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Verkehr, taub» #ttö L>olk»«»irtyf<haft.

Linsen, Lein, Wicken

den Bäumen, treibt es im Wirbel seine scheckigen Fetzen an Hecken wo alles in wenigen Tagen eine nimmt. Die abgestorbenen, ein stellenden Blätter wären auch

über den Boden und weht und Buschwerk zusammen, schmutzigbraune Farbe an- todtes Zellengerüst dar­ein unnützer Ballast der

Pflanzen; sie könnten diesen sogar in ihrer nächstjährigen Arbeit hinderlich sein.

Wurzeln zurück, und nur unbrauchbare Berbindungen, beson­ders oxalsaurer Kalk, bleiben in dem Zellengewebe des Laubes zurück. Die Chlorophyllkörper zerfallen, verlieren ihre grüne Farbe und das Chlorophyll wird allmählich durch das Tanto- phyll ersetzt, welches die Gelbfärbung der Blätter bedingt. Gleichzeitig tritt noch ein anderer Farbestoff, das Anthocyan, hinzu, eines der vielen den Pflanzen zu Gebote stehenden Schutzmittel. Je nach der vorhandenen Menge dieses blauen Farbstoffes und seiner Vermischung mit dem gelben Lcmto- phyll oder dem grünen Chlorophyll werden die mannigfachen Abstufungen der einzelnen Farben erzielt. Das Schauspiel der herbstlichen Verfärbung des Laubes dauert bei uns und in der alpinen Region nur kurze Zeit. Die im October ein­tretenden Fröste machen der Herrlichkeit schnell ein Ende; der Nordostwind schüttelt das bunte Zauberkleid mitleidlos von

Berlin, 5. September. Amtliche Preisfeststellung für Butter, Käse und Schmalz. Butter. Hof- und Genossenschafts-Butter la pro 50 kg 108 bis 112 M., do. Ila 105 bis 107 M., do. Illa 101 bis 104 M., abfallende 95-100 M., Land-, Preuß. 80-85 M., Netz- brücher 8085 M., Pommersche 8085 M., Polnische 8085 M., Bauer. Senn- bis M., do. Land- bis M, Schlesische 83-88 M., Galizische bis M., Margarine 40-70 M. Käse, Schweizer Emmenthaler 9398 M., Bayerischer 7580 M., Ost- und Westpreußischer la 7580 M., do. Ila 6570 M., Holländer 8090 M., Limburger 4248 M., Quadratmagerkäse 1527 M., Schmalz, Prima Western 17 pCt., Ta. 40,50 M-, reines, in Deutsch­land raff. 44,0047,00 M., Berliner Bratenschmalz 47,50- 50,50 M. Fett, in Amerika raff. 39,00 M., in Deutschland raff. 42,00-44,00 M.

Marktpreise in Berlin, am 5. Septbr., nach Ermittelungen des Köntgl^c.i Polizei-Präsidiums. Wetzen per 100 kg guter von 19 8019,20 Mk., mittlerer von 19,1019,00 Mk., geringer von 18 8018,50 Mk. Roggen per IGO kg guter von 16,8016,60 Mk., mittlerer von 16,5016,30 Mk., geringer von 16,2016,00 Mk. Gerste per 100 kg gute von 20,0017,00 Mk., mittlere von 16,50 bis 15,50 Mk., geringe von 15,0013,50 Mk. Hafer per 100 kg guter von 15,5014,60 Mk., mittlerer von 14,4013,80 Mk., geringer von 13,60-13,30 Mk. Stroh, Richt- per 100 kg von 4,704,00 Mk. Heu per 100 kg von 6,004,20 Mk. E bsen per 100 kg von 30,00- bis 22,00 Mk. Speisebohnen, weiße per 100 kg von 40,0020,00 Mk., Linsen ver 100 kg von 56,0026,00 Mk. Kartoffeln per 100 kg von 6,253,75 Mk. Rindfleisch von der Keule per 1 kg von 1,80* bis 1,20 Mk. Bauchfleisch per 1 kg von 1,401,00 Mk. Schweine­fleisch per 1 kg von 1,801,20 Mk. Kalbfleisch per 1 kg von 1,80- bts 1,20 Mk. Hammelfleisch per 1 kg von 1,601,20 Mk. Butter per 1 kg von 2,801,80 Mk. Eier per 60 Stück von 4.002,40 Mk.

