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212] Am 13. Januar 1890, Vor­mittags 10 Uhr, soll tm Garmson-Lazareth zu Gießen für 1890/91 be Lieferung der erforderlichen Verpflegungsbedürfnisse und die Abnahme der gewonnenen Küchen­abfälle, Brotreste und Knochen verdungm werden.

Die Bedingungen sind im Gefchäfts- zimmer des Lrzareths einzusehen Großherzogliches Garnison-Lazareth.

364] Die berühmten Wiesbadener HauSmacher Nudeln von C. Weiner keine sog. Fabriknudeln, empfehlen

Schomber und C. Roth.

NB. Die Gegenstände können Freitag den 10. Janu ar, Vormittags von 9 Uhr an, eingesehen werden.

Bemerkt wird, daß der Anfang am Montag mit der Leibwäsche, best. in einer größeren Anzahl meist neuer leinener Herrenhemden, desgl. tuchenen Nachthemden Unterhosen und sonstigen Unterkleidern, und einer Partie ächt wollener Kleiderstoffe gemacht wird.

Die Möbel und das Clavier kommen am Dienstag zur Ver­steigerung.

Nähere Auskunft ertheilt und übernimmt schriftliche Aufträge I. Rothenberger, Gerichtätaxator, Lindenplatz 8.

Holzversteigerung in der Königlichen Ober- föefterei Strupbach. (Förster Seibel zu Wilsbach).

Sonnabend den 25. Ja­nuar e sollen am Thalberg, Di- strict 44 b und 45 a öffentlich ver-

Zusammenkunst Vormittags 10 Uhr im Holzschlage District 44 b am Roß- bacher Pfad. Bei ungünstigem Wetter findet der Verkauf an der eisernen Hand statt. Kausliebhaber wollen daher das Holz vor dem Ter­mine besichtigen.

Fh. Strupbach, 8. Januar 1890. Der Königliche Oberförster:

beiden Opfer, die beiden Knaben zu sehen. Der gräßliche ' Anblick wirkte derart aus das Mädchen, daß es zu Hause < von einer Nervenkrankheit befallen wurde, die jetzt den Tod 1 des blühenden Mädchens im Gefolge hatte. ;

* Mainz, 8. Januar. Die Krankheits- undSterb- ! lich keits zisser ist, wie in den Nachbarstädten, auch hier, abgesehen von der Grippe, die im Rückgänge begriffen ist, zur Zeit eine außerordentlich hohe. In der ersten Woche des neuen Jahres starben hier 60 Personen, gegen 31 im Wochendurchschnitt und 22 in der gleichen Zeit des Vorjahres. Namentlich sind es die Hals-, Brust- und Lungenkranken, unter welchen der Tod ausräumt. Das städtische Kranken­haus ist bis unters Dach in jedem Raum belegt, wie es seit 1870 nicht mehr der Fall war- die Zahl der Aerzte und Wärter wurde verstärkt, ebenso erhielt der Todtengräber Beihilfe.

Unser /^-Berichterstatter ist in der Lage, ein freund­licheres Bild über die Mainzer Verhältnisse zu geben. Er schreibt uns: Aus ärztlichen Kreisen wird die erfreuliche Thatsache constatirt, daß die Influenza hier endlich in Abnah'me begriffen ist. Wie bei allen Epidemien hat die Furcht wesentlich die Vermehrung der Krankheit verursacht und theilt ein vielbeschäftigter Arzt mit, daß 50 pCt. der hier Erkrankten sich sicher nicht erkrankt gefühlt haben würden, wenn nicht die Angst und Furcht die Hauptrolle gespielt hätten. Das Schließen der Schulen wird hier vielfach mißbilligt und zwar mit dem Hinweis, daß die Zahl der Erkrankungen unter der Schuljugend gleich Null ist. Im Uebrigen hat die Krank­heitserscheinung den Handel und. Wandel hier schon ziemlich empfindlich beeinflußt und sogar veranlaßt, daß die auf den kommenden Freitag anberaumte erste Sitzung derNarrhalla" verlegt werden mußte.

* Mainz, 8. Januar. Auf dem hiesigen Hauptpostamt wurde gestern Abend ein frecher Raub verübt. Während mehrere Personen kurz vor Postschluß vor dem Schalter standen, zählte ein Bediensteter der Kleiderfabrik von Brett- heimer hier in Papiergeld einen Betrag von 1100 Mk. auf, der eingezahlt werden sollte. Plötzlich drängte sich ein Bursche von etwa 20 Jahren zwischen die Personen, raffte das Papier­geld von dem Zählbrett und stürzte eiligst davon. In der Verblüffung über den Raub wurde dem Räuber nicht sofort nachgesetzt, wodurch es demselben gelang, zu entkommen.

