Dresden, 15. September. Eine Verordnung des Ministeriums des Innern gestattet die Schweine-Einfuhr aus Oesterreich-Ungarn nach Leipzig unter den gleichen Bedingungen, wie für Dresden, Chemnitz und Zittau.
Bremen, 15. September. Die Hauptversammlung des Vereins zur Wahrung derJnteressen der chemischen Industrie in Deutschland wurde heute eröffnet. Der Geschäftsbericht constatirte einen weiteren Aufschwung aus fast allen Gebieten. Nach den Vorstandswahlen wurde die Statutenänderung angenommen. Zum Bericht der Patentcommission wurde ein Antrag angenommen, der dahin geht, die Reichsregierung zum Beitritte zur „Union" auszusordern, einzelne Abänderungen zur Patentgesetznovelle zu beantragen und ferner wurde beschlossen, eine Eingabe an die Regierung zu richten wegen Beschleunigung des Concessionsverfahrens, sowie wegen Einsetzung einer ständigen Commission zur Unterstützung bei Concessionsgesuchen.
Bremen, 15. September. Die erste allgemeine Sitzung der 63. Versammlung der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte begann heute Vormittag 9 Uhr im großen Saale des Künstlervereins unter lebhafter Theilnahme. Geh. Rath Professor Dr. v. Hofmann (Berlin) eröffnete die Sitzung mit einer Ansprache. Der erste Geschäftsführer Dr. Pletzer begrüßte die Anwesenden und brachte ein begeistert ausgenommenes Hoch aus Se. Majestät den Kaiser aus. Professor Buchenau verlas sodann das folgende an Se. Majestät abzusendende Telegramm: „Die in Bremen versammelten deutschen Naturforscher und Aerzte senden bei Eröffnung ihrer 63. Versammlung Eurer Majestät, dem erhabenen Wächter des Friedens, dem Schützer der Wissenschaft ihre ehrfurchtsvollen Grüße. Möge der nach allen hohen Zielen strebende Idealismus Eurer Majestät, wie jetzt auf den sonnigen Höhen der Jugend, so auch in aller Zukunst erhalten bleiben, zum Segen unseres theuren Vaterlandes. Die Geschäftsführer Dr. Pletzer, Professor Buchenau." Hierauf begrüßte Bürgermeister Pauli die Versammlung Namens der Stadt Bremen, woran sich Vorträge des Professor Hosmann (Berlin), Oberbaudirector Franzius (Bremen), Professor Chun (Königsberg i. Pr.) anschlossen. Am Nachmittag beginnen die Sections- sitzungen. Abends findet eine gesellige Zusammenkunft im ^parkhause statt.
Bern, 15. September. Der Bnndesrath hat die gerichtliche Untersuchung betreffs der Vorgänge in Tessin beschlossen und mit derselben den Bundesanwalt beauftragt, der bereits morgen nach dem Tessin abgehen wird.
— Die Volksabstimmung über die Revision der Verfassung des Cantons Tessin ist vom eidgenössischen Com- miffar auf den 5. October festgesetzt.
Paris, 15. September. Bei dem gestrigen Militärbanket in Jonzac brachte General Galliset einen Trinkspruch aus, in dem er erklärte, Frankreich wolle keinen Krieg, könne aber der Zukunst mit vollem Vertrauen entgegensetzen. General Ferron, aus das Wohl des russischen Hauptmanns Kabalow trinkend, sagte, Rußland besitze in seiner unvergleichlichen Armee das Mittel, allen (Koalitionen zu begegnen. „Trinken wir auf die Schwesterarmee, auf das russische Heer!" Kabalow erwiderte mit der Versicherung gegenseitiger Sympathie.
Southampton, 15. September. Infolge eines neuen Ausstandes eines Theiles der Dockarbeiter, deren Forderungen durch die Union der Matrosen und Heizer unterstützt werden, sind heute die Docks aller Schifffahrts-Gesellschaften geschloffen worden. Das Packetboot „Laplata", welches am Donnerstag nach Südamerika abgehen sollte, liegt noch immer in Southampton, da sich die Bemannung weigert, Dienst zu thun, solange nicht der Ausstand durch eine Verständigung beendigt ist.
