t5 alle für dienstpflichtig erkläre, vernichte selbst die Wirkungen des Berbannungsgesetzes.
Paris, 12. Februar. Nach den Morgenblättern entschied der Rath deS Advocatenstandes, C r e s s o n habe der heutigen Verhandlung gegen Orleans nicht beizuwvhuen. Die Bertheidiger sind Rousse und Limbourg.
London, 12. Februar. Oberhaus. In der Adretz- Debatte erklärt Lord Salisbury: Es war unmöglich, Portugals Ansprüche auf die Gebiete am Shire- und am Nyassa- Sce anzuerkennen, die unter britischem Schutze stehen oder von England colonisirt zu sein wünschten. Es solle keine übereilte Lösung stattfinden, aber da Portugal Serpa Pinto mit bewaffneter Streitmacht sandte, die unsere Fahne gewaltsam niederriß, war es absolut unmöglich, die Afrikaner .glauben zu lassen, daß England unfähig sei, seine Schutzlinie zu schützen. Die Mission des Generals Simonds beim Papste sei nicht ungesetzlich, sie betras Malta, wo England verpflichtet sei, die katholische Religion ausrecht zu erhalten. Er wisse nicht, ob Flottenmanöver bei Gibraltar beabsichtigt seien. Betreffs der Zuckerconvention habe sich Frankreich jetzt bestimmter über die Frage ausgesprochen, die amerikanische Regierung sei auch schutzzöllnerffch und Brasilien werde gleich falls nicht unsere Ansicht theilen; er könne daher nicht die baldige Vorlage einer Bill versprechen, Die Adresse wurde angenommen.
*— Düs Unterhaus verwarf mit 260 gegen 212 Stimmen den Antrag Harcourts (bezüglich der gefälschten Parnell-Briefe) und nahm das Amendement Gorst an.
London, 12. Februar. Unterhaus. Fergusson erklärt, die Regierung habe eine Einladung zu einer Arbeits- Conserenz in Bern erhalten, aber noch nicht erwogen. Er hofft, der Schriftwechsel werde das Mißverständniß des portugiesischen Volkes wesentlich beseitigen. Die Beziehungen beider Regierungen seien freundltch. Portugal regte an, die Frage einem Schiedsspruch zu unterbreiten, aber England erachtete einen Schiedsspruch für inopportun.
Kopenhagen, 12. Februar. Der ehemalige nordschleswigsche Abgeordnete Nicolai Ahlmann ist heute im 80. Lebensjahre gestorben.
Lissabon, 12. Februar. Eine große Menschenmenge hatte sich gestern gegen Abend am Dom-Pedro-Platze versammelt, wo drei Republikaner versuchten, die Menge zu haranguiren. Die Polizei forderte zum Auseinandergehen auf; da sie Widerstand fand, verhaftete sie vor der Oper 28 Personen, worunter zwei Redner. Es sind umfassende Maßregeln getroffen; sämmtliche Truppen sind consignirt. Polizei und Truppen haben die Hauptstraßen und Plätze besetzt, wo sich eine zahlreiche Menge bewegt. Vielfache Rufe ertönten: „Es lebe die Armee! Nieder mit den Muni- cipalgarden!" Mehrere Verhaftungen wurden porgenommen; einige Zeitungen, welche aufreizende Artikel entgelten, wurden beschlagnahmt. Die beabsichtigten öffentlichen Kundgebungen in Oporto und in Coimbra wurden untersagt. Es heißt, die politischen Verbrecher sollen auf ein Kriegsschiff gebracht, strenge Maßregeln ergriffen und einige Zeitungen verboten werden. Der Ministerrath ist versammelt; er empfing die Spitzen der Civil- und Militärbehörden, welche über die Situation berichteten. Die Stadt nimmt wieder ihre gewöhnliche Physiognomie an.
Lissabon, 12. Februar. 140 Personen, welche bei den gestrigen Kundgebungsversuchen verhaftet wurden, sind aus ein Panzerschiff und ein Kanonenboot gebracht worden.
