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und Queck unter den Wagen, vollständig zermalmt wurde, Der auf so entsetzliche Weise tüchtiger Arbeiter, stand im
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schwere Ladung Thomasmehl hatte, gerieth zwischen Hutzdorf in Folge dessen ihm der Kopf so daß sofort der Tod eintrat.
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* Mainz, 9. April. Eine allgemeine Arbeiter- versammlnng hat hier beschlossen, den Beschlüssen des internationalen Arbeiter-Congresses in Paris beizutreten und am 1. Mai zu feiern. Sie wurde aus Grund des § 9 des Socialistengesetzes polizeilich aufgelöst.
*= Frankfurt, 9. April. Bezüglich des Brandes in der vormals Henninger' schen Brauerei ist noch rnit- zutheilen, daß der Schaden von den solgendeu elf Versiche- ; rnngsgesellschaften zu tragen ist: Berlinische, Leipziger, Hel- ' vetia, Deutsche und Feuerversicherungsbank in Gotha, Westdeutsche in Essen, Transatlantische zu Hamburg, Preußische National zu Stettin, Colonia, Providentia zu Frankfurt a. M. und Bayerische Hypothekenbank in München. Wie ich Ihnen schon mittheilte, ist die Henninger'sche Brauerei eine der best- angelegten und eingerichteten nicht nur Frankfurts, sondern vielleicht Deutschlands. Die Betriebsgebäude sind in einzelne feuersichere Compartiments getheilt, welche durch eiserne Doppelthüren mit einander verbunden sind. Die Böden sind fast nur aus Eisen hergestellt, die Treppen im Innern nur aus Stein. Feste eiserne Feuerleitern führen bis über da- Dach. Die Brauerei besitzt eine eigene Feuerspritze, sowie Hydranten mit 5 Atmosphären Druck, direet gespeist aus dem nahen Seehossreservoir. Dennoch hat das entfesselte Element keinen geringen Schaden angerichtet. Gegen 200 Ballen Hopsen und sonstige Brauingredienzien sind ein Raub der Flammen geworden, ferner sämmtliche Borräthe im östlichen Mälzereigebäude re. Glücklicherweise blieb der westliche Theil des Mälzereigebäudes mit ca. 60,000 Ctr. Gerste vom Feuer verschont. Der Betrieb ist, wie die Direetion anzeigt, nur etwa 10 Tage unterbrochen.
. *== Frankfurt, 9. April. Noch hatte sich der Schrecken
über das riesige Feuer in der Aetienbrauerei vormals Henninger und Sohne nicht völlig gelegt, da erschreckte verwichene Nacht die Sturmglocke die Einwohnerschaft von Neuem. In der großen und weit über die Mauern Frankfurts hinaus bekannten Schuh sabrik von Otto Herz u. Cie. in der Nie denau war Feuer ausgebrochen. Obgleich die Feuerwehren rasch zur Stelle waren, gelang es nicht, von dem großen Fabrikgebäude etwas zu retten. Dasselbe brannte bis auf die Umsassungsmauern nieder und die Feuerwehr konnte weiter nichts thun, als den Brand aus seinen Herd zu beschrän ten versuchen, was auch gelang. Der Schaden soll gegen eine Million Mark betragen. Versichert ist die Fabrik bei der Aachen-Münchener Feuerversicherungs-Gesellschaft. 300 Arbeiter sind durch den Brand Plötzlich brodlvs geworden.
arbeitet wurde. Es wird daher Brandstiftung vorliege.
* Frankfurt, 9. April. In Schreckensnachricht die andere.
— Sonntag den 13. April, Nachmittags V24 Uhr, findet im Saalbau zu Friedberg die Generalverfammlung des Obstbauvereius in der Wetterau für 1890 statt. Tagesordnung : 1. Bericht des Geschäftsführers- 2. Bericht des Vorstandes über den Voranschlag - 3. Wahl des Präsidenten und Vieepräsidenten auf 3 Jahre - 4. Anträge - 5. Vortrag Über Feldgemüsebau und Errichtung einer Conscrvensabrik.
