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1890

Donnerstag den 13. November

Nr. 205

ichmer Anzeiger

liihe.

Kenerat-Unzeiger

1

Amts- und Anzeigeblirtt fSr den ICreU Gieren.

HraLisöeikage: Meßmer JaMlimRätter

4.

v. Gagern-

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M nach

Maid-Watzenborn,

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Kremen

und des

B e n der-Hungen, Bopp-Bellersheim, Geißler-Lollar,

Der Vorsitzende: v. Gagern.

Die Gießener W<«rtte«»rüite, »erden dem Anzeiger «GcheMlich dreimal beigelegt.

Mw SchmlldMfsM Meuten Md n man die 1,011

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Annohmt von Änzcigen zu der Nachmittags für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Corrn. 10 Uhr.

Die Urknndspersonen: Gnauth. Georgi.

1. für den Bezirk Gießen:

Herr Ortsgerichtsvorsteher Gros zu Gießen und Herr- Stadtverordneter Vogt daselbst,-

Der Protocollsührer: H a ch.

Der

Hietzrnrr Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS.

2. für den Bezirk Lich: Herr Bürgermeister Roth zu Muschenheim^

3. für den Bezirk Grünberg: Herr Müller Keil zu Grünberg.

Wahl von 6 Sachverständigen für die Abschätzung der durch die Truppenübungen veranlaßten Flurbeschädigungen.

Gießen, den 7. November 1890.

Betr.: Jahresbericht der Fabrikinspectoren für 1890.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 22. v. Mts. Anzeiger Nr. 254 noch nicht entsprochen haben, werden hierdurch an alsbaldige Erledigung derselben erinnert.

Geschehen Gießen, den 22. October 1890.

VierMdswLirpgste Sitzung drs Kreistags des Kreises Gießen.

Gegenwärtig:

1) der Vorsitzende: Großh. Provinzial-Director Freiherr von Gagern,

2) Großh. Amtmann Nebel,

3) . die Kreistagsmitglieder: Bürgermeister Balser-Albach,

Fabrikant Georgi- Gießen, Oberbürgermeister Gnauth- Gießen, Rentner Ang. Heß-Gießen, Fabrikant M. H om b er ger-Gießen, Bürgermeister Jünger- Reiskirchen, Gemeinde-Einnehmer Lang- Wieseck,

Bekanntmachung, die Abhaltung der Viehmärkte betreffend. Mit Rücksicht auf die große Verbreitung der Maul-

Bekanntmachung.

Montag den IT November l I., Nach­mittags 1 Ubr, findet zu Grünberg im Gasthaus Zum Hirsch" eine

Zeltious-Uersammlung des lürttcrmifr Obstbamreins statt, in welcher Herr Landwirthschaftslehrer Dr. v. Peter aus Friedberg über die im Herbst d. Js. zu Friedberg statt­gehabte Obstausstellung, was sie gelehrt hat und was man daraus lernen soll, sowie Herr Obstbautechniker Metz von Friedberg über die Obstsortenfrage sprechen werden.

Alle Mitglieder des Obstbauoereins und alle Freunde des Obstbaues werden zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen.

Gießen, den 11. November 1890.

Der Vorsitzende der Section Gießen des Obstbauvereins. Nebel, Amtmann.

Bekanntmachung.

Gemäß § 39 der Kreisordnung wird nachstehend das Protokoll über die am 22. v. Mts stattgehabte außerordentliche Sitzung des Kreistags des Kreises Gießen zur öffentlichen Äenntniß gebracht.

Gießen, den 8. November 1890.

Der Vorsitzende des Kreistags des Kreises Gießen, v. Gagern.

Alle Annonceri-Bureaur des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Klauenseuche verbieten wir auf Grund des § 28 Reichsgesetzes über die Abwehr und Unterdrückung der Vieh­seuchen und des S 64 der hierzu erlaffenen Reichs-Instruction

den Austrieb von Rindvieh, Schafen, Schweinen und Ziegen auf sämmtliche während des Monats November inner­halb des Kreises Büdingen stattfindenden Viehmärkte, ebenso das Feilbieten von Thieren der genannten Gattungen im Umherziehen im Bereiche der Gemarkungen der Marktorte an den Markttagen. Zuwiderhandlungen werden auf Grund des § 66 des angeführten Gesetzes bestraft.

Büdingen, den 5. November 1890. Großherzogliches Kreisamt Büdingen.

Kliets ch.

Oeconom von Oven-Hungen,

Bürgermeister Pracht- Grünberg,

Adalbert Freiherr v. N o r d e ck zur Nabenan-Friedelhausen, Bürgermeister Roth- Muschenheim,

S o m m e r l a d - Wieseck,

Professor Dr. Streng-Gießen,

Forstmeister Thaler-Gießen,

Apotheker W e lker-Allendorf a. d. Lda.,

4) Kreisamtsgehülfe Hach, als Protocollsührer.