Sofia, 12. Februar. Nach einer Meldung der „Agence balcanique" sind die Berichte mehrerer Blätter bezüglich der Panitza-Affaire unrichtig oder gänzlich erfunden. Unwahr sei es, daß die Entführung des Nachts während des Hofballes stattfinden sollte. Aus nachträglichen Erklärungen geht hervor, daß das Complot bis zum Frühjahr verschoben war. Kein Regimentscommandant sei verhaftet worden, sondern im Ganzen nur vier Subalternosfiziere des ersten Cavallerieregiments.
Bukarest, 12. Februar. In der heutigen Kammersitzung erklärte der Ministerpräsident bezüglich der Frage, ob das Cabinet Ivan Bratianu in den Anklagezustand zu versetzen sei, daß sich die Regierung gänzlich objectiv verhalte; sie wolle die Entscheidung der Kammer nicht beeinflussen, aber sie richte an dieselbe die Bitte, sich den Entschluß gehörig zu überlegen, damit die Kammer nicht beschuldigt werde, dem Gefühl der Rache oder politischen Leidenschaften gefolgt zu haben. Bei der Abstimmung, welche über jeden Minister einzeln stattsand, wurde der vorliegende Antrag bezüglich Joan Bratianus mit 87 gegen 86 Stimmen abgelehnt. Morgen erfolgt die Fortsetzung der Abstimmung bezüglich der anderen Minister.
Petersburg, 12. Februar. Wie die Petersburger „Deutsche Zeitung" erfährt, ist das kürzlich von den Blättern verbreitete Gerücht, eine Commission habe die Uebergabe der Pastorats-Ländereien der lutherischen Pfarreien an eine andere Verwaltung und ferner die Entfernung der theologischen Facultät aus Dorpat beschlossen, aus der Lust gegriffen. Eine Commission zur Behandlung der erwähnten Fragen existire überhaupt gar nicht; es sei nur richtig, daß Verhandlungen über Abschaffung der Patronatsrechte stattfinden.
Petersburg, 12. Februar. Das „Journ. de St. Petersburg" sagt bei Besprechung der Vorgänge in Bulgarien: Dies beweise, daß das Land keineswegs beruhigt sei. Die koburgische Regierung sei so wenig befestigt, daß sie genöthigt sei, die Commandanten der Garnisonen zu wechseln. Gegenüber einem Artikel des „Fremdenblattes", in welchem versichert wurde, die Gährung und Unzufriedenheit in Bulgarien sei nicht gegen die Negierung, sondern gegen die Agitatoren gerichtet, bemerkt das „Journal": „Wenn dies richtig, warum sei Stambulow genöthigt, gegen die eigenen Agenten vorzugehen, von denen einer verhaftet, ein anderer abgesetzt sei.
Newyork, 12. Februar. Einer Meldung aus Lima
zufolge demissionirtc das peruanische Ministerium, weil einige Minister um die Präsidentschaft der Republik candidirten. Der Präsident bildet ein neues Cabinet.
Rio de Janeiro, 12. Februar. Der Minister des Innern, Loro, hat wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Ministerpräsidenten Fonseca seine Entlassung gegeben.
Rio de Janeiro, 12. Februar. Zum Minister des Innern ist an Stelle Loros, welcher seine Entlassung eingereicht hat, Cesario Alvin ernannt worden.
Locales tmö LrovrnzicUcs.
Gießen, 13. Februar.
— Der Geschichtsverein ist durch ein Geschenk hoch erfreut worden. Herr PH. Uhl harte die Güte, demselben 42 Photographien von früheren und jetzigen Professoren zu überlassen. Es ist dadurch dem Verein möglich geworden, ein Photographiealbum mit Porträts Gießener Professoren anzulegen. Früher wurden diese aus Verordnung der Negierung in Oel gemalt und haben sich viele dieser Porträts erhalten; doch unterblieb dieser Gebrauch seit den Kriegsunruhen zu Ende des vorigen Jahrhunderts. Seitdem hat sich nur ein oder das andere Prosessorenporträt in Lithographie oder Stich erhalten. Leider wurde auch von der Hochschule selbst unterlassen, mit der Einführung der Photographie ein Album mit Porträts einzuführen. Es ist jetzt noch nicht zu spät, das Versäumte nachzuholen und wird sich der Geschtchtsverein bemühen, diese Aufgabe auszuführen. Er erbittet sich dazu die gütige H'lfe Aller, die im Besitze von Porträts Gießener Professoren sind, namentlich die Güte der Herren Photographen und der Herren Professoren selbst. Alsdann wird diese Sammlung ebenso gelingen, wie die Autographensammlung, die nur noch kleinere Lücken ausweist. Jede Gabe wird mit dem herzlichsteil Danke vom Verein angenommen.
