Einzelbild herunterladen

m

-

tt«93tyier de«

:ier bege^ ^"= (»«Ja* i'ssar* 6ÄS'9* .brm^'°rsch'°d eine

fr-md»,»»- ?artMen Grenze wies .^Minden Donau-

rntliche Untersuchung be- errt M der Mord

E Zigeuner Sigo ren Sigeuner und drei ^eonsuls, welcher Siao nebst den Mitschuldigen Telegramm aus Meyko M Chirurgencon- lv-Dork abreisen. - An erricht außerordent-

öegenwärtig

3 unmoa-

3 H

»inrieller.

Gietzea, 10. Juli, e heute Morgen in der de mit einem a capelh- erein unter Leitung des elchner jtiomungsooll nelt i&eitit MagnHeenz f Philipp, die Fest­md überaus geistreicher ande der philologischen , die eine gewisse Gering- ijen herbeigesühtt haben. > Reserat über die Hoch-

Verlesung l>er Weile , Die von der theolo- ,atte keinen Bearbeiter zer Weise der juristischen eingeiiesert worden, von bert Heß aus Gieren, ch aus Darmstadt zum vürdig erachtet, an dem nische Facultät erkannte : Arbeiten, nämlich der Hahn aus Gießen her- m^reiS ;u. T)tn *x Am ber G-!chcht° d-s l 66et ati ®*"' tit b£^ermstud.m»tiL

-ter di- m

!5fiS*fN

^»erficher«»g °°°

Je er6etI. bie beut,d,l0fr treten n>«b' z in Krast ^^olt mlt völkerung machen- ; nur dl-»'" ©eroerbe-

6 6 art W ©etnerbetr« ,cnomtneneIt ® glichst ,'rnut '«"" Mich«»

*.**s»

1 flöte«1** gelte « * Lrftti I«1*/' Unb

MO -OK t1" lT ,, wenn .am

entrichtet worden sind, bei Fortsetzung oder Erneuerung des Versicherungsverhältnisses von der Beibringung des Zusatz- cheitrages von 8 Psg. befreit.

Ueber den in nächster Zeit in Gießen (Steins Garten) auftretenden berühmten Cornet-^-Piston-Virtuosen Hugo Türpe ging uns folgende, in derBayerischen Landes­zeitung" abgedruckte Kritik zu:Gleich hohes Lob müssen wir Herrn Hugo Türpe für den Vortrag derFavorit- Fantasie" für Eornet a Piston von Hartmann zollen. Der Künstler embouchirt mit einer geradezu merkwürdigen Leichtig­keit. Wie oft versagt auch dem gewandtesten Pistonbläser der tine oder andere Ton. Bei Herrn Türpe aber kam jedes Nötchen goldhell, die Schwierigkeiten, mit denen die Com- position reich genug ausgestattet ist, scheinen für ihn gar nicht £U existiren.

Vergnügungsreifende machen wir auf den von der Kgl. Eisenbahn-Direction Hannover am 14. Juli von Ham­burg über Gießen-Frankfurt a. M.-Weißenburg nach Basel eingelegten Sonderzug zu ermäßigten Preisen aufmerksam, worüber Näheres aus dem heutigen Inserat zu ersehen ist.

Friedberg, 9. Juli. Heute Vormittag stürzte Dachdecker Carl Schneider von hier von der Salzmann'schen Scheuer und brach beide Arme.

