ler
■üSBBUg
Ur Abends
m stille
liebelten:
Vor einigen Tagen, am
»lactter
1011°
6.8t»1*
0*
renk mk
'ie bayrische Sericn- chast, für ihre Mit- ?r Serie bereits ge- r fällt faiSIoofe zu Winnen müssen, lter die Mitglieder llung, im aüerun- ca. IW JL - - Statuten oer- heußrche 13.
schäft gerathen war, übersehen.
* Um die Ehre in den Tod.
>
gern schweren t und unvrr- 1097
Katechismus des deutschen Heerwesens. Von Hermann Vogt, Overstlteutenant a. D. Wad) dem Tode des Verfassers herausgegeben von R. v. Hirsch, Hauptmann a. D. X und 208 Setten. In Leinwand gebunden. Preis 2.50. Vorlag von I. I. Weber in Leipzig.
Eine willkommene Gabe für jeden wehrfähigen Deutschen, mag er des Königs Rock bereits getragen haben oder nicht, ist der soeben im Verlag von I. I. Weber in Leipzig erschienene Katechismus des deutschen Heerwesens. Derselbe schildert in sachgemäßer, kurzer, präziser Form die Terrttorialetntheilung des deutschen Reiches, Frtedens- eintbeilung, Friedens- und Kriegsstärke, Gliederung nach den einzelnen Waffengattungen und Truppenkörpern, Bekleidung, Ausrüstung und Bewaffnung der deutschen Armee, die Kosten des Heeres, Gebührniffe der einzelnen Chargen, Wehrpflichtoerhältniffe, Ersatz des Heeres, Ausscheiden aus demselben, Versorgungswesen, Nachweisung des pen- sionssahigen Einkommens und der Penstonsbeträge, wissenschaftliche Anforderungen für die Aufnahme in das Kadettencorps, für die Portepeefähnrichs- und Offiziersprüfung, sowie den Militär-Etat für 1890/91 nebst Formation des 16. und 17. Armeecorps. Da jeder Deutsche ein geborener Soldat ist, diesen Stand in klarer Er- kenntniß seiner hohen Aufgabe hochschätzt und es sich zur Ehre rechnet, der Armee anzugehoren oder angehört zu haben, so wird sich dieser Katechismus, welcher vorzüglich geeignet ist. über das deutsche Heer eingehend zu belehren, und vor Augen zu führen, wie viele Rader dazu gehören, diese gewaltige Maschine stets in geregeltem Gange zu erhalten, ohne jeden Zweifel recht viele Freunde erwerben.
1890.
246.»
25850 8780
238.95
Pfarrer, Lehrer, Gutsbesitzer, Beamte rc. rauchen mit Vorliebe d.
HoklLnd. Tabak von v. Becker in Seese« a. H., 10 Pfd. lose in 1 Beutel fco. 8 «M 156
29. Januar, war den Scontisten Leiner in Wien der ihm von seinem Chef, dem Bierversilberer Fuchs anvertraute Betrag von 36 700 fl. im Gebäude des Giro- und Kassenvereins, wo der schwächliche Mann einen Ohnmachtsanfall hatte, gestohlen worden. Am 1. Februar hatte sich der unglückliche Mann erschossen und zwar nur fünf Stunden vorher, ehe der größte Theil des gestohlenen Geldes in die Hände des Herrn Fuchs zurückgelangte. Die Qualen dreier Tage, während welcher er sich als Verbrecher gebrandmarkt glaubte, hatten genügt, den in kleinen aber soliden Verhältnissen Lebenden von Weib und Kind zu reißen. Die unzweideutige Erklärung des Chefs Leiners, der seinem Scontisten sein volles Vertrauen wahrte nach wie vor dem unglückseligen und folgenschweren Ohnmachtsanfall, hat die Stimmen des Verdachts nicht zum Schweigen bringen können. Leiner, mit seinem bis zum Extrem empfindlichen Ehrgefühl las die schwere Beschuldigung von jeder Stirne, auf dem Gesichte der Vorübergehenden, in den Augen seiner Freunde: Du weißt davon. Je hoffnungsloser die Bemühungen waren, den Dieb zu finden, je dunkler die Schatten, welche sich auf das Ereigniß niedersenkten, um so schmerzlicher stachelte ihn das Bewußtsein: Nun glauben sie doch, du bist ein Dieb. Nichts vermochte ihn von der Idee zu befreien, die mit der Gewalt des Wahnsinns sich in seinem Hirn festkrallte, er sei ein Gebrandmarkter; die unerschütterliche Güte und Freundschaftlichkeit seines Chefs selbst verschärfte noch diese tödtlichen
