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Papas Liebschaft" in ergötzlichster Weise vor: nicht weniger als drei Liebespaare in verschiedenem Lebensalter werden, nachdem sie durch des Schicksals Tücke getrennt sind, vermittelst jener humanen und zeitgemäßen Institutionen wieder zusammengeführt. Gespielt wurde das originelle seine Stückchen im großen Ganzen recht gut. Frau Anni Reiners legte wiederum als Dora Amberg ihre oft ge­rühmte Grazie und liebliche Natürlichkeit in so gewinnender Weise an den Tag, daß es Frl. Elisabeth Bischof als Adolfine trotz ihrem lebhaften und warmen Spiel oft nicht ganz leicht wurde, neben ihr zu bestehen. Den alten Schwere- nöther Gosebrecht stellte Herr Heinrich Winolt characte- ristisch dar. Ebenso war das Spiel des Herrn Richard Goullon in der Rolle des schüchternen Postpracticanten Kügelchen durchaus zufriedenstellend, wie auch Herr Fritsch- ler seinen Gustav recht leidlich spielte. Herr Schreiner als Commissionär Stettenborn gefiel diesmal nicht. Beson­ders hervorzuheben ist dagegen das famose Spiel von Frl. Unger als Frau Lick und die wirksame römische Darstellung des Herrn Biebrach in der Rolle des Dieners Kropfgans. Ein bedauerliches Mißverständniß möchten wir zum Schluß ausklären. Wie uns zu Ohren gekommen ist, sind unsere Ausführungen über die Wünsche desSonntagspublikums" gänzlich mißverstanden worden. Wir haben nicht im Min­desten mit dem angeführten Ausdrucke einen gering­schätzigen Sinn verbinden wollen, sondern nur gemeint, wenn man Sonntags ins Theater gehe, also zum Sonntags­publikum gehöre, so wolle man sich einmal amüsieren. Der Schreiber dieser Zeiten bekennt mit dem größten Vergnügen, daß er dabei in erster Linie an seine eigenen persönlichen Anschauungen und Sonntagswünsche gedacht hat, sich selber also am schwersten beleidigt hätte, wenn jene Mißdeutung des AusdruckesSonntagspublikum" richtig wäre. Ebensowenig stehen wir an zu erklären, daß viele Sonntagsstücke mit Ge­sang, wiedie beiden Reichenmüller", oder garMein Leo­pold" gerade so viel Kunstverständniß voraussetzen, als die meisten modernen Lustspiele, wie sie an Werktagen aufgeführt werden. Nach unserer Ansicht ist aber der Sonntag, wie Ibsen in den Gespenstern sagt, der Tag, an dem man sich amüsieren soll, auch im Theater und zwar gründlich. Wir bitten demnach höflichst, jenen bedauerlichen Jrrthum auszu­geben und können jedem, der unsere Ansichten theilt, gleich den Rath geben, nächsten Sonntag die Vorstellung des Stückes Von sieben die Häßlichste" zu besuchen, da dieses nach unserer Erinnerung ein höchst amüsanter Schwank ist.

Theater. Unser Theater, welches von Herrn Dir. Reiners nun schon im dritten Jahre auf das Vorzüglichste geleitet wird, hat in letzter Zeit sehr stark unter einer doppelten Concurrenz, Gesellschaften, Conzerten u. dgl. zu leiden. Es wäre doch sehr wünschenswerth, wenn das sonst so kunst­sinnige Gießener Publikum dem Theater etwas mehr Be­achtung schenken wollte, weil es sonst für einen Theater­director, der hier in Gießen überhaupt nicht aus Rosen gebettet ist, unmöglich ist, eine festgesetzte bestimmte Zeit auszuhalten. Sonntag kommt die ausgezeichnete PosseVon sieben die Häßlichste" zur Aufführung. Die Hauptrollen liegen in Händen von Fr. Reiners, H. Biebrach und Dir. Reiners.

Das Kaiser-Panorama bietet von Woche zu Woche immer schönere Ansichten- so gelangt mit dem heutigen Tage die schöne Riviera und das Gestade des Mittelmeeres zur Ausstellung, es werden die schönsten Häfen und Seebilder in der Serie gezeigt, ferner das schöne Nizza, Monaco und Monte-Carlo mit seinem berühmten Spielsaale u. s. w. Wir machen unsere Leser besonders auf die prachtvolle Darstellung dieses Panoramas aufmerksam, indem die Ansichten durch das nur bei diesem Panorama enthaltene Farbenbeleuchtungs- System einen großartigen Effect bieten. Eine Reise nach diesem herrlichen Stückchen Erde ist eine überaus lohnende.