* 8064 Hunde sind während des verflossenen Jahres in Berlin amtlich getödtet worden. Der weitaus größere Theil derselben war als herrenlos und ohne Maulkorb bezw. Steuermarke ausgegriffen worden, während der geringere Rest auf die thierärztliche Hochschule entfällt, in welcher die Thiere infolge unheilbarer Krankheit oder auf Antrag ihrer Besitzer vergiftet wurden.

* Pittsburg, 2. Januar. In der Neujahrsnacht ver­suchte man das Opernhaus mittelst Dynamit in die Lust zu sprengen. Etwa vierhundert Personen hielten zu der Zeit einen Ball in dem Gebäude ab. Einige Minuten nach Mitternacht fand die erste Explosion statt, welcher eine halbe Stunde später eine weit stärkere folgte. Die Fenster wurden zertrümmert und Alles floh auf die Straße hinaus. Verletzt wurde Niemand, obgleich die Glassplitter im Saale herumflogen.

Ball-Seidenstoffe von 93 Pfge. bis JL 1480 p. Meter glatt, gestreift und gemustert versendet roden- und stückweise porto- und zollfrei das Fabrik-D^M G. Henneberg (K- u- K. Hoflief. Zürich. Muster um» gehend. Briefe kosten 20 Pf. Porto.345

UnwerfitSts - Nachrichten.

Berlin, 7. Januar, lieber den TitelPrivatdocent" hat der Kultusminister an den Rector und Senat der Universität Berlin, sowie an die Kuratoren der anderen Universitäten folgende Verfügung erlassen:In neuerer Zett ist es mehrfach aufgefallen, daß Prtvat- docenten sicb in öffentlichen Anzeigen oder auf Büchern, auf Visiten­karten und dergleichen nicht als solche, sondern mit dem TitelDocent an der Universität" bezeichnen. Ew. Hochwohlgeboren erluche ich ergebenft, vorkommenden Falls darauf aufmerksam zu machen, daß nur der TitelPrivatdocent" mit den geltenden Bestimmungen in Einklang steht."

Mobiliar-Versteigerung.

Montag den 13., Dienstag den 14. Januar und die folgenden Tage,

NachMittags 722 Uhr, werden in der Wohnung des verstorbenen Herrn Cauzleirath Clemm, Güdanlage 17, 2. Stock, nachstehende Mobilien und sonstige Gegenstände öffentlich meistbietend versteigert:

Ein in jeder Beziehung vorzüglich gutes und schönes Tafelelavier, 2 Garnituren, jede bestehend aus Caufeuse, 6 Stühlen, 2 Sesseln eine mit rothbraunem Plüsch- Ueberzug, eine mit blauem Ueberzug, beide Garnituren vorzüglich gut erhalten, Ausziehtisch mit 4 Einlagen und Patent­fuß, ovale und andere Tische, Sophas, Schreib- seeretar, Pfeilerspiegel mit Nußholz- und vergoldeten Rahmen, Kleiderfföcke, Regulateur, Standuhren, Aneroid-Barometer, Bilder, Glasschrank, Kleider und Weißzeugschränke, Gewehrschrank, Bettstellen mit Sprungfeder-Einlagen, Roßhaarmatratzen und Federbetten, sehr schöner und practisch eingerichteter Schreib­tisch mit Aufsatz; ebenso Schreibpult, Bücher- und Aeten- reale, Schreib- und Deckelpapier, Küchenschrank mit Glasaufsatz, Servirböcke, Eisschrank und viele andere Möbel, Küchengeräts Poreellan und Glassachen, vollstän­diges Eßservice für 24 Personen, weißes und sonstiges Küchen­geschirr, Zuber, Fäffee, 48 feinste Herrenhemden, meist nicht getragen, Nachthemden, leinen, neue Unterkleider, besonders Unter­hosen, Filet-Unterhemden und Camisol, Strümpfe, seidene Foulard- tücher, Taschentücher u. Anderes mehr.

NB. Sämmtliche Gegenstände sind bestens erhalten.

Ferner kommt zur Versteigerung: ein Stamm rein italienischer Hühner, bestehend aus 1 Hahn und 12 Hühnern.

Gießen, den 8. Januar 1890.

GroHherzogliches Oetsgericht.

I. A.:

Bogt.

