An bie Wähler
bes V Hess. Reichstags - Wahlkr eises!
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den Grundsatz „Gleiches Recht für Alle" inner-
von Herabsetzung von Steuern wohl keine Rede wird
Mann seine Stimme geben.
Was will dagegen Herr Dove? Er verspricht nach seinem Wahlaufruf hochzuhalten halb der Schranken des allgemeinen Staatsgesetzes.
Er verspricht, einzutreten für Sparsamkeit im Haushalt des Reichs, ohne welche
Wiederum steht Ihr.vor einer Stichwahl! Der 10. April l. I. erst wird definitiv entscheiden, wer den Wahlkreis im Reichstag in den nächsten fünf Jahren vertreten soll. — Zwischen zwei Kandidaten haoi Ihr bei diesem wichtigsten, weil entgiltig entscheiden en , c 'a ' zwischen dem Kommissionär Wilhelm Pickenbach in Berlin und dem Landrichter Dove in Frankfurt a. M. Welchen» dieser beiden sollt Ihr Eure Stimme geben? Vo»i welchem derselben ist anzunehmen, daß er die Interesse»» des gesammten Vaterlandes und diejenigen »einer Wa i er insbesondere am Bester» vertritt?
Entscheidend für die Beantwortung dieser Frage in erster Linie ist das Programm, zu welchen, fich der Kandidat m Wort und Schrift bekennt, und fragt es sich deßhalb zunächst: Was wollen Eure Kandidaten? Zunächst was will Herr Pickenbach?
Wenn man von den Zielen absieht, welche alle Kandidaten und alle Parteien als die ihrigen bezeichnen, wie Eintreten für Einheit und Große des Vaterlandes, Erhaltung der Wehrkraft, Steuererleichterung der unteren Klassen, Herabsetzung der Gerichts- und Aiiwaltskosten, Fbrderting und Lchlch der Interessen von Landwirthschaft, Handel und Industrie, so kämpft Herr Pickenbach in erster Linie gegen d,e Juden, er will Aushebung der gleichen Stellung der Juden und Christen im Staats- und Rechtsleben, Einführung von Fremdenrechten für dieselben, wobei er übersieht, daß in diesem Falle die Juden zwar ihre Geschäfte nach wie vor betreiben und an allen materiellen Vortheilen unserer Gesetzgebung wie je er . uv an er Theil nehmen würden, daß sie aber wie dieser befreit wären von den wesentlichsten Pflichten gegen den -taat.
Er verspricht sodann Herabsetzung der Steuern, ohne sich gleichzeitig für Sparsamkeit im Reichshaushalt auszchprechen Herr Pickenbach ist insbesondere gegen die Branntweinsteuer, wobei er offenbar nicht darai» denkt, daß sein Freund und Befiirworter i. o e t der Abstimmung über das Branutweinstenergesetz gefehlt hat.
Entsprechend dem antisemitischen Satz, daß alle übrigen Parteien veraltet, die sog. antisemitisch- Volkspartei aber allein die Parte, des «olks und der Zukunft sei, schimpft das Zeitungs-Organ dieser Partei, der in Marburg erscheinende Reichsherold, ganz gleichmäßig über alle Parteien. So bemerkt dieses Blatt in Nr. 294 vom 1. April l. I., die Halbheit der Nati-nallib-ral-n zeige sich auch m der Jud-nsrag-, die Nationalliberalen seien Antisemiten im Herzen, aber nicht in der That; den Confervativen macht es wörtlich den Vorwurf, sie sch
das Volk vor den Wahlen durch Versprechungen. Den Freisinnigen aber sagt es in Nummer 284 vom 25. Februar l. <s. tn einem Artikel „Was hat der Freisinir gewirkt?" nach — man höre und staune —, sie hätten
1) die Millionäre steuerfrei gemacht,
2) die Versteuerung des Kaffees gebilligt,
3) den Actienschwindel hervorgerufen,
der liberale Abgeordnete Lasker es war, dem das ganz unbestreitbare Verdienst gebührt, durch »eine bekannte Rede vom Februar 1873 den Eisenbahngrüadungsschwindel aufgedeckt und scharf vernrtheilt zu haben, wie auch auf Antrag desselben Abaeordnete« Lasker eine Commission zur Untersuchung der Gründungen eingesetzt und durch seinen mit dem consewaüven Abgeordneten v. Köller gemeinschaftlich gestellten Antrag eine Verbesserung der Aetiengesetzgebnng verlangt wurde.
Wch,,ich M-»n° t*,, ,»<«» Weis. wil>«° b.ss»<« Wissen W-btd.i. -»leugnet, ,Me .-m
während jedermann Weitz, und sicherlich auch die Antisemiten Wissen, daß .. . ™ .,
die Freisinnigen es waren, welche eine wesentlich höhere Besteuerung der Millionär- verlangte», mdem fte un Reichvtag
von 1884/87 eine Reichseinkommensteuer beantragten, daß . 1o_ft . . ,
als die Erhöhung des Kaffeezolls im Jahre 1879 beschlossen wurde, in der entscheidenden Sitzung vom o Juli 1879 der damals fott-
schrittliche, jetzt freisinnige, Abgeordnete Eugen Richter in ausführlicher Rede den Kaffeezoll auf das Energischste bekämpfte und alle Mitglieder der Fortschrittspartei gleich der großen Mehrzahl der Nationalliberalen gegen die Erhöhung des Zolls
sein können
auch angehören möget,
Herrn Mndjtcr Wr in Frnnkfttt a. H
5* «»HU «Her SeüiMerungsnafjm und brngemafi Dvigltitbvag und D-tfbK-tt-g der
Interessen . ' ander« Parteien zn verdächtigen nnd deren Bestrebungen herobjasetzen. Et hat vielmehr IN allen innen
»den Äd. --'wi-tlt. - .? erstted. in Irene ,u «aiser nnd sti-ich st- das »ah. d-d Vateriande-,
Na-enh.h p.edig.. der an. „rh-,Uhren will in die zusthnde des Mittelalters deren lange Dauer gerade zum großen Theil die Mißstände herbeigesührt hat, die er jetzt zu bekämpfen angibt, der, ohne Mittel zur Besserung angeben zu können, lediglich über die bestehenden Verhältnisse los zieht, der Arm gegen Reich, Christen gegen I en aufhetzt, d-, ,N °ll° anderen Parteien Ichmiihli» beleidigt nnd. wie ai.n nachgewi-I-n -,n- grdie ja, z°n van 70 gliedern m
, 'm . • L » ^rihn(fte verläumdet, dann wählt den Antisemiten Wilhelm Piäenöach.
Reichstag vertretene Partei auf . F unb Interessen des Volkes in ernster Weise wahren will, der will die Gleich«
_ WolltJhr HJ« “«JJ1tJ'ÄK nach Rang, Stand nnd Confession, der will Sparsamkeit
heit vor dem Gesetz oh unerfüllbare Hoffnungen zu erregen, Unerfüllbares zu versprechen, der will gleichmäßige
im Reichshaushalt, berc e3 ** Berufsklaffen, befien Beruf und persönliches Auftreten dafür bürgt, daß er alle an ihn heran- Berucksichtigung der I ^ü^cn Rücksichten auf Grund sorgfältigster Prüfung entscheiden wird, dann wählt, welcher Parte. Ihr
Gießen, 3. April 1890.
Das freisinnige Wahl-Comitv.
$nl(lg w B°rsitz-ndkn »-S fr.ifumig™ 8. ®eor8i in Gich-st. - Druck bcv Brühl',chcn Drnck-r.i (Fr. Chr. Pirlsch) in Äi-ß-n.