Theil an Ludwig den Deutschen kam, während der südliche an Lothar fiel und Niederlothringen genannt wurde. Allein schon Heinrich dem Vogler gelang es, dieses wieder an Deutschland zu bringen, und seitdem blieben Niederlothringen und Friesland, d. i. Niederland, deutsch. Holland, welches die heutigen Provinzen Holland, Zeeland, Utrecht und Geldern umfaßte und zu dem Friesland im Mittelalter nicht gehörte, besaß seine eignen Grafen, die aber immer auf ihre Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von den deutschen Kaisern hinarbeiteten. Nach dem Tode Jakobinens, der Tochter Wilhelms VI., 1434, fiel Holland an Burgund, also an ein deutsches Haus. 1477 gelangten die Niederlande in den Besitz Oesterreichs und Karl V. brachte sie durch die pragmatische Sanction vom Jahre 1548 an Spanien. ^Bald jedoch brach ein furchtbarer Bürgerkrieg aus und im Jahre 1581 erfolgte die Unabhängigkeitserklärung der nördlichen, germanischen Staaten. Die südlichen, mit mehr romanischer Bevölkernng (Wallonen) blieben bei Spanien. Seit dieser Zeit sind die Geschicke Niederlands mit denen Deutschlands allerdings nicht mehr verflochten- dies liegt darin, daß nach jenen heldenmüthigen Kämpfen mit den Spaniern sich allmählich ein nationales Selbstgefühl und Vertrauen auf die eigene Kraft herausbildete, welches sie zu selbstständigen glücklichen Unternehmungen trieb und ihren Stammesgenossen entfremdete. Seit jener Zeit erhob sich auch der holländische Dialect über die vlamändischen und friesischen Dialecte und bildete sich, unabhängig von den niederdeutschen Dialecten, zu einer allen Niederländern gemeinsamen Schriftsprache aus. Während der spanischen Herrschaft und in dem steten Verkehre der Seehandel treibenden Niederländer mit romanischen Völkern mögen auch die wenigen Wörter romanischen Ursprungs in die niederländische Sprache gekommen sein (poort
,eo
8960 9170 7710
1000 । 3605? 1 19629
169.00
136 00
3750 18800
8740
Mtltrf. Port, hport,
680.
4 Drossel
41 rei> Giessen.
Hafen, fortuin Glück, Vermögen, kleur Farbe, ivoor Elfenbein, fier stolz, fraai hübsch, fontein Springbrunnen, plem Ebene u. s. w.). Allein diese beiden Umstände hindern selbst den Laien nicht, die holländische Sprache sofort als einen verfeinerten niederdeutschen Dialect zu erkennen. Jeder, der das Plattdeutsche beherrscht, ist auch im Stande, sich ohne Weiteres mit Niederländern zu verständigen und jeder Niederdeutsche fühlt sich in Niederland zu Hause, wenn man chm zürnst: „Wees welkom, Mynheer!“ Denn er fühlt es heraus, daß der Niederländer mit ihm harmonirt, daß jener dieselben Charactereigenschasten besitzt wie er. Gleich dem Niederdeutschen ist der Niederländer kalt, schweigsam, schem- bar theilnahms- und gefühllos, doch thatkräftig, wenn ev gilt, Mitmenschen zu helfen, phlegmatisch, was aber mcht ausschließt, daß er oft Wunder in ausdauernden Kraftleistungen verrichtet; denn wie die deutschen Friesen sind die Niederländer körperlich kräftig, zäh, abgehärtet und ob sie auch die Schattenseiten jedes Kaufmannsvolkes besitzen — die echt deutschen Tugenden der Redlichkeit und Treue hat er sich bewahrt- diese geistigen Bande sollten genügenden Niederländer daran zu erinnern, daß die Deutschen seine Brüder sind, ihn zu mahnen, dem alten Vorurtheile und der Verachtung gegen Deutschland zu entsagen und sich enger an dieses anzuschließen. Der Haß und Spott mochte seinen Grund haben in der jahrhundertelangen Ohnmacht und Schwäche Deutschlands, da sich in den letzten Jahrzehnten die Verachtung der Niederländer zu einer kalten Gleichgiltigkeit abgeschwächt hat. Vielleicht kommt doch noch eine Zeit', da die Niederländer stolz darauf sein werden, Deutsche zu sein.