Bad Nauheim, 8. April. Unser sonst so friedliches Städtchen war in der letzten Nacht der Schauplatz eines blutigen Excesses. Ein hier bediensteter ostpreußischer Fuhrknecht hatte, von dem Genuß geistiger Getränke aufgeregt, mit einem von hier gebürtigen Butzbacher Dragoner in einer Wirtschaft einen Wortwechsel, dem durch die Intervention des Wirths ein Ende gemacht wurde. Nach Mitternacht trafen beide Parteien auf der Straße wieder zusammen- hier erhielt nun der Soldat meuchlings von seinem Gegner und dessen zum Besuche hier weilenden Bruder aus Minden mehrere Messerstiche in den Kopf, so daß der Zustand des Verwundeten Gefahr für fein Leben befürchten läßt. Der eine der Brüder wurde von der Gensdarmerie in das Hast
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Literatur und rinnst.
— Dichtungen von wunderbarer Tiefe der Empfindung leinm wir in der neuesten Nummer der »Gartenlaube^ kennen. Ihr Verfasser ist kein geringerer als Gottfried Kinkel, dem deutschen Volke längst vertraut als der gemuthvolle Verfasser des kleinen EpoS „Otto der Schütz". Gottfried Kinkel war ein 64jähriger Mann, alt ihm das herbe Geschick rotberfu^, ein heißgeliebtes Töchterlein verlieren zu müssen, ein Kind von solch sonnenhafter Zartheit des M- müths, daß man fast sagen möchte: es war zu zart für diese Ml. In den milgetheilten Gedichten nun strömt der Schmerz desVatty in einer wahrhaft ergreifenden Weise aus, und, obwohl die VeM die letzte seilende Hand des Dichters nickt mehr erfahren haben, stehen wir doch nicht an, sie dem Höcksten beizuzählen, was die deutsche Lyrik zu Tage gefördert hat. Die Gedichte, sieben an « Zahl, sind bis aus ems noch nirgends gedruckt, und auch jenes dn< ist nur wenig bekannt geworden. Man muß sie aber alle zusammen genießen, um die Wirkung dieser herzbewegenden Strophen gan; unö voll zu empfinden.
— Angesichts der jungen, neuerwachten Herrlichkeit der Mui darf man nicht die Hände thatenlos in den Schoß legen, denn 1<5‘ gilt es, Haus und Hof zu schmücken, den Garten rechtzeitig zu bestellen. Practische Winke für die Frühjahrszeit finden wir in dw letzten Dtummern des bekannten Dresdener Frauenblattes Haus", das auch sonst es sich immer angelegen sein läßt, |an< Leserinnen rechtzeitig zu erinnern, wenn im weiten Bereiche vc« Haushaltes etwas geschehen mutz, und das daher mit Recht om Namen eines practischen RatbgeberS für die Frauenwelt verbienr Der Ouartalsbeginn gibt Jedem, der dies Blatt nock nicht « Gelegenheit, durch eine Prodenmnmer sich von feiner SBorljjfW” ju überzeugen, zumal der billige Preis (1 Mk. vierteljährlich) auch den weniger Bemittelten ermöglicht.
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*][ Darmstadt, 9. April. In den Tagen vorn 9. bis 12. April begehen hier das 1. Großh. Dragoner-Regiment (Garde-Dragoner-Regiment) Nr. 23 und das Großh. Feld- Artillerie-Regiment Nr. 25 (Großh. Artillerie-Corps) das Jubiläum ihres 100jährigen Bestehens, indem sie bereits am 6. April auf eine hundertjährige Regirnentsgefchichte zurück- blicken konnten. Zur Theilnahrnc an diesen Festlichkeiten sind bereits zahlreiche Offiziere, die früher den beiden Regimentern angehört haben, gestern Nackmittag auch die Prinzessin Victoria, Prinzessin Ludwig von Battenberg, von Malta kommend, und gestern Abend der Erbgroßherzog, von Coburg zurückkehrend, hier eingetroffen. Der Großherzog gab heute Mittag 2 Uhr im Kaisersaal des Großh. Schlosses dem Offiziercorps des Garde-Dragoner-Regiments eine solenne Tafel, an welcher auch der commandirende General des XI. Armeecorps General der Infanterie von Grolman theil- nahm. Während 'derselben concertirte die Capelle des Garde- Dragoner-Regiments. Heute Abend findet in der Reitbahn der Dragoner-Kaserne ein costümirtes Reiterfest statt, von dessen Glanz man sich eine annähernde Vorstellung machen dürste, wenn wir erwähnen, daß das Heroldscostüm eines Offiziers beispielsweise 400 Mk. gekostet hat. Dieses Reiterfest wird die gesummte Großherzogliche Familie mit ihrer Gegenwart beehren. Außerdem werden der Prinz und die Prinzessin i Christian von Schleswig-Holstein mit den beiden Prinzessinnen- Töchtern, die Landgräsin von Hessen und die Erbprinzessin von Anhalt als Gäste des Großherzogs das Fest besuchen. Dieselben sind heute Nachmittag von Wiesbaden und Frankfurt zu diesem Zwecke hier eingetroffen. Die große Parade des Dragoner-Regiments findet morgen Vormittag 10 Uhr auf dem hiesigen Exercierplatz statt. Es ist zugleich die erste Parade, bei welcher das Regiment mit den neuen roth-weiß beflaggten Lanzen ausrückt. Anerkennungen und Auszeichnungen stehen Seitens des Kaisers und des Großherzogs zu erwarten.