*** Büdingen, 9. Juli. 4 7. Jahresversammlung des Hauptvereins der Gustav-Adols-Stiftung. Wir feierten gestern wieder ein Fest, aber diesmal ein kirch­liches, nämlich das Jahresfest und die Landesversammlung des Gustav-Adolf-Vereins, der schon so viel Gutes gewirkt hat. Von allen Seiten kamen heute die Vertreter der Zweig­vereine, sowie das Präsidium des Hauptvereins hier an, wurden von dem Festcomite empfangen und in ihre Quartiere geleitet. Wie vor acht Tagen ist auch diesmal die Stadt mit Fahnen, Guirlanden und Kränzen auf das Schönste ge­schmückt. Gestern Abend von 7 bis 10 Uhr fand die Sitzung des Verwaltungsrathes und der Abgeordneten der Zweig­vereine im Saale desGasthofs zum Stern" statt. Nur die Hauptpunkte der Verhandlungen mögen hier kurz ange- deuter werden. Der Hauptverein kann über folgende.Gaben verfügen: An den Centralvorstand 6000 Mk.; zur Schulden­tilgung an drei hessische Gemeinden 2500 Mk.; an 20 andere hessische Gemeinden 12 334.45 Mk.- an Gemeinden außerhalb Hessens 3785 Mk.,- unter letzteren befinden sich Gemeinden in Württemberg, Bayern, Baden, Elsaß-Lothringen, Oesterreich, Bosnien, Ungarn, Rumänien, asiatische Türkei, Frankreich, Belgien, Italien, Rußland, zusammen an 75 verschiedene Gemeinden. Die Gesammtsumme der Zuwendungen beträgt die stattliche Summe von 24 619.45 Mk. Die heutige Fest- collecte soll den unbemittelten Gemeinden Herbstein und Viernheim zugewandt werden. Als Festort für nächstes Jahr ist Langen, auf dessen Einladung, erwählt worden. Hiesige 'Gustav-Adolfs-Freunde haben eine besondere Festgabe durch freiwillige Beiträge dargebracht, nämlich zwei sehr schöne Abendmahlskelche und eine Patene. Ungemein interessant sind zum Schluffe die Mittheilungen des Herrn Pfarrers Zähringer aus Weinheim in Baden über Pfennigsammlungen für den Gustav-Adols-Verein. Diese Sammlungen finden in Baden unter der geschilderten Form einen solchen Anklang, daß sie das 10 bis 15sache einbringen und dabei den Haupt- collecten nicht allein nicht schaden, sondern ihnen eher noch nützen. Es sollen auch bei uns Proben damit gemacht werden. Nach diesen sehr interessanten Verhandlungen fand gesellige Vereinigung auf derRosenhöhe" (Fürstenhof) statt. Der heutige Festzug, welcher sich aus dem Marktplatze aufstellte und der durch die vorherrschend dunkle Kleidung der Fest- Iheilnehmer einen ernsten, feierlichen Eindruck machte, bewegte sich nach der schönen, geräumigen Stadtkirche. Einen lieb­lichen Eindruck im Zuge machten die mit Schärpen und Blumensträußen geschmückten Schulmädchen. Der Festgottes­dienst, welcher bis gegen 1 Uhr dauerte, wurde durch Gesänge desLiederkranzes" und desCasinogesangvereins" ver­herrlicht. Um 2 Uhr beginnt das gemeinschaftliche Mittag­essen im Gasthof zumStern" und um 5 Uhr findet gesellige Vereinigung auf derSaline" statt.

x Elpenrod, 9. Juli. Der heute unter einem großen Gefolge Leidtragender beerdigte älteste Mann der hiesigen Gemeinde wie der Umgegend, Philipp Kömpf, dessen Tod bereits mitgetheilr wurde, hinterläßt einen Kreis von 144 noch lebenden Kindern, Enkeln und Urenkeln.

x Elpenrod, 9. Juli. Ein Beispiel fürabsond er- lidje Brütplätze der Vögel" bietet das Schiff unserer Kirche. An einer Wand desselben, unweit der Kanzel, hat ein Rothschwänzchenpaar sich einen dort hängenden Mooskranz, welchen die Schüler zur Confirmation gefertigt und hierhin gehängt, zu seinem Neste erkoren. Zur Zeit befinden sich Junge im Neste und die fürsorglichen Eltern lassen sich selbst durch den sonntäglichen Gottesdienst in ihrer Ernährungs­arbeit nicht stören. Die Vögel sind so zutraulich, daß sie die seit einiger Zeit in der Kirche vorgenommenen Restau- rirungsarbeitert*nicht im geringsten geniren, ja jedenfalls sind gerade die letzteren, da während derselben das Kirchthor offen steht, die Veranlaffung zur Aussuchung des absonderlichen Brutplatzes.

