Ausgabe 
14.8.1890
 
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Donnerstag den 14. Augnst.

Gietzenev AnzeigsV.

Beilage zu Nr. 187. - 1890.

Dir deutsche Kaiserreise nach Rußland.?

Am kommenden Donnerstag tritt Kaiser Wilhelm von Kiel aus seine schon längst angekündigte Neise nach Rußland an, um auf Einladung der Czaren Alexander den Manövern des russischen Gardecorps beizuwohnen, und mit diesem Besuche am Czarenhose schließen voraussichtlich die diesjährigen großen Auslandsreisen des deutschen Monarchen ab.

Wenn demnach der äußerliche Anlaß zu dieser bevor­stehenden Kaiserreise militärischer Natur ist, so hindert dies doch nicht, daß sie auch einen bedeutsamen politischen Hinter­grund aufweist und hierauf deutet genugsam der Umstand hin, daß der Reichskanzler v. Caprivi und ein Vortragender Rath des Auswärtigen Amtes den Kaiser nach Rußland be­gleiten. Aber es wäre gewiß verfehlt, hieraus auf hoch­wichtige politische Abmachungen bei der bevorstehenden Zu­sammenkunft der Herrscher Deutschlands und Rußlands, auf eine beabsichtigte Verständigung zwischen ihren Reichen über die im Vordergründe der europäischen Politik befindlichen Fragen zu schließen, denn die internationale Lage steht einer derartigen Auffassung entschieden entgegen. Dem Deutschen Reiche sind die Grundlinien für seine auswärtige Politik schon längst durch das Bündniß mit Oesterreich-Ungarn und Italien vorgezeichnet und es würde von denselben abweichen, wollte es sich mit Rußland über irgendwelche einschneidende Fragen der europäischen Tagespolitik besonders verständigen. Eine derartige Schwenkung der deutschen auswärtigen Politik erscheint aber durchaus ausgeschlossen, Wilhelm II. har seit seiner Thronbesteigung schon wiederholt in klarster Weise bekundet, daß auch unter seinem Regime Deutschland treulich an den Verpflichtungen gegenüber den befreundeten und ver­bündeten Mächten festhalten wird und es steht darum nicht im Entferntesten zu befürchten, Deutschland könne sich in ein­seitiger Weise mit dem Czarenreiche über die zur Zeit schwebenden hochpolitischen Probleme verständigen.

Aber offenbar wird es dennoch zu bedeutsamen Aus­sprachen zwischen dem Czaren und dem deutschen Kaiser kommen, die ihre Ergänzung in den Besprechungen zwischen ihren obersten Berathern, den Herren v. Giers und Caprivi, finden werden, und vermuthlich dürfte es sich hierbei in der .Hauptsache um die weitere Gestaltung des deutsch-russischen Verhältnisses handeln. Da das gute gegenseitige Einvernehmen Deutschlands und Rußlands seit dem Gegenbesuche Alexan­ders III. am Hofe Wilhelms II. äußerlich wenigstens keine Trübung oder Störung mehr erlitten hat, so steht um so eher von dem persönlichen Gedankenaustausche beider Herrscher eine weitere Klärung und Festigung der deutsch-russischen Beziehungen zu erwarten, als ja im Grunde genommen die Lebensinteressen Deutschlands und Rußlands nirgends mit einander collidiren, eine Thatsache, die sich durch alle Ver­

drehungen und Hetzereien der russischen Panslavisten nicht hinwegdisputiren läßt. Deutscherseits wünscht manausrichtig die Weiterpflege guter Beziehungen zu Rußland und auch in den leitenden Petersburger Kreisen hegt man unzweifelhaft den Wunsch, sich mit dem deutschen Nachbar möglichst gut zu stellen, mögen die Kriegsfanatiker im Lande auch noch so sehr mit Frankreich coquettiren und gegen Deutschland Hetzen. Kaiser Alexander uüd seine obersten Räthe wissen sehr wohl, daß auch die Politik Wilhelms II. gleich derjenigen seiner beiden unvergeßlichen Vorgänger aus Deutschlands Kaiserthron nur der Erhaltung des Friedens gewidmet ist und wenn russische panslavistische Blätter den Versuch gemacht haben, den kürzlichen Besuch Kaiser Wilhelms in England als eine Art Demonstration gegen Rußland hinzustellen, so beweist die unmittelbare Folge des Besuches des deutschen Monarchen in Rußland auf seine englische Reise, wie haltlos eine derartige Auffassung ist.