— Der RormalPersonentaris, der theilweise bereits seit dem 1. April 1889 in Giltigkeit ist, wird vom l. April 1890 einheitlich auf allen preußischen Bahnen zur Anwendung kommen. Danach werden demnächst durchweg die Sätze für die vier Fahrklassen bei den gewöhnlichen Personenzügen 8, 6, 4 und 2 Psg. für den Kilometer betragen. Bei den Schnellzügen sind für die drei ersten Klassen 9, 62/s und 43/4 Psg. und für Rückfahrkarten 12, 9 und 6 Pfg. zu entrichten. Fahrkarten 4. Klasse für Schnellzüge und für Rückfahrten werden nicht ausgegeben.
k. Theater. Es war ein glücklicher Gedanke des Herrn Directors Reiners, eine besondere Militärvorstellung zu veranstalten und nicht weniger glücklich war die Wahl des Stückes. Gegeben wurden nämlich die „Gewonnenen Herzen", jenes bekannte treffliche, patriotische Volksstück des Dr. Hugo Müller. Einer ausführlichen Besprechung des Schauspiels und seiner Aufführung im „Neuen Theater" sind wir enthoben, da am 26. November nach der ersten Darstellung der „Gewonnenen Herzen" eine solche im „Gießener Anzeiger" erschienen ist, aus die wir hiermit verweisen. Damals ist nur versäumt worden, die treffliche Ausführung der musikalischen Partien gebührend zu würdigen. Und doch beruht die Wirkung des Stückes zum guten Theil auf der zugehörigen Musik, und war diese unter Herrn Richard Lerchs bewährter Leitung trefflich exe^utirt worden. In höherem Grade noch kann das letztere vielleicht von der zweiten Aufführung gesagt werden, bei der Herrn Lerch ein Orchester von mehr als zwanzig Mitgliedern unterstand, sodaß der musikalische Theil zu noch wirksamerem Ausdruck als das erste Mal gelangte. Alles klappte und ging vorzüglich, ganz besonders brachte die Schlachtmusik einen hervorragenden Effect hervor.
Theater. Am Freitag wird die letzte Vorstellung innerhalb dieser Saison im „Neuen Theater" von Statten gehen. Zur Aufführung ist die bekannte „W eibererziehung" von Benedix vorgesehen. Der Hauptheld des höchst römischen Stückes ist ein von diversen alten Jungfern „tot und tal" verzogener und verkehrt angeleiteter junger Mann, der bei seinem Eintritt ins practische Leben infolge seines Ungeschicks und seiner haarsträubenden Unerfahrenheit die wildesten Sachen macht und zu den tollsten Scenen Anlaß gibt.
Friedberg, 11. Februar. In Abänderung eines früheren Beschlusses hat die Centrumspartei im Wahlkreise Friedberg- Büdingen beschlossen, einen eigenen Zählcandidaten auszustellen und hat hierzu Herrn Dr. Windthorst bestimmt. Bei einer Stichwahl zwischen dem nationalliberalen und deutschsreisinnigen Candidaten soll Wahlenthalrung eintreten.
Friedberg, 11. Februar. Die diesjährige Entlassungsprüfung des hiesigen Schullehrer-Seminars wird in der Weise abgehalten, daß die schriftliche Prüfung am 3. März beginnt und die öffentliche Prüfung und Schlußseier am 13. März stattfindet. Die Aufnahme-Prüfung soll Montag den 31. März ihren Anfang nehmen.
vermischtes.