= Ulrichstein, 9. Juli. Als Beweggrund zum Selbst­mord des Gendarmen Sch. ist eine an ihm in den letzten Tagen ersichtliche Gemüthskrankheit zu'bezeichnen. Der Un­glückliche muß sich mit einer Platzpatrone oder mit Wasser- ladung getödtet haben, da der ganze Kopf so zerschmettert war, daß die Gehirnmasse oben an einem Baum hing. Der Helm, auf dessen Spitze der Mündungsdeckel des Gewehres sich befand, stand neben dem in sitzender Stellung sich befind­lichen entseelten Körper.

Dermifd^tes.

* Darmstadt, 8. Juli. Die Landesbaugewerk­schule hat neuerdings ihr Programm für den Winter 1890/91 versandt. Dieselbe soll Bauhandwerkern, Maschinen- und

Mühlenbauern, Mechanikern und anderen Metallarbeitern Gelegenheit bieten, sich die für einen selbstständigen Gewerbe­betrieb erforderlichen theoretischen Kenntnisse, sowie die noth- wendige Fertigkeit im Zeichnen zu erwerben. Ebenso dient die Schule zur Ausbildung von Werkmeistern, Parlieren, Bauaufsehern u. s. w. Die Schule umfaßt vier Abteilungen, drei für Bauhandwerker (Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Glaser, Weißbinder, Zimmermaler, Stukkateure, Ziegler, Töpser, Pflästerer u. s. w.), eine für Schlosser, Gürtler, Installateure, Spengler, Mechaniker, Maschinen- und Mühlenbauer, Pumpenmacher. Um strebsamen Hand­werkern die Anstalt leicht zugänglich zu machen, werden für die erste Abtheilung der Bauhandwerker, sowie für die Ab­teilung der Metallarbeiter nur diejenigen allgemeinen Kennt­nisse vorausgesetzt, welche in der Volksschule erworben werden können. Außerdem wird der Nachweis einer mindestens anderthalbjährigen Beschäftigung in einem technischen Gewerbe verlangt. Die Bildung einer oberen Abtheilung für Metall­arbeiter ist im Werke. Anmeldungen zur Aufnahme haben bis zum 10. October bei sder Großherzoglichen Centralstelle für die Gewerbe in Darmstadt zu geschehen, der Unterricht beginnt am 15. November und dauert bis Mitte März. Das Unterrichtsgeld für die viermonatliche Dauer beträgt 40 Mk., die Ausgaben für Kost und Logis belaufen sich auf etwa 180 bis 200 Mk., für Schreib- und Zeichenmaterialien u. s. w. auf etwa 60 Mk. Gegenstände des Unterrichts find: Freihandzeichnen- darstellende Geometrie- Schatten- constructionen - Perspective- Bauconstructionen - Bauzeichnen- Maschinen-Zeichnen und -Construiren- Fachzeichnen für andere Gewerbe- Aufnahme und zeichnerische Darstellung von Bau- theilen, Gebäuden, Maschinen Juni) Werkzeugen - Entwerfen einfacher Bauanlagen und Maschinen- kunstgewerbliches Zeichnen. Ferner: technisches Rechnen- Buchstabenrechnung- Geometrie - Elemente der Trigonometrie - Physik und Mechanik - Festigkeits- und Stabilitätsberechnungen- Feldmeßkunde 'und Planzeichnen- gewerbliche Buchführung und Wechsellehre - Abfaffung von Geschäftsaufsätzen- Materialienkunde- Aus­stellung von Kostenvoranschlägen- Modelliren.

Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Todt- geborenen, betrug in der Woche vom 22. bis 28. Juni in Mainz mit Castel 33, in Darmstadt 22, in Offenbach 21, in Worms 18 und in Gießen 7, zusammen 91, darunter 37 im ersten Lebensjahre. Die Todesursache anlangend, verstärken an Masern und Rötheln 1 (Worms), an Rachen­bräune 4 (Darmstadt, Offenbach, Worms und Gießen je 1), an Keuchhusten 1 (Mainz), an Unterleibstyphus 1 (Mainz), an Diarrhoe und Brechdurchfall 22 (Mainz 8, Darmstadt 1, Offenbach 8, Worms 5), an Wochenbettkrankheiten 4 (Mainz), an Lungenschwindsucht 8 (Mainz 4, Darmstadt und Worms je 1, Offenbach 2), an acuten und entzündl. Krankheiten der Athmungsorgane 4 (Mainz 2, Darmstadt und Offenbach je 1, an Gehirn-Apoplexie 5 (Mainz und Darmstadt je 2, Gießen 1), gewaltsamen Tod 2 Personen (in Mainz).

O Mainz, 9. Juli. In der Zett vom 12.14. Juli d. I. begeht der Mainzer Männergesangverein das Fest seines 25jährigen Bestehens. Mit einem Stamm von nur 13 Sängern gegründet, ist der Verein bis heute mit über 350 Mitgliedern einer der stärksten Gesangvereine hie­siger Stadt geworden. Das Festcomite, an dessen Spitze die Herren Oberbürgermeister Dr. Oechsner (Vorsitzender) und Provinzialdirector Geheimerath Küchler stehen, hat alle Vor­bereitungen für ein glückliches Gelingen des Jubelfestes ge­troffen, die theilnehmenden Gesangvereine sind seit Langem eifrigst mit den Proben beschäftigt, so daß man also genuß­reichen Stunden entgegensetzen darf. Neben dem festgebenden Vereine und den Mainzer Gesangvereinen Liedertafel, Lieder­kranz, Cäcilia, Einigkeit, Liederzweig, Sängerbund, Sänger­kranz und Sängerkreis, betheiligen sich von auswärtigen Vereinen: Cäcilia - Wiesbaden, Liederkranz - Aschaffenburg, Liederkranz-Bockenheim, Liederkranz-Friedberg, Liedertafel- Darmstadt, Männergesangverein-Darmstadt, Männergesang- verein-Wiesbaden, Melomania-Aschaffenburg und Sängerchor des Wiesbadener Lehrervereins, ferner Deputationen des Gefangverein-Castel, Liederkranz-Gießen, Neeb'scher Männer- chor-Frankfurt a. M. und Männergesangverein-Ludwigsburg. Die offizielle Jubelfeier findet am Samstag Abend 7 Uhr in der Stadthalle bei Militärconcert und Gesangsvorträgen der Mainzer Vereine statt. Sonntag früh'9 l/, Uhr ist großer Festzug vom Bahnhofsplatz durch die Stadt nach der Stadt« Halle- daselbst Ehrentrunk und Begrüßung der Sänger, so­wie Beglückwünschung des Jubilar-Vereins durch Herrn Ober­bürgermeister Dr. Oechsner Namens der Stadt Mainz. 11 Uhr Generalprobe fürCoriolan", dramatische Scene, gedichtet von dem Ehrenpräsidenten Jos. Laufs, componirt von Fr. Lux und unter dessen Leitung. Mittags 4 Uhr Festconcert in der Stadthalle unter Mitwirkung der städtischen Capelle, Frl. Frieda Schletterer-AugSburg (Coloratursängerin), Frau Johanna Reuter-Mainz (Sopran), Herr Hofopernsänger L. Krauß-Berlin (Tenor), sowie der auswärtigen. Gesang­vereine, von welchen jeder einen Chor vorträgt. In der zweiten Abtheilung (Coriolan) sind die sämmtlichen Mainzer und der Aschaffenburger Verein zu einem mächtigen Chor vereinigt. Abends 9J/2 Uhr ist Festball in der Stadthalle, Montags Frühschoppen daselbst, Mittags von 5 bis 7 Uhr Concert der städtischen Capelle in derNeuen Anlage", mit Gesangsvorträgen, Abends von 811 Militärconcert in der Stadthalle mit Gesangsvorträgen der anwesenden Gesang­vereine.

