Ausgabe 
6.5.1890
 
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chratisöeikage: Gießener Jamitienölätter.

ASe Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr.

III Stand der erweiterten Volksschulen nach Beginn des Schuljahres 1890/91.

Wo sich erweiterte Volksschulen befinden, ist ganz nach Schema I über dieselben zu berichten-

Die Berichte sind genau nach vorstehendem Schema unter Beibehaltung derselben Bezeichnungen abzufassen.

v. Gagern.

Vierteljähriger ASormementspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.

Redaction, Expedition und Druckerei:

Sch»tstraßeZlr.7.

Fernsprecher 51.

das bleibt nun freilich zunächst noch abzuwarten, indeffen deuten die vorhandenen Anzeichen doch schon darauf hin, daß man auf beiden Seiten bestrebt sein wird, ein erträgliches gegenseitiges Einvernehmen herzustellen und so vollzieht sich die Eröffnung der neuen Legislaturperiode im Reiche unter anscheinend nicht ungünstigen Anzeichen. Was die gesetz­geberischen Ausgaben der bevorstehenden Reichstagssesfion an­belangt , so werden neben einigen Vorlagen untergeordneter Bedeutung und den nie fehlenden Initiativanträgen aus dem Hause bekanntlich Entwürfe über die anderweitige Feststellung der Friedenspräsenzstärke des Heeres, über neue colonial­politische Forderungen für Deutfch-Ostafrika, über die Er­höhung der Besoldung der Reichsbeamten, ferner die beiden socialpolitischen Vorlagen, betr. die Einigungsämter und Ge­werbegerichte, und betr. die Abänderung der Gewerbeordnung, sowie selbstverständlich der Reichsetat, mit welchem übrigens die drei erstgenannten Vorlagen zusammenhängen, erwartet. Zweifellos wird die kaiserliche Thronrede über das Arbeits- Programm des Reichstages Näheres bringen und sieht man ihr mit um so gröberer Spannung entgegen, als sie vermuth- lich auch die Acht-Stunden-Bewegung berühren wird.

Die Session des bayerischen Landtages, welche diesmal in der Abgeordnetenkammer bei der Etatsberathung so auf­regende Zwischenfälle zeitigte, ist am Samstag geschlossen

nn Darmstadt, 3. Mai. Zweite Kammer der Stände. Die Kammer trat heute in die Schluhberathung über das Gesetz für die Nebenbahnen in Hessen.

Zunächst genehmigt das Haus unter dem Widerspruch Großh. Regierung den Antrag der Abg. Haas, Gutfleisch und Genossen aus Weiterführung der bereits genehmigten Bahn tion Grünberg nach Londorf bis nach Lollar (Main-Weserbahn) mit 29 Stimmen.

Deutscher ricich.

Darmstadt, 3. Mai. Das gestern ausgegebene Grob­herzogliche Regierungsblatt Nr. 14 enthält.

1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Dienst-Instruction für die Großherzogl. Gerichtsvollzieher betreffend.

2. Aussührungsvorschriften, die Unfallversicherung ber int staatlichen Baubetrieb des Großherzogthums beschäftigten Personen betreffend.

3. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, Verlegung des Sitzes derBergmeisterei Gießen" nach Bad Nauheim betreffend.

politische Ueversicht.

Gießen, 5. Mai.

Aus der am Donnerstag abgehaltenen Wochenplenar- sitzuna des Bundesrathes ist als der bemerkenswertheste Vor- aanci die Zustimmung der Versammlung zu der schon erfolgten Überweisung des Gesetzentwurfes über Frredensprasenz- stärke des deutschen Heeres an die Ausschüsse hervorzuheben. Ueber den Inhalt der neuen Militärvorlage ist zwar von amtlicher Seite noch nichts Bestimmtes mitgetheilt worden, aber von verschiedenen Seiten versichert man übereinstimmend, sie werde sich einerseits aus die Vermehrung der Artillerie, | anderseits auf die vollständige Ausbildung der beiden neuen Armeecorps, des 16. und 17., durch Verstärkung der einzelnen Bataillone auf ca. 700 Mann, d. h. auf den höchsten^FriedenS- etatsstand, beziehen. Der Friedenspräsenzstand der Infanterie würde sich durch letztere Maßregel um etwa 5 000 Mann erhöhen derjenige der Artillerie aber würde durch Vermehr­ung der Feldartillerie um 54 Batterien und Ausrüstung der Batterien der Grenzarmeecorps mit je 16 Geschützen schon in Friedenszeiten um etwas mehr als 6 000 Mann erhöht werden. Was die Geltungsdauer des neuen Gesetzes anbe- angt, so wird behauptet, daß es nur auf vier Jahre gelten würde, also bis zum Ablauf des jetzigen, vom 11. März 1887 datirenden Septennatsgesetzes, und dies würde bekanntlich am 31. März 1894 der Fall sein. Die neue Vorlage würde demnach eine Durchbrechung des Septennatsgesetzes bedeuten, doch wird der Wortlaut der Vorlage noch abzuwarten sein.

