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Beschuldigungen gegen die ermordeten Mitglieder seiner Emin- Pascha-Expedition, des Majors Barttelot und des Lieutenants Jamesson. Namentlich Major Barttelot, der Führer der am Aruwuhmi zurückgelassenen Nachhut der Stanley'schen Expe­dition, ist von Stanley einer Reihe grausamer und verab- scheuungswerther Handlungen bezichtigt worden, an die man in England Anfangs nicht glauben wollte. Jetzt aber erklärt ein anderes Mitglied der Stanley'schen Expedition, Bonny, in einer längeren Zuschrift an dieTimes" alle die von Stanley erhobenen Anschuldigungen Barttelots und James- sons für wahr, die also durch ihr Verhalten einen dunklen Flecken auf die Ehre des englischen Namens in Afrika ge­worfen haben. Anderseits freilich werden Barttelot und Jamesson für unfähig erklärt, die ihnen zur Last gelegten Grausamkeiten begangen zu haben, aber gegenüber den be­stimmten Aussagen Bonnys ist leider an der Wahrheit der von Stanley erhobenen Anklagen kaum mehr zu zweifeln.

Die neue griechische Deputirtenkammer ist am Montag mittels Thronrede eröffnet worden. Dieselbe erwähnt die Geburt des Sohnes des Kronprinzen Constantin, betont den Wunsch Griechenlands nach Aufrechterhaltung seiner guten auswärtigen Beziehungen, gedenkt der Wahlen und des Cabinetswechsels und verheißt Verbesserung der Finanzen und her Municipaleinrichtungen, sowie Förderung der Organisation der nationalen Vertheidigung. Die Rede wurde von der Kammer mit lebhaftem Beifall ausgenommen.

Reich.

Darmstadt, 11. November. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 1. l. M. in Gemäßheit der Art. 3 und 6 des Gesetzes vom 17. Juni 1874, die landständische Geschäftsordnung betreffend, den Geheimerath v. Werner zum landesherrlichen Commissär für die Erste Kammer der Stände, sowie den Geheimerath Br. Jaup und den Ministerialrath Emmerling zu Mit­gliedern der landesherrlichen Einweisungs-Commission für die Zweite Kammer der Stände zu ernennen geruht.

Netteste Nachrichten.

WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau.

Berlin, 11. November. Der Kaiser machte Nach­mittags 4*/4 Uhr dem Reichskanzler einen längeren Besuch. DerReich sanzeiger" meldet: Die Einfuhr lebender Schweine aus Bielitz und Steinbruch ist nunmehr auch in die Schlachthäuser von Sagan, Sprottau, Lauban und Jauer widerruflich gestattet.

Berlin, 11. November. Der Minister von Bötticher empfing heute die Vertreter der Ostseestädte von Königsberg, Danzig, Stettin und Lübeck, welche ihre Wünsche bezüglich der in Vorbereitung befindlichen zollpolitischen Vereinbarungen vortrugen.

Berlin, 11. November. Die Arbeiterschutz- Commission nahm den § 134, nach welchem auf die Fabrikarbeiter die Bestimmungen der §§ 121133 über die Verhältnisse von Gehülfen, Gesellen bezw. Lehrlingen Anwen­dung finden, unverändert ein; § 134a betreffend die Arbeits­ordnungen wurde mit dem Amendement Stumm, wonach für einzelne Betriebsabtheilungen besondere Arbeitsordnungen zu erlassen seien, angenommen.

Berlin, 11. November. Der heutigen besonderen Sitzung des Landes-Oeconomie-Collegiums im landwirth- schastlichen Ministerium wohnte der Kaiser bei. Er griff bei dem Antrag des landwirthschastlichen Centralvereins Königsberg, betreffend Schutzmaßregeln bei Landwirthschastsmaschinen (Generalreserent Geheimrath Thiel), in die Debatte ein und hob die häufig vorkommenden Verletzungen durch Riemen- tranZmissionen hervor. Der Kaiser betonte die Nothwendigkeit eines erhöhten Schutzes für Leben und Gesundheit der Arbeiter. An dem sich anschließenden Diner nahm der Kaiser ebenfalls in regster Unterhaltung theil.