Lang-Göns, 7. November. Auf dem am 4. d. M. da­hier abgehaltenen Markte waren angefahren ca. 270 Stück Rindvieh und 1160 Stück Schweine, größtentheils Jung- schweiue, und wurden ca. 200 Stück Rindvieh und 800 Stück Schweine verkauft.

Friedberg, 6. November. Beim Turnen verunglückte gestern ein Seminarist dadurch, daß er ungeschickt vom Pferde sprang und dabei das Bein oberhalb des Knöchels brach.

Friedberg, 6. November. Die Eröffnung der Acker­bauschule fand heute mit 29 Schülern unter Betheiligung einer größeren Anzahl von Vätern und Verwandten statt. Wir machen darauf aufmerksam, daß in die Unterklasse bis Mon­tag den 10. dss. Mts. noch Schüler ausgenommen werden können.

Lauterbach, 7. November. Heute Morgen brannte eine mit Getreide angefüllte Scheuer des Herrn H. Backhaus in Rudlos vollständig nieder.

Laubach, 6. November. Nachdem nunmehr die ein­schlägigen Berechnungen abgeschlossen sind, ergibt sich, daß die Spar- und Leihkasse dahier außer den für wohlthätige Zwecke verwilligten Beträgen von im Ganzen 770 Mk. noch ferner 11,000 Mk. den Gemeinden des Sparkassebezirks tu 1890 zuwendet, aus denen erhalten: Einartshausen 629 94 M. Freienseen 10-17,69 Mk., Gonterskirchen 824,02 Mk.,Larden- bach 465,47 Mk., Solms - Ilsdorf 136,54 Mk., Laubach 3154,55 Mk., Ruppertsburg 1024,67 Mk., Wetterfeld 799,35 Mk., Inheiden 587,17 Mk., Trais-Horloff 463 83 Mk Utphe 838,81 Mk. und Wohnbach 1027,96 Mk. '

R. Ranstadt, 6. November. Ein aus Ostpreußen hier­her verzogener junger, recht braver und fleißiger Mann hat heute morgen durch Erhängen seinem Leben ein Ende gemacht. Derselbe war erst eine kurze Zeit hier verheirathet. Augen­blickliche Stellenlosigkeit, welche Familienzwist hervorgerufen hat, scheint die Ursache dieser That zu sein.

Trais-Horloff, 6. November. Auf der hiesigen Braun- kohlen-Grnbe und Briketts-FabrikFriedrich" gerieth ein Junge von 16 Jahren gestern Abend mit der Hand unter das Rad eines Eisenbahnwagens und zerquetschte sich die Finger dermaßen, daß dieselben heute abgenommen werden mußten.

Professor Dr. Heinrich Will

Noch vor wenigen Wochen sah man die hohe stattliche Gestalt des ehrwürdigen 78jährigen Greises mit den durch­geistigten Zügen die Straßen Gießens auf- und abschreiten, von Jedermann hochverehrt. Nun deckt der kühle Nasen den unvergeßlichen Forscher, und das Grab bedeutet für ihn die Ruhe nach jahrzehntelangem ernstem Streben und Arbeiten im Dienste der Wissenschaft, die er so unendlich geliebt. Die Trauerkunde von Wills Tode, den am 15. October d. I. ein Herzschlag dahinraffte, hat die ganze naturwissenschaftliche Welt schmerzlich berührt, und insbesondere für unser Hessen- land bedeutet sein Heimgang einen schweren Verlust. Er war einer der letzten der noch lebenden Gelehrten, die einst im Vereine mit dem genialen Liebig den Ruf Gießens, eine der ausgezeichnetsten Pflegestätten der Wissenschaft zu sein, begründeten, und die alma mater Ludoviciana, deren Ruhm unter den Schwesteruniversitäten Deutschlands hell erglänzt, wird jenen weltbekannten Männern ewig Dank wissen, die ihr dazu verhalfen.