Der im vergangenen Februar gewählte neue deutsche Reichstag tritt an diesem Dienstag zum ersten Mal zusammen und hiermit beginnt ein neuer wichtiger Abschnitt in der inneren politischen Geschichte Deutschlands. Eine neue Re­gierung und eine neue Volksvertretung stehen sich gegenüber und die Entwickelung des Verhältnisses zwischen beiden Fac- toren wird wesentlich auch die Gestaltung unserer gesummten innern Politik für die nächste Zukunft bedingen. Wie sich Regierung und Parlament im Reiche zu einander stellen werden,

Der

Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags.

Die Gießener M.mitreuötälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

worden. c

Die Befriedigung über den unerwartet ruhigen Verlauf desersten Mai" giebt sich namentlich in Oesterreich kund, wo man der Kundgebung der Arbeiterschaft in Hinblick aus I die vorangegangenen vielfachen Ausschreitungen in ziemlich gedrückter Stimmung entgegensah. Um so größer ist jetzt die Genugthuung der öffentlichen Meinung des Kaiserstaates darüber, daß, abgesehen von den Zwischenfällen in Proßnitz und einigen andern Punkten, Alles so glatt abaegangen ist. Diesen Gefühlen verliehen sämmtliche Wiener Morgenblatter vom Freitag beredten Ausdruck und auch im österreichischen Abgeordnetenhause wurde am Freitag des ruhigen Verlaufes des 1. Mai gedacht. Doch erscheint die lange Periode der gewerblichen Beunruhigung Oesterreichs durch größere Strikes noch nicht abgeschlossen; u. A. greift der Weberstrike m Oester­reich-Schlesien weiter um sich, indessen sind noch keine Aus­schreitungen gemeldet worden. .

In der französischen Hauptstadt ist der 1. Mm doch nicht ohne einigen Krakehl vorübergegangen, wie der blutige Zusammenstoß der Municipalgarde mit einer großen Schaar Manifestanten in der Rue de Cirque beweist, bei welchem gegen 30 Personen verwundet und über 100 verhaftet wurden; weitere Folgen hatte der Vorfall aber nicht. Verhaftungen von tumultuirenden Personen erfolgten ferner in .^royes, Marseille und einigen andern Städten. Dagegen nimmt der Arbeiter-Ausstand in den großen Jndustriebezirken von Roubaix und Turcoing im nördlichen Frankreich einen immer ernsteren Charakter an. In Roubaix striken 30000, in Turcoing und Umgegend sogar gegen 50000 Arbeiter und machen sich namentlich in Roubaix anarchistische Wühlereien sehr bemerk­lich In Roubaix wie Turcoing ist Militär stationirt und mußte dasselbe schon wiederholt gegen die Sinkenden ein­schreiten. Rach boulangistischen Blättern soll sich Bou- lauger bereit erklärt haben, in Gemeinschaft mit Rochefort nach Frankreich zurückzukehren. Abwarten!

gegengebracht hätte, als seither geschehen. Er wünscht bestimmte Auskunft darüber, wie die Sache liege. Wenn es wahr sei, was Staatsminister Finger in letzter Woche hier im Hause erklärt habe, daß Preußen nie einen Druck auf Hessen ausgeübt habe, so müsse es doch bei dem Juteresse, welches Oberhessen an dieser Bahn habe, doch wohl möglich sein, diese Sache zu fördern. Die hierfür Seitens der Regierung zu bringenden Opfer würden sicherlich nicht so groß sein als man sie durch den Verkauf der Main-Weser- Bahn gebracht habe.

Ministerialpräsident Weber erwidert gereizt, die Großh. Regierung habe im Laufe der Debatte genügend Auskunft über die Angelegenheit gegeben. Wünsche der Abg. Wester- nacher noch nähere Auskunft, so müsse sich derselbe an bie Königl. Preußische Regierung wenden. Er frage den Ab­geordneten, woher er wisse, daß die Großh. Regierung Schuld an der Verschleppung trage. Habe die Hessische Regierung dieses Mißtrauen verdient?

Abg. Wasserburg glaubt nicht, daß der Abgeordnete Westernacher beabsichtigt habe, der Großh. Regierung ein Mißtrauens-Votum auszustellen. Auch er müsse den Wunsch ausdrücken, daß die Großh. Regierung Alles aufbieten solle, um die Erbauung dieser Bahn zu erwirken.

In gleichem Sinne sprechen die Abgg. Graf Oriola und Dr. Gutfleisch. .

Abg. Jöckel kann die Gereiztheit des Staatsministers Weber gar nicht begreifen. Für was seien denn die Ab­geordneten da, als daß sie sagen, wie sie denken. Da-» Publikum wünsche Aufklärung und da liege nichts näher, als. daß der Abgeordnete sich an die Regierung wende, um sie zu erhalten. Auch er schließe sich dem Ausschußantrag an.

