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Nr. 85.
Der
Otetzeaer Anzeiger erscheim täglich, mit LuLnahme deS Montag«.
Die Gießener
A «mittenßtätler »erden dem Anzeiger «Wchentlich dreimal beigelegt.
Zweites Blatt. Sonntag den 13. April______________________
Gießener Anzeiger
Keneral-Unzeiger.
1830
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Aintlichev Thril.
Bekanntmachung, bie Bildung einer öffentlichen Waffergenoffcnschast zur Ent- rpäfferung der Flur XII der Gemarkung Langsdorf betr.
Nachdem zur Ausführung einer Entmäfferung von Grund- ituden in Flur XII der Gemarkung Langsdorf Antrag aus Bsldung einer öffentlichen Wassergenossenschaft gestellt worden is! und die Großh. Obere landwirthschaftliche Behörde als sachliche Zentralbehörde das beabsichtigte Unternehmen als zv«eckmäßig und zulässig erachtet und die Einleitung des Ver- schrens zur Bildung einer öffentlichen Waffergenossenschaft ai.geordnet hat, wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß ge- bmcht, daß die Vorarbeiten hierzu vom 15. bis einschließlich 2h. März l. I. aus dem Amtszimmer der Großherzoglichen Bürgermeisterei Langsdorf zur Einsicht sämmtlicher Grund- kiAenthümer, deren Grundstücke in die zu verbessernde Fläche fällen, ossenliegen.
Gleichzeitig werden diese Grundeigcnthümer zur Verhandlung und Beschlußsassung sowie zur Wahl ihrer Ver- tre-ter für das weitere Verfahren auf
Mittwoch den 30. April I. I., Nachmittags 1 Uhr, in das Rathhaus zu Langsdorf
racgeladen unter Androhung des Rechtsnachtheils, daß die Ni.chterscheinenden sowie die Nichtabstimmenden als dem be- ■tiTJ fragten Unternehmen beistimmend und mit der Wahl der Vertreter einverstanden angesehen und mit ihren Einwendungen gegen die Art der Ausführung später nicht mehr Mört werden.
Diejenigen Grundeigenthümer und Wassernutzungsbe- rethtigten, die an dem Unternehmen nicht unmittelbar be- th-iligt erscheinen, werden hiermit aufgefordert, etwaige Einsprachen gegen das Unternehmen in der vorerwähnten Tag- schrt geltend zu machen, widrigenfalls die Einsprachen nach Maus der Frist nicht mehr berücksichtigt würden und nur Mch privatrechtliche Entschädigungsansprüche gegenüber dem Unternehmen geltend gemacht werden könnten.
Gießen, den 10. April 1890.
Großh. Kreisamt Gießen.
v. Gagern.__
Gießen, den 9. April 1890.
Betr-: Die Aussühruug des Unsallversicheruugsgesetzes. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Gr. Polizeiamt Gießen und die Gr. Bürgermeistereien der Landgemeinden de- Kreise-.
Wir benachrichtigen Sie, daß der Vorstand der Zucker- S^russgenoffenschaft den Fabrikdirector Th. Hopfner in Wabern zum Vertrauensmann und den Fabrikdireetor Dir. H. Schudt in Friedberg zu dessen Stellvertreter für die Zuckerfabriken in Stockheim und der Wetterau ernannt hat.
Zugleich machen wir Sie wiederholt darauf aufmerksam, dasß gemäß § 54 des Unfallversicherungsgesetzes vom 6. Juli 18184 dem betreffenden Vertrauensmann bezw. deffen Stellvertreter von der Einleitung jeder Unfall-Untersuchung recht- zeittig Kenntniß zu geben ist.
_ v. Gagern._________________
3ta, 12 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben am 8. d.M., enthält:
(Nr- 1895.) Verordnung, betreffend die Einberufung des ZttlchstagS. Vom 8. April 1890.
Gießen, am 11. April 1890.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
—————— Deutsches Reich.