Grünberg, 6. September. (Fruchtpreise). Weizen «M. 19 20, Korn 16.20, Gerste JC. 15., Hafer JL. 13.70, Erbsen JL--

i, Samen 28., Kartoffeln

Temperatur der Lahn und der Lust am 8. September, Vormittags zwischen 11 und 12 Uhr Wasser 13, Lust 14 Gr.

Rübsam en.

blatt": Der bei der hiesigen Tramway-Gesellschaft bedienstete Arbeiter und aushilfsweise auch als Conducteur beschäftigte I. Lackenbnuer begab sich in der Nacht zum 25. v. Mts. in etwas angeheitertem Zustande in seine Wohnung im dritten Stock, wo er sich zu Bette legte. Kurze Zeit darauf hörte die Nachbarschaft aus dem offenen Fenster seiner Wohnung, laut die Worte rufen:Schanzl, aussteigen!" und gleich darauf einen dumpfen Fall. Lackeubauer glaubte nämlich int Traume, er sei als Conducteur beschäftigt und habe in der Schanzl" auszusteigen. In seiner Schlaftrunkenheit stieg er aus dem Bette, hielt sein Fenster für die Coupethür eines Localbahnzuges und stürzte in Folge dessen vom dritten Stock in den Hofraum. Wunderbarer Weise erlitt er nur einige ganz leichte Schnittwunden.

* Die Helgoländer Ehen. Einen delicaten Punkt in dem KapitelSchonung der bestehenden Rechte" bilden die sogen. Helgoländer Ehen", oder anders ausgedrückt die Frage, ob mit der deutschen Verwaltung auch besondere Civilstcmdsregister auf Helgoland einzusühren sind. Bisher konnte sich jedes- Paar aus Helgoland ohne weiteres Aufgebot sofort durch den dortigen Geistlichen trauen lassen, wenn es die Gebühren da­für in Höhe von etwa 200 Mark erlegt hatte. Dian löste einfach ein Schreiben, in welchem stand, daß Ihre Majestät die Königin von England dem betreffenden Paare die Erlanb- niß zur sofortigen Trauung ohne weitere Umstände ertheilc. Der Helgoländer Kirche erwuchs aus diesem Eheschließuugs- recht fast ihr einziges Einkommen. Die Zahl derartiger Ehew betrug etwa 70 bis 80 jährlich. Ob auch diesRecht" der Insulaner deutscherseits geschont werden wird, ist zweifelhaft, indeß wird auch über diesen Punkt erst im Reichstage end- giltig befunden werden. Für die Ueberleitung der Verwaltungs- zustände der Insel in die neuen Verhältnisse treten, trotz der Geringfügigkeit des Objects, an manchen Punkten, wie man sieht, recht heikle Schwierigkeiten hervor, deren Lösung nod). mancherlei Erörterungen nöthig machen dürfte.

totale» «nv provinzieller.

Gießen, 8. September.