* Newyork, 2. Januar. Unfälle durch Electri- cität. In St. Louis fiel am Donnerstag ein electrischer Draht auf die Straße hinab. Wenige Minuten nachher passirte ein Ehepaar in Begleitung eines Hundes die Stelle.

Versteigerung.

An der Staatsstraße zwischen Lich und Butzbach in der Nähe von Ober­hörgern sollen ca. 15 Stück Nuß­bäume von 3040 cm Stammdurch- meffer nächsten Mittwoch den 15. d. M. an Ort und Stelle loosweise versteigert werden. Die Versteigerung beginnt Vormittags 10 Uhr am Abgang der Münzenberger Straße und wird gegen Butzbach fort­gesetzt.

Gießen, den 9. Januar 1890. Grobherzogliches Kreisbauamt Gießen.

I. V.: 332

Zimmer, Kreisbauaffeffor.

Für Kenner!

Garantirt besten srauzös. (Eognac verkaufe in Wer flaschen und zur Probe auch iedes gewünschte kleinere Quantum.

Otto ruft,

Es ist mir gelungen, einen Posten acht. Emmenth. Schweizer- käse von der Pariser Weltausstellung zu erhalten, welches hierdurch meinen w. Kunden, Freunden und Gönnern mittheile.

ESST Die Waare ist überraschend voll- saftig, schön gelocht und sehr feinschmeckend- Hochachtend

C. G. Kleinhenn, Delikatessen-, Fisch- u Geflügel-Handlung, Bahnhofstraße 59. [365

Vermischtes.

Mainz, 8. Januar. Als heute Morgen der Bureau­diener eines höheren Eisenbahnbeamten in das Bureauzimmer seines Vorgesetzten kam, um rein zu machen, gewahrte er unter dem Vorhang ein Paar blank gewichste Stiefel- im Begriffe, dieselben zu entfernen, sah er erst, daß diese Stiesel Jemand an den Füßen trug und daß dies der vor einigen Tagen entlassene Bureaugehilfe G. sei. Da der Bedienstete nichts Gutes ahnte, wollte er den Entlassenen festhalten- dieser setzte sich aber zur Wehr und gelang es ihm auch, sich aus dem Zimmer hinauszuschlagen und durchzubrennen. Als daraufhin das Zimmer einer gründlichen Untersuchung unter­zogen wurde, gewahrte man, daß ein Pult gewaltsam er­brochen war und ein kleiner Geldbetrag fehlte. Ein anderer Pult zeigte ebenfalls Spuren gewaltsamer Oeffnung, doch hier wurde der Einbrecher wahrscheinlich gestört, so daß er von seinem Vorhaben absehen mußte. Da der Dieb erkannt ist, wird er wohl bald in Haft sein.

Die Kißling'sche Schauerthat hat jetzt noch ein weiteres Opfer gefordert. Ein mit der Familie näher bekannt gewordenes Mädchen von 19 Jahren war nach der Mordthat zu der Frau Kißling gekommen, um diese zu trösten und hatte dabei auch Gelegenheit, den erschossenen Mann und seine

Königs-Reisstärke

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Der Hund berührte den Draht und wurde auf der Stelle getödtet. Die Frau, die nach dem Hunde sah, trat auf den Draht und stürzte bewußtlos zu Boden. Ihr Gatte, der ihr zu Hülfe sprang, erlitt ebenfalls einen heftigen Stoß, aber verlor nicht die Besinnung. Die Frau wurde von einem herbeigerufenen Arzte ins Leben zurückgerufen. Mehrere andere Personen wurden durch zufällige Berührung mit dem Drahte ernstlich verletzt. In einem anderen Theile der Stadt wurde ein Pferd durch Berührung mit einem herabgewehten electrifchen Draht getödtet.

* Richter :Ihr Name und Stand?" Stud. Perkeo : Perkeo, cand. med." Richter:Sie sind beschuldigt, den gegenüberwohnenden Rentner Karl Mayer durch Grimaffen und sonstigen Ulk fortwährend geärgert zu haben. Aber all dies hätte den Kläger nicht zu gerichtlichem Vorgehen bewogen, wenn Sie nicht Ihrem Hunde den NamenMayer" beigelegt hatten." Stud. Perkeo:Allerdings heißt mein Hund so! Aber wollen Sie nicht die Güte haben, mir einmal den Namen des Klägers zu buchstabiren?" Richter (buchstabirt): Mayer." Stud. Perkeo :So! Mein Hund schreibt sich aber mit ey!"

steigert werden:

Stück meist schwere Eichen-

Stellensncheude jeden »t- rnfS placirt schnell Reuters Bureau in Dresden, Maxstraße 6. 982

Stadt Nutzen, die in dem Walde eine bedeutende Einnahme­quelle habe- wenn die Einwohnerschaft wisse, daß die Stadt ehrt, was der Einzelne gethan, so sei dies keine schlechte Ausgabe- er bitte dem Gesuche des Forstvereins zu ent­sprechen. Der Antrag der Finanzcommission wird ange­nommen. _________

Butzbach, 9. Januar. Kaum hat der regelmäßige Unterricht in den hiesigen Schulen seinen Anfang wieder genommen, so mußte derselbe auch schon wieder ausgesetzt werden. Die auch unter den hiesigen Schulkindern stark verbreitete In­fluenza hält viele Kinder von dem Schulbesuch ab, so daß einzelne Klassen in ihrem Bestände vorübergehend bedeutend gelichtet erscheinen und ein regelrechter Unterricht nicht möglich ist. Es wurden deshalb gestern früh sämmtliche hiesigen Schulen bis aus Weiteres geschlossen. Der Wiederbeginn des Unterrichts wird später bekannt gegeben. Hoffen wir, daß diese Epidemie, welche auch hier fast keine Familie, sei sie groß oder klein, verschont läßt, und nunmehr sich auch unter den hier garni- sonirenden Dragonern breit macht, bald wieder verschwindet. Wie wir hören, grassirt die Influenza auch besonders stark unter der Landbevölkerung. Glücklicher Weise aber auch dort gleich wie bei uns in fast durchwegs milder Form, so daß die von der Krankheit Befallenen nach einigen Tagen ihrem regelrechten Berufe wieder nachgehen können. (W. B.)

Büdingen, 6. Januar. Der kürzlich hier verstorbene Gymnasiallehrer Dr. Hermann Frommann, ein Glied des durch Göthe bekannten Frommann'schen Hauses, war neben seiner Lehrwirksamkeit schriftstellerisch aus dem Gebiete der klassischen Philologie und Aesthetik thätig (Pseudonym Eusebius) und hat sich in weiten litterarischen Kreisen, namentlich durch das 1874 verfaßte ReiseidyllDie Fahrt nach Schwarzburg", bekannt gemacht. Er war am 7. Februar 1837 zu Jena als der Sohn eines Buchhändlers geboren und studierte nach erfolgreichem Gymnasialbesuch zu Weimar auf den Unb versitäten Jena, Bonn und Berlin Philologie, um nach Ab­solvierung des Oberlehrerexamens 1862 in Preuß.-Minden und 1870 Hierselbst angestellt zu werden. Im Herbst v. I.

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst-

1. Sonntag nach Epiphanias, 12. Januar.

Landes-Missionsfest.

Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Beichte und heiliges Abendmahl :m Abendgottes- ^"^Collecte für die Heiden-Mission.

Kinderkirche, Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser.

Bibelftunde am 15. Januar fällt aus.

Die Pfarrgesckäste in der Woche vom 12. bis 18. Januar besorgt Pfarrer Dingeldey.

Katholische Gemeinde.

1. Sonntag nach Epiphanie, 12. Januar.

Samstag: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um V-8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.

Sonntag: Morgens von 6 Uhr an Gelegenbett zur hl. Beichte; um Vs7 Uhr Austheilung der hl. Communion; um V,8 Uhr Frühmesse; um 8/<10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um V23 Uhr Christenlehre und Andacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

11. Januar.

Freitag Abend 415 Uhr, Samstag Morgen 8M Uhr, Samstag Mittag 3°o Uhr, Samstag Abend 5« Uhr.

Stämme mit 78 fm,

Buch en-Stamm mit 1,77 fm, rm Eichen-Scheü und Knüppel, Etchen-Reiierknüppel,

Stück Eichen-Wellen 3. El., rm Eicheu-Stockholz,

Buchen-Scheite,

, Nadelholz-Schnt uno Knüp- p-l und

Stück Buchm Reiser-Wellen 3. El.

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la. Schellfische, Cablia«, Hechte, Zander. Ki.ler Bücklinge, per Stück 6 A Kieler Sprotten, per Pfund 60 la. Caviar, Oel-Sardinen, Hummer, rufi. Sardinen. Berliner Rollmöpse, BismarckbLringe bei 366] C. G. Kleinhenn.

Avselfineu Ä

Kieler Sprotten, Sardinen, Z^b-Imöpse, Sardellen u. dgl.

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