Darmstadt, 11. April. Zweite Kammer der öilände. Tagesordnung der 43. Sitzung, Dienstag den 15.. April 1890, Vormittags 9*/, Uhr:
1. Verkündigung neuer Einläufe.
2. Berichtsanzeigen.
3. Beantwortung, eventuell Besprechung folgender Interpellationen :
a. des Abgeordneten Jöckel, wegen der dem Groß- herzoglichen Forstmeister von Friedberg überlassenen Dienstwohnung;
b. des Abgeordneten Matthäi, betreffend die Re- gulirung des Flächeninhalts der Staatsstraße von Wörrstadt nach Wöllstein zwischen den Besitzern der daran grenzenden Liegenschaften und dem Staate als Eigenthümer.
4. Berathung über die Ergebnisse der Erhebungen über die Lage der Landwirthschaft.
vermischter.
*|[ Darmstadt, 11. April. Zur Feier des 100jährigen Stistungssestes des Großh. Feld-Artillerie-Regiments Nr. 25 (Grobherzogliches Artillerie-Corps) findet heute Nachmittag im Kaisersaale des Großherzoglichen Schlosses Tafel statt. Zur Theilnahme an derselben hat der Großherzog die jetzigen und die zur Zeit hier anwesenden srüheren Offiziere des Regiments befohlen. Die Capelle des Regiments muficirte während der Tafel. Im Saalbau werden heute Abend Seitens des Regiments lebende Bilder gestellt, denen der Großherzog mit Allerhöchster Familie beiwohnen wird. Morgen Vormittag W/2 Uhr findet in der Artillerie-Caserne Regimentsappell statt, dem der Großherzog, der E.rbgroßherzog und die übrigen Mitglieder der Großherzoglichen Familie beiwohnen werden. Nach Verlesung des Tagesbefehls und Verkündigung der Auszeichnungen formirt sich das Regiment zum Parademarsch in Zügen, worauf im Offiziercasino des Regiments die Besichtigung der Geschenke erfolgt. Festessen re. beschließen die Feierlichkeiten.
— Am hiesigen Hose ist zur Zeit noch nichts Bestimmtes bekannt, ob der Kaiser mit der Königin von England, deren Besuch am 22. ds. in Aussicht steht, hier zusammentreffen wird. Die Nachricht war jedenfalls verfrüht.
* Der Bericht des Zweiten Ausschusses über die Vorstellung der Gerichtsvollzieher-Aspiranten im Großherzogthum Hessen um Veranlassung einer Aenderung'ihrer gegenwärtigen Äneiennitätsverhältnisse Seitens Großh. Regierung gipselt in dem Anträge: 1) Großh. Regierung zu ersuchen, sie wolle von jetzt ab die frei werdenden Gerichtsvollzieherstellen ausschließlich mit Civilaspiranten, welche vor dem 9. December 1882 die Prüfung bestanden haben, von da ab, wie seither, diese Stellen abwechselnd zwischen Civil- und Militäranwärtern besetzen, event. 2) Großh. Regierung zu ersuchen, sich mit der Militärbehörde ins Benehmen behufs Herbeiführung anderer Vereinbarungen zu Gunsten der Civilanwärter zu ' setzen - 3) Die Eingabe der Gerichtsvollzieheraspiranten für erledigt zu erklären.