Nachdem, wie wir bereits berichtet, am Donnerstag Abend ein großer Theil unserer Einwohnerschaft vergeblich nach dem Bahnhose gepilgert, um den auf der Durchreise nach Friedrichsruh begriffenen Fürsten Bismarck zu begrüßen, bot sich am Samstag Abend Gelegenheit, die dem Fürsten zu­gedachte Ovation darzubringen. Obwohl erst eine kurze Stunde vorher die Nachricht hierher gelangte, daß Fürst Bismarck die Station Gießen mit dem Schnellzuge 8Uhr 48 Min. berühren würde, hatte sich doch ein ziemlich zahlreiches Pub­likum auf dem Bahnhof eingesunden. Diesen war es auch, nachdem der Zug unter vielfachem Hoch der Anwesenden in den Bahnhof eingelaufen, möglich, den Fürsten nicht nur zu sehen, sondern auch sprechen zu hören. Fürst Bismark unter­hielt sich von seinem Salonwagen aus aufs Leutseligste mit denen, die in seine Nähe gelangten. Fräulein Else Sties, die Tochter unseres Stadtbaumeisters, überreichte dem Fürsten eine Blumenspende, und hatte hierbei die Gelegenheit, Namens derjenigen Damen, die ihre persönliche Ehrerbietung nicht bezeugen konnten, die freundlichste Ehrerbietung auszudrücken. Fürst Bismarck war hierüber sichtlich erfreut, und ersuchte in liebenswürdigster Weise die Sprecherin, in seinem Namen den Gießener Damen für ihren Gruß den herzlichsten Dank auszusprechen. (Wir wurden ersucht, diesen Dank an die ge- ehrtenDamcnGießenszuvermitteln,washiermitgeschieht. Red.) Ebenso fand Herr stud. Koch Gelegenheit, den Fürsten Namens der Corpsstudenten zu begrüßen, denen dies ebenso wie vielen alten Herren am Donnerstag leider nicht vergönnt gewesen sei. Fürst Bismarck gab seiner Freude über die Begrüßung ebenfalls Ausdruck, erkundigte sich nach dem Stande der Corps, der Universität, dem Gedeihen der Stadt Gießen, die er namentlich in früheren Jahren während seiner Thätigkeit in Frankfurt öfter passirt habe, u. s. w. In der Zeit zwischen der Begrüßung und der Abfahrt konnte sich Fürst Bismarck, der aus seiner langen Pfeife mächtige Rauchwolken blies, kaum alle der Händedrücke erwehren, die ihm von Groß und Klein zu Theil wurden. Als bei der Abfahrt ein Herr dem Fürsten noch eine glückliche Reise und recht langes Leben wünschte, antwortete Fürst Bismarck mit einemDanke schön, habe nichts dagegen". Graf Herbert Bismarck bewegte sich während des Aufenthaltes unter dem Publikum.

Mir gefällt der Herbst, der klare, weil er feierlich die Bahre der erblichenen Freuden schmückt", und wenn auch gerade in diesen Tagen die ernste Mahnung an die Vergäng­lichkeit alles Irdischen tiefer als sonst unser Herz bewegt, kann sich doch Keiner der herzlichen Freude an der über­wältigenden Schönheit der herbstlichen Landschaft entziehen. Wer eine Schilderung der herbstlichen Verfärbung des nord­amerikanischen Waldgebiets zwischen den canadischen Seen und dem Alleghanygebirge gelesen oder die Waldungen an den Gehängen längs des Rheins und des Mittellaufs der Donau oder die Region der Alpensträucher in dieser Zeit durch­wandert hat, vermag den Reichthum an Farbentönen zu wür­digen, mit dem die Natur die Erde schmückt, ehe sie dieselbe, in die gleichmäßige weiße Schneedecke hüllt. Wie immer, so erreicht auch hier die Natur die unsagbare Mannigsaltigkett der herbstlichen Färbung des Laubes durch wenige Mittel. Wenn mit dem Rückgänge der Temperatur die Transpiration der Blätter immer mehr abnimmt, verlangsamt sich auch die aussaugende Thätigkeit der Wurzel, so daß den Blättern nicht mehr genügende Rohstoffe zur Verarbeitung zugesührt werden. Aber nicht nur allein das, allmählich treten auch alle noch in den Blättern vorhandenen Bildungsstoffe in Stamm und

Bremen, 6. September. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Aller, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 27. August von Bremen und am 28. August von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 6. September. (Per ttansatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfe« Kaiser Wilhelm II., Capt. L. Störmer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 26. August von Bremen und am 28. August von Southampton abgegangen war, ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Hamburg, 6 Septbr. Das Hamburg-NewyorkerPost Dampf- schiffGellert", Capitän Kaempff, ist am 5. September 3 Uhr Nach­mittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Hamburg, 5. September. Der Hamburger Doppelschrauben- SchnelldampserColumbia", Capitän Vogelsang, welcher am 29. August von Southampton abgegangen, ist am 5. September, 5 Uhr Morgens wohlbehalten in New-Aoik angekommen. Reisedauer von Hamburg bis Newyork 7 Tage 21 Stunden. Oceanfahrt nur 6 Tage 20 Stunden.

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Vermischte».

* Darmstadt, 6. September. Landtagsabgeordneter Bürgermeister Joh. Kredel in Michelstadt ist gestern im Alter von 55 Jahren gestorben.