BreSlau, 11. November. Die Provinzialsynode sprach sich derSchlesischen Zeitung" zufolge dahin aus, daß den polnisch sprechenden Sachsengängern an ihren auswärtigen Arbeitsstätten kirchliche Pflege in deren Mutter­sprache zu Theil werde. Die Provinzialsynode beschloß ferner, die Generalsynode um eine entscheidende Erklärung darüber anzugehen, auf welche religiösen Lehrbücher sich das Recht der Synode aus Paragraph 65 der Kirchengemeinde­synodalordnung, betr. die Zustimmung zu deren Einführung, beziehe.

Breslau, 11. November. Auf ihre an Se. Majestät den Kaiser gerichtete Adreffe ging der Provinzialsynode, wie dieSchlesische Zeitung" meldet, ein Allerhöchstes Cabinet- schreiben zu, in welchem es heißt, Se. Majestät der Kaiser, Allerhöchstwelcher ebenso wie Ihre Majestät die Kaiserin mit Vergnügen des diesjährigen Verweilens unter den in Treue erprobten Schlesiern gedenke, sei auf das Angenehmste durch die Segenswünsche der Synode berührt. Se. Majestät laffe danken und hoffe, die Arbeiten der Synode würden mit Gottes Hülfe der evangelischen Kirche und deren Mitgliedern zum Segen gereichen. Die Synode beschloß ferner, den Ober­präsidenten zu bitten, eine generelle Verordnung zu erlassen, welche Mädchen unter 17 Jahren und Männern unter 18 Jahren den Besuch von öffentlichen Tanz-Lustbarkeiten untersagt.

Speyer, 11. November. In Pirmasens erfolgte ein Ausstand der Arbeiter des Schuhmachergewerbes. Die Fabrikanten weigerten sich, mit den Arbeitern zu unterhandeln und die Fabrikordnung abzuändern.

Helgoland, 11. November. Der Gouverneur erließ eine Mittheilung an die Lootsen, wonach diejenigen Lootsen welche im Kriegsfälle Lootsendienste an der deutschen Marine verrichten wollen, einige Zeit behufs besonderer Ausbildung aus der deutschen Marine Dienst zu thun haben.

Bern, 11. November. Bei der Wahl des Großen Raths in Gens wurden 51 Liberalconservative, 44 Radical-

liberale, 4 Dissendenten und 1 Unabhängiger gewählt. Der in dieser Weise neu gebildete Große Rath wird voraussicht­lich die bisherigen radicalliberalen Mitglieder des schweize­rischen Ständeraths durch Liberalconservative ersetzen. Da­nach würden von den 44 Mitgliedern des Ständeraths 22 der conservativen Gruppe und dem Centrum angehören.

Wien, 11. November. Heute sand im erzbischöflichen Palais die erste Bischossconserenz statt. Den Vorsitz führte Cardinal Schönborn unter Theilnahme auch des Fürst­bischofs Kopp.

Salzburg, 11. November. Der Landtag beschloß, die für die Errichtung einer freien katholischen Universität ge­sammelten 10,000 Gulden künftighin nicht durch den Univer­sitätsverein, sondern durch den Landesausschuß verwalten zu lassen. Der Erzbischof von Salzburg sprach sich gegen den Antrag, Abgeordneter Lienbacher für denselben aus.

Paris, 11. November. Nach Meldungen aus Rosario (Argentinien) vom 10. d. Mts. kamen anläßlich der Wahlen Ruhestörungen vor, wobei einige Personen getödtet und einige verwundet wurden. Die Ruhe wurde wieder her­gestellt.

Loudon, 11. November. Heute Morgen stieß bei Taunton ein Güterzug mit dem Extrazuge, der von Süd­afrika in London angekommene Passagiere nach Plymouth brachte, zusammen. Zehn Personen sollen getödtet, acht mehrere schwer verwundet sein.