Nachdem der Vorsitzende die Sitzung eröffnet, die Ver­sammlung begrüßt und die Beschlußfähigkeit derselben durch Feststellung der Präsenzliste constatirt hatte, werden auf seinen Vorschlag per Acclamation als Urkundspersonen für die heutige Sitzung die Herren:

1) Fabrikant Georgi- Gießen,

2) Oberbürgermeister Gnauth- Gießen bestimmt und Kreisamtsgehülfe Hach zum Protocollsührer für die heutige Sitzung bestellt und durch den Vorsitzenden mittelst Handschlag verpflichtet.

Hieraus wird in die Tagesordnung eingetreten:

1. Prüsung der Ergänzungswahlen zum Kreistage.

Die bereits vom Kreisausschuß nach Art. 28 der Kreis- 'vrdnung vorläufig geprüften und nicht beanstandeten Er­gänzungswahlen zum Kreistage wurden für gültig erklärt und wurde auf Antrag des Vorsitzenden beschlossen, daß der mit der geringsten Stimmenzahl durch die 50 Höchstbesteuerten gewählte Rechtsanwalt Hirschhorn zu Gießen auf 3 Jahre zu fungiren habe.

2. Neuwahl eines Mitglieds der Einschähungscommisfion 1. Ab- theilung im Steuercommiffariat Griinberg für die Periode 1890/92.

An Stelle des Gr. Bürgermeisters Pracht zu Grünberg wurde Sparkassenrechner Karl daselbst zum Mitglied der Einschätzungscommission 1. Abtheilung für den Steuer- commissariatsbezirk Grünbcrg und Bürgermeister Pracht zu dessen Stellvertreter für die laufende Periode gewählt.

3. Wahl der Sachverständigen für die nach dem Gesetz über die Kriegsleistungen vom 13. Juni 1873 vorzunehmenden Abschätzungen.

Aus Antrag des Vorsitzenden wurden per Acclamation gewählt:

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Politische Uebersicht.

Gießen, 12. November.

Die wiederholt aufgetauchte und immer wieder demen- tirte Nachricht, Kaiser Wilhelm beabsichtige noch im Laufe dieses Herbstes seinen neuen Besitz, Schloß Urville bei Metz, zu besichtigen, ist jetzt aufs Neue aufgetaucht. Anlaß hierzu hat augenscheinlich der Umstand gegeben, daß der Statthalter von Elsaß-Lothringen, Fürst Hohenlohe, kürzlich in Urville weilte und hieraus direct nach Berlin reiste, vermuthlich, um dem Kaiser eingehenden Bericht über den Zustand seiner neuen lothringischen Besitzung zu erstatten. Ob sich nun der Monarch nach Lothringen begeben wird, dürste wohl bald bekannt werden.

Mit dem erfolgten Zusammentritte des preußischen Land­tages zu seiner neuen, durch die großen Reform-Vorlagen so besonders bedeutungsvollen Session sind wir wiederum in die Zeit der alljährlichen parlamentarischen Winterhochfluth ein­getreten, welche mit der zwischen dem 25. November und dem 3. December zu gewärtigenden Wiedereinberufung des Reichs­tages ihren Höhepunkt erreichen wird. Das Interesse an den parlamentarischen Verhandlungen der Wintersaison wird sich diesmal gleichmäßig zwischen dem Reichsparlamente und dem preußischen Landtage zu theilen haben. In letzterem werden die hochwichtigen Vorlagen über die Reform des directen Steuer- und des Volksschul-Unterrichts-Wesens, sowie über die Landgemeinde-Ordnung für die östlichen Provinzen Preußens das Feld beherrschen, im Reichstage aber werden die weiteren Verhandlungen über die Arbeiterschutz-Vorlage im Mittelpunkte der Session stehen. Außerdem sind hier durch die Berathung der Novelle zum Krankenkassengesetz noch andere wichtige Ver­handlungen socialpolitischen Characters zu erwarten, ferner gilt es, den neuen Reichsetat festzufetzen und höchst wahr­scheinlich werden sich die Reichsboten auch mit der Frage der künftigen Verwaltung und Organisation von Deutsch-Ostafrika zu befassen haben. Diese Hauptpunkte im Arbeitsprogramm des Reichstages lassen genugsam die Wichtigkeit seiner bevor­stehenden Winterthätigkeit erkennen, während doch anderseits auch die neue Session des preußischen Landtages sich zu einer hochbedeutungsvollen zu gestalten verspricht und kann man nur wünschen, daß das leidige Nebeneinandertagen der beiden parlamentarischen Körperschaften nicht in bedenklichem Grade auf ihre Arbeiten zurückwirken möge. Jedenfalls werden aber diejenigen des preußischen Landtages zunächst vorwiegeu und dürfte der Reichstag erst im kommenden Januar zur eigent­lichen Entfaltung seiner Thätigkeit gelangen. Es heißt, dasi Finanzminister Dr. Miquel an diesem Donnerstag die in sei­nem Ressort sertiggestellten Entwürfe, betr. die Reform der Einkommen- und Klassensteuer und die Erbschaftssteuer, münd­lich einbringen und hierbei eine große Programmrede halten werde. Der Gewerbesteuerentwuts dagegen soll dem Hause erst später vorgelegt werden. Ob sich die Minister v! Goßler und Herrsurth bei den von ihnen zu vertretenden Reform­vorlagen zu einem gleichen Verfahren entschließen oder ob sie dieselben schriftlich einbringen werden, scheint noch nicht ganz festzustehen.