izt. [121 iiimMche Badr« Umte zu haben
Qualen — Leiner entzog sich ihnen durch den Tod. Die Tragik des Vorfalls wird aber noch bedeutend erhöht durch die näheren Umstände, unter denen Leiners Selbstmord und die Rückerstattung von 30000 fl, zusammentrafen. Herr Fuchs hatte das amerikanische System angewendet, um mit etwas Einbuße zu seinem Gelde zu kommen. Er hatte m allen Journalen folgendes Inserat erscheinen lassen: 6700 st, Belohnung werden dem Finder der am 29. Januar meinem Buchhalter Wilhelm Leiner im Giro- und Kassenverein in Verlust gerathenen 36 700 fl. zugesichert,, wenn er den Restbetrag von 30000 fl. an mich zurückstellt. Die Rückstellung kann sg jebey beliebigen, dem Finder zusagenden discreten, seine )iichtenrdecknng sichernden folgen ,r. - Das Inserat hatte Erfolg- ein unfrankirter Bries, den der vorsichtige Dieb mit dem aus dem Inserat herausgeschnitteneit gedruckten Namen des Herrn Fuchs adressirt hatte, enthielt 30000 fl. in Scheinen. Der Poststempel zeigte 1 Uhr 30 Min. Mittags, und um 1 Uhr 30 Min. Mittags hatte der Todtengräber des Centralfriedhofs einen Schuß gehört — Leiner lag mit durchschossener Schläfe auf dem Grabhügel seiner ersten Frau. Für seine kranke zweite Frau und sein achtjähriges Töchterchen hatte der gewissenhafte Mann auf das Peinlichste gesorgt. Briefe an seinen Chef sprachen in rührender Weise die Dankbarkeit des Unglücklichen aus, daß ihm in seinem Jammer Vorwürfe erspart geblieben wären.
* In Erfurt fand ein Knabe eine blaue Brille und setzte sie Scherzes halber auf die Nase. Nach einigen Stunden bekam das Kind eine heftige Augenentzündung, so daß der Arzt hinzugezogen werden mußte. Es stellte sich heraus, daß ein Augenkranker die Brille verloren und der Ansteckungsstoff den Augen des Knaben sich mitgetheilt hatte.
Feuilleton.
Warum find die Niederländer Deutsche?.
Von Georg Schneider.
Es ist eine Wahrnehmung, die wir in der Geschichte der alten und neuen Zeit machen können, daß stammverwandte Völker oft Ländern angehören, die politisch scharf voneinander gesondert sind. Diese Erscheinung tritt uns heute vielfach entgegen. Schweden und Dänemark bilden selbstständige Königreiche, die sich früher grimmig bekämpften, obwohl beide von Scandinaviern bewohnt werden. Spanien und Portugal haben sich oft genug feindselig gegenübergestanden und thnn es noch - dennoch wird sowohl Spanien wie Portugal von demselben Volke, ans Römern, Iberern und Germanen gemischt, bewohnt. Dies ist in hervorragender Weise auch bei Deutschen und Niederländern der Fall. Die Niederlande, die doch, physikalisch-geographisch betrachtet, gewissermaßen ein Stück Deutschlands sind, deren Bodenbeschaffenheit genau wie diejenige Niederdeutschlands sich verhält, deren Bewohner mit den Deutschen einen großen Stamm bilden und wie wir unten sehen werden, eine niederdeutsche Sprache reden, dieses Niederland war Jahrhunderte lang von Deutschland scharf getrennt, diese Niederländer zerrissen das natürliche Band, welches sie an ihre deutschen Brüder fesselte, und blickten in ihrem Kaufmannsstolz mit Verachtung auf Deutschland und alles Deutsche herab. Ist ihnen doch das Bewußt sein, daß sie Deutsche sind, daß ihre Urahnen, die Bataver und Friesen, deutsche Stämme waren, verloren gegangen! Franken, also Deutsche, waren es, welche die Niederlande während des Sinkens der Römermacht besetzten und sie bis zum Vertrage von Verdun 843 innehatten, wo der nördliche
Vermischter.