London, 11. November. In der bereits erwähnten Rede beim Lordmayors-Banket sagte'Lord Salisbury noch, daß alle Anzeichen auf Frieden deuten, jedenfalls auf ein Jahr. Die Verwirklichung der Beschlüsse der Antisclaverei- Conferenz stelle Holland allein in Frage; es sei offenbar, daß, wenn nicht die Wünsche der Majorität irgend einer Con­serenz die Zustimmung der übrigen erhalten, sich kein großes Resultat erlangen lasse. Holland werde diese Wahrheit even­tuell erkennen und England Mittel finden, die Schwierigkeit zu beseitigen, welche das edelste Unternehmen zur gänzlichen Unterdrückung des Sclavenhandels zu vereiteln drohe. In Betreff Afrikas sei das Abkommen mit Frankreich und Deutsch­land complet. Das mit Portugal auf sechs Monate ab­geschloffene zeitweilige Abkommen halte die territorialen Ab­machungen vom August augenblicklich ausrecht und lasse beiden Parteien nach Ablaus der sechs Monate absolute Freiheit, die territorialen Arrangements von Neuem zn erwägen. Er sei erfreut, daß der Freihandel jenseits des atlantischen Oceans einen Sieg oder einen scheinbaren Sieg errungen habe, oder wenn es sich nicht um eine Sache des Freihandels handelte, sei es mindestens ein Protest gegen eine extravagante Schutz­zollpolitik, aber der Tarisconflict dauere in der ganzen Welt fort; überall würden Resolutionen gefaßt und Pläne ent­worfen, den Verkehr der Nationen mehr zu beschränken.Wir müssen diesen Kampf aussechten können, aber keine Repressalien üben, denn unser Taris ist schon auf den niedrigsten Stand gebracht." Mit Bezug auf den Conflict zwischen Capital und Arbeit bekämpfe er eine Beschränkung der Arbeitszeit auf dem Wege der Gesetzgebung.Der einzige Vortheil, den wir vor anderen Ländern im Handelsverkehr haben, ist die Freiheit unserer Institutionen. Begeben wir uns dieser Freiheit, so werden uns andere Länder an Capital, Handel und Wohlstand überflügeln, und die ersten, welche darunter leiden, wären die Arbeiter."

Madrid, 11. November. Heute Vormittag brach in einer hiesigen Tabaksabrik eine große Feuersbrunst aus, die den größten Theil der Fabrik eingeäschert hat. An 6000 Personen sind dadurch arbeitslos geworden. Das Feuer war noch am Abend ungelöscht. Die Königin besuchte Nach­mittags die Brandstätte und versprach den arbeitslosen Frauen Hülse. Die Menschenmenge begrüßte die Königin enthusiastisch. Die Wiederaufnahme der Arbeit in der Tabaksabrik soll möglichst bald erfolgen.

Brüffel, 11. November. Die Manifestation zu Gunstendes allgemeinen Stimmrechts verlies in guter Ordnung. Der Zug zählte gegen 10000 Personen. Bei Entgegennahme der Petition erklärte Bürgermeister Buls, er sei für die Erweiterung des Stimmrechts, aber ein Gegner des allgemeinen Stimmrechts. Der progressistische Deputirte Janson sprach sich für die weitere Ausdehnung des Stimm­rechts aus, dessen Modus eventuell eine neue Kammer be­stimmen würde. Der Senator Debroukere erklärte sich ent­schieden gegen eine Verfassungsrevision im gegenwärtigen Augenblicke.

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Gießen, 12. November.

Ernannt wurden am 23. October d. I. der Schaffner bei den Oberhessischen Eisenbahnen Heinrich Biedenkapp zum Zugführer und der Bremser Ludwig D ö ll zum Schaffner bei diesen Bahnen.