Heinrich Will wurde als der Sohn eines städtischen Beamten zu Weinheim a. d. B. am 8. December 1812 ge­boren. Wie sein Vorgänger Liebig und viele andere später berühmt gewordene Naturforscher widmete sich Will nach er­haltener geeigneter Vorbildung der Pharmacie. Im Jahre 1834 sehen wir den 22jährigen Pharmaceuten als Studenten in Heidelberg, und schon zwei Jahre später war er Assistent im Laboratorium des verdienstvollen Chemikers Hosrath Gmelin- 1837 wurde er von Liebig nach Gießen berufen, um daselbst die Asststentenstelle bei dem großen Meister zu bekleiden. Hier begann erst recht die Zeit wissenschaftlichen Strebens für Will, der 1839 aus Grund seinerUntersuchung über die Constitution des ätherischen Oeles des schwarzen Senfes" von der philosophischen Facultät die Doctorwürde erhielt und sich als Privatdocent für Chemie habilitirte. Einen Ruf, der im Jahre 1846 als Director an das neugegründete Chemical College in London an den inzwischen berühmt Gewordenen erging, lehnte er mit Rücksichtnahme auf das engere Vaterland ab; er wurde bald daraus außerordentlicher Professor für Chemie, und 1852, beim Abgänge Liebigs nach München, dessen Nachfolger. Im Studienjahre 1869/70 bekleidete Will das Rectorat der Landesuniversität- seine beim Antritte desselben gehaltene Rede überMaterie und Kräfte vom chemischen Standpunkte aus" steht als ein wahres Meisterstück da.

Im Jahre 1882 trat der nunmehr Verstorbene nach 40jähriger Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand, im vorigen Jahre feierte er im Kreise seiner Angehörigen und Freunde das 50jährige Doctorjubiläum, welche Feier ihm so recht zum Bewußtsein brachte, wie große Liebe und Verehrung ihm von seinen vielen, über den ganzen Erdball zerstreuten Anhängern und Schülern entgegengebracht ward. Die Brust deS bescheidenen Gelehrten zierte das Ritterkreuz 1. Klasse des Ludewigs- und Philippsordens. Die vielen wissenschaft­lichen, in LiebigsAnnalen der Chemie" niedergelegten Arbeiten Wills sind vorwiegend analytischer Natur, unter denen wir vor allem die Will-Varrentrapp'sche Methode der Stickstoff­bestimmung in organischen Verbindungen erwähnen. Einzelne Arbeiten haben die Chemie der Pflanzenstoffe zum Gegenstand. Ein ganzes Jahrzehnt redigirte er dieJahresberichte über die Fortschritte der Chemie". Aber neben dem tiefen Ge­lehrten und scharfsinnigen Forscher war Will auch ein ganz hervorragender Lehrer, dem es ernst mit seinen Schülern war. Hohe, edle Begeisterung für die Wissenschaft strahlte aus feinem Angesicht, wenn er blitzenden Auges zu feinen Jüngern sprach- alles, was er sprach, war so klar durch­dacht, so logisch aufgebaut und in so formvollendeter, durch ein treffliches Organ unterstützter Sprache vorgetragen, daß Wills Colleg zu einem der fesselndsten und anregendsten wurde, die man besuchen konnte. Im chemischen Laboratorium brachte er jedem einzelnen Schüler volle individuelle Würdigung ent­gegen, mit ernster Milde ermahnte er zum Fleiß, über die Kenntnisse und Fortschritte des einzelnen unterrichtete er sich fast täglich. Einer der besten Belege für seine pädagogische Veranlagung sind seineAnleitung zur quantitativen chemischen Analyse" und feineAnalytischen Tafeln", die 1883 in zwölfter Auslage verlegt und in viele fremde Sprachen übersetzt wurden. Will ist tobt, von seinen Angehörigen und Freunden be­weint, von der wtssenschaftlichen Welt in gerechter Würdigung seiner Verdienste betrauert, aber der Geist Wills wird, deß sind wir gewiß, unter seinen Schülern stets sortleben.

R. in derDarmst. Ztg."

Vermischtes.

* Darmstadt, 6. November. Gestern starb hier der Lehrer i. P. und Gründer der seinen Namen führenden Antiquariats-Buchhandlung, Herr H. L. Schlapp, im 93. Lebensjahre als einer der ältesten Bewohner unserer Stadt. (Herr Schlapp ist ein geborener Niddaer.)

* Mainz, 7. November. Das hier, in Worms und in Offenbach garnisonirende 4. Großh. §eff. Inf. - Regiment (Prinz Carl) Nr. 118 feiert am 23. und 24. Januar n. I. das Fest des 100jährigen Bestehens. Die Haupt- festlichkeiren finden in Mainz statt.