*= Frankfurt a. M., 7. September. Fürst Bis­marck hat gestern das schöne Homburg verlassen. Gestern Nachmittag 5 Uhr 40 Min. traf der Fürst mit Familie aus dem hiesigen Hauptbahnhofe ein, woselbst sich eine ungeheure Menschenmenge eingesunden hatte, die den eisernen Kanzler einmal sehen wollte. Der Fürst trug schwarzen Gehrock mit Schlapphut. Die Menge begrüßte ihn mir brausenden Hoch­rufen, wofür der (^Reichskanzler sich dankend nach allen Seiten verneigte. Im Fürstenzimmer des Hauptbahnhoss nahmen der Fürst und seine Begleitung ein Diner ein; die Herrschaften verblieben dortselbst, bis der fahrplanmäßige Zug nach Cassel 7 Uhr 28 Min. abfuhr. Bei der Abfahrt des Fürsten bemerkte man den Stadtcommandanten v. Stülpnagel, welcher zur Begrüßung erschienen war. Als Bismarck zum Salonwagen schritt, begrüßte das Publikum ihn abermals mit brausenden Hochs und als sich der Zug in Bewegung setzte, stimmte die Menge dieWacht am Rhein" an. In Homburg v. d. H. ist der Ex - Reichskanzler übrigens der Gegenstand großartiger Ovationen gewesen. Am Freitag Abend wurde ihm, wie schon gemeldet, ein Fackelzug gebracht. Als der Zug nahte, trat Bismarck auf den Balkon des Hotels hinaus, durch brausende Hoch- und Hurrahruse begrüßt. Erst als der Zug in den Hotelhof einbog, setzte der Fürst die lange Pfeife bei Seite und wartete, hochausgerichtet dastehend, die Rechte aus einen dicken Stock gestützt, das Kommende ab. Hauptmann Wodiezka brachte ein Hoch auf Bismarck aus, das mit Jubel ausgenommen wurde. Der Fürst dankte für die Huldigung, die er als nicht für ihn persönlich bestimmt auf­nehme, sondern für die Idee des seit 20 Jahren geeinten, mächtigen deutschen Reiches, für die Idee des Werkes, an dem.ihm nach Gottes Rath vergönnt war, Mitarbeiter zu sein. In diesem Sinne, in welchem das Andenken an seinen hochseligen Herrn Wilhelm I. geehrt werde, bitte er die An­wesenden, ein Hoch auszubringen auf den jetzigen Kaiser, den Erben Kaiser Wilhelms und Repräsentanten des Reiches. Um 9 Uhr erschien der Fürst im Kurgarten, um sich das Feuer­werk anzusehen. Auch hier war er der Gegenstand all­gemeinster Beachtung und zahlreicher Ovationen. Das Jubeln und Hochrufen nahm kein Ende und wiederholte sich bet jeder volkstümlichen Melodie, welche die Curcapelle spielte. Nament­lich die ausländischen Curgäste wurden nicht müde, dem eisernen Kanzler zu huldigen und unter diesen waren wiederum die Damen die Unermüdlichsten. Auch manche kleine, aber in­teressante Scene hat sich in dem schönen Homburg abgespielt. So erzählt ein Berichterstatter, Fürst Bismarck habe mit entblößtem Haupte aus dem Balkon des Hotels gestanden und dem Fackelzuge noch nachgeschaut, als plötzlich ein Herr aus dem Zuge auf ihn zugetreten sei und ihm die Hand entgegen­gestreckt habe. Der Fürst habe dem Fremden freundlich lächelnd die Hand geschüttelt. Ein anderer Herr habe dem Fürsten die Hand seiner jungen Gattin hingehalten und erregt die Worte hervorgestoßen:Bitte, dem Frauchen auch!" Der greise Kanzler habe der jungen Frau ins Auge geblickt und ihr dann mit herzgewinnendem Lächeln beide Hände hin­gereicht. Angesichts solcher Vorkommnisse und der geradezu großartigen Ovationen, denen sich der Fürst in der Bäder­stadt zu erfreuen hatte, mag es wohl richtig fein, daß dem ehemals so gewaltigen Manne einen Augenblick weich ums Herz geworden ist und er sich von Zeit zu Zeit mit dem Tuche die Thränen aus den Augen gewischt hat. Bismarck ist jedenfalls mit der Erkenntniß von Homburg und auch von Frankfurt geschieden, daß seine Verdienste voll und ganz ge­würdigt werden,

