Ausgabe 
11.5.1890 Zweites Blatt
 
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Sonntag den n. Mai.

Gietzener Anzergev.

Beilage zu Nr. 109. - 1890.

politifd?e Uevevfieht.

Gießen, 8. Mai.

Der Seniorenconveut des Reichstages hielt am Donners­tag seine erste Sitzung ab, in welcher die geschäftliche Lage im Reichstage das Hauptthema der Verhandlungen bildete. Wie gemeldet wird, glaubt der Seniorenconvent bei Erledig­ung aller Vorlagen die Session bereits Mitte Juni schließen zu können, welche Annahme aber in parlamentarischen Kreisen auf starke Zweifel stößt. Dieselben sind auch durchaus ge- rechtfertrgt, denn es ist durchaus nicht ersichtlich, wie der Reichstag bei gewissenhafter und gründlicher Erörterung der einzelnen Beralhungsstoffe mit seinem Arbeitspensum bis zu dem gedachten Zeitpunkt fertig werden will.

Der dieser Tage erfolgte Rücktritt des bayerischen Kriegs­ministers v. Heinleth hängt, wie aus München gemelöet. wird, nicht nm polmschen Gründen zusammen, sondern ist durch die angegriffene Gesundheit und das vorgerückte Alter des Generals begründet. Der neue Kriegsminister, General­lieutenant v. Safferling, war zuletzt Commandeur der 2. bayerischen Division und steht bereits seit 1845 iin Militär­dienst seines engeren Vaterlandes.

Major Wißmann wird nach der Einnahme Kilwa's noch einige Zeit m diesem Hafenplatz bleiben, um eine wirk­same Verthewigung desselben zu organisiren, da verlautet, die Rebellen würden die Wiederbesetzung Kilwas versuchen. Es scheinen demnach noch scharfe Kämpfe zwischen dem Wiß- mann'schen Expeditionscorps und den aufständischen Arabern im Süden des deutjch-ostafrikanischen Schutzgebietes bevorzu­stehen. Von der Nordgrenze deffelben werden Kämpfe zwilchen den Truppen des Sultans von Witu und den Einwohnern der Insel Pattai gemeldet und da der genannte Herrscher der Bundesgenosse der Deutschen ist, so werden dieselben inöglicher Weise in diese Verwickelungen hineingezogen werden. Von dem ehemaligen Rebellenführer Bwana Heri heißt es, daß derselbe sich weigere, nach Saadani zurückzukehren, falls seine Sicherheit nicht von sämmtlichen Consuln in Zanzibar verbürgt werde.

In Paris ist das Gerücht allgemein verbreitet, die Staatsanwaltschaft wolle gegen den Grasen Lesseps Anklage wegen gesetzwidriger Vorgänge in der Panama. Canal-An- gelegenheit erheben. Bei der angesehenen Stellung, welche bt,r greise Lesseps in der französischen Nation einnimmt, er­regt die Nachricht begreiflicher Weise großes Aufsehen.

Die bekannte Bestechungsangelegenheit des russischen Marinecapitäns Schmidt scheint im Sande verlaufen zu wollen. Schmidt wurde, wie übereinstimmende Privcttmel- düngen aus Petersburg besagen, wieder auf freien Fuß ge­setzt, angeblich, weil ihm der Verkauf amtlicher Schriftstücke über den VertheidigungSplan von Kronstadt, dessen er beschul­digt worden war, nicht genügend nachgewiesen werden konnte. Er ist jedoch seiner dienstlichen Stellung ohne Aussicht auf Wiederanstellung enthoben worden; ob Schmidt von der russischen Negierung auch die Weisung empfangen hat, das Land zu verlassen, wie man wiffen will, scheint indessen noch nicht festzustehen. Die ganze Angelegenheit erscheint noch ziemlich räthselhaft, doch ist es fraglich, ob man über den wirklichen Sachverhalt je einen glaubwürdigen Aufschluß er­halten wird.