*= Frankfurt a. M., 11. April. Heber die Ursache, welche das Eisenbahnunglück bei Station Goldstein herbeigeführt hat, wird allerwärts vielfach dlsentirt. Außer- Zweifel scheint zu stehen, daß keinen Unterbeamten irgend welche Schuld trifft, und man spricht es bereits offen aus, daß lediglich die Betriebsleitung der Hessischen Ludwigsbahn für das Unglück verantwortlich zu machen sei. Der hiesige „Gen.-Anz." sagt, dieselbe habe offenbar nicht diejenige strenge Obsorge walten lassen, welche schon das Gesetz, geschweige denn bte Moral verlange, und begründet diesen Ausspruch durch folgende drei Umstände: 1) den Zustand der hölzernen Schwellen, welche von der Loeomotive des Zuges eingedrückt wurden- 2) das Fehlen einer Carpenterbremse bei den dichtbesetzten Personenwagen des Zuges- 3) das Vorhandensein eines Fehlers, welcher das ordnungsmäßige Functioniren der Weiche an der Unglücksstelle verhinderte. Bemerkenswerth ist übrigens, daß bereits Ende 1888 von der Bürgermeisterei Mörfelden an die Speeialdireetion der Hessischen Ludwigsbahn ein Gesuch um Abstellung der Mißstände an den Arbeiterzügen gerichtet wurde. In der gegebenen Antwort hieß es zum Schluffe: „Die Untersuchung hat ergeben, daß der Zustand der Arbeiterwagen und Geleise ein guter ist. Beschwerde über eindringenden Regen sind bei unserem Personal nicht erhoben worden." Köstlich! Die Personenwagen scheinen nach Ansicht der Direetion sich also so lange in gutem Zustande zu befinden, als es den darin sitzenden Passagieren nicht auf den Kopf regnet. Das Sparsystem der Hessischen Ludwigsbahn wird jetzt scharf getadelt, freilich etwas spät.
*= Frankfurt a. M., 11. April. Die Lohnbewegung zieht immer weitere Kreise. Anfangs strikten nur die Tapezirer, jetzt sind auch die Stueeateure, wie ich Ihnen bereits kurz meldete, zum Arbeitsausstand geschritten. Sie fordern einen Minimallohn von 5 Mk. täglich und sind gewillt, sich diesen mit dem Aufgebot aller Kraft und Mittel zu erkämpfen. (Sine] Anzahl hiesiger Bildhauermeister hat die Forderung bereits bewiltzgt, ein anderer Theil noch nicht. In einer vorgestern Abend abgehaltenen öffentlichen Versammlung faßten die strikenden Gehilfen folgenden Beschluß:
„Wir verpflichten uns unter Solidarität, die Arbeit in „den jetzt noch ausstehenden Werkstätten nicht eher auf- „zunehmen, bis sich die Herren Meister bereit erklären, „unsere Forderungen zu bewilligen."
Jeder der in Arbeit stehenden Stueeateure hat sich ver- I pflichtet, täglich 1 Mk. zu Gunsten der sttikenden Berufs- I genoffen zu zahlen. — Die Küfer sind neuestens auch in I
die Lohnbewegung eingetreten. In einer vorgestern ab- gehalteuen Versammlung beschlossen sie zunächst, den 1. Mai als Arbeitertag zu feiern.
— Zu dem Brande in der Schuhfabrik von Herz u. Comp. verdient bemerkt zu werden, daß die Firma auch während dieses unfreiwilligen Ausstandes ihren zahlreichen Arbeitern den seitherigen Lohn zahlt. Sie ist bemüht, mieth- weise Räumlichkeiten zu bekommen, in welchen der Betrieb provisorisch fortgesetzt werden kann, lieber die Entstehungsursache des Brandes verlautet noch nichts Bestimmtes, ebenso ist der Schaden noch nicht genau feststellbar. Nach der einen Schätzung beträgt der letztere 700,000 Mk., nach der anderen eine Million Mk.
* Hagenau, 10. April. Für das geplante Kaiser FriedrichDenkmal bei Wörth sind bis jetzt 200,000 Mk. gesammelt. Die Armee hat sich daran allein mit mehr als 90,000 Mk. betheiligt.
