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des 1.

An i>ik Mähler

Fort mit Bismarck!! Wiederum wie 1884 und 1887 ziehen mit diesem Schlachtruf die Teutfch-Freifinnigen im Bund mit Ultramontauen und Sozialdemokraten in den Wahlkampf! Fort mit dem großen Reichskanzler, dessen Staatskunst dem neuen deutschen Reich 19 Jahre den Frieden erhalten hat, so tvnt's in diesen durch Haß und Neid gegen Bismarck verbundenen Reihen.

Ihr 10900 konservative und nationalliberale Wähler unseres Wahlkreises, die Ihr 1887 durch Eure Stimmabgabe eiumüthig für Bismarck und seine Friedenspolitik eingetreten seid, wollt Ihr den alten Reichskanzler jetzt im Stiche lassen? Hat er Euch bis heute nicht gezeigt, daß er es immer noch versteht wie kein Anderer, die deutsche Politik zu leiten zum Wohl des Vaterlandes? Gewiß, keiner von Euch will, daß des Reiches Geschicke einer von Richter, Wiudthorst, Bebel geführten Mehrheit anvertraut werde. Darum thue wieder Jeder seine Pflicht und wähle

den nationalliberalen Kandidaten,

den Landwirth Carl Schiente.

Wir wissen, daß uns die Erhaltung des Friedens schwere Opfer auserlegt. Sind diese aber nicht dadurch ausgewogen, daß uns bisher die schrecklichen

Opfer eines selbst siegreichen Krieges, ja sogar die Kosten auch nur einer einzigen Mobilmachung erspart worden sind?

Wir wollen aber auch sesthalten an Bismarck's Wirthschasts- und Zollpolitik! Wer von Euch, Ihr Wähler, Hütte die traurige Lage von Industrie und

Landwirthschast sammt Handwerk vergessen, als noch der Freihandel in Deutschland regierte?

Wie steht es heute aus! Handel nnd Industrie blühen, die Ausfuhr deutscher Erzeugnisse kann siegreich den Kamps mit dem Ausland bestehen, der deutsche Arbeiter findet wieder lohnende Beschäftigung.

Der deutsche Laudwirth arbeitet nicht wehr umsonst, der Ueberfluthung Deutschlands mit fremdem Getreide ist Einhalt geboten. Trotz der Mißernte von 1889 sind aber die Getreidepreise nicht höher als unter gleichen Verhältnissen vor der Zollgesetzgebung.

Die entschiedenen Feinde all' dieser Zölle sind die Deutschsreifinnigen und Sozialdemokraten. Beide zusammen haben in dem letzten Reichstag den An­trag auf Aufhebung der landwirthschaftlichen Zölle gestellt und sobald sie an's Ruder kommen, schaffen sie diese und alle Zölle ab.

Was giebt es aber dann? Die Einkommen bis 60fr Mark müßten wieder besteuert, die Ermäßigung der Mund- und Gewerbesteuer ausgehoben werden. Für die abgeschafften Zölle kämen neue direkte Steuern und daneben wieder die Ueberschwemmung mit fremdem Getreide und fremden Fabrikaten!

Habt Acht, Ihr Wähler, daß Ihr nicht durch Schaden klug werden müßt! Wählt darum nicht den deutschfreisinnigen Rechtsanwalt vr. Gutfleisch, sondern wählt

den Mann Eurer Interessen und Wünsche,

den Laudwirth C a r l Schiente!

Die wucherische Ausbeutung des Volkes, der Wucher im kleinen Geldgeschäft, im Viehhandel und an der Börse lastet schwer auf weiten Volkskreisen. Diese Auswüchse und Schäden in unserem Verkehrsleben bekämpfen auch wir, - aber aus andere Weise als die Antisemiten. Mit der Aufwiegelung gegen alle Juden, unter denen sich neben noch so vielen Schuldigen doch auch Unschuldige finden, wird garnichts bezweckt. Den Wucher selbst muß man bekämpfen. Haben wir damit erst auf Dr. Böckel gewartet? Nein, schon 1880 wurde das Wuchergesetz eingeführt gegen die Stimmen der damaligen Fortschrittspartei, heute Deutsch-Freisinn ge­nannt und viele Wucherer wurden seitdem gegriffen und gestraft.

Weitere Maßregeln gegen den Wucher, insbesondere ein Gesetz gegen den Viehwucher, erachtet der Landwirth Schlmke für nöthig ; er kann am besten beurtheilen, was dem Landwirth frommt. Er befürwortet Vereine gegen den Wucher, welche dem Wucher nachgehen und ihn zur Anzeige bringen, Vereine gegen den Schwindel der Abzahlungsgeschäfte u. s. w. *

Bedenkt, Ihr konservativen und nationalliberalen Wähler, daß eine Stimmenzersplitterung auf Dr. Böckel dem deutschfreistnmgen Candidaten Dr. Gutfleisch zu Gute kommt! Den zweimal besiegten Gegnern wollt Ihr doch sicher nicht zum Siege verhelfen!

Kommt wieder Mann für Manu zur Wahl und wählt

den Vertrauensmann der iomtoirtlie Weckessens, den Virepräfidenten unserer tandwidüfdinfttidien Vereine, den Gutsbesitzer Carl Schlenke.

Die berechtigten Beschwerden der Arbeiter erkennen wir an und haben das bewiesen durch Einführung der Gesetze über Krankenkasien, Unfallversicherung, Alters- und Jnvaliditätsversichernng. Die erforderlichen Reichszuschüsse liefern die angefeindeten indirekten Steuern! Gegen alle diese Gesetze haben die Deutsch- freifinnigen gestimmt. Arbeiter! Aus den letzten Erlassen des Kaisers habt Ihr gesehen, daß eine ausgiebige Arbeiterschutzgesetzgebung in Angriff genommen wird! Die Kinder- und Frauenarbeit, die Sonntagsruhe der Arbeiter rc. sollen gesetzlich geregelt werden. All' diese Bestrebungen finden einen aufrichtigen Freund in dem nationalliberalen Kandidaten Kerrn Gart Schlenke.

Alle» Uinsturzbewcgungcn, welche dem Arbeiter nur Schaden bringen, ist und bleibt er entschiedener Feind!

Ihr Wähler aller Stände, die Ihr festhaltet an Kaiser und Reich, die Ihr Frieden nach Außen und Frieden nach Innen wollt, bleibt nicht zurück am 20. Februar. Bleibt treu der alteu siegreiche» Fahne und wählt den

Gutsbesitzer Herr« Lari Nlrnki

auf dem Hardthof bei Gießen.

Hießen, im Aeöruar 1890.

das MMmmtee der mitionalliüeraten Partei