Ministerialpräsident Weber hat nichts dagegen einzuwenden, wenn an Großh. Regierung das Ersuchen gerichtet werde. Mit einer nicht sehr angenehmen Drohung sei er aber nicht einverstanden. Auch gegen die Ansicht, daß man in Ober- hessischen Kreisen denke, daß wenn man preußisch wäre, sei die Bahn schon gebaut, müsse er entschieden Front machen.

Der Ausschußantrag wird hiernach einstimmig ange­nommen.

Ministerialpräsident Weber nimmt noch einmal Gelegen­heit, die Kammer vor weiteren Anträgen zu neuen Bahn- projecten zu warnen und genug sein zu lassen des grausamen Spiels. Er glaube, daß, nachdem eine nicht geringe Zahl von Nebenbahnen dem Gesetz noch hinzugefügt worden seien, die Kosten sich etwa auf 1820 Millionen Mark belaufen wurden. Es sei doch nöthig, daß man mit den Verwilligungen auch einmal einhalten müsse.

Hinsichtlich des Antrages des Abgeordneten Pfannstiel beschließt die Kammer, trotzdem sich Ministerialpräsident Weber Namens Großh. Regierung gegen das Projeet aus­spricht, mit 27 Stimmen die Einstellung der Bahn m das Gesetz.

Auch der Antrag der Abgg. Schade und Grüne­wald wegen Erbauung einer Nebenbahn von Alsfeld nach Kirtorf bis zur Landesgrenze und derjenigen des Abg. Jöckel auf Erbauung einer Nebenbahn von Friedberg nach I Homburg sind et nach lebhaften Debatten Annahme.

Morgen früh Fortsetzung der Verhandlungen.

nn. Darmstadt, 2. Mai. Zweite Kammer der Stände. Nachmittags-Sitzung. Die Kammer beschäftigt sich heute aus­schließlich mit einer Reihe von Anträgen, welche zur Erbauung der Nebenbahnen gestellt sind.

Zunächst steht ein Antrag des Ausschusses zu den Neben­bahnen von Oberhessen zur Discussion, welcher lautet: Großh. Regierung zu ersuchen, mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß in Bälde der Bau einer Nebenbahn von Stock­heim nach Frankfurt a. M. in Erwägung gezogen wird

Auch der Antrag der Abg. Ohly, Hermann und Schön­berger auf Weiterführung der bereits im Betrieb befindlichen Nebenbahn Reinheim-Reichelsheim nach Fürth findet, trotzdem Oberbaurath Wetz auf die ungeheuren Schwierigkeiten hmge- wiesen hat, welche der Bau eines Tunnels am Gumpener Kreuz bereitet, nach warmer Befürwortung der Antragsteller die Annahme des Hauses.

Abg. Arnold beantragt den Bau einer Nebenbahn von Waldmichelbach nach Fürth und Waldmichelbach nach Hirschhorn. Derselbe weist aus die Armuth der dortigen Gegend, welcher durch den Bau einer Bahn sicher ein großer Dienst erwiesen würde, da diese Gegend zahlreiche Steinbruche besitze. Sollte das Haus seinen Antrag nicht genehmigen, so sei er auch mit i ent Bau der Linie Waldmichclbach-Fiirth einverstanden.

, Auch die Abg. Ohly, Kredel und Osann haltetr

' Uba Westernacher wünscht, daß man dieser Bahn den Bau der Bahnen dortselbst füx äußerst nöth-g, wel nöthi- bon Seiten Großh Regierung etwas mehr Sympathie ent- | g-r als z. B. die Strecke von Reinhetm nach Dieburg.

Amtlicher TheU.

Gießen, am 3. Mai 1890. Betr.: Statistische Nachweisungen über das Volksschulwesen im Kreise Gießen.

Die

Großh. Kreis-Schulcommission Gießen

an die Schulvorstände des Kreises.

Wir sehen Ihren Berichten in rubr. Betreff innerhalb

S £agtn entgegen über:

I. Stand der einfachen Volksschule nach Beginn des Schul­jahres 1890/91.

a. ohne Schulgeld, b. mit Schulgeld.

Zahl der Schulkinder:

Nach dem Geschlecht:

a. im Ganzen.

b. Knaben,

c. Mädchen.

Nach dem Bekenntniß: a. evangelische, b. römisch-katholische, c. israelitische, d. anderer Confession.

II. Stand der Fortbildungsschulen nach Beginn der Schul, periode 1889/90.

Zahl der Fortbildungsschulen: ä. einklassig, b. zweiklassig, c. dreiklasfig rc.

Zahl der Schüler nach dem Bekenntniß:

a. evangelische, .

b. römisch-katholische,

c. israelitische, d. anderer Confession, 6. im Ganzen.

Dienstag den 6. Mai________________________

Wener Anzeiger

Kenerat-Htnzeiger.