Der gestern Abend aus Beranlaffung des Gewerbe- Vereins in Steins Garten von Herrn A. Egts gehaltene Vortrag über den 1. Theil des Themas:Die Maschine in tzer Eleetrotechnik und die Hilfsmittel znr Versorgung ganzer Städte mit Strom" hatte ein recht zahlreiches Publikum versammelt. Bei dem Jntereffe, welches sich der Electricität aus fast allen Ge­bieten unseres öffentlichen und gewerblichen Lebens in dem letzten Jahrzehnt zugewendet, kann es natürlich nicht fehlen, daß die Gelegenheit, durch Veranschaulichung von Experimenten und der dazu erforderlichen Apparate einmal etwas tiefer in das Wesen derselben einzudringen, wahrgenommen wird. Das, was über die Vortragsweise und die vorgeführten Maschinen bereits in einigen Nummern desAnzeigers" (s. Nr. 257 u. 262) berichtet, entsprach voll und ganz dem Gebotenen; die An­wesenden folgten deshalb mit besonderer Aufmerksamkeit dem äußerst lehrreichen Vortrage des Herrn Egts. Besonders sei aus der Fülle deS Vorgetragenen angeführt die streng methodisch durchgeführte Erläuterung des Baues und der Wirkungsweise der dynamo-electrischen Maschine, die vielfache Verwend­barkeit des electrischen Stromes zu Löthungen, Schmelzungen,

zurReparatur gesprungencrDampfkessel,zu Schweißungen u.s.w.,. die electrische Kraftübertragung und die Verwendung der Elec­tricität im Gewerbe und bei der electrischen Eisenbahn. So erregte namentlich ein electrisch erleuchteter und durch Elec­tricität bewegter Miniatur-Eisenbahnwagen, der mehrere Male seinen die ganze Breite des Saales messenden rasch hergestellte» Schienenweg in beiden Richtungen durchfuhr, besondere Freude, so daß wir wohl im Sinne aller Anwesenden handeln, wenn wir hier die Bitte aussprechen, daß diese kleine Eisenbahn heute Abend noch einmal vorgeführt werden möchte. Wenn man die Aufwendung von bedeutenden Mitteln, das Herbei­schaffen und Ausstellen der vielen complicirten, zum richtigen Verständniß des Vortrages aber unentbehrlichen Maschinen und Geräthe berücksichtigt, so kann man dem Gewerbeverein es als ein besonderes, seinen Bestrebungen würdiges Verdienst anrechnen, wenn er der hiesigen Einwohnerschaft Gelegenheit gab, einem so interessanten und lehrreichen Vortrag beizuwohnen. Die gestern Abend bewiesene Meisterschaft des Herrn Egts in der allgemein verständlichen Erläuterung der den Ex­perimenten zu Grunde liegenden Vorgänge wird nicht ver­fehlen, auch dem heutigen zweiten Vortragsabend ein zahl­reiches Publikum zuzusühren.

Die am 6. November beim 116. Regiment ein­gestellten Rekruten leisteten heute Vormittag 9 Uhr in der Stadtkirche, wohin die Fahnen des Regiments gebracht wurden, den Fahneneid.

p. Theater. Die Vorstellung des bekannten L'Arrong e- schen LustspielsDer Compagnon" erfolgte erfreulicher Weise vor einem etwas zahlreicheren Publikum, als es die letzten Wochenaufführungen aufzuweisen hatten. Wünschen wir, daß diese Erscheinung Dauer gewinnen und so dazu beitragen möge, unser Gießener Theaterunternehmen zu stützen, zu sördern und aus eine immer schönere Höhe zu heben. Gespielt wurde das nette Stück recht gut. Vor Allen zeichnete' sich Herr Director Adam Reiners durch sein feines wahre- Spiel aus. Es ist wirklich anerkennswerth, wie unermüdlich sich Herr Reiners, aus dessen Schultern doch auch die ganzen umfassenden Directorialarbeiten ruhen, auch als Schauspieler zeigt. Sehr hübsch war Frl. Elisabeth Bischoffs Spiel in der Rolle der Adele, während Herr Goullon schon bei etwas weniger Zerstreutheit und seltenerem Versprechen mehr hätte fertig bringen können. Sehr sympathisch berührte das warme Spiel Frl. Ungers, die sich immer mehr als ein äußerst vielseitig verwendbares und nach den verschiedensten Richtungen hübsch talentirtes Mitglied unseres Theater- herausstellt. Sehr erheiternd wirkte Herrn Biebrach- treffendes Spiel als Dichter Winkler und mehr noch der allen Sätteln gerechte Herr Winolt. Frl. Martin schädigte wieder einmal durch eine unpassend jugendliche Maske und Haltung ihre sonst recht ordentliche Leistung. Sehr nett war hingegen Frau Anni Reiners in der kleinen Rolle der Marie. An Stelle von Frl. Reilst ab hätten wir lieber Frl. Antonie Roland gesehen, da die erstere ihrer Auf­gabe nicht gerecht wurde. Die übrigen Mitwirkenden thaten das Ihre.