Kann man nun mit Zuversicht von der bevorstehenden Kaiserzusammenkunft eine Kräftigung des freundschaftlichen deutsch-russischen Verhältniffes erwarten, so bedeutet das Er- eigniß anderseits auch eine neue Friedensbürgschast, denn von der Art der Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland hängt doch wesentlich die Erhaltung des europäischen Friedens mit ab. Glücklicherweise gibt sich die allgemeine politische Constellation gegenwärtig als eine derartige, daß die Aus­sichten aus weitere Fernhaltung bedrohlicher internationaler Verwickelungen die denkbar besten sind und es hat ja auch der leitende Staatsmann Englands in seiner Londoner Banket- rede soeben erst die Lage Europas als eine durchaus fried­liche bezeichnet. Zuversichtlich werden diese erfreulichen Aus­sichten durch den Besuch Kaiser Wilhelms am Czarenhose noch eine Steigerung erfahren und die besten Wünsche und Hoffnungen aller Friedensfreunde geleiten darum den kaiserlichen Schirmherrn Deutschlands auf seiner Fahrt nach dem Osten. __________ ________

Vernmischtes.

* Hamburg, 10. August, lieber ein Blutbad im Eisenbahncoupö berichtet dieReform": Als gestern Abend der Zug von Lübeck gegen 6 Uhr in den Wandsbecker Bahnhoi einlief, tönte aus einem Coupe dritter Klasse ein vielsümmiges furchtbares Hilfegeschrei. Der Stationsvor­steher und die Perrondiener sprangen sofort auf das Coupe zu, und als man die Thüre öffnete, bot sich ein schrecklicher Anblick. Auf dem Boden lag ein unbekannter Mann, dem das Blut aus einer tiefen Wunde auf der rechten Brustseite, dicht über dem Brustbein, quoll. In der Ecke saß eine Frau, welche ihr Kind im Arm hielt, dem man das rechte Auge ausgestochen hatte. Außerdem waren noch 5 oder 6 Mit­

reisende durch Messerstiche verletzt. Mitten im Wagen stand ein wild um sich schauender Mensch, etwa 29 Jahre alt, der noch das bluttriefende Messer in der Hand trug und den Versuch machte, sich aus dem Wagen zu stürzen, wobei er die Umstehenden mit dem Messer bedrohte. Mehreren be­herzten Bahnarbeitern gelang es, den wüthenden Menschen nach vieler Mühe sestzunehmen und zu fesseln, worauf man ihn in einem Schuppen vorläufig unterbrachte. Der Ge­stochene ist sehr gut gekleidet und etwa 30 Jahre alt. Die übrigen Mitreisenden schilderten den Vorgang wie folgt. Der Mörder war in Lübeck eingestiegen und hatte während der ganzen Reise still vor sich hinbrütend in einer Ecke gesessen und unverständliche Worte gemurmelt. Dicht vor der Wands­becker Station beim Wandsbecker Gehölz habe der Unbekannte plötzlich ein langes Messer gezogen, war auf den in der anderen Ecke sitzenden Mann losgesprungen und hatte ihm einen Stich in die Gegend des Herzens versetzt. Während der Gestochene zusammenbrach, stach der Unmensch das Kind ins Auge, ein anderes Kind und eine Frau in den Kopf, und mehrere Mitreisende, die dem Mörder das Messer ent­reißen wollten, erhielten ebenfalls bedeutende Verletzungen. Da die übrigen Verletzten erklärten, nach Hamburg Weiter­reisen zu wollen, telegraphirte der Stationsvorsteher sofort an die Hamburger Polizei, damit die Namen bei Ankunft des Zuges festgestellt wurden. Dies ist anch geschehen. Man kann sich denken, daß während der Scene ein panischer Schrecken in dem Coupe herrschte. Mehrere Frauen fielen in Ohnmacht, andere versuchten aus dem Fenster des Coupes zu springen. Inzwischen war auf telephonischen Anruf der Polizeisergeant Meyer in Begleitung eines höheren Polizeibeamten erschienen, die den Mörder aus dem Schuppen holten und gefesselt nach dem Polizeiamt brachten. Der Vernehmung stellte sich eine große Schwierigkeit entgegen, da der Arrestant nur russisch spricht. Nach längerem Suchen gelang es, den Schächter der israelitischen Gemeinde als Dolmetscher zu gewinnen. Der Arrestant sagte Folgendes aus: Er heiße Basil Petrow, sei aus Lentjew in Rußland gebürtig und von Prosession Taucher. Petrow will am Freitag in Hamburg gewesen und eine Stelle angenommen haben, die er gestern antreten wollte. Als Grund zu seiner Blutthat gibt er an, daß er am Freitag, als er abreisen wollte, von einem Arbeiter am Bahnhof an­gerempelt worden sei, weil ihn dieser für einen Strikebrecher hielt. Vor dem Wandsbecker Gehölz will er diesen Gegner in dem Gestochenen wieder erkannt haben und derartig in Wuth gerathen sein, daß er blindlings zugestochen habe. Ob­gleich das Auftreten des Russen bei seiner Vernehmung sehr ruhig und seine Antworten ruhig und bestimmt waren, sollte man doch glauben, es mit einem Geistesgestörten zu thun zu haben.

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Großh. Ortsgericht Gießen.

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Gießen, den 16 Juli 1190.

Großh. Ortsgericht Gießen-

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