*△ Mainz, 9. April. Heftige Feuersignale verkündeten verflosstne Nacht kurz nach Mitternacht ein Großfeuer. Die weithin bekannte Möbelfabrik von Rauch stand in Hellen Flammen, die mächtig über die Stadt hinloderten. In einer Schreinerwerkstätte des zweiten Stockes seinen Ausbruch nehmend, fand das Feuer an den reichen Holzvorräthen und an den in Arbeit befindlichen Möbelstücken reiche Nahrung, so daß sich die Flammen alsbald der ganzen Fabrikanlage bemächtigten und solche fammt den Maschinen bis auf die Umfassungsmauern in Asche legten. Das durch einen Hof von den Werkstätten getrennte Lager fertiger Möbel konnte gerettet werden, wogegen ein sehr bedeutendes Holzlager, viele angefangene Möbel, sowie zahlreiche werthvolle Modelle ein Raub der Flammen geworden sind. Das unmittelbar an die Rauch'sche Fabrik grenzende bischöfliche Priesterseminar wie auch das Kapuzinerkloster standen in großer Gefahr von den Flammen in Mitleidenschaft gezogen zu werden. An den Dächern beider Gebäude hatte das Feuer schon an verschiedenen Stellen Fortgang gesunden, doch gelang es dem Ihatkrästigen Einschreiten der Feuerwehren, ein Weitergreifen zu verhindern. Bei den Bewohnern des Seminars wie auch des Kapuzinerklosters war durch das Feuer begreiflicher Weise eine große Aufregung entstanden und bemühten sich die Priester und Kapuzinerpatres eifrig, die werthvollen Bibliotheken aus der Feuersgefahr zu schaffen. Heber die Entstehung des Feuers ist noch nichts bekannt.
Heber die Entstehungsursache des Feuers hat man um so weniger einen Anhaltspunkt, als an den drei letzten Tagen (Sonntag, Montag und Dienstag) in der Fabrik nicht ge- die Vermuthung laut, daß
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Schlitz, 3. April. Ein Knecht der Gräsl. Hofgutsverwaltung zu Rimback, welcher am Montag Nachmittag eine "in der Hallenburg abgeholt
Verunglückte war ein solider, 30. Lebensjahre und hinterläßt Frau und zwei Kinder.
*nn. Darmstadl, 9. April. Soeben erfahren wir, daß sich das Offiziercorps des 1. Großh. Hess. Dragoner-Regiments (Garde-Dragoner-Regiments) Nr. 23, welches bekanntlich heute das Fest seines 100jährigen Bestehens feiert und bei dieser Gelegenheit ein großartiges Reiterfest in seiner Reitbahn aufführt, auf allseitiges Drängen entschlossen hat, am Freitag den 11. d. M., Abends 7 Hhr, eine zweite Aufführung dieses Festes folgen zu taffen. Der Eintrittspreis ist auf 5 Mk. festgesetzt und fließt die gesarnrnte Einnahme in die Kaffe zur Unterstützung hilfsbedürftiger Unteroffiziers- familien des 23. Dragoner-Regiments. Der Verkauf der Eintrittskarten wurde Herrn H. Geider, Ludwigstraße 14, übertragen, an welchen auch schriftliche Bestellungen zu richten find. Da die Anzahl der Eintrittskarten eine sehr beschränkte ist, so empfiehlt es sich, dieselben rasch zu bestellen.
