in manchen Gegenden Nassaus wieder zu beleben sucht und daß man dort ge­lungene Versuche mit der Eultur und der Verarbeitung der Pflanze gemacht hat, wird gewiß manchem der Leser dieses Blattes von In­teresse ein. Die Nessel gedeiht auf jedem nicht zu trockenen Boden, am besten im Schatten. Die Vermehrung geschieht entweder durch Samen oder Wurzeltheilung. Ihr großer Vorzug vor Lein und Hanf besteht darin, daß sie ausdauernd ist. Einmal angepflanzt, hält sie viele Jahre aus, wenn sie zuweilen eine Jauche- oder Ueberdüngung erhält. Die Bearbeitung der Faser bietet keine besondere Schwierig­keit. Die Baumwolle wird sie aber nicht ersetzen. Auch als Futter­pflanze verdient die Nessel Beachtung. Etwas abgewelkt, wird sie vom Vieh gern genommen und wirkt bei Kühen günstig auf die Mtlchproduclion. Daß sie als Futter für die jungen Gänse gebraucht wiro, ist ;a überall bekannt.

Meys Stoffkragen, Manschetten und Vorhemdchen sind aus starkem, pergamentähnlichen Papier gefertigt und mit einem leinenähnlichen Webstoff überzogen, was sie der Letnenwäsche tm Aussehen täuschend ähnlich macht. Jeder Kragen kann bis zu einer Woche getragen werden, wird aber, wenn un­brauchbar geworden, einfach weggeworfen und trägt man daher immer nur neue Kragen rc.

Meys Stoffkragen übertreffen aber die Leinenkragen durch ihre Geschmeidigkeit, mit welcher sie sich, ohne den Hals zu drücken, um denselben legen und daher nie das unangenehme, lästige Kratzen und Reiben von zu viel oder zu wenig oder zu hart ge­bügelten Leinenkragen herbeiführen. Ein weiterer Vorzug von Meys Stoffkragen ist deren leichtes Gewicht, was ein angenehmes Gefühl beim Tragen erzeugt. Die Knopflöcher sind so stark, daß deren Haltbarkeit bet richtiger Auswahl der Halsweite ganz außer Zweifel ist.

MeyS StoffwLfche steht daher in Bezug auf vorzüglichen Schnitt und Sitz, elegantes und bequemes Passen und da­bei außerordentliche Billigkeit unerreicht da. Sie kosten kaum mehr als das Waschlohn für leinene Wäsche. Mit einem Dutzend Herrenkragen, das 60 Pfennige kostet, (Knabenkragen schon von 55 Pfennigen an) kann man 10 bis 12 Wochen ausreichen Für Knaben, die ja bekanntlich nicht immer zart mit ihrer Wäsche umgehen, sind MeyS Stoffkragen außerordentlich zu empfehlen, was rede Hausfrau nach Verbrauch von nur einem Dutzend sofort einsehen wird.

Für alle Reisenden ist Meys StoffwLfche die be­quemste, da erfahrungsgemäß leinene Wäfche auf Reisen meist schr schlecht behandelt wird.

Weniger als ein Dutzend von einer Form und Weite wird nicht abgegeben.

Meys StoffwLfche wird in fast jeder Stadt in mehreren Geschäften verkauf!, die durch Plakate kenntlich sind; auch werden diese Verkaufsstellen von Zett zu Zeit durch Inserate in dieser Zeitung bekannt gegeben; sollten dem Leser diese Verkaufsstellen un­bekannt sein, so kann man Meys StoffwLfche durch das Ver. ffand - Geschäft Mey & Edlich, Leipzig.Plagwitz beziehen, welches auch das interessante tllustrirte Preis, verzetchniß von Meys StoffwLfche gratis und porto­frei auf Verlangen .an Jedermann versendet, auch die Bezugs­quelle am Orte angiebt. 2000

Schwarze und farbige Seidenstoffe direkt ans der Fabrik von von Elten & Keussen, Crefeld, also aus erster Hand, in jedem Maas zu beziehen. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten. H8