* Darmstadt, 10. Februar. Die diesjährige Generalversammlung des Landeslehrervereins wird laut Beschluß des Vereinsvorstandes in den ersten Tagen des Monats Ociober in Worms abgehalten werden und zwar mit Rücksicht auf die in den October fallende hundertjährige Geburtsfeier des großen Pädagogen Diesterweg, der bekanntlich auch in genannter Stadt als Lehrer wirkte.
* Berlin. „Sie haben wohl die Güte, mir den Hals abzuschneiden", mit diesen Worten betrat der Besitzer eines bedeutenden Woll- und Weißwaarengeschäfts den Laden des Heilgehilfen L., deffen Kunde der Kaufmann war. Der Barbier, im Glauben, daß der ihm schon seit Jahren bekannte Herr scherze und rasirt zu sein wünsche, forderte ihn auf, Platz zu nehmen; als er sich aber dem aus dem Stuhle Sitzenden näherte, um ihn einzuseifen, sprang der sonderbare Kunde plötzlich aus, ergriff einen schweren eichenen Stuhl
und mit diesem auf den Heilgehilfen eindringend, wiederholte er die verrückte Forderung, ihm alsbald den Hals abzuschneiden, da es ihm sonst selbst ans Leben ginge. Nun erst sah der Bedrohte, daß er es mit einem Wahnsinnigen zu thun habe, und da ihm dem starken kräftigen Manne gegenüber wenig Chancen auf Ucbenvättigung desselben geboten waren, so versuchte er es mit List, erklärte sich damit einverstanden, jenem den Hals abzuschneiden, und ging mit den Worten ins Nebenzimmer, daß er dazu erst ein stärkeres Messer aussuchen müsse. Von hier aus schickte er seine in der Küche befindliche Frau nach einem Neubau nebenan und bald darauf kehrte dieselbe mit 5 kräftigen Arbeitern zurück^ welche den Wahnsiilnigen dingfest machten und nach feiner? Behausung zurückbesörderteu, von wo aus der Unglückliche nach einem Krankenhause überführt wurde.
* Heber ein von einem Matrosen unserer Kriegsmarine ausgeführtes Heldenstück wird jetzt nachträglich Folgendes berichtet : Im October v. I. war es eines Tages vor Zanzibar einer Kriegscontrebande führenden Dhcm gelungen, zwischen den die Blokade ausübenden deutschen Kriegsschiffen und bewaffneten Dampsbooten hindurchzuschlüpfen und den Strand zu erreichen. Hier war ihr nicht mehr beizukommen, da ihr selbst die Dampfbarkassen wegen ihres zu großen Tiefganges auf den sehr flachen Strand nicht folgen konnten. Man beschloß also, nachdem die Bemannung der Dhau ihr Fahrzeug verlassen hatte und an das noch immer einige hundert Meter von der Ankerstelle entfernte Ufer gewatet war, die Dhau abzuschleppen und wegzunehmen. Dies war nicht anders zu erreichen, als daß ein Mann zur Dhau hinüberschwamm, um das Schlepptau an derselben zu befestigen. Zu diesem Wagniß entschloß sich der Matrose Zrr- gehör von dem Schiffe „Pfeil". Unter dem Feuer der Dhaubemannung, welches vom Ufer aus auf ihn gerichtet wurde, erreichte er die Dhau, befestigte die mitgenommene Schl epp trotz, kappte das Ankertau und die Dhau war genommen. Für diese That ist Zugehör jetzt mit -^er Verleihung des Militär - Ehrenzeichens zweiter Klap^belohnt worden.
* Wien, 7. Februar. International?* Postwert h z e i ch e n - A u s st e l l u n g. Die Vorbereitungen zu der im Frühjahre im österreichischen Museum für Kunst und Industrie stattfindenden großen Postwerthzeichen-Ausstellung befinden sich im vollen Gange. Täglich laufen Anmeldungen von Körperschaften und Privaten des In- und Auslandes ein. Auch die Argentinische Republik hat ihre osficielle Be- thciligung bereits angekündigt. Die Jury der Ausstellung wird sich aus den hervorragendsten Sammlern des In- unb. Auslandes zusammensetzen.