* Marburg, 8. Juli. Eine entsetzliche Blutthat ist in vergangener Nacht hier verübt worden. Der Tag­löhner Heinrich Michel, aus Cölbe gebürtig, wurde in der Nähe der Elisabethkirche gegen Mitternacht erstochen. Wie die amtlichen Ermittelungen ergeben haben, kam Michel mit mehreren Bekannten aus der WirthschastZum Anker" und ging mit diesen die Straße hinunter. In der Nähe der ' Elisabethkirche gerieth er mit einem auf der Straße stehen­den Menschen geringfügiger Ursache halber in Wortwechsel, woraus der Unbekannte sofort fein Messer zog. Michel be­

waffnete sich hieraus mit einem am Wege liegenden Knüppel, indessen, ehe er seinen Gegner abwehren konnte, erhielt er einen wuchtigen Stich in den Oberschenkel, woraus der Thäter flüchtete. Michel wollte hinter ihm herlausen, doch nach wenigen Schritten brach er zusammen und starb auf der Stelle, da der Stich eine Hauptarterie zerschnitten hatte. Der Mörder hatte sich inzwischen in eine nahegelegene Wirth­schast begeben und in aller Ruhe ein Glas Bier getrunken. Er wurde hier von einem Soldaten festgenommen, als er flüchten wollte. Es ist ein hier in Arbeit stehenderPollake" Namens Melitzky aus Minetten bei Insterburg. Er will total betrunken gewesen sein. Der Ermordete ist ein junger Ehemann, Vater zweier Kinder.

*-n Krofdorf, 8. Juli. Verflossenen Sonntag und Montag feierte der hiesige Turnverein sein 3. Stiftungsfest. Obwohl, nach den vorausgegangenen Tagen zu urtheilen, kein schönes Festwetter zu erwarten war, blieb der Himmel den Turnern doch gewogen und verschonte sie mit seinem häufig drohenden Regen., Das Fest nahm dadurch einen über alles Erwarten schönen Verlauf und das Programm konnte ungestört durchgeführt werden. Nachdem der Festzug auf dem Festplatz angelangt, begrüßte Herr Turnwart Ed. David die Versammelten in einer sehr sympatisch aufge­nommenen Ansprache, worin er vor allem den Krosdorfer Jungfrauen für das dem Verein geschenkte Fahnen-Bandelier dankte und unter Anderem auf die große Bedeutung des Turnens hinwies, sowie das seitherige Wirken und Schaffen des noch jungen, jetzt ca. 120 Mitglieder zählenden Vereins schilderte, er schloß mit einem begeistert aufgenommenen Gut Heil auf die Deutsche Turnerschaft. Dem hieraus folgenden Schauturnen widmete das Publicum das regste Interesse und manche Uebung wurde durch Beisallrufe gekrönt. Um 6 Uhr begann das Tanzvergnügen, welches durch Gesangvorträge vom hiesigen und Gleiberger Gesang- und hiesigen Turn­verein abwechselnd und Abends durch» einen Lampions-Reigen unter Leitung des zweiten Turnwarts Herrn Am end unter­brochen wurde. Tribüne und Festplatz waren schön decorirt und Abends mit Lampions beleuchtet, was einen hübschen Anblick bot.

Moltke über das Trinken.