Rom, 15. September. Der Finanzminister Seismit- Doda hat demissionirt,- er verabschiedete sich bereits von den höheren Beamten des Finanzministeriums. Der Entschluß des Königs steht noch aus.
Rowno, 15. September. Gestern nahm der Kaiser, gefolgt von der Kaiserin und den übrigen Mitgliedern der kaiserlichen Familie, eine Parade über die beiden Manöverarmeen ab. Nachmittags reiste die kaiserliche Familie nach Schpala ab.
Orsova, 15. September. Die Regulirungsarbeiten des Eisernen Thores begannen in Gegenwart der Minister Szapary, Barros, Bacquehem, Gruic, Josimovic, des Unter- staatssecretärs Szögyenyi und zahlreicher anderer Vertreter ungarischer und serbischer Behörden, indem durch 60 Kilogramm Dynamit der Grebener Felsen theilweise in die Luft gesprengt wurde. Szapary begrüßte die serbischen Gäste in «französischer Sprache und hob die Bedeutung der Strom- regulirung hervor, welche berufen sei, den Handelsverkehr der interessirten Staaten zu erleichtern. Der Eröffnungsact wurde von der an beiden Ufern zahlreich versammelten Bevölkerung begeistert begrüßt.
Liffabon, 15. September. Der König ist vollkommen wieder hergestellt.
Liffabon, 15. September. In der Kammer kam es bei der Berathung der portugiesisch-englischen Conven- t,on zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen den Depu- tirten Serpa, Pinto und Brandas (Progressist), die schließlich in Thätlichkeiten ausarteten. Der Präsident war genöthigt, die Sitzung aufzuheben.
Liffabon, 15. September. Das heute den Cortes vorgelegte Weißbuch enthält eine Depesche, welche die Abände- rungen der englisch-portugiesischen Convention mittheilt, die bei der am 11. September in Dieppe zwischen Salisbury und dem Londoner Botschafter Freitas stattgehabten Conserenz vereinbart worden sind.
Rio de Janeiro, 15. September. Die Wahlen zur Legislative haben in vollständiger Ruhe begonnen, gleichwohl werden Truppen bereit gehalten.
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Gießen, 16. September.
— Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 18. September 189 0, Nachmittags 4 Uhr:
1. Mittheilungen. 2. Die Prüfung der Rechnung der Löber'fchen Stiftung für die Zeit vom 12. Juli 1889 bis dahin 1890. 3. Gesuch des Ingenieurs Koch dahier um
Erlaubniß zur Anlegung eines Ladegeleises. 4. Gesuch desselben um Erlaubniß zur Benutzung eines städtischen Weges und um käufliche Ueberlaffung von städtischem Gelände. 5. Die Errichtung einer Desinfectionsanstalt. 6. Die Ver- werthung der Fichten- und Tannenzapfen im Gießener Stadtwald. 7. Gesuch der Jacob Noll Wwe. um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen an ihrem Hintergebäude Marktstraße 26. 8. Gesuch des W. Seuling um Erlaubniß zur Erbauung eines Nebengebäudes in der Steinstraße. 9. Gesuch des Chr. Bischoff um Straßenauffüllung vor seinem Hause in der Liebigstraße. 10. Den Brunnen im Hospitalhof. 11. Quellwasserleitung. 12. Rechnungsergebniß des städtischen Gas- und Wasserwerks für 1889/90.
— Aus dem Betriebe der Wanderlager wurden im Groß- herzogthum Hessen im Rechnungsjahre 1889/90 1730 Mk. Gewerbesteuer erhoben, wofür 63 Wochen Besteuerung in Ansatz kamen.