* Darmstadt, 4. Februar. Unter der Anklage deb Nahrungsmittelverfälschung hatte sich in voriger Woche ein Bessunger Metzger, dem die Lieferung von Wurst rc. für die Artillerie-Kaserne übertragen ist, vor dem Schöffen- aerucht zu verantworten, weil sich tu der von ihm gelieferten Wurst ein Zusatz von ca. 3pCt. Stärkemehl gefunden hatte. Obwohl zwei als Sachverständige zugezogene Metzger aus Frankfurt a. M. erklärten, daß dorten ein Zusatz von 2ri,pCt. Stärkemehl zur Wurst üblich sei und nicht beanstandet werde, hat das Schöffengericht den Beklagten wegen Nahrungsmittelverfälschung gleichwohl in eine Geldstrafe von 20 Mk, verurtheilt,
*△ Mainz, 5. Februar. Seitens der Schifffahrtsinteressenten werden lebhafte Klagen laut über Schädigungen, die ihnen durch die Maincaualisation erwachsen. Nachdem durch Versäumen des rechtzeitigen Niederlegens der Wehre die Schifffahrt während des Hochwassers seither schon gehemmt war, hat sich jetzt, nachdem das Wasser bedeutend zurückgegangen, an der Wehre bei Kelsterbach ergeben, daß die Schleuse versandet und nur 1,50 Meter Waffel- vorhanden, so daß die Schraubendampfer und sonst tiefgehende Schiffe die Schleuse nicht passiren können. In Folge hiervon hat man die Wehre niedergelegt, aber hierbei die Wahrnehmung gemacht, daß im freien Main sich ebenfalls eine Versandung vollzogen hat, die eine Durchfahrt bei der Kelsterbacher Wehre unmöglich macht. Die Schifffahrt zwischen Main und Rhein bleibt dadurch vorerst noch unterbrochen.
— Eine Dame von auswärts, die gestern die Sehenswürdigkeiten von Mainz betrachtete, hatte das Mißgeschick, für einige Stunden in unfreiwillige Gefangenschaft zu gerathen. Am Schluß ihrer Wanderung durch die Stadt besuchte dieselbe auch den Dom. Als sie wieder hinaus wollte, waren sämmtliche Thüren verschlossen. Die Dame rief und klopfte an jedem Ausgange, doch vergebens. Nach Verlauf einiger Stunden, als es schon zu dunkeln begann, wurde ihr Klopfen endlich von Passanten auf der Straße vernommen, die alsdann den Kirchendiener holten, der die Dame aus der Gefangenschaft befreite. Man hatte beim Schließen des Domes die Fremde, die dadurch in unfreiwillige Gefangen-
licher, kriegerischer Beziehung oder aber in der Art, das Leben durch Kunst u. s. w. sich zu verschönern und angenehm zu machen, gestaltet, dem gleichsam sagenhaften Dunkel entrückt und uns zeigt, ftie die Schilderungen der Bibel überall an eine strenge sich halten,
überall die Zeiten mit ihrer voll au^^agten Eigenart darstellen, kurz, in ganz hervorragendem ^.T.ne geschichtlich sind. So wird W, hier zur Anschauung georachte Wirklichkeit der realen Grundlage der bildlicher-- Darstellung der Bibel gleichsam, zum Zeugnth für hft D^hrhaftigkeit der Schrift — wenn eS dessen bedürfte.
Das alles ist erreicht durch viele Hunderte von Abbildungen, welche sich in dem Text befinden und mit erläuternden Anmerkungen versehen sind, und durch Vollbilder und Karten, welche in einem Anhänge eingehende Erklärung finden. Ebenso enthält der Anhang eine sehr werthvolle Abhandlung über altegyptische und altassyrische Wanddarstellungen, über Aussprache und Betonung der arabische« Wörter, über Geld, Maße und Gewichte, Zeiteintheilung u. s. w. der Bibel und endlich eine Nachweisung der sonn- und festtägtgen Evangelien und Episteln auf das ganze Jahr für Preußen, Bayern, Baden pnd Hessen, für Württemberg und für Sachsen. Vorgesetzt ist dem Texie eine Lamiljenchrorstck zurLmftagung der GebenttüßS der Eltern und der Geöüri^üge u. f. w. der Kinder, was das Buch 1U einem rechten und ächten Famtlienbuche macht. Eine große Schrift und ein sehr klarer und deutlicher Druck gereichen der Ausgabe noch zu besonderem Vortheil. Die Abbildungen sind nach den besten Quellm- werken und den berühmten Alterthumssammlungen in Berlin, London, Paris u. s. w. hergestellt. Fast allen landschaftlichen BUdern liegen photographische Aufnahmen zu Grunde, die auch sonst vielfach für die Abbildungen benutzt sind, wodurch es eben möglich war, dem Bilderwerk die wissenschaftliche Treue zu wahren. Neben der Fülle von Karten und Plänen geben die Abbildungen Darstellungen von Thieren, Pflanzen, Gebäuden, Denkmälern, von Trachten, Waffen, gewerblichen und anderen Geräthen, von gewerblichen Haniirungen u. s. w., so daß das gesammte Leben der Bibel hier anschauliche Gestalt gewinnt. Eine reiche Ausbeute haben namentlich die Alterthümer der Egypter, Assyrer, Babylonier unb Römer geliefert. In der Ausführung der Bilder sind keine Kosten gescheut, um dieselben dem Dargestellten würdig zu macken.