Grüllberg, 8. November. Der hiesige Turnverein beabsichtigt die Erbauung einer Turnhalle. Von Interesse ist, daß der Verein hierbei auch aus eine Unterstützung von Seiten der in New-Aork lebenden Landsleute hoffen darf. Der dort bestehendeGrünberger Verein" hielt nämlich neu­lich seinen sechsten Jahresball zur Feier des Grünberger Gallusmarktes". Gelegentlich dieser Feier forderte Herr John W. Fleck, der im Lause des Sommers einige Woche« in unserer Stadt weilte, alle anwesenden Grünberger auft sie möchten dem Grünberger Turnverein als außerordentliche Mitglieder beitreten, um durch ihre Beiträge das Baucapital zu verstärken, damit der Bau einer Turnhalle recht bald in Angriff genommen werden könne.

Friedberg, 8. November. Die hiesige erweiterte Handwerkerschule zählt seit Beginn des Winterhalb­jahres über 100 Schüler ans Friedberg und der Umgegend. Der Vorstand des Ortsgewerbevereins hat gerne die Gelegen­heit eines so starken Besuches benutzt, in ausreichendster Weise den Unterricht einzurichten, und hat, unterstützt durch dir bereitwillige Ueberlassung zweier weiteren Schulsäle durch die Stadt, nunmehr sechs Lehrer gewonnen, die an der Anstalt thätig sind.

Lorbach a. H^ 11. November. Gestern fand dir Wahl des neuen Bürgermeisters statt, da der frühere langjährige Bürgermeister mit Tod abgegangen ist. Als Nachfolger war Herr Beigeordneter G. Frey ausersehen, welcher das Vertrauen seiner Mitbürger besitzt. Er lehntr jedoch ab, weil er glaubte, daß er schon in etwas vor­gerücktem Alter (Sechziger) sei. Die Wahl fiel daher aus Herrn H. Frey, welchem 33 von 55 Stimmen zufielen.

E. Büdingen, 11. November. Angesichts der großen Ausdehnung, welche die Maul- und Klauenseuche in mehreren Gemeinden des Kreises genommen hat, liegt die Be­fürchtung nahe, daß bei weiterer Durchführung der seither ersoffenen Anordnungen die jetzt dringlich gewordenen Feld­bestellungsarbeiten nur unter großen Schwierigkeiten vollendet werden können und der Landwirthschaft hieraus ein bedeu­tender Schaden erwachsen würde. Es hat deshalb das Großh. Kreisamt Milderungen der gegen die Seuche erlassenen An­ordnungen getroffen und zunächst die betr. Bürgermeistereie» ermächtigt, die Verwendung solcher Thiere aus gesperrte« Gehöften, die nicht erkrankt sind oder zwar von der Seuche befallen waren, aber augenscheinlich wieder gesund geworden sind auch bevor die Abheilung der Seuche amtlich fest- gestellt worden ist zur Feldarbeit innerhalb der Gemarkung zu gestatten. Ebenso hat Großh. Kreisamt Büdingen das Durchfahren mit Zugthieren (Rindvieh) durch gesperrte Gemarkungen, ohne Aufenthalt, gestattet. Die Er- laubniß zur Verwendung von Rindvieh als Zugvieh ist aber nur dann zu ertheilen, wenn die betr. Bürgermeister resp. die mit der Besichtigung der Thiere betrauten Sachverstän­digen die Ueberzeugung gewonnen haben, daß diese Thiere

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