— Das erste Auftreten der Wiener Sängerinnen am gestrigen Abend hatte sich seitens des Publikums, Damen wie Herren, eines zahlreichen Zuspruches zu erfreuen. Angesichts des Umstandes, daß die Meinungen über den Werth und die Beliebtheit wandernder Sängergefellschaften seit längerer Zeit sehr getheilte sind, und mitunter sehr viel versprochen, aber sehr wenig in Bezug auf die Leistungen geleistet wird, hat es bei allen Besuchern des gestrigen Concertes angenehm berührt, einer aus lauter flotten Wienerinnen zusammengesetzten Sängerschaar lauschen zu können. Die Gesammtgesänge wie die Solo-Vorträge der Damen sanden ihren wohlverdienten Beifall. Die dem Besucher zur Verfügung stehenden, 57 Nummern umfassenden Gesangs-Texte bieten eine Fülle frischer, fröhlicher, von allen Zweideutigkeiten freier Lieder, so daß unbedenklich auch unsere Damen die Concerte besuchen können. Den ihnen zu Theil werdenden Beifall belohnen die Damen gern mit hübschen Einlagen. Heute Abend findet ein zweites Gastspiel statt, das dritte und letzte morgen Abend.
— In einer Backsteinmacherei an der Krofdorferstraße entstand zwischen dortigen Arbeitern gestern Nachmittag eine größere Keilerei, die verschiedene Verwundungen im Gefolge hatte und das Einschreiten der Polizei nothwendig machte.
— In einem Hause der Grünbergerstraße entstand gestern Nachmittag gegen 2 Uhr ein Zimmerbrand, verursacht durch Spielen der Kinder mit Zündhölzern. Das Feuer wurde mit Hülse der Hausbewohner rasch bewältigt.
Butzbach, 13. September. Am Donnerstag Mittag wurde unserer Stadt ein seltener Besuch zu Theil. Ein hinterindischer Fürst, der Sultan von Johore, der schon einige Zeit in Frankfurt a. M. weilt, machte vorgestern mit Herrn Katz, dem Pächter der Gambachers Jagd, von Frankfurt einen Jagdausflug nach Gambach, schoß daselbst mehrere Hasen und kehrte in Begleitung zweier Diener und einiger Frankfurter Herren mit dem Nachmittagszuge nach Frankfurt zurück. Im Hessischen Hose dahier nahmen die Herren einen Imbiß ein. Der Sultan trank daselbst nur Kaffee.
** Friedberg, 15. September. Zu der vom 2.-8. October d. I. hier auf Steinhäusers Felsenkeller stattfindenden Obstausstellung mit Ob st markt dürfte es im eigensten Interesse aller Wetterauer Obstzüchter liegen, sich an derselben recht zahlreich zu betheiligen, damit ein Gesammtbild vom Stande unseres Wetterauer Obstbaues vor Augen tritt. Auch die Beschickung des Obstmarktes, namentlich mit besferem Tafel- und Wirthschaftsobst, würde sich für jeden Obstzüchter empfehlen, da sicher für gutes Obst hohe Preise erzielt werden, weil die Nachfrage nicht unbedeutend ist und die Ernteaussichten anderwärts nicht die günstigsten sind. Alle nähere Auskunft ertheilt die Geschäftsstelle des Wetterauer. Obstbauvereins in Friedberg. Auch der Besuch der Ausstellung wird sich lohnen, da neben einer gefälligen Aufstellung des Obstes diese sich zugleich lehrreich im Interesse der sehr vernachlässigten Obstkunde gestalten soll.
Grünberg, 13. September. Die Kohlen in dem nahegelegenen Hessenbrücker Hammer an der Wetter waren in den letzten Jahren fast ganz ausgegangen, zum großen Leidwesen unserer Gegend, die das treffliche Brennmaterial sehr vermißte. Glücklicherweise hat man jetzt seit einigen Wochen wieder verschiedene neue Schachte, etwas westlich von den alten Gruben, an der sogen. „Judeneiche" bei Münster (einem Walde) eröffnet und wieder eine ganz vorzügliche Braunkohle entdeckt. D. Z.
Grimberg, 14. September. Unter der Oberleitung des Herrn Ingenieur Wigara aus Karlsbad haben heute die Absteckungsarbeiten der Nebenbahn Grünberg-Londors begonnen. In einigen Tagen werden noch zwei weitere Ingenieure eintreffen und dahier ein Eisenbahn-Baubureau eingerichtet werden. Man gibt sich der Hoffnung hin, daß die Bahn schon bis zum Herbst 1891 dem Betrieb übergeben werden kann.