Daß Gras Moltke ein Freund strenger Mäßigkeit im Genuß geistiger Getränke ist, weiß man längst, aber dadurch verliert die nachfolgende Aeußerung, welche der ehrwürdige Feldmarschall an die Redaction der in Dresden erscheinenden Mittheilungen zur Bekämpfung der Trunksucht" gerichtet hat, nichts von ihrer Bedeutung.

In ausländischen und auch wohl einigen deutschen Zeit­schriften war Moltke das Wort zugeschrieben worden, das Bier sei der ärgste Feind Deutschlands- da die genannte Redaction an der Richtigkeit dieser Mittheilung zweifelte, bat sie Graf Moltke um Aufklärung und erhielt unterm 22. Juni aus Cudowa folgende Zeilen:

Den Ausspruch,Bier sei der ärgste Feind Deutsch­lands", kann ich niemals gethan haben. Im Gegentheil, ich wünschte, wir könnten unseren Leuten ein gutes, leichtes Bier wohlfeil Herstellen. Der Preis von 15 und selbst von 10 Psg. ist für sie zu hoch.

In Süddeutschland hat man den billigen Zider, bei uns in Norddeutschland ist leider nur der Schnaps wohlfeil.

Ich selbst trinke weder Bier noch Branntwein, aber den Alcohob ganz zu verbannen, halte ich weder für wünschens- werth, noch für ausführbar, z. B. im Felde oder nach erschöpfender Arbeit, wo es darauf ankommt, die Kräfte wenn auch nur vorübergehend wieder zu beleben. Ver­derblich und allerdings einer der größten Feinde Deutsch­lands ist nur der Mißbrauch des Alcohols, und der findet leider in hohem Maße statt.

Ein gesunder Mensch braucht bei mäßiger Anstrengung überhaupt kein solches Reizmittel und es für Kinder zu ver­wenden, wie es leider vielfach geschieht, ist geradezu frevel­haft. Dasselbe gilt für die Naturvölker, die auch nur Kinder sind.

Ich wünschte, daß Kaffee, Thee und leichtes Bier wohl­feil, Branntwein theurer wären.

Ergebens!

Gr. Moltke, F.-M."

Möchten doch diese Worte überall bekannt und nach Gebühr beherzigt werden! Die Vergiftung der Kinder mit Alcohol und die gleiche Vergiftung der Naturvölker verurtheilt Moltke entschieden- welcher einsichtige Menschenfreund thäte es nicht? Möchten doch endlich diejenigen, welche dabei be- theiligt sind, umkehren!

Itnitxrfiiäts - Nachrichten.

Aus Jena, 8. Juli, wird geschrieben: Auf den Lehrstuhl für practische Theologie an der hiesigen Universität ist der Prioat- docent Lio. theol. O. Baumgarten, gegenwärtig Vorsteher des städtischen Waisenhauses zu Berlin, berufen.

An Stelle des nach Heidelberg berufenen Prof. Neumann ist der Assistent an der Universitätsbibliothek zu Erlangen, Privat- docent Dr. Gottfried Baist, als ordentl. Professor der romanischen Philologie nach Freiburg i. Br. berufen worden.

Limburg, 9. Juli. (Fruchtmarkt). Rother Weizen19.-, weißer Weizen 18.70, Korn JL 14.05, Gerste JL, Hafer JL 9.30, Erbsen JL, Kartoffeln JL.

Gottesdienst der isratlitischtn Kktigiönsgesestschast

Frettag Abend 780 Uhr, Samstag Vormittag 800 Uhr, Samstag Nachmittag 4« Uhr, Samstag Abend 9« Uhr.__

Temperatur der Lahn und der Lust

am 10. Juli, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 131 /2, Luft 14 Gr.

Briefkasten.

Herrn E. W. in Plötzensee bet Berlin. Der Artikel in 155 war doch so schlimm nicht. Lesen Sie aefl. denselbm noch einmal durch und Sie werden finden, daß derselbe am Schluß wieder gut macht, was er zu Anfang krittstrte. Frdl. Grutz. N ed.