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Renten sind fastLdurchweg schwächer, namentlich Italiener, Türken, Russen und Ungarn. Am meisten verloren Argentiner, ca. 3 o/0. Bemerkenswerth ist eine Besserung der 4 o/o Consols und der 34/2 % Deutschen Reichsanleihe.
Montanwerthe wurden andauernd von Berlin begünstigt und erzielten auch ziemlich bedeutende Besserungen, so Gelsenkirchener, die von 163 auf 169 stiegen. Gegen Ende der Woche gingen aber auch diese Gewinne zum größten Theil wieder verloren. Laurahütte sind reichlich 1°/g schlechter auf schon erwähnte Gerüchte über einen neuen Rückgang der Preise in der Eisenbranche. Allgemeine Electricitats- werke erhöhen das Gesellschaftscapttal um 3 Millionen und sind aus diesem Grunde etwas schwächer. _________________
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Der Beginn der neuen Woche brachte den Schluß der Liquidation und steigende Course zur Feier ber beendigten Regulirung, wie das fast regelmäßig im Anfang eines neuen Monats der Fall ist, auch wenn die Sorgen der Spekulation keine drückenden waren. Die Besserung erstreckte sich ziemlich gleichmäßig aus alle Gebiete, Banken vielleicht ausgenommen, bei welchen das flottanle Material zu groß zu sein scheint, um auch nur mäßige Coursbesserungen zu gestalten. Desto günstiger gestaltete sich die Tendenz für ausländische und sogar deutsche Bahnen, w.lch letzte, ohne daß man den schon so oft angeführten Verstaatlichungsgerüchten größere Bedeutung beimaß, ziemlich beträchtliche Coursbesserungen erzielten. Was ausländische Bahnen anbelangt, so wirkte für einen Theil die bevorstehende Divtdendendeta- chtrung, für andere das bekannte Thema der Ernteaussichten, wobei diesmal ein etwas größeres Gewicht auf die Zuckercampagne und Rübenernte gelegt wurde. Montanwerthe, namentlich Kohlenactten, wurden von Berlin aus begünstigt, für Renten sttmultrte das billiger werbende Geld, sodaß das ganze Geschäft ein lebhafteres Gepräge bekam und die Aussichten für den neuen Monat sich in jeder Weise günstig gestalteten. Der Verlauf der Woche hat nicht das gehalten, was der erste Tag zu versprechen schien. Bereits am Montag Abend erfolgte ein Rückschlag auf die Nachricht, daß die Argentinische Nattonalbank ihre Zahlungen eingestellt habe. Diese Meldung ist in diesem Umfang nicht bestätigt worden. Es handelt sich, wie sich später herausstelllum die Suspendirung der Zahlung der vierteljährigen Dividenden und Etnlcrufung einer Generalversammlung behufs Consolt- dirung der Bank, aber dennoch war der Eindruck auf die Börse überaus ungünftrg. An sich sind ja die Summen d.r offictell eingeführten Argentinischen Werthe nicht bedeutend und die Betheiltgung unserer Banken an Argentinischen Geschäften wird sich in diesem Augenblick auch r icht über ein bescheidenes Maß erheben, aber unter Der Hand sind in gewissenloser Weise so erhebliche Summen von Cedulas und Provinzial-Anleihen im Publikum untergebracht worden, daß sie für die Börse ein Factor geworden sind, mit welchem sie zu rechnetz hat. Die Verluste, welche das Publikum an diesem Besitz erleidet, sind sehr bedeutend und allem Anschein nach werden sich dieselben noch steigern, denn die Finanzlage Argentiniens verschlechtert sich zusehends und ein Verkauf dieser Werthe wird aus außerordentliche Schwierigkeiten stoßen, zum Theil sogar unmöglich sein. Es ist nur zu hoffen, daß die Verluste nicht umsonst gebracht werden, und daß aus ihnen die Lehre gezogen wird, vorsichtiger als bisher beim Erwerb exotischer Werthe zu verfahren, auf jeden Fall aber den Ankauf uncütirter Anleihen zu unterlassen. Namentlich ist Süddeutschland mir diesen Werthen durchsetzt, während sich Norddeutfchland ziemlich frei gehalten hat, weßhalb auch in Berlin der Eindruck dieser Vorgänge ungleich schwächer war, als in Frankfurt. e .