* Frankfurt a. M., 6. September. Im städtischen Schlachthofe wurde ein nicht schwerer Ochse geschlachtet. Es ergab sich dabei, daß die Nieren des Thieres auf der einen Seite ein Gewicht von 177 Pfund hatten (wie dies auf der amtlichen Waage festgestellt wurden die andere Nierenseite hatte das normale Gewicht von ca. 3 Pfund. Eine solche Abnormität ist seitMenscbengedenken dahier nicht vorgekommen, auch aus den chronikalischen Aufzeichnungen der alten Metzger­zunft ist ein solcher Fall nicht ersichtlich.

* Dresden, 5. September. Der Maurer Otto Beger aus Chemnitz, der wegen Ermordung seiner Wirthin in Kötzschenbroda und des Gefängnißaussehers Rüppel hier zwei­mal zum Tode verurtheilt worden war, wurde heute früh, derVoss. Ztg." zufolge, hingerichtet.

* Salzburg, 4'. September. lieber den lebhaften Traum eines Conducteurs berichtet das hiesigeVolks­

des Wassers gemeldet. Bei Promnitz, gegenüber Riesa, ist ein Damm durchbrochen.

Niederp.'yritze bei Dresden, 6. September. Die Elbe steigt weiter. Häuser und Brücken sind sortgerissen und Menschenleben in Gesahr. Die Fluth gleicht der vom Jahre 1862.

Dresden, 6. September. Jammervolle Nachrichten kommen von der Oberelbe. Der bekannte Badeort Schandau ist völlig unter Wasser. Die Fluthen wälzen sich durch den Königspark und umspülen die Königsvilla und die Villa Quisisana. Das ganze Badethal bis zum Curhaus und zur Villa Martha ist in einen See verwandelt, die Häuser sind bis zum ersten Stockwerk im Wasser. Familien mußten auf die Dächer flüchten, einzelne konnten nur mit Lebensgefahr gerettet werden. Der Verkehr über die Schandauer Brücke wurde schon gestern früh eingestellt. Die Kunstgewerbe-Aus­stellung konnte noch rechtzeitig geräumt werden. Hier ist jetzt der Wasserstand 527 cm über Null.

Dresden, 6. September. Die Elbe ist Vormittags weiter gestiegen. Die Schulen sind geschlossen.

Schandau, 7. September. Das Wasser sinkt langsam, aber stetig. Die Sendig'schen VillenQuisisana" und Königsvilla" blieben von den Fluthen vollständig verschont und haben keine Störung im Betriebe erlitten.

Sprottau, 6. September. Die Boberhöhe beträgt 343 cm. Die Stadttheile Fischerwerder und Boberau sind überschwemmt.

Wien, 6. September. In Prag sind 45 000 Menschen durch die Ueberschwemmung geschädigt worden. Das Militär backt täglich 6000 Brode für Darbende. Unter dem Statt­halter und Oberstlandmarschall wurde ein Hilfscomite gebildet. Die Jungczechen bildeten ein besonderes Comitö unter Gregr. Eine Abordnung jungczechischer Abgeordneter reiste zum Ministerpräsidenten nach Wien, um Hilfe zu erbitten. Die Donauufer bei Wien sind überschwemmt.

Wien, 6. September. Die Donau ist noch steigend und Freudenau bedroht. Einzelne Häuser mußten geräumt werden.

Prag, 6. September. Abends ist das Wasser um 250 cm gesunken und die Gefahr somit beseitigt. Die Ueberschwem- wungs-Commission wurde aufgelöst,- für morgen steht die Wiederaufnahme der Post- und Bahnverbindungen bevor.

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Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein Müsterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. Ver­fälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen dieSchußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Das Seidenfabrik-Döpöt von G. Henne­berg (K. u. K. Hoflief) Zürich versendet gern Muster von seinen echten Seidenstoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Haus. 1873

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