— Herr Amtsrichter Dr. Blum am hiesigen Amtsgericht ist nach Langen, Herr Amtsrichter Dr. Machenhauer vom Amtsgericht Langen nach hier versetzt worden und treten beide Herren bereits morgen, am 15. September, ihre neuen Stellen an.
X Ober-Morlen, 15. September. Nie soll man mit Petroleum Feuer anmachen. Wie oft ist schon gewarnt worden und doch wird diese Warnung noch immer nicht beachtet. Die siebenjährige Tochter des Müllers B. schüttete auf das im Ausgehen begriffene Feuer Petroleum. Sofort brannte
dasselbe und ergriff die Kleider des Kindes. Das Kind liest zum Hause hinaus und warf sich in einen Bach, sodaß das- Feuer ausging. Dennoch ist das Kind seinen Brandwunden nach schweren Leiden erlegen. Also vorsichtig mit Petroleum.
PermiWtei.
* △ Mainz, 15. September. Heute Morgen konnte man am Rheinufer hier das Schauspiel wahrnehmen, eine brennende Rheinmühle den Strom heruntertreiben zu sehen. Eine von den zahlreichen, vor Ginsheim aufgefahrenen Mühlen — die Rauschert'sche Mühle — gerieth aus bis jetzt unbekannter Ursache bei Tagesanbruch in Brand und schlugen die Flammen alsbald derart mächtig hervor, daß die zunächst gelegenen Mühlen in Gefahr gerieten, von dem Feuer in Mitleidenschaft gezogen zu werden, weshalb man sich kurzer Hand entschließen mußte, die Ankerketten zu zerschlagen und die brennende Mühle, deren Personal sich bereits gerettet hatte, in dem Strome ihrem Schicksal zu überlassen. Sandfärcher von Kostheim näherten sich unterhalb der „Bleiaue" der in hellen Flammen stehenden Mühle und bugsirten dieselbe an das Weisenauer Ufer, wo das Schiff und das Eisenwerk der Mühle total ausbrannte.
— Frankfurt a. M., 15. September. (Dr. Carl. Peters.) Auf der Rückreise von Wildbad nahm gestern der Afrikareisende Dr. Carl Peters in unserer Stadt kurzen Aufenthalt, den die hiesige Colonialgesellschaft in Verbindung mit dem Geographischen Verein und mehreren Freunden colonialer Bestrebungen dazu benutzten, zu Ehren des Forschers ein Festessen im Union-Hotel zu veranstalten. In Dr. PeterS Begleitung befand sich Lieutenant Giese vom hiesigen 81. Regiment, welcher ebenfalls in Ostafrika war und mit Buschirr Kämpfe bestanden hat. Herr Dr. Emmanuel Cohn, der Vorsitzende der Colonialgesellschaft, feierte in einer Ansprache den kühnen Reisenden und Vorkämpfer Deutschlands im dunkelen Erdlheil. Dr. Peters dankte für den freundlichen Empfang, und sagte in seiner Erwiderung: Deutschland gebrauche überseeischen Besitz. Den Schwarzen Afrikas müffe man mehr die kriegerische als die friedliebende Seite der deutschen Eigenart zeigen, aber andererseits dürfe die deutsche Flagge nicht nur des Ruhmes wegen gehißt werden, man müsse aus- den Colonien die Summen, welche auf die Erwerbung verwendet worden, wieder herausschlagen. Die überseeischen Besitzungen sollten eine Kraftsteigerung des deutschen Volkes bewirken, keine Belastung und deshalb wundere er sich, daß. liberalerseits so vielfach gegen die colonialen Bestrebungen geeifert werde, lieber seine ferneren Pläne äußerte Peters sich nicht, er erwähnte nur, daß er den Wunsch habe, baldigst nach Afrika zurückzukehren, um sich mit Emin Pascha zu gemeinsamer Arbeit zu vereinigen. Ueber Emin sprach Peters in geradezu begeisterten Worten. Auf die Engländer ist der Reisende nicht gut zu sprechen,- dieselben hätten ihm alle erdenklichen Schwierigkeiten bereitet. Ueber die deutsche Politik äußerte Dr. Peters: „Er hoffe, die Phrase, Deutschland sei der Hort des europäischen Friedens, werde bald aufhören den Inhalt der Festreden zu .bilden. Deutschland habe nicht mehr Veranlassung, den Frieden zu wünschen, als andere. Deutschland möge der Hort der deutsch-nationalen Interessen sein und die Franzosen, Engländer, Russen und Andere in Zukunft den europäischen Frieden behüten." Herr- Baumann toastete auf Lieutenant Giese. Dr. Peters ist heute Mittag zu Verwandten nach Lüneburg gereift.