* Der Automat hat abermals eine neue Verwendung bekommen. Er hat sich von der Lieferung materieller Genüsse gegen Einwurf eines Geldstücks jetzt geistigeren Interessen zugewendet. Lieferte er früher neben den Cigarren, Choeoladeu, Blumensträußchen und Zeitungen in England, wenigstens in England, auch Hammelsteaks und Bratwürste — „warm sind se noch" — so hat jetzt in Westminster der erste Automat Ausstellung genommen, der wahrsagt. Die Geschichte ist sehr einfach. Wie auf der Automatenwaage durch Einwurf eines Nickels sich ein Zeiger in Bewegung setzt, der dem Kunden das Gewicht anzeigt, so besteht der neue Automat in Form eines Tisches aus einer großen Scheibe, die ringsum in farbige Felder eingetheilt ist, von denen jedes einen Spruch enthält. In der Mitte ist ein Teufel ausgemalt und in der Hand hält er einen beweglichen Zeiger. Sobald das Geldstück in den Automaten ge warfen, setzt sich dieser Zeiger in sausende Bewegung. Er fliegt im Kreise umher, bis er erschöpft an irgend einer Stelle Halt macht und mit dem Finger, in den er ausläuft, auf einen Spruch deutet: Das ist dein Schicksal! Und in England scheint man Gefallen daran zu finden, wenigstens ist diese neueste Abart der „Madame Lenormand" stets belagert. Es ist auch gar nicht ersichtlich, warum das Vertrauen in den Automaten ein geringeres sein sollte als zu den Damen, die sich in der geheimnißvollen Form einsilbig und einzeilig in einigen Berliner Zeitungen empfehlen: „Frau Schulze, Ackerstr. Nr. 300, von 9 bis 9." Will man einen Schluß aus diesen Anzeigen auf die Rentabilität oer neuen Wahrsage-Automaten ziehen, dann müßten dieselben Dividenden bezahlen, gegen welche die besten Pferdebahn- Anlagen wie Capitalsverschleuderungen erscheinen. Denn es ist geradezu erstaunlich, welche Beträge allein für die Inserate von Wahrsagerinnen verausgabt werden. Frauen, die in obseurer Gegend, im Quergebäude vier Treppen hoch wohnen und augenscheinlich keinen weiteren Erwerbszweig haben, geben, nach der Häufigkeit ihrer Anzeige zu schließen, wenigstens 10 bis 20 Mk. monatlich aus. Viel Seide werden sie zwar dabei auch nicht spinnen, sonst würden sie vermnthlich nicht da wohnen, wo man sie aufsuchen muß, aber um auf die Kosten zu kommen, müssen sie doch täglich recht oft Zuspruch haben und es sind leicht in Berlin allein ein halbes Hundert pythischer Oraklerinnen zu ermitteln, die, wenn sie nicht selbst auf Dreifuß sitzen, die Dämpfe der brodelnden Kaffeekanne entströmen lassen, die ihre unzertrennliche Begleiterin ist. Der Wahrsager-Automat würde diesem Erwerbszweige voraussichtlich scharfe Coneurrenz machen.
* Auch eine schöne Gegend. Fremder: „Köstlich! Erklären Sie mir doch einmal ein Bischen die Gegend, guter Mann!" — Einheimischer: „Jawohl. Sehen S' die Mühl' dort? Dort hat d' Müllerin ’n Müller umbringen lassen. Und in dem Kirchl' dort, wo der Thurm 'rausschaut, haben s' z' Pfingsten d' Monstranz g'stohlen und alle Meß- g'wänder. Dort hint' bei dem Hölzl is um Weihnachten a Jaga derschlagen worden. Links von dem Ort sehen S' a Haus, da haben s' vor drei Wochen an Bua'm beim Kammerfensterln derstochen." — Fremder: „Nun, .ich danke Ihnen, ich kenne mich jetzt schon aus- es ist eine wunderschöne Gegend!"
— Allen an Catarrh Leidenden, die sich Erleichterung und Linderung verschaffen wollen, seien angelegentlichst Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen empfohlen. 3—6 Pastillen in heißer Milch aufgelöst und in wiederholten Gaben heitz getrunken, üben einen wohlthättaen Einfluß auf die c-tarrhalisch afficirten Organe aus, bewerkstelligen eine leichte Schleimabsonderuug und lindern somit die Heftigkeit und die Beschwerden deS Catarrh«. AecbtcSodeoer Mineral-Pastillen find in allen Apotheken und Droauen. ä 85 H zu haben. 65