So tritt dieses Btdelwerk, d.ssen Ausstattung und Eigenart dasselbe zu einem Stolze der deutschen Nation macht und dessen Preis so bemessen ist, daß auch minder Bemittelten die Anschaffung ermöglicht ist, zum zweiten Male in sehr starker Auflage seine Wanderung an. Möge es immer weiter in alle Schichten unseres Volkes Eingang finden. Für bie Konfirmation, für das Weihnachtsfest, für Hochzeiten zur Begründung des neuen Hausstandes, zu Jubiläen der Lehrer, Geistlichen u. s. w. ist es ein köstliches Geschenk, das, wie es Freude bereiten, für den Empfänger auch der Träger reichen Segens sein wird. Auch zur Anschaffung für Schul- und Volks- btbltotheken sei die Pfeilstücker'sche „Jlluftrirte Hausbibel" bestens empfohlen.
Die neue Auflage ist in 6 Abtheilungen geheftet zu 3 zu beziehen. Fertig gebunden kostet die „Jlluftrirte Hausbibel" je nach Kostbarkeit des Einbandes 22.50 bis 46 JL
Als einfachen und dauerhaften Einband empfehlen wir Lederrücken mit Röthschnitt zu 24 JL zu wählen.
.°"r->d, M» wtfflfarttn ju
-"stand.
»Nn m t>m
Literatur und Kunft
— Die Bibel alS Errttrrrqrrelle. Die Bibel ist eine der ältesten Kulturquellen. Indem sie die sagenhaften Anfänge der Menschheit zu einer geschichtlichen Darstellung zu verdichten bemüht ist, zeigt sie uns auch mit der Geschichte des Gottesgedankens in der Menschheit deren früheste Kulturentwickelung in ihrem langsamen Werden, und zwar nicht nur soweit dieselbe bei dem jüdischen Volke zur Erscheinung kommt, sondern in Bezug auf fast alle morgen- ländifcken Volker — oft freilich nur in sehr knapper und andeutungsweiser Form — soweit dieselben mit dem jüdischen in Beziehung traten. Von diesem Gesichtspunkte aus haben wir seinerzeit das Erscheinen der „Jllustrirten Hausbtbel" (Verlag von Friedrich Pfeilstücker in Berlin) unseren Lesern warm empfohlen und kommen aus demselben Grunde heute nochmals auf diese werthvollste und eigenartige Bibelausgabe zurück, die einen so großen Beifall und Anklang gefunden hat, daß nach kaum einem Jahre bereits eine zweite Auflage nothwendig geworden ist.
Pfeilstückers „Jlluftrirte Hausbibel" nimmt unter den zahlreichen Bibelillustrationen eine ganz eigenartige Stellung ein. Während bei den übrigen mehr oder weniger künstlerische Gesichtspunkte maßgebend waren und ihr Zweck allein darin bestand, Gewalten der Bibel und biblische Situationen rein künstlerisch dar- zustellen, um dadurch zu unterhalten und zu erfreuen — was freilick nicht immer erreicht wurde — will die „Pfeilstücker'sche Hausbibel" den Leser in die Kulturwelt der Bibel einführen, will ihn mit Land und Leuten, mit Sitten und Gebräuchen, mit Trachten und Bauarten, mit friedlichen Hantirungen und der Art, Krieg zu führen, kurz, mit all den verschiedenen Formen und Arten bekannt machen, in denen der Volker Leben und Treiben sich äußert und darstellt, will also im höchsten Sinne des Wortes belehren und dadurch das Verständnitz des Buches der Bücher nur tiefer und mehr erfchließen. Denn das gerade ist ein wesentlicher Vortheil der erhabenen Realistik, tn welcher die Pfeilstücker'sche Jllustrattonsmethode sich darstellt, daß uns dadurch die Tiefen der heiligen Schrift mehr und besser erschlossen, das Verständniß mehr befördert wird, als daS durch Kommentare möglich ist, weil sie uns das zu Erläuternde veranschaulicht. Gerade dadurch, daß das Bilderwerk auf dem Boden der Realistik wurzelt, daß nicht die Phantafie des Künstlers, sondern strenges Studium der Geschichte und genaueste Kenntniß der weit vorgeschrittenen Forschung den Stift des Zeichners geführt, enthüllt uns diese „Jlluftrirte Hausbibel" etwas ganz Neues, indem fie das Volksthum der biblischen Völkerschaften mit seiner ganzen reichen Art und Weise in landwtrthschaftlicher, gewerblicher, handelsbe-ieh-
Freitag den 7. Februar. (Siebener Anzeiger. Beilage zu Nr. 32. - 1890