Deutsches Reich.

nn. Darmstadt, 8. Mai. Heute Nachmittag ist bereits der Marstall Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, bestehend aus 16 Pferden und der dazu gehörigen Diener­schaft, nach Friedberg abgegangen. Im Gefolge Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs werden sich die Herren Oberst-Hosmarschall v. Westerweller, v. Anthoni, der per­sönliche Adjutant Hauptmann v. Röder zu Diersburg, sowie Oberstallmeister v. Rabenau befinden. Der Aufenthalt der Großh. Familie in Friedberg wird voraussichtlich bis Ende Mai dauern.

Darmstadt, 9. Mai. Nr. 7 des Amtsb latt es des Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, Section für Justizverwaltung, enthält Ausschreiben vom 15. April 1890, betr. die Dienstführung der Großh. Gerichtsvollzieher.

Berlin, 9. Mai. Der Gesammtvorstand des Herren­hauses wird denHamburger Nachrichten" zufolge Samstag Vormittag zusammentreten, um in Anwesenheit des Ministers des Innern, Herrfurth, zur Frage des Neubaues eines Geschäftshauses für das Herrenhaus und für das Abgeord­netenhaus auf dem Terrain des jetzigen Reichstagsgebäudes und des Herrenhauses Stellung zu nehmen. Bisher hat der Gesammtvorstand die ihm vom Minister übersandten Baupläne und Projecte einer vorläufigen Prüfung unterzogen.

Berlin, 8. Mai. Das preußische Herrenhaus plant für den Fürsten Bismarck noch eine besondere Ehre. Es soll

nämlich eine Marmorbüste des ersten deutschen Reichskanzlers im Sitzungssaale aufgestellt werden.

Berlin, 8. Mai. Folgende freisinnige Abgeordnete haben den von der Volkspartei eingebrachten Antrag auf Herab­setzung der Dienstzeit bei der Infanterie unter­stützt: Buddeberg, Friedländer, Funck, Gutfleisch, Hermes (Zauer), Hirsch, Jeschke, Koch, Langerhans, Münch, Munckel, Pflüger (Karlsruhe), Raeithel, Richter, Rüge, Samhammer, Schmidt (Elberfeld), Schmieder, Schneider (Nordhausen), Träger, Uhlendorff, Wilisch, Wöllmer und Zangemeister.

Suhl, 7. Mai. Im Lause der nächsten 18 Monate werden von sämmtlichen Cavallerie-Regimentern des deutschen Heeres Offiziere hierher commandirt werden, welche sich über die an den neuen C ar ab in er n vorkommenden Aus­besserungsarbeiten unterrichten sollen. Von den etwa 180 Offizieren werden jedesmal zehn vier Wochen lang hier verweilen.

Locales ttnö provinzielle».

Gießen, 10. Mai.

Nach einem im Verordnungsblatt für die evangelische Kirche des Großherzogthums Hessen veröffentlichten Verzeichniß fielen im letzten Vierteljahr 1889 folgende Geschenke und Verm'ächtnisie oberhessischen Gemeinden für evangelisch-kirchliche Zwecke zu: An die Kirche Hemmen, von Lehrer Eurichs Eheleuten, eine Bibel im Werthe von 3 Mk. Landrnann'sche Stiftung zu Rendel, von Karl Runck aus Newyork, 400 Mk., wovon 100 Mk. und die jährlichen Zinsen der übrigen 300 Mk. unter die Ortsarmen vertheilt werden sollen. Stadtkirche Friedberg, Ungenannt, das Anstreichen der Thüre und Vergolden der eisernen Thorspitzen, zusammen im Betrage von ca. 400 Mk. Confirmandenstiftung in Burg-Gräsenrode, von den Confirmanden daselbst 8 Mk. Kirche Nieder-Bessingen, von Frl. Louise Frank zu Villa Bella bei Engers, 150 Mk. zur Orgel-Reparatur und Ausschmückung der Kirche. Kirche Nieder-Erlenbach, von Maurermeister H. Philipp Filz zu Frankfurt a. M. 20 Mk.______________________________________________

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Bekanntmachung.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß mit dem am 3. Juni d. I. dahier stattfindenden Rindvieh­markt auch

Schweinemarkt abgehalten werden soll.

Lang-Göns, den 10. Mai 1890.

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