* Mailand, 14. September. Auf der internationalen Käse- und Butter-Ausstellung in Pavia werden die Schweiz durch 24, Deutschland durch 21, Holland durch 3, Belgien durchs 2 Firmen vertreten sein.
* 6iu ubermüthiger Antrag. An einem preußischem Landgericht — so erzählt man der Täglichen Rundschau — besteht die Einrichtung, daß die Referendare je eine Woche lang als sogen. „Wochendeputirte" Anträge des Publikums in Sachen der freiwilligen Gerichtsbarkeit entgegenzunehmen haben. Als eines Tages nun ein Wochendeputirter den Antrag eines Bauern zu protocolliren sich weigerte, da ihm die Sache völlig zwecklos schien, erließ der Präsident des Gerichts auf die Beschwerde des abgewiesenen Bauern eine Verfügung,- wonach die Wochendeputirten alle Anträge entgegenzunehmen und sich jeden Urtheils darüber zu enthalten hätten, ob ein Antrag aussichtslos oder unsinnig sei. Die Rache der Referendare blieb nicht aus, denn bald nachher lag vor dem Präsidenten folgendes von einem übermüthigen Wochendeputirten verfaßtes Protokoll: „X., den 1. Mai 18.. Vordem unterzeichneten Wochendeputirten erschienen heute: 1) dee Stud. med. A., 2) der Stud. jur. B., 3) der Stud. phil. C- und erklärten: Wir beantragen, daß uns aus der k. Salarienkasse ein unverzinsliches Darlehen non 10000 Thalern, rückzahlbar am 1. Januar 1990, gewährt werde. Auf das völlig Aussichtslose eines derartigen Antrages aufmerksam gemacht, erklärten die Erschienenen: Laut Verfügung des Herrn Landgerichtspräsidenten vom 15. April d. I. hat sich der Wochendeputirte jeder Entscheidung darüber, ob ein Antrag aussichtslos ober unsinnig sei, zu enthalten. Wir beharren also bei unserem Begehren. Vorgelesen, genehmigt, unterschrieben." — Die Geschichte soll sich, wie wir hinzufügen können, vor langen Jahren in Breslau zugetragen haben und wird in Studenten« kreisen dem nachmaligen Oberlandesgerichtspräsidenten Milde zugeschrieben. Sie hatte übrigens noch ein Nachspiel. Der Herr Oberlandesgerichtspräsident war über die Leclion, die ihm der Wochendeputirte ertheilt hat, gerade nicht sonderlich erbaut und versällte denselben Brevi manu in eine Ordnungsstrafe von 5 Thalern, „wegen ungebührlichen Benehmens*.. Darauf antwortete der Wochendeputirte: Brevi manu zurück an den Herrn Oberlandesgerichtspräsidenten mit dem gehorsamen Ansuchen, ihm selbige 5 Thaler von seinem zukünftigen Gehalte abziehen zu wollen. — Selbstverständlich erfolgte darauf eine erneute Ordnungsstrafe, aber der junge Rechts- befliffene ließ sich dadurch nicht beirren. In einem sehr höflich gehaltenen dienstlichen Schreiben bat er submiffest,.
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41 September 1890.