den letzten Tagen jagt eine Erst zwei riesige Brände und nun heute, um die Dreizahl voll zu machen, ein Eisenbahnunglück, dem vermuthlich mehrere Menschenleben zum Opfer fallen, wenn auch bis zur Stunde noch kein Todter zu verzeichnen ist. Wie bereits gemeldet, entgleiste nahe der Station Goldstein der um 5 Uhr 25 Minuten fällige Arbeiterzug von Mörfelden nach Frankfurt. Der Zug bestand aus 13 Wagen und war mit mehr als 400 Arbeitern besetzt. Die Wagen, abgesehen vom Packwagen und der Locomotive, waren mit älteren Bremsvorrichtungen versehen. Das Un-
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glück passirte etwa 500 Schritte von der Station, wo sich eine automatische Weiche befindet, die der Zug noch kurz vor Einlauf in den Bahnhof zu pafsiren hatte. Die Weiche muß nach Allem, was bis jetzt ermittelt ist, als die Ursache des Unglücks angesehen werden. Statt daß die I Maschinenräder auf die Zunge überliefen, blieben sie zwischen letzterer und der Schiene, wodurch natürlich das Rad ad- gleiten und der Zug auf den Schwellen laufen mußte. Die Maschine bohrte sich alsbald in den Sand ein. Durch das plötzliche Stillhalten hoben sich die Wagen aus den Schienen und die zuerst folgenden fünf dichtbesetzten Personenwagen fuhren in- und aufeinander. Eine entsetzliche Katastrophe entstand, Hülferuse und Jammergeschrei erfüllte die Luft. Das Unglück war so schnell gekommen, daß Niemand Zeit gefunden hatte, den Zug zu verlassen. Aerztliche und andere Hülse war rasch zur Stelle. Die Verwundeten, deren bis jetzt 26 gezählt sind (die Aufregung hatte anfänglich die Zahl verdoppelt), wurden nach Sachsenhausen und Frankfurt gebracht. Bein-, Rippen- und Schenkelbrüche, Quetschungen, Kopswunden 2c. sind die hauptsächlichsten Verletzungen. Bis jetzt ist Niemand tobt, ob der Sensenmann nicht aber doch noch seine Opfer fordert, läßt sich noch nicht sagen. Gewiß ist, daß mehrere schwere Verwundungen vorliegen. Die 5 ersten Personenwagen, in denen die Verwundeten Platz gefunden hatten, sind gänzlich zertrümmert und bilden nur noch ein wirres Durcheinander von Balken, Eifentheilen und Splittern. Die nächstfolgenden 3 Wagen sind nur unwesentlich, die letzten Wagen gar nicht beschädigt. Der Verkehr auf der Strecke ist natürlich gehemmt, die Passagiere müssen dort umsteigen. Ein großes Glück ist es, daß das Unglück nicht einige 100 Meter weiter vom Bahnhofe pafsirt ist, es wäre sonst der Zug eine 10 Meter hohe Böschung herab- gefallen und die Katastrophe eine weit fürchterliche geworden. — Die hiesigen Blätter bringen ein Verzeichniß der Verunglückten. Die Namen derselben haben für auswärts kaum Interesse, da es sämmtlich Arbeiter aus Mörfelden sind. Mit den Aufräumungsarbeiten wurde alsbald begonnen, des« gleichen wurde sofort Untersuchung eingeleitet. Staatsanwalt UhleS erschien persönlich an der Unglücksstelle, ebenso Generallieutenant v. Stülpnagel. Die Direetion der Hessischen Ludwigsbahn, auf deren Strecke der Unfall passirte, versendet folgendes Telegramm:
„Arbeiterzug 151 von Mörfelden ist bei Einfahrt in ; „Station Goldstein gleich hinter dem Herzstück der
1 „Weiche 1 entgleist. Locomotive, Tender und Pack-
„wagen liegen außerhalb des Geleises. Die fünf
„folgenden Personenwagen sind zertrümmert, vier „weitere theilweise entgleist und weniger beschädigt. „Es sind über 20 Personen theils durch Fuß- und „Beinbrüche und Quetschungen verletzt, theils leichter „beschädigt. Aerztliche Hilfe war sofort vorhanden". „Die Verwundeten wurden nach Frankfurt und „Sachsenhausen verbracht. Untersuchung durch die „Staatsanwaltschaft ist sofort an der Unfallstelle ein- „geleitet."
Selbstredend ist die Unglücksstelle tagsüber das Ziel Tausender von Neugierigen.