Die Börse hat sich von der Erschütterung nicht erholen können. Es fehlt ieder Haussebewegung die Unterstützung des Publicums so vollkommen, daß dieselbe bald in sich selbst zusammenfällt, und wenn noch Ereignisse wie die obigen htnzutreten, so geht schnell jeder Halt verloren und die Baissepartei gewinnt wieder die Controlle über den Markt. An Gründen, welche deren Zwecken dienen könnten, fehlt es niemals. Ein Zusammenstoß zwischen Wilderern und Grenzwächtern an der französischen Grenze wird zur Staatsaction aufgebauscht, das feuchte Wetter scheint die Ernteaussichten zu gefährden oder der Reisesaison ungünstig zu sein, die Nachrichten vom Montanmarkt lauten wieder entmuthtgend, neue Preisrückgänge sollen beoorstehen, oder es muß endlich wieder die politische Lage auf der Balkanhalbtnsel den Stoff liefern, den Markt weiter zu verstimmen. Dies Alles mit etwas Geschick in die Welt gesetzt, verfehlt seine Wirkung nicht, aber ebenso wie bet den Bemühungen der Haussepartet ist der Erfolg gering, denn es fehlt auf beiden Setten dte Unterstützung des Publicums, und die Bedeutung der ganzen Bewegung schrumpft zusammen auf ein Geplänkel zwischen den beiden Parteien ohne nachhal^ ttgen Eindruck auf die Course. Eine Wandelung in diesen Verhältnissen ist auch vorerst nicht zu schaffen, dieselbe muß sich von innen heraus vollziehen und solche Wandelungen bedürfen der Zeit. Geld ist nach dem Ultimo etwas billiger geworden, namentlich ist der Prtoatdtscont um reichlich 1/2% gefallen. Es drückt sich darin die Hoffnung aus, daß nunmehr wieder eine Periode des Rückflusses etn- treten werde. Dte Bank bedarf desselben dringend, denn dte Notenreseroe tst von 238 auf 85 Millionen gesunken und es scheint, daß hierin noch nicht sämmtliche Anforderungen des Semesterwechsels enthalten sind, so daß der nächste Ausweis vielleicht noch eine wettere Anspannung zeigen kann. 2 _
Dte Coursoeränderungen der letzten Woche sind abermals unbedeutend, sie
, repräsentiren, im Ganzen genommen, eine geringe Ermäßigung des Coursntveaus.
Von Banken sind Handelsgesellschaft, Disconto und Darmstädter Bank je ca. 1% j schlechter, während Dresdener sich behaupteten, Deutsche Bank sogar noch etwas anziehen konnten. Bedeutender ist der Verlust von Ottomann. Bank-Aclien mit circa 21/» %, die namentlich am Freitag geworfen wurden, ohne daß ein besonderer Grund dafür vorlag. Bei deutschen Bahnen sind dte anfänglichen Coursgewinne bis auf eine kleine Besserung der Lübeck-Büchener-Actten wieder verloren gegangen. Unter den österreichischen Bahnen waren einzelne aus speciellen Gründen bevorzugt. So Albrechtbahn mit 4 fl. Gewinn, wegen des vorläusigen Abschlusses der Convcrsions- verhandlungen, und Localbahn, die einen ähnlichen Gewinn aufweisen. Im Nebligen waren österreichische Bahnen und spectell dte böhmischen Bahnen matt, weil die Befürchtung besteht, die Regierung werde ihr Hoheitsrecht in Betreff der Taris- besttmmung gellend machen und dte Einführung des Zonentarifs zwangsweise durchsetzen. Thatfächltch hat schon dte Buschtherader und dte Aussig-Teplitzer Bahn dte | Weisung erhalten, den Tarif einzuführen. Buschtherader haben sich trotzdem im Cours I gehalten, aber Böhmische West und Nordbahn, welche dte relativ stärkste Personen- I sr.quenz haben, verloren 3 und 4 fl., Duxer ca. 7 fl., Elbthal ca. 1 fl. Schweizer
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