In Italien wirkt noch immer der Besuch des deutschen Reichskanzlers in Mailand nach. Der Eindruck der Minister­begegnung von Mailand ist offenbar auch in denjenigen Kri­sen der italienischen Nation, in denen man nicht übermäßig für das Zusammengehen Deutschlands und Italiens begeistert ist, ein tiefer und liegen hierfür eine ganze Reihe von Be­weisen vor. Das Nachwort, welches dieRisorma", das Organ des italienischen Ministerpräsidenten, in einem sehr warm gehaltenen Artikel der Begegnung zwischen Caprivi und Crispi widmet, wird darum sicherlich bei der großen Mehr­heit der Italiener ein lebhaftes Echo finden. Auch in den Wahlreden zweier hervorragender italienischen Politiker, des oppositionellen Nicotera und des ministeriellen Luzzatti, lassen sich unschwer die Wirkungen der Mailänder Begegnung er­kennen, denn in beiden Kundgebungen wird entschiede:! das Festhalten Italiens am Dreibunde betont.

In England bilden den Hauptgegenstand des Tages- interesses augenblicklich die von Stanley erhobenen schweren

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Als Mitglieder der Commission wurden auf die Dauer von 6 Jahren die seitherigen Mitglieder und deren Stell­vertreter, sowie Bürgermeister Geißler von Lollar ein­stimmig und Bürgermeister Stein von Kesselbach mit Stimmenmehrheit gewählt.

5. Wahl je eines Wahlmanns zur Wahl der Vertreter der Arbeitgeber und der Vertreter der Versicherten in den Ausschuß der Landesversicheruugsanstalt für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung.

Auf Vorschlag des Kreisausschusses wurden als Ver­treter der Arbeitgeber mit Stimmenmehrheit Herr Fabrikant Schirmer jun. von Gießen und als Vertreter der Ver­sicherten auf Antrag des Kreistagsmitglieds Hornberger Herr Schmied Friedrich Müller von Gießen per Acclamation gewählt. Das Mitglied Freiherr von Nordeck zur Rabenau bat zu Protocoll festzustellen, daß er sich wegen seiner Un- kenntniß der vorgeschlageneu Personen der Wahl habe ent­halten müssen.

6. Gesuch der Stadt Gießen um Entlastung von der aus sie entfallenden Quote des Gehalts des Kreisboten.

- Dem Antrag des Kreisausschusses gemäß wurde be­schlossen, dem Gesuch mit Wirkung vom 1. Mai d. Js. an zu willfahren.

7. Gesuch der Stadt Lich um nachträgliche Uebernahme der Kosten des recurrensfieberkranken Louis Börner von Apolda.

Der Antrag der Stadt Lich um nachträgliche Ueber­nahme dieser Kosten wurde einstimmig abgelehnt, da der Unterstützte einen Unterstützungswohnsitz in Mühlhausen besaß und daher nicht zu der Categorie der landarmen Recurrens­fieberkranken zu rechnen war, für welche die Uebernahme eines Theils der Kosten auf den Kreis seiner Zeit beschlossen wurde. ,

8. Gesuch des Wetterauer Obstvereins um Bewilligung eines Zuschuffes aus Kreismitteln.

Nachdem die Herren Oberbürgermeister Gnauth, Bürgermeister Bopp, Professor Dr. S.tre n g, von Oven, Freiherr von Nord eck zur Rabenau uud Bürgermeister Pracht bezüglich des Gesuchs gesprochen hatten, wurde ein­stimmig beschlossen, einen Zuschuß von 200 Mark aus Kreis­mitteln zu bewilligen.

Nachdem hiermit die Tagesordnung erledigt war und weitere Anträge nicht gestellt wurden, wurde die Sitzung durch den Vorsitzenden geschlossen.

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