* Ein reitendes Gymnasium ist in Bern geschaffen worden. Dasselbe erfreut sich seit der kurzen Zeit seines Bestehens des ungetheilten Beifalles aller Gymnasiasten, denen aus Stadtkosten wöchentlich vier Reitstunden ertheilt werden. Der noch in jüngeren Jahren stehende Director des Gymnasiums thut es nicht nur in der Gelehrtheit, sondern auch hoch zu Roß allen Anderen zuvor, unbekümmert darum, was die alten Herren Cicero, Homer und Consorten dazu sagen würden.
* Eine sonderbare Hochzeit. Aus Mailand wird berichtet: In Villasranca heirathete dieser Tage ein siebzehnjähriger Maurerbursche Fortini die sechszig Jahre alte Wittwe des Chirurgen Demetrio. Die Eltern des minderjährigen Burschen hatten demselben die Einwilligung zur Heirath ertheilt, welche rechtmäßig vollzogen wurde. In der Nacht nach der Hochzeit wurde dem jungen Ehepaare von den Bewohnern des Städtchens eine ohrenzerreißende Katzenmusik dargebracht, welcher die Polizei vergebens ein Ende zu machen suchte.
* Ein Operettenmotiv. Als spanischer Ritter wa^r er gestern zum Ball gegangen, der ehrenwerthe Herr I. Sein Ehegespons mochte ihm als „Donna" nicht ganz würdig erscheinen, denn er begab sich allein auf das Vergnügen, in der festen Zuversicht, dort eine seiner würdige Partnerin zu finden. Die Gattin ließ jedoch die Eifersucht nicht ruhen. Auch sie costümirte sich und eilte zum Ball. Bald hatte sie den Gatten erkannt, sah, wie er gleich einem Schmetterling von Blume zu Blume flog und beschloß, den Treulosen in ihre Netze zu locken. Das gelang ihr vollkommen. Der Brave folgte ihr auf Schritt und Tritt und zeigte sich so entzückt von der „schönen Maske", daß er ihr sein ganzes Herz zu Füßen legte. Frau I. nahm von all den Liebesschwüren bestens Notiz, that, als ob dieselben in ihrem Herzen ein Echo gesunden, war aber nichtsdestoweniger und für den spamschen Ritter ganz unbegreiflich kurz vor der Demaskirung verschwunden. Er sollte sie wiederfinden, allerdings etwas anders als er sichs gedacht. Denn wie er mit dem Morgengrauen seine Wohnung betrat, prallte I. entsetzt zurück. Er glaubte, ein Geist narrte ihn, als ihm die Gattin in Gestalt der „schönen Maske", die er so schmerzlich vermißt und so lebhaft gesucht, entgegentrat. Nachdem I. von seinem ersten Erstaunen sich ein wenig erholt, glaubte er, daß nur „Frechheit" ihn zu retten vermöge. Er forderte also noch von der Gattin Rechenschaft und da er diese Forderung mit aufgehobenem Stuhle noch nachdrücklicher zu gestalten suchte, ergriff die Fran ein Messer und während der Stuhl aus sie niedersauste, drang sie auf den spanischen Ritter ein, versetzte ihm einen Stich unterhalb des reckten Auges und säbelte ihm förmlich die Nase ab. Es entstand in dem Hause ein furchtbarer Tumult. Polizei erschien und überführte den Verwundeten nach dem Krankenhause.
* Ein recht böses Versehen passirte kürzlich einem jungen Petersburger Arzte, der sich wahrscheinlich darüber noch vor Gericht zu verantworten haben wird. Derselbe wurde zu einem Kranken gerufen, besichtigte, untersuchte denselben, stellte schließlich die Diagnose auf „Pocken" und rieth, den Pockenkranken sofort ins Hospital zu bringen. Dies geschah denn auch und der Patient gelangte in die Pockenabtheilung deS betreffenden Hospitals. Hier wurde vlötzlich am anderen 1 Tage zum Entsetzen des Patienten und aller Aerzte conftatirt,