* Duisburg, 5. November. Der 18jährige Wagennotirer Schröder gerieth auf dem Centralbahnhof unter einen von Mülheim kommenden Güterzug und wurde sofort getödtet.

* Hirschberg, 6. November. Förster Weniger aus Schreiberhau ist mit Wilddieben zusammengestoßen und von diesen erschossen worden.

* Hamburg, 4. Nov. Ein hiesiger Kaufmaltn sand, alb er dieser Tage von einer Reise zurückkehrte, seinen Buchhalter im Geschäft nicht mehr vor, jedoch einen Brief, in welchem derselbe ihm mittheilte, daß er den Chef nach und nach um 4500 Mk. betrogen habe und nun, nachdem er noch 500 Mk. entwendet, nach Amerika durchgegangen fei, um dort fein Glück zu versuchen. Wenn es ihm gelänge, ein Vermögen zu erwerben, woran er nicht zweifle, werde er das Verun­treute zurückerstatten. Er bitte indeß, sich seiner verlassenen Familie anzunehmen, seine Frau sei schuldlos. Der Kauf­mann erkundigte sich daraufhin, wie dieHamb. Nachr." er­zählen, nach der Frau und hörte nur Gutes von ihr. Er begab sich zu der Frau und -gab der Verzweifelten, welche einen ähnlichen Brief wie er erhalten hatte, eine Anweisung aus 1000 Mark mit dem Bemerken, er wolle annehmen, ihr Mann habe ihn nm 6000 Mark betrogen und deßhalb dessen Conto mit dieser Summe belasten. Durch die erhaltene Summe ist die Frau vorläufig von jeder Sorge befreit. Der Kaufmann hat sich erboten, noch weiter für die Familie zu sorgen. Das ist ja recht einladend für Durchbrenner!

* Ein böses Ende nahm eine Hochzeit in Zweibrücken. Nach dem Abendschmaus kamen Braut und Bräutigam in Wortwechsel, welcher letzteren so aufregle, daß er die junge Frau ohrfeigte. Der Schwager sprang darauf mit offenem Messer auf ihn zu und es entstand eine bedenkliche Prügelei. Dld ganze Gesellschaft wurde versprengt, die aufgetragenen Speisen flogen unter bwi Tisch und das Eßgeschirr wurde kurz und klein geschlagen.

* Bartenftein (Ostpreußen), 6. November. An hiesiger Gerichtsstelle erschien dieser Tage ein älterer Herr aus der Pr. Eylauer Gegend, um sein Testament zu machen. Nachdem dasselbe zu Protocoll genommen, dem Testator vorgelesen und von diesem unterschrieben war, verstarb derselbe plötzlich im Gerichtszimmer infolge eines Herzschlags.

* Mit dummen Fragen pflegt man sonst in der Regel höchstens Grobheiten einzuernten, daß man damit aber einen Preis erringen kann, ist doch etwas so Seltenes, um eine Erwähnung zu rechtfertigen. DieBerliner Gerichtshalle", ein Blatt im Stile der amerikanischen illnstrirten Criminal- zeitungen, hat nämlich ihren Lesern die Preisaufgabe gestellt, die dümmste Frage, die ihr bis zum 16. ds. Mts. ein­gesandt wird, mit 10 Mk. zu honoriren. Man darf in der That gespannt darauf sein, welcher Frage dieser Preis zu- erkannt werden wird.

* Zur Nachahmung empfohlen. DasBadener Wochen­blatt" enthält folgende Anzeige:Sehr zu heftigen Er­kältungen geneigt, sehe ich mich nach dem nunmehrigen Ein­tritt der rauhen Jahreszeit veranlaßt, meine verehrten Freunde und Bekannte zu bitten, mir gestatten zu wollen, "daß ich sie während der Wintermonate grüße, ohne den Hut abzunehmen. Hermann Weber."