* Station Goldstein, 9. April, Nachm. 4 Uhr. Die Stätte des Eisenbahnunglücks bietet einen traurigen Anblick. Im sandigen Bahndamm steckt eingewühlt die Locomotive; auf dem Bahnkörper selbst liegen und stehen zertrümmerte Wagen, Wagentheile, Axen, Puffer, verbogen und geknickt wie dünner Draht. Daneben auch, als Erinnerung an unglückliche Menschen, liegt aufgeschichtet eine Anzahl blauer Arbeitskittel nebst Maurergeschirr: Hämmer, Kelle u. dgl. Die Wagen insassen waren größtentheils Maurer von Mörfelden und Walldorf, die mit dem Frühzug nach Frankfurt zur Arbeit wollten. Als ein Glück wird es bezeichnet, daß die Maschine alsbald im Sand stecken blieb. Man spricht davon, daß gegen 100 Personen, größtentheils leicht, verletzt seien, darunter 28 jedoch schwer. Eine Frau ist alsbald ihrer Verletzung erlegen. Es wird noch tagelanger Arbeit bedürfen, bis die Bahnstrecke wieder fahrbar ist- z. Zt. müssen die Passagiere umfteigen und mit je einem anderen Zuge weitem fahren. Der Unfall wird einer Entgleisung zugeschrieben, veranlaßt durch ein Deseet im Geleise.
* Folgende Anecdote aus dem Leben der Kaiserin Augusta, die aus dem Jahre 1870 herrührt, erzählt der „Hannov. Cour.": Als die Kunde von Dem großen Siege bei Sedan in Berlin bekannt wurde, eilten die Berliner Unter die Linden zum königlichen Palais, die Freude mit der Königin, die in Berlin verweilte, zu theilen. Der Berliner Humor ging mit der Begeisterung Hand in Hand. Wie Katzen kletterte die Berliner Jugend am Denkmal Friedrichs des Großen empor - Schutzleute wollten dem Beginnen wehren, ein Wink aus dem Palais, und die Kletterhelden blieben oben. Die Königin freute sich mit dem frohen Volke und ließ auch den lautesten Aeußernngen der Freude freien Lauf. Den ersten kühnen Besteiger des Denkmals, den 17jährigen Lehrling Emil Stanitzky, winkte die Königin zu sich heraus. Er folgte dem Rufe eiligst, doch kehrte er auf halbem Wege um und besann sich : „Nee, ick will ihr wat mitbringen." Dabei. । ließ er sich einen Kranz vom Denkmal herabreichen. So trat er seinen Weg zur Königin an, die ihn mit zwei Fritt richsdor und einer Taffe beschenkte, auf der das Bild des Königs zu sehen war. Als ihn die Königin unter anderem fragte, ob er nicht befürchtet habe, vom Denkmal herab zustürzen, antwortete er keck. „Nanu, nnb wenn der olle Fritze noch dreimal so hoch wäre, seinen Kranz hätte er doch gekriegt." Als ihm die Königin beim Abschied huldvoll die Hand reichen wollte, zögerte er. „Det jetzt nid), königliche Majestät", sagte er verlegen, „der olle Fritze war zu stoobicht. er hat sich lange nich jewaschen!" und dabei zeigte er seine beschmutzten Hände.
Gottesdienst in der Synagoge.
Die letzten Osterntage, 11. und 12. April- Donnerstag Abend 6^ Uhr, Freitag Morgen Uhr-
Abend G3« Uhr, Samstag Morgen 88° Uhr, Samstag Mittag 2
Samstag Abend 7ao Uhr. __ —
Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschasl.
Ostern, Schlußfest am 11. und 12. AprU- -t($
Donnerstag Abend 63» Uhr, Freitag Vormittag 8
Abend 63o Uhr, Samstag Vorm ttag 800 Uhr, Samstag -tack
38o Uhr, Samstag Abend 7»° Uhr-
Schiff-nochH^rchten.
Bremen, 8. April. (Per transatlantischen Telegraph- Der Schnelldampfer Ei^er, Capitän H. Baur, vom Norddeulick« Lloyd in Bremen, welcher am 29. März von Bremen unv a« 30 März von Southampton abgegangen war, ist heute < Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Verkehr, Land- un6 L>olk-wiothschatt
Limburg, 9 April- (Fruchtmarks. Rother Weizen weißer Wetzen 00.00, Korn 13 80, Gerste X 12-00, 0 ' JL 8 40, Erbsen »M 00.00, Kartoffeln JL 0.00.