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Eine für unsere Jäger wichtige und doch noch wenig be­kannte Bestimmung für die Beförderung von Hunden besteht auf den preußischen Staatsbahnen. Inhaber von Rückfahrkarten, welche Hunde bet sich führen, können bei Antritt der Reife auch gleich eine Rückfahrkarte für den Hund lösen. Zu diesem Zweck er­halt der Reisende zwei gleichlautende Hundefahrkarten nach der Ztel- station, von denen die eine den schriftlichen Vermerk betreffs der Rückfahrt erba t. Die Gültigkeitsdauer ist dieselbe wie bet gewöhn­lichen Rückfahrkarten für dieselbe Strecke. Vielfach herrscht bet den Jägern die Meinung, daß die Jagdhunde in den Coupees mitgeführt werden könnten. Dies ist jedoch nur bei Unzulänglichkeit der im Zuge befindlichen Hundecoupees ausnahmsweise im Personenwagen dritter Klasse gestattet. Im Personenwagen erster und zweiter Klasse ist die Mttsührung von Hunden in keinem Falle zulässig.

Metzen, 8. November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Psd. JC. 0,951,00, Hühnereier 1 St. 78, 2 St. H, Enteneier 1 St.--H, 2 St. JL

Aäse pr. St. 48 H, Käsematte pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 16 Linsen pr. Liter 28 Tauben pr. Paar JL 0,500,70, Hühner pr. Stück 0,851 00, Hahnen pr. St- JL 0,601,00, Enten pr. Stück JL 1,401,60, Ochsenfleisch pr. Pfd. 7074 H, Kuh- und Rindfleisch 60-64 H, Schweinefleisch 70-80 Hammelfleisch 62-68 H, Kalb­fleisch 6064 Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,006,00, Weißkraut pr. St. 37 H, Zwiebeln per Centner JL 5,000,00, Milch ver Liter 12-18 Gänse pr. Psd. 46-60

Zur Düngung der Obstbärrme empfiehlt Professor Dr. P. Wagner, Vorstand der landw. Versuchsstation in Darm­stadt, das Nachstehende: Man streue im November eine Mischung von einem Theil 50o/o Chlorkalium und einem Theil 20% Super- phosphat breitwürfig unter den Bäumen aus, bei jungen Bäumen auf je ca. 4 qm und spate dann den Boden um. Will man Thomas- schlacke anwenden, so berechne man die Mischung auf gut das Dop­pelte an Phosphorsäure. Man verwende von der Kalisuperphosphat- mischung 6 ko pro 100 qm. Im Februar streue man auf die noch liegen gebliebene Erde pro 100 qm in trockener Lage 4, in feuchter 2 ko Chilisalpeter.

Vom BogelSverg, 7. November. Die Trauben des Vogels­bergs, die Schlehen, sind im heurigen Herbste wieder in ganz beson­derer Vollkommenheit und Reichhaltigkeit gediehen. Längst hat man e§ gelernt, die sonst gar nicht beachteten Früchte des Schwärzdorn-- im Haushalte zweckdienlich zu machen. Und in der That, die Schlehen geben in Essig und Zucker eingemacht, eine ganz vortreffliche Zugabe zu jeder Fleischspeise, sie Übertreffen an würzigem Geschmack manche andere im Ruf viel höher stehenden Einmachfrüchte. Und doch wirb ihr Werth noch lange nicht genügend geschätzt und noch tausendfach gehen sie unbenutzt zu Grunde. Unsere Hausfrauen darauf aufmerk­sam zu machen, wie sie durch Einmachen der jetzt am besten sich eignenden Schlehen eine vortreflUche Beigabe zu allen Fleischgerichten erhalten können, möge Zweck dieser Zeilen fein. Dabei sind die Kosten und die Mühe des Einmachens so gering, daß sie füglich gar nicht in Bet, acht gezogen zu werden brauchen.

Nur eine Mark kostet die Schachtel, enthaltend 50 Prllen, der achten Apotheker Rrchard Brandt's Schweizerptllen. Sclbst bet täglichem Gebrauch reicht eine Schachtel für einen Monat, fo daß die Kosten nur wenige Pfennige pio Tag ausmachen. Hieraus geht hervor, daß Bltterwässer, Magentropfen, Salzpasttllen, R cinusök und wie die vielen Mittel alle heißen, dem Publicum viel theuerer als die ächten Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen zu stehen kommen, dabei werden sie von keinem anderen Mittel in der angenehmen, unschädlichen und sicheren Wirkung bei Magen-, Leber-, Gallen-, Hämorrhoidalleiden rc. rc. übertroffen. Man sei stets vor­sichtig, die ächten Apotheker Richard Brandt's Schwerzerpillen zu erhalten, da täuschend ähnlich verpackte sogenannte Schweizerp'lleu sich im Verkehr befinden. Haupt-Depot: Adler »Avotbeke in Frankfurt a. M., Trierscher Platz. 935^

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